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01-02 | 2018

MIT NERVIGEN

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Gastkommentar Nachhaltige Unternehmenslogistik funktioniert nur auf Schienen In der Exportnation Deutschland sorgen Globalisierung und wachsende Vernetzung für eine kontinuierliche Steigerung von Gütermengen und zurückgelegten Streckenkilometern. 2016 lag die bundesweite Beförderungsleistung laut Statistischem Bundesamt bei fast 660 Mrd. Tonnenkilometern (tkm) und stieg damit zum vierten Mal in Folge 1 ). Diese Zahlen sprechen für einen Aufschwung der Güterbranche, für die Umwelt hinterlässt dieser Trend jedoch einen fahlen Beigeschmack. Paradoxerweise gilt der Lkw als Gewinner der steigenden Gütermengen – der umweltfreundlichere Schienengüterverkehr, Vorreiter klimaneutraler Mobilität, verliert Marktanteile. Dabei produziert die Bahn nur 24 g Treibhausgase pro tkm. Zum Vergleich: Beim Schiff sind es 31, beim Lkw ganze 101 g/tkm 2 ). Ähnlich sieht die Bilanz für andere umweltschädigende Stoffe aus. So fallen beim Schienengüterverkehr der Ausstoß von Kohlenstoffmonoxid sowie Stickoxiden und die Feinstaubbelastung in g/tkm rund fünfmal geringer aus als beim Lkw. Ein Güterverkehr, der in Zukunft das umweltfreundlichste Verkehrsmittel Bahn außer Acht lässt, belastet dabei nicht nur die Flora. Schädigende Auswirkungen von Feinstaub, Stickstoff und weiteren Emissionen sind vielfach diskutiert. Welche Folgen die hohe Luftkonzentra - tion dieser Stoffe langfristig für Mensch und Umwelt nach sich ziehen wird, lässt sich aktuell noch gar nicht absehen. Doch warum zögern Unternehmen noch und verlegen nicht zumindest einen Teil ihrer Supply Chain auf die Schienen? Die Antwort liegt vermutlich im Preisunterschied: Maßnahmen wie Trassenpreisesystem und Schienenmaut verhindern die Herstellung einer Wettbewerbsgerechtigkeit im Güterverkehr, während staatliche Vertreter ehrgeizig Klimaabkommen wie zuletzt 2016 in Paris unterschreiben. Zu lange tolerierte der Staat diese ungleichen Bedingungen im Wettbewerb, sodass der Güterverkehr – zum Nachteil von Natur und Mensch – zum größten Teil auf der Straße stattfindet, wo geringe Lkw-Maut und subventionierter Dieselkraftstoff die Preise niedrig halten. Dabei ist eine Umverteilung des Güterverkehrs dringend notwendig: Allein der Zuwachs der Lkw- Verkehrsleistung soll nach Angaben des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen bis 2030 um 40 % steigen 3 ). Das übertrifft in absoluten Zahlen die gesamte aktuelle Schienen - verkehrsleistung bei Weitem. Ein überlastetes Straßennetz bei ungenutztem Potenzial des Schienengüterverkehrs kann keine langfristige Lösung bleiben. Will Deutschland die Klimaziele erreichen, muss der Verkehr hierzulande bis 2050 eine treibhausgasneutrale Bilanz aufweisen. Hierfür verlangt das Umweltbundesamt eine Ausweitung der Lkw-Maut, um externe Kosten, insbesondere verursacht durch Treibhausgase und Lärm, auf das Verkehrsmittel umzulagern 4 ). Dann würden die Preise im Straßen - güterverkehr deutlich anziehen. Gleichzeitig geht der Bund mit dem Masterplan Schienengüterverkehr einen längst überfälligen Schritt und plant, Millionen in die Förderung des Netzausbaus zu investieren. Eine Ausweitung des Schienenverkehrs ohne die entsprechende Infrastruktur kann schwerlich funktionieren. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, setzen sich Unternehmen am besten schon heute mit der Möglichkeit einer verstärkten Nutzung des Transports auf Schienen auseinander. Dabei profitieren sie nicht nur von höherer Planbarkeit und Sicherheit, die Wahl kommt auch ihrem Image zugute. Der Öko - logische Fußabdruck als Teil der Corporate Social Responsibility ist längst ins Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen und steigert die Attraktivität eines Arbeitgebers oder Dienstleisters. Fällt die Wahl auf den Schienengüterverkehr, kommen Firmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach und fördern eine bundesweite, ausgewogene Umweltbilanz proaktiv. Nur wenn jetzt ein Umdenken stattfindet, Betriebe die Vorteile des Schienengüterverkehrs erkennen und ihn in ihre logistischen Abläufe integrieren, gewinnen sowohl die deutsche Wirtschaft als auch die Umwelt langfristig und nachhaltig. 1) https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/ Pressemitteilungen/2017/02/PD17_057_463.html 2) Umweltbundesamt: Transport Emission Model (TREMOD) 5.63, 2016. 3) Verband deutscher Verkehrsunternehmen: Fair Play im Schienengüterverkehr, 2016. 4) Umweltbundesamt: Finanzierung einer nachhaltigen Güterverkehrsinfrastruktur, 2016. Armin Götz, Geschäftsführer der Internationalen Gesellschaft für Eisenbahnverkehr IGE GmbH & Co. KG, Hersbruck. „Mithilfe des energieeffizienten, umweltschonenden Schienen - güterverkehrs verbessern Unternehmen ihre Corporate Social Responsibility und reduzieren den Ökologischen Fußabdruck.“ UmweltMagazin Januar - Februar 2018 3

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