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01-02 | 2018

Nachrichten

Nachrichten Verbundprojekt Entwicklung und Anwendung von CCUS-Technologien Asahi Kasei Europe, Düsseldorf, ist Partner des europäischen Verbundprojektes ALIGN-CCUS. Das Projekt zur Entwicklung von sicheren und wettbewerbsfähigen Carbon Capture and Utilization (CCUS)-Technologien ist für drei Jahre angelegt und zielt darauf ab, sechs Industriezentren in Europa bis 2025 in wirtschaftlich starke und CO 2 -arme Regionen zu transformieren. Es besteht aus 31 Unternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten aus fünf europäischen Ländern und erhält Fördergelder in Höhe von 15 Mio. € vom ERA-NET ACT-Fond. ACT ist eine Initiative der Europäischen Union, um die Entwicklung von sicheren und wirtschaftlichen CO 2 - Abscheidungs- und Speichertechnologien zu beschleunigen und erhält wiederum Fördergelder vom Instrument des Horizont 2020-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, ERA NET Cofund. In Europa und insbesondere Deutschland mit seinen ambitionierten Zielen bei der Senkung der CO 2 -Emissionen, dem Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 und dem hohen Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung steigt der Bedarf an verlässlichen CCS- und Energiespeichertechnologien. In den letzten Jahren hat das Interesse an Wasserstoff nicht nur als Energiespeicher aber auch als wichtiger Rohstoff zur Produktion von Ersatzkraftstoffen stark zugenommen. Für das Projekt stellt Asahi Kaseiein alkalisches Elektrolysesystem zur Herstellung von Wasserstoff aus überschüssigem Strom. In Verbindung mit in Kraftwerken abgeschiedenem CO 2 kann dieser Wasserstoff in Ersatzkraftstoffe wie etwa Methanol und Dimethylether umgewandelt werden. Asahi Kaseis alkalisches Elektrolysesystem lässt sich zur Nutzung im industriellen Maßstab vergrößern, besitzt eine hohe Energieaustauscheffizienz und trägt zur Senkung der CO 2 -Emissionen im Transportsektor und bei der Energieerzeugung bei. Asahi Kasei Europe als operative Europazentrale der Asahi Kasei Corporation ist zusammen mit weiteren Partnern Mitglied der Arbeitsgruppe 4 des Projektes. Der Fokus dieser liegt auf der Konzeption, dem Aufbau und der Durchführung eines Vorhabens zur CO 2 -Abscheidung und -Transformation in einem industriellen Umfeld. Darüber hinaus Electrolyzer-Technologie von Asahi. werden zusammen mit der potenziellen Marktnachfrage Anwendbarkeit und Umweltbilanz von CCS-Technologien, Methanol und DME evaluiert. In enger Kooperation mit Partnern wie RWE, Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe, FEV, Bosch, DEUTZ, RWTH Aachen, TNO und ECN wird Asahi Kasei Europe eine Demonstrationsanlage in Deutschland in Betrieb nehmen. www.alignccus.eu Bild: Asahi IFAT Strategischer Partner der Waste Expo Brasil Die IFAT, Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfallund Rohstoffwirtschaft, startet ihre mittlerweile zweite Kooperation in Brasilien: Ab sofort ist sie strategischer Partner der Waste Expo Brasil, der führenden Fachmesse für Abfallwirtschaft des Landes. Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, erklärt, dass Brasilien als bevölkerungsreichstes Land Südamerikas vor großen Herausforderungen in der Abfallwirtschaft steht. Moderne Technologien können hier Abhilfe schaffen. Durch die Kooperation mit der Waste Expo Brasil bietet die Messe den Ausstellern die Möglichkeit, ihre Aktivitäten auf dem brasilianischen Markt zu verstärken. Jesus Gomes, Geschäftsführer von Samba Eventos und Organisator der Waste Expo Brasil, zeigt sich erfreut: Mit der IFAT hätten sie einen starken Partner für unsere Veranstaltung in 2018 gewonnen. Zusammen könne man die Position der Waste Expo Brasil in Brasilien stärken und gleichzeitig ihre Sichtbarkeit auf internationaler Ebene erhöhen. Die Internationalisierung der Waste Expo Brasil zählt zu den Schwerpunkten der Zusammenarbeit. Auch an der strategischen Weiterentwicklung der Fachmesse wird sich die IFAT künftig beteiligen. www.ifat.de 6 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Bei der Produktentwicklung ans Recycling denken Plastikmüll ist wertvoll. Wird er recycelt, lassen sich Rohstoffe und CO 2 -Emissionen einsparen. Dennoch werden Kunststoffabfälle in Deutschland überwiegend verbrannt. Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), betont, dass das Recycling in Deutschland seit Jahren stagniert, obwohl deutlich mehr Kunststoffe wiederverwerten könnten. Mit dem Umweltzeichen Blauer Engel fördert das UBA hochwertiges Plastikrecycling und hilft Verbrauchern, beim Einkauf nachhaltige und umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen. Bereits bei der Konstruktion eines Produktes werden die Weichen für hochwertiges Recycling gestellt. Der Blaue Engel fordert, dass Produkte wie Laptops oder Staubsauger so gebaut sind, dass sie leicht zerlegbar sind. Denn so lässt sich der Kunststoff einfach von anderen Bestandteilen trennen. Auch verschiedene Kunststoffsorten müssen getrennt werden können, um sortenreine Ausgangsstoffe für neue Produkte zu gewinnen. Der Blaue Engel beschränkt daher die Anzahl und Art der eingesetzten Kunststoffsorten. Bei Verpackungen, wie zum Beispiel Shampooflaschen, sind eine Reihe von Plastikkombinationen für Behälter, Etikett und Deckel ausgeschlossen, die ein Recycling behindern. Was gestern eine Shampooflasche war, kann dann schon heute eine praktische Ordnermappe sein. Plastikprodukte mit dem Blauen Engel müssen mindestens 80 % Recyclingkunststoff aus Verbraucherabfällen enthalten. Aktuell sind zum Beispiel Schreibtischzubehör wie Stehsammler, Klarsichthüllen oder Projektmappen mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet, aber auch Gießkannen oder Mülleimer. Der Blaue Engel trägt durch seine Kriterien aber auch dazu bei, die Belastung der Umwelt durch Kunststoff und speziell Mikroplastik zu vermindern. So wird zum Beispiel der Blaue Engel für flüssige Waschmittel, Shampoos und Reinigungsmittel nur für mikroplastikfreie Produkte vergeben. Mit ihm erprobt das UBA anspruchsvolle Umweltstandards, bevor diese zum Teil in gesetzliche Anforderungen einfließen. Engagierte Unternehmen können so ihre Vorreiterrolle beweisen; Verbraucher können durch ihr Kaufverhalten Einfluss auf umweltfreundliches Design nehmen. Umweltwirtschaft als wichtiger Wirtschaftsfaktor Umweltschutz ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Deutsche Umweltschutzgüter sind in allen Weltregionen und über alle Umweltschutzbereiche hinweg gefragt. Das zeigt ein aktueller Bericht des UBA zur Umweltwirtschaft 2015. Deutsche Unternehmen produzierten im Jahr 2015 Güter im Wert von über 83 Mrd. €, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerb. China konnte vor allem aufgrund der Produktion von Solaranlagen seinen Anteil am internationalen Handel mit potenziellen Umweltschutzgütern seit 2002 mehr als verdreifachen und ist nun Exportweltmeister. Deutschland liegt mit einem Welthandelsanteil von 13,5 % an zweiter Stelle; China an erster mit 16,2 %. Maria Krautzberger betont, dass der weltweite Markt für Umweltschutzgüter stetig wächst – seit einigen Jahren insbesondere in aufstrebenden Schwellenländern in Asien, Südamerika und aktuell auch Afrika. Deutschland müsse daher aufpassen, seine derzeit gute Stellung hier nicht zu verlieren. Die Umweltpolitik ist gefordert und muss mit den notwendigen langfristigen Zielen und den richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen Planungssicherheit für Investoren schaffen. Krautzberger führt weiter aus, dass Deutschland noch gut da stehe, nicht zuletzt, weil die Unternehmen schon früh mit hohen umweltpolitischen Standards konfrontiert waren. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass diese gute Position verloren geht, wenn nur noch die europäischen Mindeststandards umgesetzt werden. Um Innovationen zu fördern, ist ein anspruchsvolles Umweltrecht gefragt. Hier muss eine entsprechende Entwicklung in der EU und in Deutschland vorangetrieben werden. Lag das Produktionsvolumen im Umweltschutz 2013 noch bei 81,6 Mrd. €, ist es 2015 auf über 83 Mrd. € leicht gewachsen. Es entspricht jetzt 6 % der gesamten Industriegüterproduktion. Güter, die dem Klimaschutz dienen können, stellen mit 40 % des Produktionsvolumens erneut den mit Abstand größten Umweltbereich. Hierzu gehören beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen. Die Weltklimakonferenz in Bonn hat im letzten Jahr noch einmal deutlich gemacht, dass der Klimawandel konsequent bekämpft werden muss. Die weltweiten Anstrengungen hierzu werden auch dazu führen, dass der Weltmarkt für Klimaschutzgüter und Klimaschutztechnologien wächst. Hieraus ergeben sich wirtschaftliche Chancen, die genutzt werden sollten. Für die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsposition sind nicht nur die Exporte, sondern auch die Importe von Bedeutung. Denn deutsche Unternehmen konkurrieren mit ihren Produkten auch im eigenen Land mit ausländischen Anbietern. Die Entwicklung der letzten Jahre bei Solarzellen hat dies ganz klar verdeutlicht. Bei Windkraftgütern konnten deutsche Unternehmen hingegen in den letzten Jahren Anteilsgewinne auf Auslandsmärkten verzeichnen. Besonders wettbewerbsstark ist die deutsche Industrie traditionell in den Bereichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik für den Umweltschutz sowie Abfall- und Abwassertechnologien. Die Informationen zur Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Umweltwirtschaft werden alle zwei Jahre vom Umweltbundesamt aktualisiert und veröffentlicht. www.uba.de UmweltMagazin Januar - Februar 2018 7

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