Aufrufe
vor 7 Monaten

01-02 | 2018

Nachrichten Studie

Nachrichten Studie Dezentrale Abfall- und Abwassertechnologien für nachhaltige Lösungen Strenge staatliche Richtlinien in Bezug auf Abwasser, Bevölkerungsanstieg, steigende Industrialisierung in abgelegenen Gegenden und übermäßige Mengen an Abfall und Abwasser schaffen einen neuen Bedarf an nachhaltiger, zuverlässiger und kostengünstiger Abwasser- und Restabfallbehandlung. Dezentrale Technologien zur Abfall- und Abwasserbehandlung werden wegen ihres geringen Wartungsbedarfs, wirtschaftlicher und Umweltvorteile wie auch der Möglichkeit, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, den Druck auf Mülldeponien zu verringern, Bodenzusatzstoffe zu gewinnen und aquatische Ökosysteme zu erhalten, in den Fokus genommen. Die Frost & Sullivan Studie „Decentralized Wastewater and Solid Waste Treatment Technologies,” beschreibt die wichtigsten Technologien, markttreibenden Faktoren und Herausforderungen, globale und regionale Trends, Innovatoren und Innovationen bei Wassertechnologien, die nachhaltige Verfahren zu Abfallbehandlung ermöglichen. Dazu gehören Materialrückgewinnung, aerobe, anaerobe, schnelle und Vermikompost- Lösungen, SBR-Verfahren, UASB-Reaktoren, Klärgruben, Tropfkörper sowie Biogasanlagen. Dezentrale Abfallwirtschaftskonzepte und -technologien können für die Trennung von organischen, recyclebaren und Restabfällen direkt an der Abfallquelle installiert werden, so die Analysten. Das reduziere die Menge des Feststoffabfalls, von dem 60 % zu Mülldeponien transportiert werden müssen, und spiele eine bedeutende Rolle bei der Qualitätssteigerung von Kompost und behandeltem Abwasser. Die Akzeptanz von dezentralen Abwasser- und Restabfalltechnologien werde durch fehlende finanzielle Unterstützung und Anreize ausgebremst. Regierungen von Entwicklungsländern arbeiten zudem nicht mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, um öffentliche-private Partnerschaften zu bilden, oder in die Bildung der Bevölkerung in ländlichen oder semi-urbanen Gebieten zu investieren, und sie über die Notwendigkeit der dezentralen Aufbereitungsanlagen zu informieren. Die Studie „Decentralized Wastewater and Solid Waste Treatment Technologies“ ist Teil der Frost & Sullivan TechVision (Clean and Green Environment) Subscription. www.frost.com Bild: N-Schmitz/ pixelio.de BMUB Deutschland ratifiziert zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls Die Bundesrepublik Deutschland hat sich völkerrechtlich zur zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (2013 bis 2020) verpflichtet. Die entsprechende Ratifizierungsurkunde wurde bei den Vereinten Nationen in New York hinterlegt. Alle Mitgliedstaaten und die EU haben bis Ende des letzten Jahres ihre Ratifikationsurkunden hinterlegt. Das Kyoto-Protokoll von 1997 sah nur Minderungs-Verpflichtungen bis 2012 vor. In Doha wurden im Jahr 2011 neue Klimaziele für Industrieländer bis 2020 beschlossen. Für die EU gilt ein Klimaziel von 20 % Minderung gegenüber 1990. Dieses Ziel wird in der EU bereits seit 2012 europarechtlich verbindlich umgesetzt – im Emissionshandel und in der Zielaufteilungsverordnung. www.bmub.bund.de Interseroh Unternehmenserklärung unterzeichnet Die Kölner Interseroh Dienstleistungs GmbH demonstriert mit ihren Lösungen für Kreislaufwirtschaft, wie sich effektiver Klimaschutz praktisch realisieren lässt. Diesen hatten kürzlich 51 große und mittelständische Unternehmen – darunter auch der Umweltdienstleister Interseroh – und Unternehmensverbände in einer gemeinsamen Erklärung von den Parteien gefordert. Demnach soll die künftige Bundesregierung einen engagierten und beschleunigten Klimaschutz zu ihrer zentralen Aufgabe machen und ihn im Rahmen eines Modernisierungsprogramms für Deutschland ausgestalten. Koordinatoren der Erklärung sind die Unternehmensverbände Stiftung 2° und B.A.U.M. sowie die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch. Die positiven ökologischen Effekte, die Interseroh mit seinen Lösungen erzielt, belegt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht in regelmäßigen Studien: So spart beispielsweise die Aufbereitung eines Notebooks für eine zweite Nutzungsdauer rund 154 kg Treibhausgase. Um so viel CO 2 zu binden, wie der Einsatz des Mobilen Zählzentrums für Einwegpfandflaschen von Interseroh jedes Jahr vermeidet, benötigte man einen Wald in der Größe dreier Fußballfelder. Die eingesparten Treibhausgase weist Interseroh einmal jährlich für seine Kunden in einem individuellen Zertifikat aus. www.interseroh.de 8 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Nachrichten Fraunhofer Thermische Verwertung unverzichtbar in der Circular Economy Langfristig wird die thermische Abfallbehandlung relevante Beiträge zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz leisten und stoffliche Recyclingverfahren auch in einer zirkularen Wirtschaft sinnvoll ergänzen. Das zeigt eine Studie zur Rolle der thermischen Verwertung in einer zirkularen Wirtschaft, die Fraunhofer Umsicht im Auftrag der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH erstellt hat. Geht es nach der Vision des zirkulären Wirtschaftens, gibt es in Zukunft kaum Abfälle. Bei der „Circular Economy“ sollen Waren/Stoffe künftig abfall- und emissionsfrei so lange wie möglich im Kreislauf geführt werden. Wiederverwendung, Weiternutzung und konsequentes Recycling sollen dazu führen, dass idealerweise zukünftig keine Abfälle mehr anfallen. Reststoffe sind dann durchweg Sekundärrohstoffe für weitere Prozesse. Doch noch gehen Vision und Realität nicht zusammen. Das Konzept funktioniert laut den Experten nur, wenn alle Waren stofflich hochwertig zu recyceln und damit kreislauffähig sind. Auf den wesentlichen Anteil der heute produzierten Waren trifft das aber noch nicht zu. Sortenreine Abfälle werden eher stofflich verwertet, während Gemische und Verbundstoffe meist in Verbrennungsanlagen behandelt werden. Stofflich inhomogene Abfallfraktionen ziehen prinzipiell einen hohen Sortieraufwand nach sich, dessen ökologische und ökonomische Notwendigkeit auch vor dem Hintergrund der Vision einer Circular Economy zu rechtfertigen sein muss. Entscheidend sollten letztlich nicht theoretische Potenziale beim Recycling sein, sondern das, was tatsächlich qualitativ stofflich aufbereitet werden kann. Hier ist nach Expertenmeinung ein cleveres Produktdesign gefordert, das bei der Produktentwicklung bereits die Weichen für ein hochwertiges Recycling stellt. Das Primärziel ist die Emissionsminderung, Inertisierung und Reduzierung der Abfallmenge. Dazu dienen die Müllverbrennungsanlagen nach wie vor. Stoffe, die bedingt durch ihren Verwendungszweck und eine spezifische Produkteigenschaft eine Schadstoffquelle am Ende des Produktlebenszyklus darstellen Dr. Markus Hiebel von Fraunhofer Umsicht präsentiert die Ergebnisse der Studie zur Rolle der thermischen Abfallbehandlung in der Circular Economy. können, müssen auch in einer zirkulären Wirtschaft einer Behandlung unterzogen werden. Um eine ungewollte Akkumulation von Schadstoffen in späteren Produkten zu vermeiden, sind thermische Abfallbehandlungsanlagen in ihrer Funktion als Schadstoffsenken heute und künftig unverzichtbar, so einer der Mitautor der Studie, mit Blick auf die Zukunft. Ein möglichst geringer Energiebedarf bestimmt zudem die Qualität der Circular Economy wesentlich. Auch hier kann die thermische Verwertung punkten, indem sie die je nach Inputmaterial schwankende Energiegehalte in Form von Wärme und Stromnutzung. Mit Blick auf den aktuellen Stand der Produktentwicklung und des menschlichen Konsums im heutigen Wirtschaftssystem sowie auf das bestehende anthropogene Lager kommt die Studie von Fraunhofer Umsicht zu dem Schluss, dass die thermische Behandlung von Abfällen langfristig ein unverzichtbarer Baustein der Circular Economy ist. www.umsicht.fraunhofer.de Bild: AGR Rogner EcoIntense Marktanteile in Nordeuropa vergrößert Die EcoIntense GmbH, ein führender Softwarespezialist für Arbeitssicherheit, Umweltmanagement und Nachhaltigkeit, hat 100 % der Anteile an NordSafety, einem Softwareanbieter aus Finnland. Durch die Akquisition festigt das Berliner Unternehmen seine strategische Position in Nordeuropa. Es setzt seinen Weg rasant fort, um Marktführer für Nachhaltigkeits- und HSE-Lösungen (Health, Safety, Environment) in Europa zu werden. Die Software-as-a-Service-Lösung „EcoWebDesk“ ermöglicht es Unternehmen, alle Aufgaben und Prozesse des betrieblichen Arbeits- und Umweltschutzes sowie des Nachhaltigkeitsmanagements effizient nach gesetzlichen Vorgaben zu steuern. Mit Wachstumsraten von zuletzt 70 % verfolgt NordSafety eine erfolgreiche Mobile-First-Strategie. Dabei werden Inhalte und Arbeitsabläufe zunächst für mobile Endgeräte optimiert. Die NordSafety-App unterstützt die Anwender dabei, Informationen und Daten im HSE-Bereich bereits unterwegs zu erfassen und in Echtzeit angereichert mit Ortskoordinaten und Fotos zu übermitteln. Der Fokus liegt dabei auf Funktionen wie der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, Ereignis- und Unfallmeldungen sowie der Dokumentation von Begehungen. Das gesamte Team wird an Bord bleiben und die drei Gründer – Fredrik Löfberg, Timo Kronlöf und Jani Virtala – werden weiterhin das Unternehmen mit Sitz in Helsinki steuern. Um das internationale Wachstum voranzutreiben, erhielt EcoIntense im Mai 2017 Investitionen in Höhe von 22 Mio. €. Der Londoner Wachstumskapitalgeber One Peak Partners und der US-Finanzinvestor Morgan Stanley Expansion Capital beteiligten sich am Berliner Softwareunternehmen. www.ecointense.de UmweltMagazin Januar - Februar 2018 9

Ausgabenübersicht