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09 | 2017

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Umweltmarkt Projekte GKD

Umweltmarkt Projekte GKD Umweltauswirkungen von Reifenabrieb Mikroplastik stellt ein globales Umweltproblem dar. Zu rund einem Drittel stammen die winzigen Partikel von Reifenabrieb, der durch Niederschlagswasser in die Kanalisation gespült wird. Klärwerke können die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen bislang nicht herausfiltern. Mit Hochdruck arbeiten deshalb weltweit Wissenschaft und Industrie an der Erforschung von Lösungen, die den Eintrag dieser Partikel in die Gewässer verhindern. So auch die GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD) aus Düren, die vom BMBF, einen Förderscheck von rund 185 000 € für das Forschungsvorhaben „Reifenabrieb in der Umwelt (RAU)“ erhalten hat. Dieses hat das Ziel, den Eintrag von Mikroplastik aus Reifenabrieb im Abflusswasser der Straßen mengenmäßig zu erfassen. Dazu sollen die Abriebsmengen mit Verschleißtests und Vor-Ort-Beprobungen ermittelt werden. Berücksichtigt werden dabei Einflussfaktoren wie Reifen-, Fahrzeug- und Straßentypen sowie Fahrsituationen. Eine zentrale Aufgabe besteht in der Entwicklung von Körben für die Probennahme. Diese müssen einerseits den aufkommenden Wassermengen gewachsen sein, andererseits die Mikroplastikpartikel zuverlässig zurückhalten. GKD ist bei der Auslegung GKD übernimmt im Forschungsprojekt „Reifenabrieb in der Umwelt (RAU)“ die Auslegung und Entwicklung geeigneter Gewebe für die Filtertöpfe. und Entwicklung geeigneter Gewebe für die Filtertöpfe mit mehreren Abscheideraten – von sehr grobmaschigen Konstruktionen mit 1 bis 2 cm großen Öffnungen bis hin zu Geweben mit Öffnungen von absolut 6 µm – miteingebunden. Anhand von Simulationen und umfangreichen Laboranalysen wird es geeignete Gewebekonstruktionen entwickeln, die dann in Bild: GKD der angeschlossenen Metallweberei auf Hightech-Webmaschinen gefertigt werden. Darüber hinaus begleitet das Unternehmen auch den Versuchsaufbau. Koordinator ist die Technische Universität Berlin, weitere Projektpartner sind das Prüflabor Wessling, die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker sowie die Continental Reifen Deutschland GmbH. www.gkd.de Meininger Hotel Effiziente Entsorgung von Restmüll Das Meininger Hotel Hauptbahnhof in Berlin hat über seinen zu entsorgenden Restmüll nachgedacht, um hier Einsparungen zu realisieren. Die Problemlösung wurde mit dem Einsatz einer Abfall-Pack-Station zur Verdichtung des Restmülls von Heinz Bergmann aus Lathen im Emsland gefunden. Was der Reinigungsservice täglich aus den Abfallkörben in 296 Zimmern in handelsüblichen blauen Säcken etagenweise zusammentrug, verlangte mit Anwachsen der Belegungsquote dringend nach einer zukunftssicheren, kostengünstigen und für das Servicepersonal praktikablen Lösung. Der Schlüssel zur Problemlösung des Meininger Abfallproblems lag in der Luftigkeit des Restmülls. In den blauen Säcken sorgte jede Menge Luft dafür, dass zwar das Sackvolumen ausgefüllt, jedoch der eigentliche Abfall im Verhältnis geringer war. Die elektrisch betriebene Blick über die Schütte auf die Verdichtungswalze der Hotelausführung der Bergmann-Pack-Station. Bergmann Maschine, kurz auch Pack-Station genannt (aus Platzgründen vor Ort ist der Typ APS 800 im Einsatz) erfasst, zerreißt und verdichtet die eingeworfenen Plastiksäcke mit Abfall in einem Arbeitsgang. Über eine Schütte eingebracht sorgt eine Verdichtungswalze mit ihrer Rechts- Links-Rotation in Hotelausführung, dass der Plastiksack mit Inhalt zerrissen wird. Die Bedienung ist einfach: Schütte herausklappen, Sack einwerfen, Schütte schließen, Startknopf drücken, und die Pack- Station verdichtet den Abfall in einen 800-Liter-Rollbehälter, Schicht auf Schicht. Die Maschine arbeitet kontinuierlich bis sie nach Erreichen der Füllmenge automatisch abregelt. Durch den Einsatz der Pack-Station kann der Restmüll jetzt in nur zwei Rollbehältern bis zur Abholung gelagert werden, bisher brauchte man drei Behälter. Ebenfalls ließ sich der Abholrhythmus von sechsmal pro Woche auf nur noch dreimal verringern. Je nach Anfall des Restmülls ergaben sich Einsparungen von 40 bis 60 %, die die Anschaffungskosten in weniger als einem Jahr amortisierten. www.bergmann-online.com Bild: Meininger 28 UmweltMagazin September 2017

Wasser Entwässerung von Bio-P-Schlämmen – besser als ihr Ruf Die bisher geläufige Meinung war, dass Klärschlämme von Kläranlagen mit erweiterter biologischer Phosphatelimination (Bio-P) schlechter entwässern und mehr polymere Flockungsmittel benötigen. Bei genauerer Betrachtung und unter neuen Gesichtspunkten kann diese Aussage jedoch korrigiert werden. Die Entwässerung von Bio-P-Schlämmen ist besser als ihr Ruf, wie der folgende Beitrag darlegt. Mit der Einführung der Bio-P-Stufe haben sich in der Vergangenheit auch vermehrt Nebenwirkungen gezeigt. Häufig ist ein erhöhter Bedarf an Polymeren zu beobachten, sowie eine Verschlechterung der Schlammentwässerung. In Fachkreisen gibt es mehrere Meinungen, wie es dazu kommt. Als eine Möglichkeit wird eine verstärkte Produktion von exopolymeren Substanzen vermutet, was das Wasser chemisch bindet beziehungsweise dieses als Quellstoff benutzt. Das gebundene Wasser lässt sich bei der Schlammentwässerung nicht separieren und wird bei der Messung des Austrages mittels der Trockenwaage als abtrennbares Wasser interpretiert. Eine zweite allgemeine These ist die Bildung von Phospholipiden, welche ebenfalls Wasser als Quellstoff verwendet beziehungsweise zwischen den Lipidsträngen bindet. Diese sollen verstärkt durch die erweiterte Bio-P entstehen. Die AQRatio Schlamm- und Verfahrenstechnik aus Egloffstein, welche sich vor allem mit den chemischen und physikalischen Eigenschaften von Klärschlämmen und deren Wasseranteilen befasst, hat diese Erscheinungen näher untersucht. Biologische und erweiterte biologische Phosphatentnahme Während der biologischen Abwasserreinigung wird stets Phosphat zum Zellaufbau entnommen. Bei der erweiterten biologischen Phosphatentnahme Bild: hansenn/shotshop werden zusätzlich die Phosphor akkumulierenden Organismen dazu angeregt, Phosphat über das Zellwachstum hinaus zu speichern. Dieser Vorgang wird durch einen Wechseln von anaeroben zu aeroben Verhältnissen in der Biologie verursacht. Da bei bestehenden Anlagen dazu selten ein extra dafür geschaffenes Becken verwendet wird, greift man auf ein Wechselbecken zurück. Es ist im Normalbetrieb als Denitrifikationsbecken gedacht. Durch Änderung der Rezirkulation in ein nachgeschaltetes Becken wird dieses zum anaeroben Mischbecken umfunktioniert. Das hat zur Folge, dass sich das belebte Schlammalter reduziert, und das Bakterienwachstum gefördert wird. Daraus resultiert eine gesteigerte Überschussschlammproduktion, was wiederum im weiteren Verlauf eine Verschiebung des Verhältnisses von Primärschlamm zugunsten des Überschussschlammes nach sich zieht. Alleine das hat einen niedrigeren Trockenrückstand (TR)- Austrag zur Folge. Die Messung des Entwässerungsergebnisses Um die Entwässerung beurteilen zu können, wird im Zu- und Ablauf von Entwässerungsaggregaten der TR gemessen. Dabei ist der Austrag aussagekräftig, da sich im jahreszeitlichen Verlauf so Schwankungen zeigen und Ganglinien erstellen lassen. Mit Inbetriebnahme einer Bio-P Stufe lässt sich ein deutlicher Abfall des Wertes feststellen. Aufgrund dieser Tatsache wird angenommen, dass sich die Entwässerung verschlechtert. Bei dieser Art von Messung wird die Gewichtsabnahme im Verhältnis zur aufgebrachten Probemenge bestimmt. Das Ergebnis wird in % TR ausgedrückt. So kann der Gewichtsverlust, welcher mit der enthaltenen Wassermenge gleichzusetzen ist, verdeutlicht werden. Es lässt sich genau bestimmen, was entweicht. Dabei handelt sich um Wasser mit definiertem Volumen als auch Dichte. Der Rückstand auf der Trockenwaage kann jedoch nicht ausreichend beurteilt werden. Le- UmweltMagazin September 2017 29

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