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09 | 2017

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Wasser Bild: Ecosave

Wasser Bild: Ecosave protect Bild: Ecosave protect Wasserdurchlässig befestigte Flächenbeläge werden mit DIBt-Zulassung für Versickerung und Behandlung des Regenwassers eingesetzt. Produkte der Baureihe hp-protect können darüber hinaus Wasser speichern und zeitversetzt verdunsten. Das Pflastersystem hp-protect wird zweilagig nach DIN EN 1338 gefertigt und besteht aus einem haufwerksporigem Kern. schlossen. Deshalb sind künftig, wenn Baugebiete neu erschlossen werden, Veränderungen der Wasserbilanz zu vermeiden. So verlangt es das technische Regelwerk für Misch- und Niederschlagswassereinleitungen, das gemeinsam von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, und Abfall (DWA) und dem Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) mit dem Entwurf des DWA-A 102/BWK-A 3 im Oktober 2016 fortgeschrieben wurde. Übergeordnetes Ziel des Regelwerks ist es, die Veränderung des natürlichen Wasserhaushalts durch Siedlungsaktivitäten so gering zu halten, wie es ökologisch, technisch und wirtschaftlich vertretbar ist. Zudem sind Oberflächengewässer zu schützen, in qualitativer wie quantitativer Hinsicht, und zugleich das lokal festgestellte Verhältnis von Abfluss, Grundwasserneubildung und Verdunstung der Siedlungs- und Verkehrsfläche auch nach der Bebauung zu erhalten. Dies bedeutet, dass in den meisten Regionen Deutschlands mindestens 45 % des Jahresniederschlages verdunsten müssen. Ortsspezifische Werte können aus dem „Hydrologischen Atlas Deutschlands“ oder aus regionalen Wasserhaushaltsbilanzen entnommen werden, sofern diese für das Plangebiet vorliegen. Gewässerschutz und Stadtklima Durch Assimilation können Pflanzen CO 2 aufnehmen und Sauerstoff erzeugen, Wasser sowohl aus dem Boden ziehen als auch verdunsten und damit Wärme binden. Solche Prozesse finden in bestehenden Siedlungsgebieten nicht mehr in dem Maße statt, wie vor der Bebauung. Ballungsräume und Großstädte sind zu Hitzeinseln geworden, die im Sommer unter hohen Temperaturen und trockener Luft leiden. Bekannt ist, dass aus Versickerungsanlagen, wie begrünten Mulden, Flächenversickerung oder wasserdurchlässig befestigten Flächen, ein gewisser Anteil des aufgetroffenen Niederschlags wieder verdunstet. Die Menge hängt vom verfügbaren Wasser sowie den klimatischen Verhältnissen in der Luft und am Boden ab. Das erhöht, vor allem im Sommer, die zu geringe Luftfeuchte und bringt angenehme Kühlung. Flache Dächer zu begrünen ist ein großer Schritt in diese Richtung. Nun fordert DWA-A 102 für Projekte und Stadtquartiere eine Annäherung an die Niederschlagswasserbilanz, die vor der Bebauung oder Befestigung einer Fläche gegolten hat. Es wird in einer Gegend mit ursprünglich relativ hoher Verdunstung nicht genügen, bei einem Gebäudeanteil von beispielsweise 40 % im Industriegebiet nur die Flachdächer zu begrünen, selbst wenn diese über 70 % Evapotranspiration aufweisen. Um die laut Wasserhaushaltsbilanz des Quartiers erforderliche Verdunstungsrate zu erreichen, müssten auf jeden Fall die Verkehrsflächen, wenn andere Schutzmaßnahmen nicht dagegen sprechen, zusätzlich herangezogen werden. Besteht hingegen die Bebauung aus einem Wohngebiet mit Satteldächern, wäre eine Begrünung lediglich auf Carports und Garagen möglich. Dann müssten zwangsläufig Zufahrten und Wohnstraßen für die Verdunstung optimal genutzt werden. Maßgeschneiderter Belag Die ständige Weiterentwicklung wasserdurchlässig befestigter Flächen macht es möglich. Kundenparkplätze, Lkw-Zufahrten, Ladezonen und andere Freiflächen in Industriegebieten müssen befestigt sein. Gewerbegrundstücke sind in der Regel groß, und trotzdem fehlt oft für die Versickerung des Regenwassers in bewachsenen Mulden der Platz. Bei der Lösung dieses Problems helfen die vor wenigen Jahren auf den Markt gekommenen befahrbaren Flächenbeläge der Produktfamilie Ecosave protect. Sie können nicht nur dauerhaft 100 % des Bemessungsregens versickern, sondern auch Schadstoffe zurückhalten. Als geprüfte Belagsysteme helfen sie, lokale Überflutungen zu vermeiden, und zugleich das Grundwasser zu schützen. Eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) belegt deren Funktion. Ist außerdem zum Beispiel wegen ungünstiger Bodenbeschaffenheit eine Versickerung nicht möglich, kommt die Ableitung in den Regenkanal Richtung Oberflächengewässer in Betracht. Auch dabei ist wichtig, dass der Abfluss von Verkehrsflächen so gering ist, dass er dem Sollwert der angestrebten Wasserbilanz entspricht und zeitverzögert zum Niederschlagsereignis erfolgt. Besteht Speicherkapazität in den einzelnen Pflastersteinen, erhöht dies die Retentionsleistung des Belages. Trocknen die Steine nach einiger Zeit über die Fugen aus, verringert das die Abflussmenge um den zusätzlich verdunsteten Anteil. Mit Produkten der Serie hp-protect bleiben darüber hinaus Schadstoffe aus dem Fahrzeugbetrieb von Straßen, Parkplätzen, Lagerflächen und 32 UmweltMagazin September 2017

Wasser Messung der spezifischen Versickerungsrate mit Tropf-Infiltrometer. Die Mindestdurchlässigkeit von 270 l/(s·ha) wird mit 880 l/(s·ha) in 10 min weit überschritten. Bild: Dierkes Kumulierte Werte für den Niederschlag und die Versickerung der Pflasterfläche mit dem zweilagigen Stein hp-protect. Bild: Dierkes Bild: Dierkes Bild: Dierkes Monatliche Verdunstungsraten des Flächenbelages hp-protect in Prozent. Monatlicher Sickerwasserabfluss des zweilagigen Systems hp-protect in Millimeter. Gewerbearealen im Fugen- und Bettungsmaterial gebunden. Das System hat die dafür erforderliche allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt erhalten. Damit lassen sich die Vorgaben der technischen Regel DWA-A 102 in quantitativer wie qualitativer Hinsicht besser erfüllen sowie die Entwässerungs- und Baugenehmigungen leichter erhalten, als mit einem konventionellen Flächenbelag. Optimierte und geprüfte Verdunstungsleistung Das Pflastersystem wird zweilagig nach DIN EN 1338 gefertigt und besteht aus einem haufwerksporigem Kern, dem Wasserspeicher für eine optimale Verdunstung. Das Regenwasser versickert durch mindestens 5 mm breite Fugen, die einen Anteil von 5 bis 10 % der Pflasterfläche ausmachen. Der Betonkern zieht die Feuchtigkeit aus den Fugen an und gibt sie zeitverzögert über diese wieder an die Luft darüber ab. Unabhängig davon können mit dem gefügedichten Vorsatzbeton im oberen Teil des Steins moderne, designorientierte Oberflächenkonzepte realisiert werden. Typische Einsatzbereiche sind Parkplätze, Wohn- und Anliegerstraßen, Stadt- und Dorfplätze sowie Verkehrsflächenbefestigungen für Industrie und Gewerbe. Unter hp-protect reihen sich Produkte wie Drainston, Gapston, Bocca, Appiaston, Cityston, und weitere aus den Programmen der Unternehmen Godelmann GmbH & Co. KG, Fensterbach, und Klostermann GmbH & Co. KG, Coesfeld, ein. Messungen durch den Gutachter Dr.- Ing. Carsten Dierkes im Juni 2016, ein halbes Jahr nach Einbau, ergaben eine Versickerungsrate über 10 min von 880 l/(s·ha) für den zweilagigen Betonstein. Damit wird die Mindest-Durchlässigkeit gemäß FGSV (2013) von 270 l/(s·ha) deutlich überschritten. Die weiteren Untersuchungen liefen von Dezember 2015 bis Dezember 2016. Aus der Differenz zwischen dem Niederschlag und dem Sickerwasser, aufgefangen mit Hilfe von Lysimetern, wurde die Verdunstung berechnet. Das Jahr 2016 gilt mit 967 mm am Standort Coesfeld als relativ feucht. Entscheidend dafür war vor allem der Juni mit mehr als 250 mm. Trotzdem betrug die Verdunstung über den Zeitraum eines Jahres für das System aus dem zweilagigen Beton etwa 48 %. Aufgrund der Messung der Durchlässigkeit kann Oberflächenabfluss während des Versuchszeitraumes ausgeschlossen werden. Die Pflastersysteme eignen sich dazu, die gemäß DWA-A 102 an Verkehrsflächen in Bezug auf den natürlichen Wasserhaushalt gestellten Forderungen in weiten Teilen Deutschlands zu erfüllen. Pflasterbeläge der Zukunft Hohe Erwartungen an die Flächenbeläge von morgen stehen bereits im Raum: Neben der Versickerung, Reinigung und Verdunstung des Niederschlagswassers sollen sie sich unter Sonneneinstrahlung möglichst wenig aufheizen, Luftschadstoffe binden und Fahrgeräusche dämpfen. In modular aufgebauten Pflastersteinen könnten diese Eigenschaften unterschiedlich kombiniert werden. Nach Aussage von Bernd Kiffmeyer, Sprecher der Initiative Ecosave protect, wird an der Entwicklung solcher Lösungen für wasserdurchlässig befestigte Flächenbeläge bereits gearbeitet. Mit serienreifen Produkten darf in absehbarer Zeit gerechnet werden. Ecosave protect – eine Initiative der Unternehmen Godelmann GmbH & Co. KG und Klostermann GmbH & Co. KG. Ansprechpartner: Bernd Kiffmeyer, bki@klostermann-beton.de UmweltMagazin September 2017 33

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