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09 | 2017

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Organschaften KRdL

Organschaften KRdL Förderkreissitzung 2017 Die diesjährige Sitzung des KRdL-Förderkreises fand Ende Juni auf Einladung der Comde-Derenda GmbH in Stahnsdorf statt – einem Hersteller von Filtergeräten mit denen Feinstaub auf Probenahmefiltern gemäß DIN EN 12341 gesammelt wird. Zentrales Anliegen des Förderkreises, der derzeit 67 Mitglieder umfasst, ist es, der deutschen Position in der internationalen und europäischen Standardisierung ausreichend Gewicht zu verleihen. Die Mitglieder profitieren von einem Vorschlags- und Beratungsrecht für Standardisierungsvorhaben sowie von regelmäßigen Informationen, zum Beispiel über den Newsletter oder die jährliche Sitzung. Thema in diesem Jahr waren – neben dem Bericht über Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dr.-Ing. Jochen Theloke Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-369 Fax: 0211/6214-97369 geu@vdi.de www.vdi.de/geu die Förderkreisaktivitäten – Informationen zum aktuellen Stand der Anpassung der TA Luft. Bei dieser handelt es sich um eine normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift, die für Behörden bindend ist und als mehr als 50 000 genehmigungsbedürftige Anlagen in Deutschland betrifft. Die derzeit im Gang befindliche Überprüfung umfasst die gesamte TA Luft. Dabei geht es insbesondere um den Immissions- (Nr. 4) und den Emissionsteil (Nr. 5). Von August 2015 bis Frühjahr 2016 wurde der Entwurf mit Verbänden der Industrie, der Landwirtschaft, mit Umweltverbänden, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden diskutiert. Seit April 2017 ist er in der abschließenden Ressortabstimmung. Da der Abschluss dieser nicht absehbar ist und nach der Sommerpause nur eine Sitzung des Bundesrats stattfindet, ist eine Veröffentlichung der TA Luft in der laufenden Legislaturperiode nicht mehr zu erwarten. Als Verwaltungsvorschrift unterliegt sie nicht der Diskontinuität. In der neuen Legislaturperiode könnten daher – aufbauend auf dem jetzigen Anpassungstand – die Arbeiten an der neuen TA Luft schnell abgeschlossen werden. www.vdi.de/krdl Studienpreis 2016 Förderung energie- und umweltrelevanter Abschlussarbeiten Zur Förderung des Ingenieurnachwuchses im Hochschulbereich vergibt die VDI-GEU einmal jährlich einen Preis für eine hervorragende energie- beziehungsweise umweltrelevante Abschlussarbeit von Bachelor-, Master- oder Diplomstudiengängen. Die Auszeichnung ist mit 1 500 € dotiert. Der „Studienpreis 2016“ wurde im Rahmen des Bioabfallforums 2017 an Tobias Prenzel und Rikka Wittstock von Prof. Harald Bradke, dem Vorsitzenden der VDI- GEU, übergeben. Prenzel hat an der Universität Stuttgart Umweltschutztechnik studiert. In der von ihm am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft erstellten Bachelorarbeit hat er Methoden zur Erfassung von Mikrokunststoffpartikeln in Komposten und in kompostierten Gärprodukten entwickelt. Über Auftreten, Ausbreitung und Wirkungspfade feinster landbürtiger Kunststoffpartikel existieren bisher keine validen Daten. Kompostprodukte werden in Deutschland als wichtiger Eintragspfad in die Umwelt vermutet. Der Stand der Technik sieht für Kunststoffpartikel < 2 mm weder Detektionsverfahren noch Grenzwerte vor. Ziel der Untersuchung ist daher die Entwicklung einer Methode zur Quantifizierung von Mikrokunststoffpartikeln zwischen 63 µm und 2 mm in Kompostpro- dukten. Diese Erweiterung der gängigen Untersuchungspraxis erfolgt anhand von Materialsubstituten und Proben definierter Zusammensetzung. Zielführend erwies sich die Anwendung einer mehrstufigen Dichtesortierung in Scheidetrichtern mithilfe von Aceton-Wasser-Gemischen. Größenabhängig konnten Detektionsraten von 85 bis 98 % erreicht werden. Oberflächenanhaftungen und Bewuchs der Partikel wurden für die Übertragbarkeit auf Realproben als zentrale Herausforderungen ausgemacht. Wittstock studierte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg „Sustainability Economics and Management“ mit den Schwerpunkten „Resource and Energy Economics“, „Bio Energy“ und „Umweltinformationssysteme“. In der von ihr erstellten Masterarbeit „Resource Constraints for the Diffusion of Fuel Cell Vehicles: Assessing the Role of Recycling in Meeting Future Platinum Demand“ untersucht sie den potenziellen Beitrag des Recyclings von Brennstoffzellenfahrzeugen zur Deckung des durch eine vermehrte Verwendung entstehenden Platinbedarfs. Dazu wird die Technologie, inklusive der Chemie von Brennstoffzellen, diskutiert und ein Bezug zu der aktuell zur Verfügung stehenden Menge des Rohstoffs Platin hergestellt. Es werden die Materialflüsse zweier Marktein- Die Preisträger des Studienpreises 2016: Tobias Prenzel (links) und Rikka Wittstock (rechts). Bilder: Prenzel, Wittstock/Reepel tritts- und Recyclingszenarien modelliert. Die Arbeit umfasst darüber hinaus eine kritische Betrachtung des nachhaltigen Ressourcenmanagements. Für den Preis bewerben können sich Studierende, die an einer Hochschule, Universität, Fachhochschule oder Gesamthochschule in der Bundesrepublik Deutschland einen Studiengang mit entsprechenden Schwerpunkten im Energie-/Umweltbereich absolvieren sowie deutsche Studierende, die an einer ausländischen Hochschule studieren. Eine von der VDI-GEU einberufene Jury bewertet die eingegangenen Arbeiten und entscheidet über den Preisträger. Einsendeschluss für den „Studienpreis 2017“ ist der 30. September 2017. Weitere Informationen unter sind unter www.vdi.de/geu-studienpreis erhältlich. 46 UmweltMagazin September 2017

Organschaften ISO/TC 207 – neue Weichenstellungen Pier 21 – historisches Einwanderungsportal in Halifax, das von 1928 bis 1971 als Passagierterminal und für über eine Million Einwanderer als Eingangstor nach Kanada diente. Das Technische Komitee ISO/TC 207 trifft sich jährlich zur Weiterentwicklung der Umweltnormenreihe ISO 14000ff. Ziel ist es, zukünftige Anforderungen verschiedener Normen international zu diskutieren und fortzuschreiben. Der Beitrag reflektiert den derzeitigen Stand der internationalen Umweltquerschnittnormung. Vom 6. bis zum 16. Juni 2017 reisten rund 300 Delegierte, Experten, Vertreter von Liaison-Organisationen und Beobachter aus rund 40 Ländern zur 24. ISO/TC 207 Plenarsitzung, die dieses Jahr im kanadischen Halifax stattfand. Eine 17 Personen umfassende deutsche Delegation vertrat die nationalen Interessen in den Sitzungen der Unterausschüsse (SC) und Arbeitsgruppen (WG). SC1 – Umweltmanagementsysteme Die Normen-Familie ISO 14000ff. soll zukünftig um die ISO 14002 ergänzt werden. Mit dieser Norm, die aus Teilnormen bestehen wird, werden Organisationen angesprochen, die konkrete Umweltaspekte systematisch bearbeiten, auf veränderte Umweltbedingungen reagieren und spezifische Umweltthemenbereiche (Topic Areas) ansprechen wollen, die für die Organisation relevant sind. Teil 1 der ISO 14002 wird allgemeine Leitlinien enthalten und eine Brücke zwischen den Anforderungen in ISO 14001 und den nachfolgenden Teilen dieser Norm bilden. Es werden zusätzliche technische Inhalte zur Verfügung gestellt, um die Nutzer der ISO 14001 zu unterstützen. Detaillierte Informationen in Bezug auf spezifische Topic Areas finden sich dann in den nachfolgenden Teilen. Zur Erarbeitung dieser Norm traf sich die neu eingerichtete Arbeitsgruppe (WG11) in Halifax zum ersten Mal. In drei Arbeitstagen wurde der konzeptionelle Ansatz für die ISO 14002–1 unter Leitung von Christoph Töpfer und mit Unterstützung durch ein DIN geführtes Sekretariat ausgearbeitet und mit einem ersten Arbeitsdokument begonnen. Durch die ISO 14002 soll das Verständnis der Beziehungen zwischen Umweltaspekten und Umweltbedingungen verbessert und zudem für den Anwender herausgestellt werden, wie diese in einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 geeignet angegangen werden können. Für die Umstellung von ISO 14001:2004 auf ISO 14001:2015 „Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ wurde vom International Accreditation Forum (IAF) für bereits zertifizierte Organisationen ein Übergangszeitraum von drei Jahren festgelegt. Dies heißt, dass alle Zertifikate nach ISO 14001:2004 ab dem 15. September 2018 ungültig sind. Zertifizierungen auf Basis der alten Norm sind demnach aus ökonomischen Gründen nicht mehr sinnvoll (Grafik). Der besondere Erfolg der ISO 14001 zeigt sich dadurch, dass weltweit mittlerweile rund 300 000 Organisationen zertifiziert wurden. In Europa sind es etwa 120 000 Organisationen aller Art. Dazu gehören kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch große Konzerne, Behörden oder öffentliche Einrichtungen, die sich ihr Umweltmanagementsystem zertifizieren ließen. Allein in Deutschland wuchs die Zahl mittlerweile auf knapp 8 000 Organisationen. Die Notwendigkeit zur Überprüfung der ISO 14005:2010, einer Anleitung für die Einführung eines Umweltmanagementsystems in mehreren Phasen, ergab sich aus der Revision der ISO 14001. Die WG9 unter Leitung von Dr. Michael Schemmer und mit Sekretariat seitens DIN begann ihre Arbeiten im November 2016. In Halifax wurde bei der dritten WG-Sitzung bereits der erste Komitee- Entwurf (CD1) erarbeitet. Der Projektplan sieht vor, nach Abstimmung im SC1 im September 2017, den ersten öffentlichen Normentwurf (Draft International Standard, DIS) zu erstellen und die Norm im September 2018 zu veröffentlichen. Im Gegensatz zur bestehenden ISO 14005 legt die revidierte Norm den Fokus auf den eigentlichen Implementierungsprozess für das Umweltmanagementsystem (UMS). Dabei wird von Projekten ausgegangen, die Schritt für Schritt die Elemente eines UMS implementieren und zusammen mit deren UmweltMagazin September 2017 47

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