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09 | 2017

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Medienpartnerschaft

Medienpartnerschaft Prozessmanagement für den Umweltschutz Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Bild: Archiv Prozessänderungen sehr viel Informationsarbeit, Wissensaustausch und Beteiligung notwendig sind. Gerade zu Umweltthemen wird innerbetrieblich häufig kontrovers diskutiert und die Notwendigkeit beziehungsweise der Sinn angezweifelt. Kommunikation und gemeinschaftlicher Erkenntnisgewinn müssen ebenfalls methodisch unterstützt werden. Prozessanalysen und -optimierungen stehen bei Unternehmen schon seit Jahrzehnten hoch im Kurs. Zunehmender Kosten- und Umsatzdruck, Outsourcing und Flexibilisierung sind die plötzlichen oder dauerhaften Treiber im Kontext der Unternehmenshistorien. Seltener wird diskutiert, dass Prozessmanagement auch die Basis für den Umweltschutz ist. Es liefert wesentliche Strukturen, um Handlungen umweltfreundlicher zu gestalten. Unterschiedliche Unternehmen benötigen ein individuell geschneidertes Prozessmanagement. Ein Startup entwickelt Prozesse, ein Konzern optimiert Prozesse, ein KMU konzentriert sich oft auf die wertschöpfenden Prozesse. Aber allen ist gemein, dass ihre Prozesse die strategischen und operativen Ziele unterstützen müssen. An dieser Stelle müssen auch Umweltziele diskutiert und festgelegt sowie Prozesse angepasst werden. Systematisches und anlassbezogenes Prozessmanagement Jede Phase im Prozessmanagement kann durch fundierte Methoden und eine Vielzahl von Tools unterstützt werden. Eine fundierte Auswahl dieser zielt vor allem darauf, die Entscheidungsfindung, Definition und Optimierung von Prozessen als auch den Austausch von Prozesswissen zu unterstützen. Ein Ishikawa-Diagramm oder eine Umwelt-Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse können durchaus auch bei Umweltproblemen zur Ursachen- und Risikofindung beitragen. Datenmanagement und Möglichkeiten der Datenanalyse sind ebenfalls im Umweltbereich unerlässlich. Prozessschnittstellen und positiver Umgang mit Veränderungen Das kommunikative Element ist auch das explosivste im Prozessmanagement. Die kleinste Änderung oder auch nur Kritik an einem Prozess kann Unstimmigkeiten im Unternehmen auslösen. Hier hilft in erster Instanz ein ausgeprägtes Bewusstsein über die möglichen Folgen aufgezwungener Prozesse und die Erkenntnis, dass für Risiken und Potenziale in Prozessen Prozess-Know-how ist wertvoll. Unternehmen, die wissen, warum sie erfolgreich sind und welche Risiken sie eingehen können, sind im Vorteil. Ebenso solche, die wissen, welche Risiken und Chancen umweltrelevante Aspekte für sie bedeuten. Unabdingbar ist dazu die Fähigkeit, immer wieder in eine Reflexionshaltung zu gehen und zu prüfen, ob das bisherige Tun angesichts äußerer und innerer Einflüsse auch noch Sinn macht. Reflexion ist alles andere als eine Schonhaltung, sondern erfordert großes Selbstbewusstsein und Offenheit. Interne Mitarbeiter und verantwortliche Führungskräfte Insofern bedarf es vor allem Führungskräfte und Mitarbeiter, die in der Lage sind, das Wissen um die Umweltauswirkungen und Umwelteinflüsse ihrer Prozesse gezielt einzusetzen und zu reflektieren. Sie benötigen viel Ausdauer, um Prozesse nachhaltig zu verändern, und die Bereitschaft, immer wieder auf Schnittstellen zuzugehen. In Kombination mit Methodenwissen nehmen solche Experten motivierende und antreibende Funktionen ein. 50 UmweltMagazin September 2017

Standards Service VDI 3876:2017–06 Messen von Asbest ben. Für die vielfältigen Bauteile, wie Armaturen und Flansche, wurden die marktgängigsten Bauformen aufgenommen. Anlagenbedingte Wärmebrücken, wie Lager und Aufhängungen, sind auf Standardkonstruktionen beschränkt. Sonderlösungen können hier nicht abgebildet werden und müssen individuell mit der Rippengleichung nach Anhang B oder mit der Finiten-Elemente-Methode berechnet werden. Bild: Gellinger, pixabay.com VDI 3790 Blatt 2:2017–06 Emissionen von Gasen, Gerüchen und Stäuben Die Richtlinie VDI 3876:2017–06 „Messen von Asbest in Bauund Abbruchabfällen sowie daraus gewonnenen Recyclingmaterialien – Probenaufbereitung und Analyse“ legt die Vorgehensweise zur Aufbereitung von Bau- und Abbruchabfallproben sowie für die daraus gewonnenen Recyclingmaterialien für die qualitative Untersuchung, ob sie asbesthaltig sind, fest. Weiterhin wird ein quantitatives Verfahren zur Bestimmung des Asbestgehalts in den Proben bestimmt, das die Anforderungen bezüglich der erforderlichen Empfindlichkeit erfüllt. VDI 2095 Blatt 3:2017–06 Emissionsminderung Zu den Abfallgemischen in dem Richtlinienentwurf VDI 2095 Blatt 3 „Emissionsminderung – Abfallbehandlung – Anlagen zur Behandlung von Abfallgemischen aus der haushaltsnahen Wertstofferfassung und von gemischten Gewerbeabfällen“ zählen Leichtverpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen, Glas, Papier und Kartonagen. Dies gilt für Anlagen, die die Sortierung, Zwischenlagerung und den Umschlag der zuvor genannten Abfälle durchführen. Im diesem Sinne umfasst der Gesamtprozess der Behandlung die Anlieferung und Lagerung des Ausgangsmaterials, die Klassierung und Sortierung sowie die Förderung und Lagerung der erzeugten Materialien wie auch die notwendigen Transporte. Die Richtlinie gilt nicht für Anlagen, in denen mineralische Bau- und Abbruch- sowie Baustellenabfälle aufbereitet werden. VDI 4610 Blatt 2:2017–06 Wärmebrücken Die Richtlinie VDI 4610 Blatt 2:2017–06 „Energieeffizienz betriebstechnischer Anlagen – Wärmebrückenkatalog“ gilt für den Wärme- und Kälteschutz an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der technischen Gebäudeausrüstung. Um den Gesamtwärmeverlust einer Anlage berechnen zu können, müssen die Wärmeverluste von Wärmebrücken bekannt sein. Dazu werden Gleichungen und Tabellen bereitgestellt. Aufgrund der Vielfalt von verschiedenen Bauteilformen und Ausführungsarten von anlagenbedingten Wärmebrücken kann der Wärmebrückenkatalog keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhe- Die VDI 3790 Blatt 2:2017–06 „Umweltmeteorologie – Emissionen von Gasen, Gerüchen und Stäuben aus diffusen Quellen – Deponien“ thematisiert diffuse Emissionen von Deponien für mineralische beziehungsweise biologisch abbaubare Abfälle. Sie beschreibt Anforderungen und definiert Mess- und Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Quellstärke sowie der Emissionsfaktoren von diffusen Staub-, Geruchs- und Deponiegasemissionen für bereits abgeschlossene sowie noch betriebene Abfalldeponien. Die in dieser Richtlinie aufgezeigten Berechnungs- sowie Messverfahren erlauben es, die diffusen Emissionen bei Berücksichtigung entsprechender Randbedingungen mit einer ausreichenden Genauigkeit zu ermitteln. Die Richtlinie benennt daher die wichtigsten Einflussgrößen und Anwendungskriterien. Sie gilt sowohl für Deponien, die abfallrechtlich geregelt sind, als auch für solche, die vor diesen Regelungen vorhanden waren. Nicht thematisiert werden Deponien für überwiegend gefährliche Abfälle sowie Untertagedeponien. Der Einfluss einer mechanisch-biologischen Vorbehandlung vor der Ablagerung wird berücksichtigt. Darüber hinaus sind Empfehlungen enthalten, wie Emissionen verhindert oder gemindert werden können. Die Richtlinie wendet sich sowohl an Gutachter als auch an Betreiber von Deponien und Vertreter von Behörden. Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) www.vdi.de/geu Bild: vkingxl, pixabay.com UmweltMagazin September 2017 51

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