Aufrufe
vor 2 Monaten

09 | 2017

  • Text
  • Unternehmen
  • September
  • Umweltmagazin
  • Recycling
  • Umwelt
  • Informationen
  • Deutschland
  • Energie
  • Wasser
  • Leistungselektronik

Nachrichten Der Grüne

Nachrichten Der Grüne Punkt Umweltbilanz 2016 Dass der Klimawandel keine Erfindung ist, zeigen fast tägliche Meldungen über außergewöhnliche Wetterphänomene und daraus resultierende Katastrophen weltweit. Die internationale Gemeinschaft hat sich daher im Klimaschutzabkommen von Paris darauf geeinigt, den weltweiten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die globalen Treibhausgasemissionen auf netto Null zu reduzieren – das heißt, dass nur so viel Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben werden, wie durch den natürlich Kohlenstoffkreislauf wieder gebunden werden. Deutschland will schon bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral wirtschaften. Die Kreislaufwirtschaft kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten: So hat allein der Grüne Punkt im vergangenen Jahr 1,1 Mio. t Kohlendioxidäquivalente durch Recycling und News – Online Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch im Internet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Branchen-News). Bild: Duales System Deutschland GmbH Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen vermieden. Die eingesparte Menge an Treibhausgasen entspricht dem, was durch 110 000 ha Wald jährlich aus der Atmosphäre gefiltert würde. Außerdem hat der Grüne Punkt durch Recycling und Verwertung eine Primärenergiemenge von 41 Mrd. MJ eingespart. Das sind Ergebnisse der Umweltbilanz 2016. Mithilfe dieses Instruments überprüft der Grüne Punkt seit 2001 jährlich die Auswirkungen von Mülltrennung und Verpackungsrecycling auf die Umwelt. Seit 2007 erhalten Kunden ein Zertifikat über ihren individuellen Beitrag zum Umweltschutz über den Grünen Punkt. Das duale System insgesamt sorgt für eine jährliche Einsparung von 3,1 Mio. t CO 2 -Äquivalenten. Dieser Beitrag zur Entlastung des Klimas könnte auf 4,7 Mio. t gesteigert werden, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen – höhere Recyclingquoten, Ausweitung der Sammlung auf weitere Wertstoffe – geschaffen würden. Das hat eine Studie des Öko- Instituts im Auftrag des Grünen Punkts 2016 (www.grue ner-punkt.de/oeko-studie) ergeben. Zudem nutzt der Grüne Punkt Abfälle als Rohstoffquelle: 1,7 Mio. t an Sekundärrohstoffen hat er 2016 aus Abfall gewonnen und der Wirtschaft wieder zur Verfügung gestellt. Die Berechnungen, die auf den anerkannten Methoden der Ökobilanzberechnung beruhen, wurden vom IFEU Institut gutachterlich geprüft und bestätigt. www.gruener-punkt.de Europa – kurz notiert >>> Im Jahr 2040 wollen das Vereinigte Königreich und Frankreich nur noch Hybrid- und Elektroautos auf ihren Straßen fahren lassen. Die Regierung in London stellte kürzlich ihren Plan zur Bekämpfung der Luftverschmutzung vor und kündigte an, ab 2040 Pkw und Kleintransporter mit Verbrennungsmotor aus dem Verkehr zu ziehen. Die französische Regierung erklärt, bis spätestens dahin den Verkauf von Diesel- und Benzinfahrzeugen zu verbieten. Mit Abwrackprämien sollen finanzielle Anreize für den Umstieg auf Hybrid- und Elektroantriebe gesetzt werden. >>>Das europäische NGO- Bündnis Rethink Plastik fordert in einem offenen Brief an die EU-Kommission, einen Plan zur Verminderung, Neugestaltung und besseren Behandlung von Plastik. Gesetzliche Schritte wie etwa das Verbot von Einwegverpackungen und Mikroplastik werden darin vorgeschlagen. Die Neugestaltung von Kunststoffen würde eine längere Lebensdauer, bessere Recyclingfähigkeit und Schadstofffreiheit bedeuten. Bis Ende dieses Jahres muss die Kommission eine Plastikstrategie im Rahmen des Aktionsplanes zum Kreislaufwirtschaftspaket erstellen. Rethink Plastik fordert von dieser einen transparenten Prozess. Die nächsten Schritte werden voraussichtlich am 26. September auf der dazugehörigen Stakeholder-Konferenz gefasst. >>>Laut Eurostat ergibt sich ein gemischtes Bild, was die Erreichung der 2020-Ziele der EU angeht. Im Klimaund Energiebereich müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten mehr tun. Während die EU in den Bereichen Beschäftigung, Forschung und Entwicklung, Bildung sowie soziale Armut deutlich hinter ihren Zielen zurückbleibt, scheint sie in der Klima- und Energiepolitik im Vergleich am ehesten auf dem Weg zu sein, ihre Zielvorgaben einzulösen. So übererfüllte sie ihr Ziel bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen bereits im Jahr 2015. Jedoch ist die Zielmarke für den Anteil an erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch bei mindestens 20 % bis 2020 festgelegt, und 2015 betrug dieser jedoch nur 16,7 %. Auch beim Primär- und Endenergieverbrauch lag die EU zurück. Ein ähnliches Bild zeichnet sich für Deutschland ab. Die Emissionen in den Sektoren außerhalb des europäischen Emissionshandels konnten 2015 um nur rund 9 % verringert werden. Ebenso bestehen Defizite beim Ausbau der erneuerbaren Energien. 8 UmweltMagazin September 2017

Nachrichten Studie Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 Die Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes“ untersucht die Umsetzung von Maßnahmen der digitalen Transformation im Hinblick auf Ressourceneffizienz. Beauftragt wurde sie von der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, den aktuellen Entwicklungsstand der digitalen Transformation herausauszuarbeiten, und die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Ressourceneffizienz zu untersuchen. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse erhalten KMU, Politik und Forschung Handlungsempfehlungen. Im Rahmen von zehn Fallstudien werden Anwendungsfälle und Lösungen aus der Praxis präsentiert, bei denen bestimmte Technologien bereits konkret zur Einsparung von Ressourcen beitragen. Die Auswahl der Unternehmen erfolgte aus solchen Branchen, die eine besonders hohe Relevanz für Maßnahmen der Ressourceneffizienz in KMU haben: Dies sind vor allem die Elektro- und die Kunststoffbranche sowie der Maschinenbau. Im Fokus stehen elf Maßnahmen der Digitalisierung, die Einsparungen betrieblicher Ressourcen bewirken. Neben der Verringerung des Stromverbrauchs und des Materialeinsatzes sind dies zum Beispiel die Reduzierung fehlerhafter Teile und damit Ausschuss sowie Einsparung von benötigtem Lagerraum. Empfehlenswert ist etwa die Durchführung eines Readiness-Checks zur Ermittlung des eigenen Reifegrades der Digitalisierung. Es sind zielgerichtete Maßnahmen zur Beratung und Unterstützung von KMU erforderlich: Unternehmen müssen in die Lage Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes Juni 2017 versetzt werden, Daten zu Ressourcenverbräuchen in ihrem Betrieb systematisch zu erheben. Die erste Handlungsempfehlung für die Politik ist es daher, bestehende Beratungsangebote für KMU aus den Bereichen Ressourceneffizienz und Industrie 4.0 zu vernetzen. Ziel sollte es sein, abgestimmte Instrumente und Handlungsunterstützung zu entwickeln. Im Hinblick auf die Nutzung von Informationsund Kommunikationstechnologie könnte die Politik die Entwicklung von Labeln und Kennzeichnungssystemen zur Angabe des Energieverbrauchs fördern. So erhalten Betriebe Bild: VDI ZRE transparente Informationen über die Energieeffizienz der in Anspruch genommenen Technologie. Darüber hinaus sollte die Forschungsförderung spezifische Fragestellungen für die Realisierung der Potenziale der digitalen Transformation zur Steigerung der Ressourceneffizienz in ihre Programme integrieren. Auch die Entwicklung einer einheitlichen Methodik und die Erarbeitung von Tools in Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie-4.0-Enablern stellt eine Handlungsempfehlung dar. Ein weiteres Themenfeld ist die Entwicklung von Wertschöpfungsnetzwerken zum Beispiel in Industrieparks, in denen zukünftig digitale Werkzeuge Synergien bei der Nutzung von Materialien und Energie im Sinne einer industriellen Symbiose unterstützen können. Zusammenfassend mit Blick in die Zukunft lässt sich sagen, dass die digitale Transformation eine große Chance mit sich bringt – aber auch eine große Herausforderung darstellt. www.ressource-deutschland.de BMUB-Exportinitiative Neue Marktanalysen für Exporte in der Kreislauf- und Wasserwirtschaft Mit der Bevölkerung weltweit wächst die Nachfrage nach Rohstoffen – und damit der Bedarf für ein nachhaltiges Wasser- und Abfallmanagement. Zum Ausbau des Exports von Technik und Knowhow in diesem Bereich erhalten deutsche Unternehmen jetzt weitere Unterstützung: Für sechs besonders wenig transparente Absatzmärkte gibt es nun detaillierte Länderprofile. Die 70 bis 100 Seiten starken Marktanalysen sind vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert und stehen kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung. Autoren sind die export-orientierten Netzwerke German Water Partnership (GWP) e. V. und German RETech Partnership (RETech) e. V. sowie Mitgliedsunternehmen von ihnen. Als Zielländer der Studien wurden Ukraine, Serbien, Jordanien, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Kuba ausgewählt. Diese sind für die Wasser- und Kreislaufwirtschaft interessant, aber auch schwer einzuschätzen. Eine besondere Herausforderung ist das für kleine und mittelständische Unternehmen. Ihnen fehlen oft die personellen und finanziellen Kapazitäten für eine solide und praxisnah aufbereitete Informationsgrundlage. Gleichzeitig ist diese unerlässlich zum Erschließen neuer Märkte. An dieser Stelle setzt auch die „Exportinitiative Umwelttechnologien“ an, in deren Rahmen das BMUB die Länderprofile fördert. Wissen und Anwendung von Umwelt- und Klimaschutztechnologien sowie innovativer, grüner Infrastruktur in Zielländern sollen so verbreitet und verstärkt werden. Zur Unterstützung der exportierenden Unternehmen haben die Autoren der Marktstudien einen allgemeinen Teil zu den aktuellen Rahmenbedingungen für die Umwelttechnik im Zielland erarbeitet sowie jeweils einen Fachteil zur Abfallwirtschaft und zur Wasserwirtschaft. Auf dieser Basis können nach und nach mehr Länderprofile erarbeitet werden und als weitere Bausteine der Exportförderung von Umwelttechnologien dienen. www.retech-germany.net UmweltMagazin September 2017 9

Ausgabenübersicht