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12 | 2013

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Bilder (3): ttz

Bilder (3): ttz Bremerhaven Eine bisher kaum genutzte Ressource ist Treibsel, Anschwemmungen von Schilf, Ästen und anderer Biomasse. Eine mögliche Reststoffquelle ist auch der Ausschuss, der bei der Produktion von Reet zum Eindecken von Dächern entsteht. biologischem Treibgut, vorwiegend Schilf, Äste oder andere Biomasse, finden sich nicht nur an den Küsten, sondern auchangroßenFlussläufen wieder Weser. Da sie bisher kaum verwertet werden, gibt eshier eine große Bandbreite an unerschlossenen Rohstoffen, die künftig abgeschöpftund nutzbargemacht werden kann. Zwei Vorteile der biogenen Reststoffe kommen hinsichtlich eines auch im ökonomischen Sinne nachhaltigen Betriebs derAnlage –und damit desErfolg des Projekts –besonders zum Tragen: Zum einen ist das Material bereits vorhanden, es fällt bei anderen Prozessen als Nebenprodukt an und muss daher nicht erst energie- und kostenintensiv erzeugtwerden. Daraus ergibt sichzum anderen auch, dass dasVorhaben nicht mit der Landwirtschaft um Flächen konkurriert, wie beispielsweise Energiemais, derden Platz für die Lebensmittelproduktion einschränkt. Einzige Bedingung ist die Ansammlung einer ausreichendgroßenMasseanReststoffen,um eine effiziente Verarbeitung zu gewährleisten. Dabei lassen sich durch die Weitere Hinweise zu NureSt Das Projekt ist bis zum Jahr 2017 angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Weitere Informationen im Internet finden Sie unter: www.ttz-bremerhaven.de www.biores-netzwerk.de Kombination unterschiedlicher Materialien auch unregelmäßig anfallende oder sehr kleine Mengen einbeziehen undmittels verschiedenerKonversionstechniken einer sinnvollen Verwendung zuführen. Von der Ist-Zustand-Ermittlung bis zu möglichen Absatzmärkten Im jetzt gestarteten ersten Abschnitt derDefinitionsphasevon NureSt sollen zunächst die realen Stoffströme in den Modellgebieten Wesermarsch, Osterholz-Scharmbeck, Bremerhaven, Bremen und Cuxhaven quantifiziert und auf ihre Verarbeitungsmöglichkeiten analysiert werden. Als wissenschaftliche Unterstützung wurden dazu unter anderem die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen(HAWK),die Hochschule fürangewandte Wissenschaft Hamburg (HAW), die Georg-August-Universität Göttingen, die Leibnitz Universität Hannover sowie das Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk NachwachsendeRohstoffe(3N) undder Bundesverband Bioenergie ins Boot geholt. In ihren Aufgabenbereich fallen Potenzialstudien, Untersuchungen der vorhandenen Stoffe und ihrer Verwertbarkeit, Berechnungen zum CO 2 -Einsparpotenzial sowie erste Produktionstests. Auch Unternehmen sind im Projektkonsortium mit vertreten, so beteiligen sichdie GrubeUmwelttechnik GmbH & Co. KG und die bremenports GmbH & Co. KG als regionale Partner andem Forschungsvorhaben. Ausblick Im weiteren Verlauf werden der Aufbau der Beschaffungslogistik sowie die Wahl einesStandorts für die Bioraffinerie wesentliche Projektpunkte darstellen. Dabei wollen die Forscher des ttz Bremerhaven eng mit den Landkreisen und Gemeinden, die als Projektpartner mit eingebunden sind, zusammenarbeiten, um sich umfassend über alle Auflagenund Genehmigungsverfahren zu informierenund gleichzeitig die Bürger mit einzubeziehen. „Die soziale Komponente istuns sehr wichtig. Dazu gehört auchvon Anfangandie richtige Kommunikation, was passiert und wie die Regiondavon profitiert“,soTrumpa. Auch das Landvolk und derDeichbund als lokale Institutionen beteiligen sich an der Innovationsgruppe, sodass eine direkte Verbindung zu bereits vorhandenenStrukturen besteht. Da die Reststoffnutzung in erster Linie die lokale Wirtschaft stärken soll, wird die Betrachtung möglicher Absatzmärkte einfesterBestandteil vonNureSt sein. Beispielsweise könnten in einer Anlage vor Ort Mischpellets gepresst werden,die dann als günstiges Heizmaterial für Schulen oder Sporthallen dienen. Dadurch würden Arbeitsplätze in derSammellogistik sowie in derProduktion geschaffen und zudem die laufenden Kosten derKommunegesenkt. Christine Gaßel, Pressebüro Gebhardt-Seele, München, christine.gassel@gebhardt-seele.de UmweltMagazin Dezember 2013 43

TECHNIK UND MANAGEMENT Mess-/Leittechnik Bild: Currenta Die Kläranlage imChempark Dormagen nach dem Umbau Leitsystem erschließt Synergien für Abwasserreinigung In Kürze wird die Abwasserreinigung an drei Chempark- Standorten der Currenta GmbH auf derselben Prozess-Leit- Technik (PLT) basieren. Dies erschließt vor allem Synergien im Betrieb und steigert insgesamt die Versorgungssicherheit für die Kunden im Chempark. Jede Kläranlage wird aber weiterhin für sich betrieben und gesteuert. Norbert Meier-Külschbach, Stefan Wiesemann und Oliver Gehrmann Als Manager und Betreiber der drei Chempark-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen kümmert sich Currenta auch umdie Reinigung industrieller Abwässer. Alle drei Kläranlagen anden Niederrheinstandorten wird das Geschäftsfeld Umwelt in Kürze über das gleiche Prozessleitsystem steuern können. Diese Vereinheitlichung nachdem Leverkusener System an den Standorten Dormagen und bald auchKrefeld-Uerdingenführt zu zahlreichen Vorteilen. So werden sich zum Beispiel Hard- und Software einfacher und Prozesse effizienter managen lassen. Chempark Dormagen folgte Leverkusener Leitsystem Die für die Steuerung der Kläranlage im Chempark Dormagen eingesetzte Hard- und Software hatte im Jahr 2010 faktischdas Ende ihres Lebenszykluserreicht. Erweiterungen am Alt-System wärennur nochmit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich gewesen. Deshalb wurde eine komplett neue PLT geplant und migriert, die Anfang 2013 denRegelbetriebaufnahm. In Leverkusen steuertCurrentadas Gemeinschaftsklärwerk bereits seit mehreren Jahren zuverlässig mit dem Prozessleitsystem DeltaV von Emerson. Bei der EntwicklungdesDeltaVSystems warvon Beginn an die unbegrenzteSkalierbarkeit eine Vorgabe. Damit wird für den Anwender sichergestellt, dass unabhängig von der Größe seiner Anlage immer die gleicheHard- und Software zumEinsatz kommt. Dadurch kann das System mit der Anlage wachsen, die Investition ist geschützt und die Lebenszykluskosten sind optimiert. Aufgrund der praxiserprobten Leistungsfähigkeit sowie Vertrautheit mit dem Leitsystem war es naheliegend, dieses auch inDormagen zu implementieren. Nachdemdie Entscheidung fürdiese Variante gefallenwar,formierte sich einProjektteam aus Planern, Betreibern, Systemanbietern und externen Experten. Dessen Aufgabe bestand zumeinendarin, standortspezifische Parameterzudefinieren, an denendas Leitsystemindividuell justiert werden sollte. Zum anderen musste der Austausch der gesamten Leittechnik im laufenden Betrieb bewerkstelligt werden, da die Produktion im Chempark für den Umbau nicht über Monate unterbrochen werdenkonnte. Im Unterschiedzum vorhandenenSystem werden bei der Emerson-Lösung keine zentralen Daten-Servermehrbenötigt, die die Bedienstationen mit Online- Datenversorgen.Diesermöglichte es,neben der Hauptwarte eine zweite für den Notbetrieb vorgesehene Warte ineinem anderen Gebäude zu verwirklichen. Die Bedienstationen sind jetzt direkt an das Netz derSteuerungen angeschlossen. Für einen Zugewinn an Sicherheit sorgtdas nun auchkomplettredundant aufgebaute Prozessleitsystem-Netzwerk. Sollte eine Netzwerk-Komponente der Kläranlage ausfallen, so ist sie dennoch weiterhin vollständig bedienbar.Die frühere Ring-Struktur wurde somit durch eine Baumstruktur ersetzt, die sich dadurch auszeichnet, dass jeder Netzwerk- Knoten doppelt ausgeführtist. Die Controller-Ebene des neuen Systems lässt sich grundsätzlich mit einem odermit zwei Rechnern bedienen. Sämtliche Controller sind hier ebenfalls redundant ausgelegt. Das hat zur Folge, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit durch die Redundanz maßgeblich verringert und die Verfügbarkeit des Systems erhöht wird. 44 UmweltMagazin Dezember 2013

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