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12 | 2016

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Special Thermische

Special Thermische Abfallbehandlung Anpassung von Bestandsanlagen an sich ändernde Rahmenbedingungen Der Bau neuer Anlagen zur thermischen Verwertung von Restabfällen ist in den letzten Jahren in Europa deutlich zurückgegangen. Für die bestehenden hat dies zur Folge, dass viele länger als geplant betrieben werden. Die Martin GmbH aus München verzeichnet daher eine spürbare Steigerung der Nachfrage an Modernisierungsmaßnahmen, Verlängerung der Anlagenlebensdauer sowie der Anlagenoptimierung. Für die Planung und Durchführung der teilweise sehr komplexen Modernisierungsmaßnahmen ist eine genaue Kenntnis der Technik und deren Zusammenwirken erforderlich. Anders als beim Neubau, bei dem weitgehend technische Standardkomponenten gemäß eigener Regeln zur Auslegung zum Einsatz kommen, müssen hier technische Lösungen erarbeitet werden, die die räumlichen und verfahrenstechnischen Anforderungen der Bestandsanlage bei der Implementierung berücksichtigen. Veränderungen einzelner Anlagenkomponenten führen häufig zur Beeinflussung weiterer Komponenten – auch das ist bei der Modernisierung zu beachten. Neben dem beim Unternehmen Martin vorhandenen Fachwissen im Bereich der Planung, des Engineerings und der Realisierung solcher Maßnahmen, werden verschiedene softwarebasierte Systeme, wie etwa CFD-Simulationen, zur Erarbeitung der technischen Lösung und zur Ermittlung der Einflüsse auf die Gesamtanlage eingesetzt. Die so erarbeiteten Konzepte sind vielfältig und reichen von einem Austausch von Feuerungskomponenten bis zu einer Optimierung und Leistungssteigerung von Gesamtanlagen hin. Modernisierung in der Praxis Für den Wechsel eines kompletten Rostsystems während der jährlichen zehntägigen Revisionsstillstände der Müllverbrennungsanlage North Andover, USA, wurde ein Montagekonzept Feuerraum mit Very-Low-NO X -Installation. Neuer Fertigungsstandort in Portugal. entwickelt, das einen schrittweisen Austausch der Komponenten zwischen 2011 und 2017 ermöglichte. Auch konstruktive Anpassungen waren erforderlich, um ein reibungsloses Zusammenspiel der neu eingebauten Teile mit den alten sicherzustellen. Für die Realisierung von Leistungssteigerungen und Lebensdauerverlängerungen können, ausgehend von der ursprünglichen Auslegung der Anlagenkomponenten und dem aktuellen Zustand, Modernisierungskonzepte entwickelt werden. Diese ermöglichen eine Leistungserhöhung von 5 bis 30 %. Dies kann durch eine Nachrüstung verschiedener Anlagenkomponenten, etwa eines Rotationswärmeübertragers, durch die Implementierung neuer Techniken, wie eines Infrared-Combustion-Control-Systems sowie komplexer Anpassungen der Anlagentechnik, etwa einer Bilder: Martin GmbH Veränderung des Kessellayouts, realisiert werden. Ausgehend vom aktuellen Zustand der Anlagen und dem vorgegeben Ziel, sind die Lösungsansätze zur Anpassung auf sich ändernde gesetzliche und genehmigungsrechtliche Auflagen vielfältig. Sie reichen von einer Regulierung der Verbrennungsluftverteilung über eine Nachrüstung von Systemen zur selektiven, nicht katalytischen Reduktion bis hin zum Einsatz neu entwickelter Technologien, wie dem Very-Low-NO X -Verfahren. Neben dieser verfahrenstechnischen Fachkompetenz zum Anlagenneubau und zur Modernisierung von Bestandsanlagen wurde bei dem Münchener Unternehmen in den letzten Jahren der Bereich Kesselbau weiter ausgebaut. In Matzingen / Schweiz entstand eine Fertigung für Druckteile, bei der neben der Herstellung und Reparatur von Kesselkomponenten das Hauptaugenmerk auf dem Auftragsschweißen von Nickelbasierten Legierungen als Korrosionsschutz für die Kesselkomponenten liegt. Um weiterhin flexibel auf das wachsende Marktumfeld reagieren zu können, wird zurzeit eine neue und größere Fertigungskapazität in Portugal aufgebaut, die Anfang kommenden Jahres mit der Fertigung beginnen wird. Toralf Weber, Martin GmbH, München, toralf.weber@martingmbh.de 20 UmweltMagazin Dezember 2016

Produkte Umweltmarkt Luftreinigung Filterturm-Variante mit Online-Überwachung Bild: Esta Die neue Filterturm- Reihe ermöglicht eine Online- Überwachung. gen kein Rohrsystem. Mit der Variante 4.0 erweitert das Unternehmen die Steuerungstechnik der Türme und stellt ein breiteres Instrumentarium für die Anlagenüberwachung zur Verfügung. Anwender können sich damit zukünftig per Fernzugriff über den Füllstand des Sammelbehälters sowie den nächsten fälligen Servicetermin informieren. Während der gesamten Betriebszeit werden zudem alle Daten auf einer SD-Karte zeitlich und inhaltlich protokolliert, welche sich anschließend mit gängigen Kalkulationsprogrammen aus- Die neue Filterturm-Reihe der Esta Apparatebau GmbH & Co. KG, Senden, verfügt über Industrie-4.0-Funktionen. Anwender sind dadurch in der Lage, das Hallenlüftungssystem an ihre individuelle Netzwerkinfrastruktur zu koppeln. Per Internet können sie so die wichtigsten Betriebsparameter wie Luftvolumenstrom, Betriebsstunden oder Filterstatus an jedem beliebigen Ort abrufen und überwachen. Die Filtertürme erfassen Schweißrauch, Staub oder Ölnebel und ergänzen Punktabsaugungen in Produktionshallen. Sie benötiwerten lassen. Der Absaugtechnik-Hersteller zielt mit der neuen Ausführung seines Filterturms darauf ab, externe Wartungseinsätze und die damit verbundenen Kosten auf Kundenseite zu reduzieren. Die Servicetechniker sollen im Bedarfsfall schnell und unkompliziert auf die Anlagen zugreifen, Fehler identifizieren und dem Kunden Handlungsempfehlungen aus der Ferne geben können. Die integrierten eco+ Module sorgen zusätzlich für einen energiesparenden Betrieb. So nutzen die Filtertürme nicht permanent die maximal mögliche Leistung, sondern richten sich nach dem aktuell benötigten Luftvolumenstrom aus. Dieser wird je nach Anwendung und Bedarf situationsbedingt angepasst und geregelt. Möglich macht dies eine Kombination aus Luftvolumenstromregelung, EasyControl-Steuerung und dem Frequenzumrichter, der die Anlauf- und Drehzahlregelung des Ventilators übernimmt. Im Vergleich zu Absauganlagen mit konventioneller Differenzdrucksteuerung kann die Anlagenregelung bis zu 50 % des Stromverbrauchs einsparen. Die optimierte Luftvolumenstromregelung drosselt nicht nur den Energiebedarf der Türme, sie erlaubt es zudem, den Absaugprozess lückenlos zu überwachen. www.esta.com Umweltschutz Auffangwanne für Gefahrstoffe Die Stahl-Auffangwanne des Typs GS2s der Protectoplus Lager- und Umwelttechnik GmbH, Rendsburg, soll Schutz zur vorschriftsmäßigen Lagerung von Gefahrstoffen bieten. Auf ihr können bis zu zwei 1 000-l-Behälter, die einzeln stehend oder auf Euro- oder Chemiepaletten bis zu einem Meter breit sind, platziert werden. Auch die Unterbringung von Fässern und Kleingebinden ist laut Hersteller möglich. Das herausnehmbare, feuerverzinkte Gitterrost bietet eine Traglast von 3 700 kg. 100 mm Bodenfreiheit schützen vor Feuchtigkeit von unten und ermöglichen eine allseitige Unterfahrbarkeit. Soll zusätzlich zur Lagerung die Auffangwanne auch für Abfüllarbeiten oder als Dosierstation dienen, empfiehlt das Unternehmen die herkömmliche Ausführung der GS2, für die eine Abfüllfläche und -blöcke als Zubehör erhältlich sind. Die Wannen sind lackiert oder verzinkt aus 3 mm starkem Stahl lieferbar. Zum Schutz gegen aggressive Lagermedien wie Säuren und Laugen ist optional eine Yxolit-CR-Beschichtung erhältlich. www.protecto.de Die Auffangwanne schützt die Umwelt vor austretenden Gefahrstoffen. Bild: Protectoplus UmweltMagazin Dezember 2016 21

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