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12 | 2016

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Wasser UVC-Bestrahlung

Wasser UVC-Bestrahlung tötet Keime im Wasser einer Wäscherei Die Wäscherei Bodensee AG, Münsterlingen / Schweiz, zu deren Kunden auch Krankenhäuser und Pflegeheime zählen, stellt hohe Ansprüche an die Hygiene. Damit dies gewährleistet ist, muss auch die Qualität des Waschwassers stimmen. Um die Keimzahl zu senken, ließ das Unternehmen einen UVC-Photoreaktor der Firma sterilAir AG aus Weinfelden / Schweiz installieren. Dieser tötet zuverlässig Erreger mittels ultravioletter C (UVC)-Strahlung, ohne Zusatz von Chemikalien. Für eine Wäscherei ist es wichtig, die Richtlinie EN 14065:2016 und die RABC-Richtlinien einzuhalten. Demnach darf die Verkeimung des Rohwassers 100 koloniebildende Einheiten (KBE) pro Milliliter nicht überschreiten. Bei einer stichprobenartigen Kontrolle im Sommer 2014 wies die Wäscherei Bodensee AG jedoch einen Wert von über 400 KBE/ml auf. Da die kommunale Wasserversorgung die vorgeschriebene Qualität nicht zusichern konnte, informierten sich die Verantwortlichen des Betriebes über verschiedene Möglichkeiten, das Prozesswasser zu entkeimen. „Wir stellten bald fest, dass die diversen chemischen Desinfektionsmittel eine Reihe unerwünschter Nebeneffekte mit sich bringen, wie Veränderungen der Oberflächenspannung des Mediums, Korrosionserscheinungen sowie Schaum- und Geruchsbildung. Auch treten immer häufiger multi-resistente Keime auf, die vor allem für die Spitäler, die wir beliefern, zum Problem werden können und gegen die wir damit nicht ankommen“, so Marco Wäckerlig, Geschäftsführer der Wäscherei. „Deshalb haben wir uns für eine Entkeimung mit UVC-Strahlung entschieden, da diese als rein physikalisches Verfahren keine Rückstände hinterlässt und selbst bei hartnäckigen Krankheitserregern wirksam ist.“ Mikroben werden inaktiviert Seit November 2015 ist bei der Wäscherei Bodensee ein sterilAir AQD-ST6 Photoreaktor für die Entkeimung des Prozesswassers im Einsatz. Durch die Bestrahlung des Wassers mit kurzwelliger, ultravioletter Strahlung im C-Bereich um 260 nm kann die Wäscherei auf die Verwendung von Chemikalien, die möglicherweise auch Allergien auslösen, verzichten. „Aufgrund der UVC-Bestrahlung des Wassers vor Eintritt in die beiden Waschstraßen kommt es zu einer photochemischen Reaktion in der DNA der exponierten Zellen. Durch diesen Effekt wird deren Teilung verhindert, die Zelle wird inaktiviert und stirbt letztendlich ab. Daher rührt der stark keimtötende Effekt dieser Technik“, sagt sterilAir-Geschäftsführer Martin Graupner über die Wirkung des Photoreaktors. Seit der Installation liegt der Keimwert bei Messungen konstant bei null. Die Einhaltung der mikrobiologischen Grenzwerte wurde somit sichergestellt, so dass der Betrieb die Hygieneansprüche der Behörden sowie der eigenen Klientel erfüllt. Ein Bullauge, über das keine Strahlung austritt, dient zur Sichtüberwachung. Der Edelstahlreaktor zur Entkeimung des Wassers wurde direkt hinter dem Tank installiert. FDA-konform durch Glassplitterschutz Berechnung, Konzeption und Konstruktion der Anlage erfolgten unter Berücksichtigung von sicherheitsrelevanten Richtlinien der Lebensmittelindustrie. Dafür sorgt nicht zuletzt die zum Patent angemeldete, wasserdichte Glassplitterschutz-Verschraubung der UVC- Röhren, die sowohl den in der Lebensmittelindustrie relevanten Hazard-Ana- lysis-and-Critical-Controll-Points- Richtlinien als auch den Food-and- Drug-Administration-Bestimmungen entspricht. „Gerade weil wir viel Wäsche für Spitäler und die Lebensmittelindustrie waschen, wäre es fatal, wenn bei einem Zerbersten der Röhren kleine Glasteilchen zur Gefahrenquelle würden“, sagt Wäckerlig über die besondere Relevanz für seinen Betrieb. Auch die neuesten Erkenntnisse aus der Strömungslehre wurden miteinbezogen. So berücksichtigten die Planer bei der Auslegung auch die Wassertransparenz von T = 88,6 % und die Wassertemperatur zwischen 15 und 17 °C. Für den Ablauf bis zur Inbetriebnahme war es der Wäscherei wichtig, dass die verschiedenen Schritte von einer zentralen Ansprechperson koordiniert wurden. „Nachdem die Entscheidung für die Anschaffung des Reaktors gefallen war, organisierte sterilAir alles Weitere, so dass wir uns auf unser Tagesgeschäft konzentrieren konnten“, so Wäckerling. Die V2A-Edelstahl-Installation direkt hinter dem 5 000 l fassenden Weichwassertank, der die Waschstraßen versorgt, wurde gemeinsam vom Gerätehersteller 32 UmweltMagazin Dezember 2016

Wasser und der Firma Bischof Anlagenbau aus Waldkirch / Schweiz koordiniert. Unterstützung erhielten sie vom technischen Leiter der Wäscherei, Ryszard Budek. Die Überwachungsmodule und der Stromanschluss wurden vom Hauselektriker montiert. Am darauf folgenden Tag war die Anlage mit einer maximalen Pumpenleistung von 2 x 30 000 l, dies entspricht einer Durchflussmenge von bis zu 1 000 l/min, einsatzbereit. Bei der Inbetriebnahme wurde das Wäscherei- Team bezüglich Sicherheitsregeln, Handhabung, Reinigung und Röhrenwechsel geschult. Bei Wartungsarbeiten erlaubt ein Bypass das Umgehen des Reaktors. Betriebssicherheit durch Überwachungssoftware An einem durchschnittlichen Arbeitstag durchströmen heute 20 000 bis 30 000 l/h den Reaktor. „Die Funktion der Anlage wird dabei mittels der in den bestehenden Steuerungskasten eingebauten Modulen zur Stromflussüberwachung kontrolliert. Für die reine Sichtkontrolle dient ein großzügig bemessenes Bullauge im Reaktorgehäuse, über das jedoch keine UVC-Strahlung austritt. „Um außerdem regelmäßig mikrobiologische Analysen durchführen zu können, wurde vor und nach dem Reaktor ein Probehahn installiert“, so Graupner über das Sicherheitskonzept. Muss eines der Bauteile ausgetauscht werden, erlaubt ein Bypass das Umgehen des Reaktors, so dass die Produktion sichergestellt ist. Die Pumpen und das UVC-Gerät lassen sich dann über den Hauptschalter abstellen. Bilder: sterilAir Grundsätzlich halten sich Wartungsaufwand und Unterhaltskosten jedoch in Grenzen. So beträgt etwa die Lebensdauer der UVC-Einheiten üblicherweise 12 000 Stunden, bei einem Einsatz von Montag bis Freitag zwischen 5:30 bis 23:00 Uhr entspricht dies einer Laufzeit von 31 Monaten. Um die Betriebssicherheit der Entkeimungsanlage zu gewährleisten, macht die Überwachungssoftware den Kunden bereits im Vorfeld auf den anstehenden Röhrenwechsel aufmerksam. Dieser erfordert keinen Serviceeinsatz des Herstellers, und auch eine regelmäßige Kalibrierung der Anlage ist aufgrund der hohen Sicherheitsreserven nicht nötig. „Wir schätzen es, den Wechsel selbst durchführen zu können“, sagt Wäckerlig. „Selbst die Reinigung von leistungsreduzierenden Ablagerungen ist ohne Einsatz von speziellem Werkzeug schnell und unkompliziert in Eigenregie möglich.“ Martin Graupner, sterilAir AG, Weinfelden / Schweiz, m.graupner@sterilair.ch Performance 3 . aUfLaSTWecHSeL eInGeSPIeLT: DASEFFIZIENTE TRIO FÜRS BELEBUNGSBECKEN. Technische und bauliche Besonderheiten und der wechselnde Luftbedarfinden Belebungsbecken fordern die Belüftungstechnik jeder Kläranlageheraus. Folge: extreme Energieverbräuche. Sie könnenbis zu 80 %der Gesamtkosten ausmachen. Lösung: neuartigeKombinationen aus Blower-, Hybrid- und Turbogebläse von AERZEN. Sie bedienen die Grundlasten höchst energiesparend und fangen Versorgungsspitzen punktgenau ab. Ergebnis: einebisher nicht gekannte Effizienz im Gesamtbetrieb.Bereitsnach 2Jahren kann sichdie Investition rechnen! www.performance3

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