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12 | 2016

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Management Umweltaspekte

Management Umweltaspekte bewerten und Stakeholder berücksichtigen Die ISO-Norm 14001:2015 bringt neue Anforderungen an Umweltmanagement-Systeme – etwa bei der Bewertung von Umweltaspekten. Dabei wird nicht nur der Betrieb an sich, sondern auch dessen Stakeholder mit einbezogen. So fließen etwa die Emissionen der Zulieferer in die Bewertung mit ein. Die TÜV Nord Akademie mit Sitz in Hamburg bietet Unternehmern Unterstützung bei der Umsetzung ihres Umweltmanagements an. Bei der Bewertung von Umweltaspekten in Unternehmen müssen auch Stakeholder berücksichtigt werden. Mit weltweit über 300 000 zertifizierten Unternehmen ist die ISO- Norm 14001 das führende Zertifizierungssystem für Umweltmanagement- Systeme – nicht zuletzt, weil sie regelmäßig an die sich verändernden ökologischen Rahmenbedingungen angepasst wird. Von ihrer jüngsten Überarbeitung erhoffen sich viele Unternehmen, dass sie die Entwicklung und die Darstellung integrierter Managementsysteme und deren Zertifizierung deutlich erleichtert. Fest steht, dass sich die Anforderungen ändern. Das beginnt bereits bei der Form: Die neue Norm besteht aus zehn Hauptkapiteln, geordnet nach einer „High Level Structure“. Diese einheitliche Struktur liegt in Zukunft allen ISO-Normen zugrunde, wie bereits der Qualitäts - management-Norm ISO 9001, der geplanten Revision zum Energiemanagement der ISO 50001 sowie der neuen ISO 45001 zum Arbeits- und Gesundheitsschutz-Management, die im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll. Stakeholder-Ansprüche erkennen Neben dem Aufbau haben sich auch inhaltliche Anforderungen verändert. Zum Beispiel bei der Bewertung der Umweltaspekte. Künftig sind dabei die Ansprüche „interessierter Parteien“ zu berücksichtigen, der so genannten Stake holder. Darunter sind alle Interessengruppen zu verstehen, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf das Unternehmen haben. Das können sowohl interne Gruppen, wie Mitarbeiter, Manager, Betriebsrat, Eigentümer, Anteilseigner oder Mieter, als auch externe sein. Diese lassen sich unterscheiden in „marktliche“ Parteien wie Lieferanten, Kunden, Kapitalgeber, Gläubiger, Absatzmärkte und Arbeitsmarkt sowie in „nicht marktliche“ wie Staat, Behörden, Nachbarn, Anwohner, Öffentlichkeit, Verbände und Medien. Organisationen müssen die Bedürfnisse dieser interessierten Parteien ermitteln und, wenn sie relevant sind, auch berücksichtigen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Anforderungen bindende Verpflichtungen darstellen – also zum Beispiel Gesetze, Auflagen aus öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, freiwillige Selbstverpflichtungen für Gütesiegel, wirtschaftliche Verpflichtungen gegenüber Banken und Versicherungen sowie Vereinbarungen mit Anwohnern oder Naturschutzverbänden. Verlängerte Werkbank im Blick „Umweltaspekte“ sind alle Tätigkeiten, Dienstleistungen oder Produkte einer Organisation, die Auswirkungen auf die Umwelt haben – egal ob positive oder negative. Zu unterscheiden sind dabei direkte und indirekte Umweltaspekte: „Direkt“ heißt, dass die Organisation die Auswirkung eines Umweltaspektes selbst am Standort kontrollieren kann. Bei Emissionen etwa, die durch Fertigungsprozesse entstehen, hat das Unternehmen einen direkten Einfluss auf den Schadstoffausstoß. Denn es kann ihn zum Beispiel mit Hilfe einer besseren Filtertechnik in den Abluftreinigungsanlagen senken. Einen indirekten Einfluss auf die Umweltauswirkungen hat das Unternehmen hingegen, wenn sich die Emissionen beispielsweise aus dem Dieselverbrauch der Lkw der Spedition des Lieferanten ergeben. Wer die Stakeholder eines Unternehmens sind, kann sehr unterschiedlich sein. Generell gilt jedoch, dass mit der Revision der Norm 14001 die Betrachtung der „verlängerten Werkbank“ für zertifizierte Unternehmen wichtiger geworden ist. Während nach der alten Norm Umweltaspekte der ausgelagerten Prozesse nicht zwingend bewertet werden mussten, haben Unternehmen nun 36 UmweltMagazin Dezember 2016

Bilder: TÜV Nord Umweltaspekte bestimmen und bewerten. die Verpflichtung, die ihrer Stakeholder genauso wie ihre eigenen in der Bewertung zu berücksichtigen. Damit sind sämtliche Umweltaspekte entlang der Lieferkette durchgängig zu erfassen, zu bewerten und kontinuierlich aufzuschlüsseln. Die Verkettung der Unternehmen gilt als ununterbrochen, solange die beteiligten zertifiziert sind. Prozesse einzeln betrachten Umweltaspekte lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise bewerten, die Norm macht dafür keine direkten Vorgaben. Die Unternehmen haben daher einen relativ großen Gestaltungsspielraum, den sie für eigene detaillierte Bewertungsmethoden nutzen. Zum Beispiel die Fehler-Möglichkeit-Einfluss- Analyse: Sie ermittelt die Eintrittswahrscheinlichkeit potenzieller Fehler und deren Auswirkungen. Ziel ist es, mögliche Einflussfaktoren abzuleiten und Maßnahmen festzulegen, mit denen sich die Umweltauswirkungen verhindern oder zumindest vermindern lassen. Jeder einzelne Prozess kann andere Aspekte haben und ist daher separat zu betrachten. Zudem lässt er sich in verschiedene Teilprozesse aufschlüsseln. Zum Produktionsprozess etwa gehört die Beschaffung von Rohstoffen. Dabei könnten „umweltgefährdende Stoffe“ eine Rolle spielen, in einem Fertigungsprozess hingegen der Aspekt „Emissionen“. Diese sind nicht nur seitens des Unternehmens, sondern auch aus Sicht mehrerer Stakeholder unerwünscht – sowohl seitens der Kunden als auch seitens des Arbeits- und Umweltschutzrechts. Wieder andere Teilprozesse haben einen hohen Energiebedarf, der beispielsweise UmweltMagazin Dezember 2016 durch eine staatliche Förderung im Zusammenhang mit der ISO 50001 zu beobachten und zu bewerten ist. Würde der Produktionsprozess lediglich als Ganzes betrachtet, so ließen sich keine wirksamen Maßnahmen ableiten. Chancen und Risiken abwägen Hilfreich beim Bewerten kann auch die mit der Revision der 14001 fortgeführte Chancen- und Risikobetrachtung sein. Denn durch das effektive Abwägen möglicher Gefahren und Potenziale sowie das Einbeziehen weiterer Faktoren, wie Relevanz und Verbesserungspotenzial, lässt sich die Bedeutung von Umweltauswirkungen noch besser einschätzen. Beispielsweise, wenn es um erhöhte Schadstoffemissionen geht, die sich durch die örtlichen Anlagen nicht weiter reduzieren lassen. Sind mehrere Parteien davon betroffen, so fällt die Entscheidung deutlich leichter und schneller, in eine teure neue technische Maßnahme zu investieren, als wenn nur die eigenen Amortisationskosten betrachtet würden. Diese umfassende Art der Bewertung von Umweltaspekten ermöglicht den Beteiligten plausible Entscheidungen, die auch Dritte, etwa die Stakeholder, nachvollziehen können. Zudem lassen sich durch die detaillierte Analyse fundiertere Entscheidungen treffen. Und die Unternehmen gewinnen einen Überblick über ihr gesamtes Umfeld – einschließlich der Chancen und Risiken, die durch die Anforderungen ihrer Stakeholder entstehen. Dr. Carsten Hufenbach, Dr. Hufenbach & Partner GmbH & Co. KG, Göttingen, info@hufenbach.de U nseren Service können Sie sehen. Ihr Team spürt ihn. Mietberufskleidung von DBL. Wir beschaff en, holen, bringen und pflegen Ihre Berufs- und Schutzkleidung. Individuell, pünktlich und zu verlässig. Testen Sie unser Angebot. Rufen Sie an unter +49 800 310 311 0. DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH Albert-Einstein-Str. 30 | 90513 Zirndorf info@dbl.de | www.dbl.de

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