Aufrufe
vor 1 Jahr

12 | 2016

  • Text
  • Umweltmagazin
  • Dezember
  • Unternehmen
  • Wasser
  • Luft
  • Anlagen
  • Umwelt
  • Energie
  • Anforderungen
  • Deutschland

Organschaften

Organschaften DASA-Jugendkongress 2016 Berufsorientierung für Jugendliche Am 21. und 22. September dieses Jahres kamen auf der DASA-Arbeitswelt- Ausstellung in Dortmund rund 8 000 Jugendliche zusammen, um sich praxisnah mit dem Start in die Arbeitswelt zu befassen. Dort wurden Fragen zum Berufswunsch und den dafür nötigen Werdegang und die Schul- beziehungsweise Ausbildung beantwortet. Der DASA-Jugendkongress versteht sich als Kontaktbörse, Informationsveranstaltung und Orientierungshilfe für Jugendliche bei der Berufswahl. Erstmalig war auch der VDI dort vertreten. Am Stand der VDI- GEU und des Bereichs Beruf und Gesellschaft wurde die ingenieurtechnische Ausbildung beworben. Unterstützung erhielt der Gemeinschaftsstand durch das Zentrum für Recyclingtechnik der Hoch- Gemeinschaftsstand der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt und des Bereichs Beruf und Gesellschaft auf dem DASA-Jugendkongress 2016 in Dortmund. schule Gelsenkirchen. Anhand eines durch die Hochschule bereitgestellten Windsichters konnten die theoretischen Bild: VDI Schilderungen zu Aufgabenfeldern von Ingenieuren in die Praxis übertragen werden. VDI-Statusreport Ruß in luftgetragenem Feinstaub Ruß in luftgetragenem Feinstaub kann negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Daher fordert der VDI die Minderung des Ausstoßes von Rußemissionen und dessen flächendeckende Messung – sowohl in Form des elementaren und organischen Kohlenstoffs als auch einer weitergehenden Betrachtung des als Black Carbon bekannten schwarzen Kohlenstoffs. Im Rahmen des VDI-Expertenforums „Feinstaub“, das am 5. Oktober dieses Jahres beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Bonn stattfand, diskutierten rund 70 Experten schwerpunktmäßig über das Thema sowie den gleichnamigen VDI-Statusreport, der kurz zuvor veröffentlicht wurde. Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Messung von Feinstaub als Particulate Matter (PM) 2.5 und 10 alleine wird dem Gefährdungspotenzial nicht gerecht. Vielmehr sollten andere Bestandteile des Feinstaubs, wie beispielsweise Ruß, gemessen werden, um die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung zu erfassen und gegebenenfalls zu reduzieren. Die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2012, Dieselruß als Karzinogen der Klasse 1 einzustufen, hat eine seit vielen Jahren bekannte Komponente wieder in den Fokus gerückt. Den Hauptanteil von Ruß im luftgetragenen Feinstaub in der Außenluft bilden Nebenprodukte aus unvollständigen Verbrennungsprozessen. Dabei ist es unerheblich, ob die Verbrennung fossiler Treibstoffe wie Diesel, die kontrollierte Verbrennung biogener Brennstoffe wie Holz und Kohle oder die unkontrollierte Verbrennung von Biomasse bei Waldbränden die Ursache ist. All diese Fälle können negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Daher fordert der VDI eine Minderung des Ausstoßes von Rußemissionen, vor allem aus Kraftfahrzeugverkehr und Kleinfeuerungsanlagen. Die in der EU-Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG, umgesetzt in deutsches Recht über die 39. BImSchV, vorgeschriebenen Messungen konzentrieren sich auf die Bestimmung der Massenkonzentration luftgetragener Partikel und deren chemische Zusammensetzung. Hierbei sind Rußmessungen nur in Form der Betrachtung des elementaren und organischen Kohlenstoffs und nur an einer kleinen Anzahl ausgewählter Stationen im ländlichen Hintergrund vorgesehen. Aufgrund der nachgewiesenen Gesundheitsrelevanz fordert der VDI daher eine flächendeckende Messung von Ruß, sowohl in Form des elementaren und organischen Kohlenstoffs als auch einer möglichen und weitergehenden Betrachtung von Black Carbon. Neue und erweiterte Messprogramme – über die einfache Massenkonzentration hinaus – tragen zur gesundheitlichen Bewertung luftgetragener Partikel bei, um die Korrelation mit Gesundheitseffekten zu verbessern und Reduktionsziele effizienter zu gestalten. Die derzeit verwendeten massebasierten Metriken PM2.5 und PM10 bieten keine ausreichenden Informationen für eine Eine mobile Messstation zur Überwachung der Luftqualität. Bild: Thomas Max Müller / pixelio.de quellenorientierte Luftreinhaltepolitik. Insbesondere für die epidemiologische Forschung zur Exposition der Bevölkerung mit luftgetragenen Partikeln würde die Ergänzung der massebasierten Metriken um weitere Luftqualitätsindikatoren wie Ruß neue Impulse bieten. Hierzu ist zukünftig ebenfalls eine bessere Abstimmung zwischen Messnetzbetreibern und epidemiologischen Kohortenstudien von großer Bedeutung. Allgemein lässt sich nach den Diskussionen auf dem VDI-Expertenforum festhalten, dass ein gravimetrisches Referenzmessnetz für die Messung des luftgetragenen Feinstaubs und die Kombination mit der Einführung neuer Metriken zur gesundheitlichen Bewertung luftgetragener Partikel zielführend ist. Der Statusreport „Ruß in luftgetragenem Feinstaub“ steht kostenfrei zum Download unter www.vdi.de/russ-im-feinstaub zur Verfügung. 50 UmweltMagazin Dezember 2016

Vorstandsversammlung Ehrenzeichen des VDI verliehen Anlässlich der VDI-Vorstandsversammlung am 22. November dieses Jahres überreichte VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer das Ehrenzeichen des VDI an Prof. Dr.-Ing. Günther Baumbach für sein langjähriges Engagement im Bereich der Luftreinhaltung. Baumbach hat durch sein Wirken als Professor am Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart über mehr als 20 Jahre die Erforschung und die Anwendung von Emissions- und Immissionsmesstechnik zur Luftreinhaltung geprägt. Neben der Entwicklung effizienter Monitoringtechnologien im Rahmen von Forschungsvorhaben führte er auch bei internationalen Messkampagnen in Marokko, Zypern, Nigeria, Südkorea und der Mongolei Emissionsbewertungen durch und entwickelte Minderungsstrategien. Mit der Veröffentlichung des Fachbuchs „Luftreinhaltung: Entstehung, Ausbreitung und Wirkung von Luftverunreinigungen – Messtechnik, Emissionsminderung und Vorschriften“ etablierte er die Reinhaltung der Luft als interdisziplinäres Thema von der Entste- VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer (links) überreicht das Ehrenzeichen des VDI an Prof. Dr.- Ing. Günther Baumbach. hung der Luftverunreinigungen, über die Ausbreitung und Umwandlung in der Atmosphäre, die Wirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachgüter bis hin zu Minderungstechniken bei den verschiedenen Quellen. In der Forschung und Lehre legt er Wert auf eine praxisnahe Verwertbarkeit der Ergebnisse und wurde zu einem Ansprechpartner für die Verwaltung und Industrie. Baumbach initiierte und begleitete Forschungsprojekte, Kolloquien, Bild: VDI Kontakt Organschaften VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dirk Franz Franzen Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-415 Fax: 0211/6214-177 geu@vdi.de www.vdi.de/geu Tagungen und Kongresse, um den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Industrie zu fördern. Darüber hinaus startete er einen internationalen Studiengang, in dem auch Studenten aus Schwellenländern Aspekte der Luftreinhaltung vermittelt wurden und ist Mitinitiator sowie Koordinator der Arbeitsgruppe Luftreinhaltung an der Universität Stuttgart, in der Fachinstitute verschiedenster Disziplinen gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln. Neben mehreren Ehrenämtern in der Hochschulverwaltung sowie in Kommissionen und Ausschüssen engagiert er sich auch für die Belange der Messtechnik bei der nationalen und internationalen Standardisierung in der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN. Fachkonferenz Anpassung der TA Luft Die Konferenz „Anpassung der TA Luft“ informiert am 14. und 15. Februar 2017 in Köln über die anstehenden Änderungen in der Technischen Anleitung (TA) Luft, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erarbeitet werden. Im Fokus der Konferenz stehen dabei der Umgang mit Grenzwerten bei der Überwachung, die Beurteilung von Messwerten und -methoden, aber auch die Einbindung von Themenbereichen wie Bioaerosole oder die Aufnahme der Geruchsimmissions-Richtlinie in die TA Luft. Die Konferenz wird vom BMUB, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein- Westfalen sowie der Kommission Reinhaltung der Luft von VDI und DIN unterstützt. Bei der TA Luft handelt es sich um eine Verwaltungsvorschrift, die das BlmSchG präzisiert und konkretisiert. Sie enthält im Hinblick auf genehmigungsbedürftige Anlagen Emissionsanforderungen und legt zugleich den Stand der Technik fest, die zur Bestimmung dieser geeignet sind. Seit dem Jahr 2014 arbeitet das BMUB an der Novellierung der Vorschrift, die voraus- sichtlich nächstes Jahr abgeschlossen sein wird. Die erwartete Definition neuer und gleichzeitig zumeist geringerer Grenzwerte für Emissionen aus BlmSchG-Anlagen betrifft bundesweit rund 50 000 Anlagen. Für die Industrie ergibt sich daraus die Notwendigkeit, in den nächsten Jahren weitere Minderungsmaßnahmen umzusetzen. Die Konferenz stellt die Änderungen der Vorschrift gegenüber der letzten TA Luft aus dem Jahr 2002 vor, thematisiert die sich daraus ergebenden Herausforderungen und diskutiert Lösungsansätze. Die folgenden Themen sind für die Konferenz geplant: 7 Stand des Verfahrens zur Anpassung der TA Luft, 7 geplante Änderungen zu Vorsorge- und Schutzanforderungen, 7 nationale Umsetzungen der BVT-Schlussfolgerungen, 7 Bewertung von Bioaerosolen, Biotopen und empfindlichen Ökosystemen sowie Die Konferenz informiert über die Anpassung der TA Luft. 7 Aufnahme der Geruchsimmissionsrichtlinie. Die Veranstaltung richtet sich an Betreiber von BlmSchG-Anlagen, Immissionsschutzbeauftragte, Ingenieure aus Beratungsund Planungsbüros, Mitarbeiter von Messinstituten und Behördenvertreter. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.vdi-wissensforum.de/taluft. Bild: Quartzla / Pixabay UmweltMagazin Dezember 2016 51

Ausgabenübersicht