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12 | 2016

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Nachrichten IE expo

Nachrichten IE expo China 2017 Weiter auf Wachstumskurs Die Veranstaltung ab sofort unter neuem Namen – IE expo China Vom 4. bis zum 6. Mai 2017 findet die nächste Ausgabe der IE expo China in Shanghai statt. Nach dem erfolgreichen Wachstum der letzten Jahre öffnet Asiens führende Fachmesse für Umwelttechnologien zwei zusätzliche Ausstellungshallen. Angetrieben wird die Nachfrage an Umwelttechnologien unter anderem von den aktuellen Bemühungen der chinesischen Regierung: Mit einer Umweltsteuer sollen Schadstoff-Emissionen künftig eingedämmt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde kürzlich beim Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses eingereicht. Die neue Steuer könnte die im Jahr 2003 eingeführte, niedrigere Verschmutzungsgebühr ablösen und diejenigen Geschäftsein- heiten zur Kasse bitten, die zur direkten Verschmutzung von Luft-, Wasser-, Abfall- und Lärm beitragen. Dass Lösungen und Technologien für die Bereiche Wasser, Abwasser, Luft und Boden in Asien mehr denn je gefragt sind, hat die vergangene IE expo China deutlich gezeigt. Mit 1 303 Ausstellern (+ 20 %), 42 208 Besuchern (+ 5 %) und 72 000 m 2 (+ 20 %) hat die Fachmesse Rekorde gebrochen. Um noch mehr Raum für Wachstum zu schaffen, werden den Ausstellern 2017 zwei weitere Hallen zur Verfügung gestellt. Damit belegt die IE expo China acht Ausstellungshallen im Shanghai New International Expo Centre. Neu ist auch der Name: Die Veranstaltung findet ab sofort unter dem Titel „IE expo China“ statt. Mit dem Zusatz „China“ soll zum einen ihre Relevanz für den chinesischen Umweltmarkt unterstrichen werden. Zum anderen erleichtert der Änderung die Unterscheidung von der Tochtermesse IE expo Guangzhou, die sich spezifisch an die Region Südchina richtet. www.ie-expo.com Bild: Messe München Weltschifffahrtsorganisation Schwefellimit in Kraftstoffen ab 2020 beschlossen Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) will die Schwefeloxid-Emissionen durch Schiffskraftstoffe deutlich verringern. Dazu soll der weltweit maximal zulässige Wert für den Schwefelgehalt ab 2020 herabgesetzt werden. Der Beschluss der 70. Sitzung des Umweltausschusses der IMO – das Marine Environment Protection Committee – MEPC – sieht vor, den maximal zulässigen globalen Bild: Pixabay Schwefelgrenzwert für Schiffskraftstoffe im Jahr 2020 auf 0,5 % zu senken. Dadurch sollen die gesundheits- und umweltgefährdenden Auswirkungen von Schiffen verringert werden. Schweröle, die von Schiffen verwendet werden, können derzeit einen Schwefelgehalt von 3,5 % aufweisen. Die Entscheidung geht auf eine Maßnahme im Marpol-Übereinkommen zur stufenweisen Begrenzung des Schwefelgehaltes durch die IMO im Jahre 2008 zurück. Sie gilt für alle Schiffstypen und nicht nur für Containerschiffe. Deutschland profitiert als Anrainer zweier Schwefel-Emissionsüberwachungsgebiete (Sulfur Emission Control Area – SECA) bereits von einer strengeren Regelung. In den SECA der Nordund der Ostsee gilt seit Anfang 2015 bereits ein strengerer Grenzwert für den Schwefelgehalt von Schiffskraftstoffen: hier sind maximal 0,10 % erlaubt. Die anspruchsvolleren Grenzwerte sind in den SECA Regionen auch nach 2020 weiterhin einzuhalten. Die umfangreiche Erfahrung der EU- Mitgliedstaaten mit den Schwefelanforderungen in den SECAs und ihrer Durchsetzung, erleichterte den jetzigen Beschuss der IMO. In den Küstenregionen der Nord- und Ostsee hat sich infolgedessen die Schwefelkonzentration in der Luft in den letzten Jahren halbiert. www.imo.org 6 UmweltMagazin Dezember 2016

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Umweltschädliche Subventionen im Verkehrssektor auf Rekordniveau Das Umweltbundesamt (UBA) rät zu einem deutlich schnelleren Abbau umweltschädlicher Subventionen. Der Staat fördert jedes Jahr mit 50 Mrd. € Maßnahmen, die der Umwelt zum Teil in erheblichem Maße schaden. Den größten Anteil haben seit Jahren die umweltschädlichen Subventionen im Verkehrssektor. Im Jahr 2012 betrugen sie 28 Mrd. €, was Investitionen in saubere Technik behindert. Alle umweltschädlichen Subventionen müssen, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger, auf den Prüfstand und sollten möglichst bis zum Jahr 2025 auslaufen. Das frei werdende Geld könnte genutzt werden, um in den Klimaschutz zu investieren, und um die Mobilität fit für die Zukunft zu machen. Eine der Folgen umweltschädlicher Subventionen ist die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädten. Diese zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als Benzin und sind daher entsprechend populär. Den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Mrd. €/a, gut 3,5 Mrd. davon für die Pkw- Nutzung. Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel- Autos sind das rund 1,5 Mrd. € vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr. Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp 1 Mrd. – jedoch bis 2020. Selbst der sauberste und modernste Diesel wird immer noch sechsmal mehr Stickoxide ausstoßen als ein heutiger Benziner. Anstatt Unsummen in die veraltete Diesel-Technik zu stecken, fordert Krautzberger, viel stärker in eine moderne Mobilität zu investieren – das heißt in die Förderung von Fahrrad- und Fußver- kehr, in emissionsfreie Autos sowie in Busse und Bahnen. Auch die bislang dünne Infrastruktur für Elektromobilität könnte mit den Mitteln ausgebaut werden. Viele umweltschädliche Subventionen sind zudem sozial ungerecht. Ein Beispiel ist das Dienstwagenprivileg, das der Staat mit rund 3 Mrd. €/a subventioniert. Dienstwagen kommen nur gut verdienenden Einkommensgruppen zu Gute. Das UBA schlägt ein umfassendes Controlling vor, das alle Subventionen auf den Prüfstand stellt und auf ihre Umweltwirkungen hin überprüft. Das sollte grundsätzlich auch für alle neu einzuführenden Subventionen gelten. Es setzt sich zudem für einen stärkeren Umweltschutz bei der Textilherstellung ein. 90 % der hier verkauften Kleidung kommt aus dem nicht-europäischen Ausland. Die Umweltschäden durch Textilproduktion sind enorm, die Arbeitsbedingungen oft katastrophal. Pro Kilogramm Textil werden teilweise genauso viel an Chemikalien zur Herstellung verwendet; davon sind einige bekannt als hormonell wirksam oder fortpflanzungsgefährdend. Ein Beispiel ist das Nonylphenoletoxylat, das unter anderem beim Färben eingesetzt wird. In der EU ist der Stoff verboten, weil er nachweislich Fische in der Fortpflanzung schädigt. In der Produktion im Ausland kommt er aber nach wie vor zum Einsatz. In Deutschland sind im Textilhilfsmittelkatalog bis zu 600 Chemikalien aufgeführt. Für viele davon ist eine Bewertung ihrer Wirkung auf Mensch und Umwelt unter REACh noch nicht erfolgt. www.uba.de Studie Verwendung nachwachsender Rohstoffe im verarbeitenden Gewerbe Fossile Rohstoffe sind auch heute noch die Basis der meisten Erzeugnisse. Um die Abhängigkeit von endlichen, fossilen Ressourcen in der industriellen Produktion zu verringern, erweisen sich nachwachsende Rohstoffe als sinnvolle Alternative. Ihr Einsatz verringert in der Regel den CO 2 -Ausstoß in die Atmosphäre. Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung von Produkten aus biobasiertem Material. Der effiziente Einsatz von Rohstoffen hat im verarbeitenden Gewerbe einen grundlegenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Produkte. Welche Chancen und Herausforderungen die Nutzung nachwachsender Rohstoffe bietet, zeigt die Kurzanalyse „Ressourceneffizienz biobasierter Materialien im verarbeitenden Gewerbe“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz. Die Studie, die im Rahmen eines Auftrages des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit entstand und aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative finanziert wurde, fokussiert sich auf die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe und gibt einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in Forschung und industrieller Praxis. Aufgrund der Marktrelevanz wird die Herstellung von Biokunststoffen, Bioverbundwerkstoffen und Bioschmierstoffen betrachtet. Ein bedeutender Faktor für den Erfolg biobasierter Materialien ist die Verfügbarkeit der Ausgangsstoffe in hinreichender Menge und Qualität, was sich wiederum auf die Anschaffungskosten auswirkt. Forschungsbedarf besteht unter anderem noch im Bereich geeigneter Verwertungstechnologien. Grundsätzlich sollten innovations- und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die ökologischen Vorteile nachwachsender Rohstoffe voll zum Tragen zu bringen, so ein Fazit der Analyse. Eine effiziente Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und eine nachhaltige Produktion sind für eine umweltschonende Nutzung nachwachsender Rohstoffe wichtige Faktoren. www.ressource-deutschland.de UmweltMagazin Dezember 2016 7

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