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3 | 2015

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Special Wasserkreisläufe/Pumpen Bei einem Sanierungsprojekt in Jordanien soll die Wasserversorgung der Stadt Madaba mit deutscher Beteiligung kostenneutral modernisiert und somit gesichert werden. Die Maßnahme wird zu einem Drittel von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) getragen; zwei Drittel finanzieren sich den Planungen zufolge aus den Kosteneinsparungen der kommenden Jahre. Möglich wird dies durch den Einsatz effizienter Pumpen des Dortmunder Unternehmens Wilo in den Pumpenstationen Wala und Libb. Pumpen sichern Wasserversorgung Dr. Amer Mokbel Ausreichend Trinkwasser zur Verfügung zu haben, ist für viele Menschen in Jordanien keine Selbstverständlichkeit. Denn die geografischen Gegebenheiten des Landes erschweren die Förderung immens. Zudem verfügt es kaum über Rohstoffe und gilt daher als arm. Dort eine moderne, zukunftstaugliche und zugleich bezahlbare Wasserversorgung aufzubauen, erfordert innovative Lösungen. Wie sich diese gestalten und finanzieren lassen, zeigt das Projekt Wala-Libb, an dem der Dortmunder Pumpenhersteller Wilo mitwirkt. Steile Wadis erschweren infrastrukturelle Anbindung Wala und Libb sind zwei Orte im ostjordanischen Bergland. Dort, etwa 30 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Amman, wird die Landschaft von steilwandigen Tälern zerklüftet. Diese Wadis sind von ausgetrockneten Flussläufen durchzogen und zergliedern die Hochebenen, auf denen ein Großteil der Siedlungen liegt. Die Höhenunterschiede zwischen Jordantal und Hochplateau können bis zu 1 400 Meter betragen, und das Grundwasser, die einzige Wasserquelle der Ge- gend, liegt extrem tief in der Erde. Das lebenswichtige Wasser zu den Menschen auf die Hochebenen zu schaffen, ist deshalb mit großem Aufwand verbunden. Wasserversorgung überwindet insgesamt 700 Höhenmeter Von dieser Schwierigkeit ist auch die hoch liegende Stadt Madaba betroffen. Zwei Etappen sind nötig, um das aus 250 Meter Tiefe geschöpfte Trinkwasser zu ihr hinaufzuheben. Die im Tal gelegene Pumpenstation in Wala transportiert das Wasser auf halbe Hanghöhe zur Pumpenstation in Libb, von wo aus es weiter hinauf bis nach Madaba gefördert wird. Das Versorgungssystem überwindet dabei 460 Höhenmeter. In den vergangenen Jahren hat eine veraltete, ineffiziente und zunehmend marode Technik zusätzlich Probleme bereitet. Eine Modernisierung der Pumpen war dringend erforderlich, um die Menschen in Wasser Berlin International Die Wilo SE präsentiert sich in Halle 3.2 auf dem Stand 318. Madaba ausreichend und zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Doch die jordanische Wasserbehörde hatte nicht die Mittel, das Vorhaben zu finanzieren. Wie sich die Modernisierung mit einer Investitionssumme von 440 000 Euro ohne Eigenkapital realisieren lässt, haben drei Projektpartner in Kooperation ausgearbeitet. Energieeinsparung finanziert Bauvorhaben Das Finanzierungskonzept sieht vor, dass ein Drittel der Gesamtsumme aus dem Fördertopf für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (EWP) der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) abgedeckt wird. Die übrigen zwei Drittel wird der Betreiber, das jordanische Wasserversorgungsunternehmen Miyahuna, allein mit den Einsparungen abdecken, die sich aus dem effizienten Betrieb der modernisierten Anlage ergeben. Diese Rechnung geht mit Pumpen des Herstellers Wilo auf, in denen Hocheffizienztechnologie zum Einsatz kommt. Die modernen Pumpenmodelle haben einen Wirkungsgrad von bis zu 75 Prozent und übertreffen so die Altgeräte, die auf 30 bis 50 Prozent kommen, deutlich. Die daraus resultierende Reduktion des Energieverbrauchs und der 36 UmweltMagazin März 2015

Wasserkreisläufe/Pumpen Special Betriebskosten macht das Hightech- Projekt finanzierbar, zumal sich Wilo bereit erklärte, die Baumaßnahme auf drei Jahre vorzufinanzieren. Der Pumpenproduzent agierte dabei als Partner des jordanischen Ingenieurplanungsund Beratungsunternehmens Engicon, über das zahlreiche staatliche Bauprojekte im Bereich der Wasserwirtschaft abgewickelt werden. Engicon erhält einen Teil der Rückflüsse aus den Energieeinsparungen und erstattet Wilo die Auslagen in halbjährigem Rhythmus zurück. Auf diese Weise soll die Finanzierung innerhalb von drei Jahren erfüllt werden. Qualitätsmanagement für die Zentrale Werkstatt Wala-Libb ist bereits das dritte Projekt, das Wilo in Jordanien durchführt. Die guten Verbindungen nahmen ihren Anfang im Jahr 2006, als die GIZ einen Hersteller von Bohrlochpumpen als Kooperationspartner für einen längeren Jordanien-Einsatz suchte. Dabei sollten Reparatur- und Wartungspläne für alle Pumpen in staatlichem Besitz erstellt werden, die unter der Obhut der Zentralen Werkstatt des Landes stehen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet erhielt Wilo den Zuschlag: Ein Jahr lang unterstützten Mitarbeiter des deutschen Unternehmens die Kollegen der Zentralen Werkstatt Jordaniens darin, neue Arbeitspläne zu erarbeiten, Prozesse zu optimieren und ein Qualitätsmanagement einzurichten, das modernen Ansprüchen gerecht wird. Um diesen Ergebnissen Nachhaltigkeit zu verleihen, wurden die Werkstatt- Mitarbeiter umfassend geschult. Nach dieser guten Zusammenarbeit registrierten das jordanische Ministerium für Wasser und Bewässerung sowie die Landeswasserbehörde das Dortmunder Unternehmen als zuverlässigen Projektpartner. Steuereinheiten der Pumpenanlage Hocheffizienz hilft CO 2 und Kosten sparen Ein weiterer Jordanien-Einsatz ergab sich für Wilo 2009, als die Wasserbehörde Jordaniens, die für den Betrieb aller Wasseranlagen zuständig ist, im Rahmen eines Pilotprojektes in Zusammenarbeit mit der GIZ Hersteller von Hocheffizienzpumpen suchte. Ziel des Projektes war es, Energie einzusparen und den CO 2 -Ausstoß zu vermindern. Denn als größter Stromabnehmer Jordaniens hatte die Behörde, die mit ihrem Pumpenbetrieb 15 Prozent des Landesstroms verbrauchte, ein besonderes Interesse daran, das jordanische Wasser- Management umweltfreundlicher und kostengünstiger zu gestalten. Dabei standen vor allem die veralteten Pumpen im Fokus, deren Wirkungsgrade sich in vielen Fällen nur auf 20 Prozent beliefen. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums beauftrage die Behörde Wilo, die Pumpstation Ebquoreyeh zu modernisieren. Dem Hersteller gelang es, die Zielvorgaben zu übertreffen – mit dem hohen Wirkungsgrad der neuen Druckmantelpumpen von Wilo werden seither 40 Prozent des zuvor für den Betrieb aufgewandten Stroms eingespart. Bereits nach einem Jahr hatten sich die Investitionskosten von 300 000 Euro amortisiert. Auch Qualität ist finanzierbar Das aktuelle Projekt in Wala-Libb setzt diese partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter fort. Eine Grundvoraussetzung dafür war, dass Wilo nicht einfach nur die Pumpen anlieferte, sondern auch an der passgenauen Gestaltung der jeweiligen Anwendung mitarbeitete. Dank seiner Expertise bei Energieeffizienz, verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und Umwelt sowie Entwicklung innovativer Konzepte setzte sich Wilo dafür ein, eine individuell optimierte Lösung zu finden und umzusetzen. Dr. Amer Mokbel, Wilo SE, Dortmund, amer.mokbel@wilo.com Bilder: Wilo

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