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4/5 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Wasser/Abwasser Bilder (2): Evides Bild 2: Membranbioreaktor (MBR) zur Wiederverwendung kommunalen Abwassers in der Industrie terien Wasserqualität, Effizienz und Kosten, Kundenzufriedenheit und Umweltaspekte. Neben einer Effizienzsteigerung, die in verschiedenen Untersuchungen mit bis zu30Prozent beziffert wird, verfolgt das Benchmark das Ziel,eine höhere Transparenzund letztendlich Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. Heute gehört das niederländische Wassernetz mit weniger als 6 Prozent Netzverlusten, einer Mitarbeiteranzahl vonkleiner1pro1000 Hausanschlüssen (Trinkwasser) und einer hervorragenden Wasserqualität zur Weltspitze. In denNiederlandengibteskeinenintegralen Tarif für Wasser. Die Abwasserentsorgung berechnetsichpro Einwohnergleichwert und pro Anschluss. Nur Trinkwasser wird pro Kubikmeter gerechnet. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicherPreis von3,87Europro m 3 . Damit liegen die Niederlande nach Dänemarkund DeutschlandinEuropa mit an der Spitze.ImDurchschnittwird1,51 Euro fürTrinkwasser berechnet. Dies beinhaltetnationale SteuerninHöhe von gut0,35Euro–Gelddas unter anderem für den Deichschutz verwendet wird. DieTarifevariierenauchinden Niederlanden stark, je nachregionalenGewinnungskosten. Die Wasserverbände decken alle Kosten über Steuern und Gebühren. Die drei Haupteinnahmequellen sind dabei verschmutzungsabhängige Gebühren, Hochwasserschutzabgaben und Abgaben zum Schutz und Management derRohwasserquellen. Konkurrenzfähige Unternehmen Die großen Wasserversorger wie etwa Evides oder Vitens beliefern in ihren Versorgungsgebieten jeweils mehr als eine Millionen Endkunden mit Wasser, unterhalten ausgedehnte Infrastrukturen anGewinnungsanlagen und Rohrnetzwerken und sind zudem Wasserlieferanten der ansässigen Industriebetriebe. Das Know-how, die entsprechende Größe der Wasserfirmen und der direkte Kundenzugang ermöglichten es, ein eigenständiges Industriekundengeschäft zu etablierenund ausländischer Konkurrenz zu begegnen. So entwickelte sich inden Niederlanden eine Struktur, inder viele große Industriebetriebe ihre Versorgung, Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung in die Hände derWasserversorgergeben. Als Wasserversorger der Provinz Zeeland und der Stadt Rotterdam, die den zweitgrößten Hafen der Welt beheimatet und zugleich einer der größten Chemiestandorte in Europa ist, wurden bei Evides schon früh die Potenziale eines eigenen Industriekundengeschäfts entdeckt und konsequent weiterentwickelt. Mit seiner Tochter Evides Industriewasser versorgt der Betrieb inzwischen einen Großteil der chemischen und petrochemischen Industrie im Hafen von Rotterdam sowie in den Industriezentren Vlissingen, Terneuzen und Delfzijl. In langfristigen Verträgen werden unterschiedlichste Ver- und Entsorgungslösungen angeboten. Die Unternehmen sind hierbei nicht nur Versorgern sondernauchProjektentwickler, denen das Design und die Planung, derBau derAnlagen sowie deren Finanzierung und der anschließende Betrieb obliegen (DBFO-Verträge; Design, Build, Finance & Operate). Anlagen wie die zentrale VE-Wasserversorgung im Hafen von Rotterdam oder die Industriekläranlagen von Vlissingen, Delfzijloderdem Flughafen von AmsterdamSchiphol wurden mit vielen unterschiedlichen Nutzern als Projekte entwickelt und werden mit eigenem Personal betrieben. Daneben existiert aber aucheine Vielzahl vonEinzelanlagen bei Kunden wie Dow Chemical, Shell, BASF, Yara oder DuPont, bei denen jeweils Prozesswasser und demineralisiertes Wasser nach den Wünschender Kundenproduziert wird. Allianzen in den Niederlanden Ausgehend von dieser Stärke im Industriewassergeschäft entwickelt Evides sein Geschäftsmodell auch außerhalb seines eigenen Versorgungsgebietes weiter. In den Niederlanden wurden hierzu mit anderen Wasserversorgern Allianzen geschlossen und entsprechendJoint Ventures gegründet.Im Osten kooperiert Evides mit dem größten niederländischen Wasserversorger Vitens im Joint VentureVEI (Vitens-Evides International). Neben der Entwicklung des Industriegeschäfts verbindet diese beiden Unternehmen zudem ihr entwicklungspolitisches Engagement, das in demProgram „Waterfor Life“ mit Wasserversorgern in weniger entwickeltenLändern derErde(zumBeispiel Vietnam, Philippinen, Malawi, Mozambique und Ghana) einen Know-how- Transfer organisiert. Relativ neu ist die Zusammenarbeit mit dem Wasserbetriebder Provinz Limburg,die als Evilim die Industriekunden imsüdlichen Teil Hollands anspricht. Vorallem aber im Norden von Holland konnten im JV North Water bereits viele erfolgreicheProjekte umgesetztwerden. Fazit Die durch sanften Druck entstandenen Strukturen im Wassersektor der Niederlande erweisen sichinvielfacher Hinsicht als äußerste effektiv. Trotz schwierigerBedingungen in derWasseraufbereitung durch hohe Salzfrachten und der Belastung der Oberflächengewässer, sind die Qualität des Wassers und die Verluste im Netz als Weltspitze zu bezeichnen. DasWasser wird zu konkurrenzfähigen Preisen bereitgestellt. Darüber hinaus haben die sichdie Wasserversorger als gewichtige Akteure in der industriellen Wasserversorgung etabliert und sich gegen globale Player behauptet. Aufbauendauf diesen positiven Entwicklungen setzt sich der Prozessder Konsolidierung weiterfortund entfaltetund schürtsomit die Innovationskrafteinerganzen Branche. Martin Braunersreuther, Evides Industriewasser, Wuppertal, m.braunersreuther@evides.nl 44 UmweltMagazin April-Mai 2012

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