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4/5 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Abfall/Recycling Bild: BMU/Christoph Busse/transit Seltene oder knappe Rohstoffe (hier: Silizium) müssen effizienter genutzt und recycelt werden. Materialeffizienz in Unternehmen Hohe Rohstoffkosten und Versorgungsrisiken setzen Unternehmen unter Druck, Material noch effizienter einzusetzen. Potenziale können auf allen Wertschöpfungsstufen gehoben werden: bei der Beschaffung, imProduktionsprozess oder beim Transport. Eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, wo die Schwerpunkte der Unternehmen zur Steigerung der Materialeffizienz liegen. Holger Techert und Dr. Hendrik Biebeler Fast die Hälfte der Kosten in der industriellenProduktiongehtauf den Materialverbrauch zurück. Durch den effizienteren Einsatz von Material können Unternehmen viel Geld einsparen. Studien haben ergeben, dass sich die Materialkostenineinigen Branchenum bis zu 20 Prozent verringern lassen. Ebenso können Unternehmen Risiken wiesteigende Preise oder Lieferengpässe durch eine gesteigerte Materialeffizienz reduzieren. Die Versorgung durch Importe ist bei einigen Metallen und Mineralien besonders riskant. Die Importquote liegt oft bei 100 Prozent. Rohstoffe wie Chrom, Platin oderWolframwerdenzudem nur in wenigen Ländern gefördert. Entsprechend groß ist die Marktmacht der Förderländer. Sie können hohe Preise durchsetzen. Umso wichtiger ist es für hiesige Unternehmen, mit den teuren Rohstoffen sorgsamumzugehen. Steigerungen derMaterialeffizienz könnenanvielenPunkten ansetzen:anden Materialien selbst, am Produktionsprozess, am Materialkreislauf oderaucham Verhaltender Mitarbeiter. Große Potenziale im Produktionsprozess Die Befragung des IW-Umweltexpertenpanels zeigt die wichtigsten praktiziertenAnsatzpunkte (siehe Grafik).Auf Platz 1stehenmit 61,4 Prozent der Nennungen Änderungen im Produktionsprozess.Inder Metallverarbeitung kann beispielsweise durch den Einsatz präziser arbeitender Werkzeuge der Verschnitt und somit der Ausschuss reduziertwerden. Kaum weniger wichtig ist die Kreislaufwirtschaft (59,6 Prozent). Material, das bereits einmal verwendetwurde, ist günstigerzubeziehen undhäufig zu geringeren Kosten zu verarbeitenals neues Material. Dies giltnicht nur für Metalle, sondern auch für Kunststoffe oder Baumaterialien und natürlich für Wasser, das im Unternehmengereinigt und wiederverwertet wird. Bei der Kaskadennutzung werden Materialien auf möglichstvielenWertschöpfungsebenen erneut verwendet. Ausrangierte Möbel zum Beispiel lassen sichzuSpanplatten für die Bauindustrie weiterverarbeiten. Ausgediente Bauspanplatten können wiederum recycelt oder inKraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutztwerden. Unternehmen setzen aber auch an denProduktenan, und zwar durch eine neue Produktgestaltung und durch neue Produkte (39,8 beziehungsweise 52,6Prozent). Beispiele sind die großen ersten Mobiltelefone oderComputer.In ihnen wurde sehr viel mehr Material verbautals heute. Mitarbeiter und Kunden müssen mitspielen Natürlich müssen auch die Mitarbeiter mitspielen und Regeln für einen sparsamen Mitteleinsatz anwenden. Deshalb versuchen viele Unternehmen, das Verhaltenihrer Mitarbeiterindieser Hinsicht zu beeinflussen, beispielsweise durchSchulungen (53,8 Prozent). Organisatorische Maßnahmen wie die Ein- 56 UmweltMagazin April-Mai 2012

Materialeffizienzmaßnahmen in Unternehmen Grafik: IW-Umweltexpertenpanel 4/2011 (Befragung von 172 Umweltexperten der Wirtschaft im September 2011, Angaben in Prozent) richtung eines Ideenmanagements helfen, den Faktor Mensch besser zunutzen (50,3Prozent). Zudem prüfen die Unternehmen, ob sie nicht alternative Materialien verwenden können (53,2 Prozent). Importrisiken lassen sich durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe verringern, wenn sie in Deutschlandangebaut werden. Im Fahrzeugbau lassen sich viele Metallteile durch Kunststoffe ersetzen. Davon profitiert auch der Kunde. Schließlich verringert der Einsatz von Kunststoffen das Gewicht des Fahrzeugs und damit dessen Verbrauch. Das Unternehmen kann also einen höheren Preisdafür durchsetzen. Fazit Insgesamt gibt esnur wenige Unternehmenohne Aktivitätenfür einenverbesserten Materialeinsatz. Im Panel sind es unter 10Prozent. Für den Großteil derUnternehmenist die Steigerung der Materialeffizienz also ein wichtiges Thema. Sie könnendadurch Kosten und Risiken reduzieren und sich gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Zum Beispiel durch einen höheren Kundennutzen der Produkte. Die recht gleichmäßige Verteilung der durchgeführten Materialeffizienzmaßnahmen zeigt, dass deutsche Unternehmen dabei in den unterschiedlichstenBereichen ansetzen. Holger Techert, Dr. Hendrik Biebeler; Institut der deutschen Wirtschaft Köln; Kompetenzfeld Umwelt, Energie, Ressourcen; techert@iwkoeln.de, biebeler@iwkoeln.de Meet the energy challenge N W Scannen SiediesenCodeund entdeckenSie, wiedurch Pumpen dieglobalen CO 2 -Emissionen deutlich reduziertwerdenkönnen Reduzieren Sie Ihre CO 2 -Emissionen, und erhöhen Sie Ihre Einsparungen–JETZT Pumpen kommen in unzähligenAnwendungen undalltäglichen Aufgaben zumEinsatz –sie sind für10%des weltweitenStromverbrauchs verantwortlich.Diese Menge lässtsichjedoch um 4%reduzieren, wennUnternehmen aufenergieeffiziente Pumpensysteme umstellen. Hier finden Sie heraus, wieSie Ihre Pumpeninstallationenoptimierenkönnen: www.grundfos.com/energy

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