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4/5 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Erneuerbare Energien Bild 3:Ersetzung konventioneller Gasaufbereitung mittels CO 2 -Abtrennung (oben) durch Methanisierung des im Biogas enthaltenen Kohlendioxids (unten). Bild: Fraunhofer IWES der Methanisierung hergestellt und in Gasfahrzeugen eingesetzt werden soll. DerAutomobilherstellerAudi wirdsich dazu mit vier3,6 MW-Windturbinenan einem Offshore-Windpark in der Nordsee beteiligen und in Werlte (Emsland) bis Ende 2013 eine Methanisierungsanlage mit 6,3 MW elektrischer Eingangsleistung bauen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Fraunhofer IWES, dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden- Württemberg (ZSW), der SolarFuel GmbH und EWE Energie AG durchgeführt. Die Energiewandlungskette von Wind über Strom und Wasserstoff bis hin zu Methan eröffnet gleich mehrere Möglichkeiten, Energie für die Mobilität einzusetzen und somit flexibel auf technische und marktseitige Entwicklungen zu reagieren: Neben der Nutzung des Methans in gasbetriebenen Fahrzeugen kann auch der durch Elektrolyse produzierte Wasserstoff inFahrzeugen mit Brennstoffzellen-Antrieben genutzt werden, ebenso wie der erzeugte Strom direkt in batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen verwendet werdenkann. Neue Perspektiven für den Betrieb von Biogasanlagen Biogasanlagenkönnen in der Zukunft eine wichtige Rolle in derEnergieversorgung spielen, indemsie Schwankungen derLeistungsabgabe vonWind- und Solaranlagen ausgleichen. Prinzipiell können sie je nach Bedarf entweder direkt Stromproduzieren, Biogas vorOrt speichernoderBiomethan ins Netz einspeisen. Mit Hilfe der Methanisierung kann die Fähigkeit von Biogasanlagen, zum Lastausgleich in elektrischen Netzen beizutragen, noch gesteigert werden. Eine mit einer Methanisierungseinheit nachgerüstete Biogasanlage kann bei Stromüberangebot Energie aus dem Netz aufnehmenund sie durch die Produktion vonzusätzlichemMethan speichern, das entweder in derBiogasanlage zurErhöhung des Methananteils im generierten Biogas genutzt oder aber direkt in dasGasnetz eingespeistwird. Biogas besteht zu etwa 55 Prozentaus Methan und 45 Prozent aus Kohlendioxid. Das für die Methanisierung benötigte Kohlendioxid ist also im Biogas enthalten. Es kann aus ihm abgeschiedenund dann derMethanisierungseinheit zugeführt werden oder aber das Biogas wird direkt zur Methanisierung geleitet [2]. Letzteres bedeutet, dass die Methanisierungseinheit als Alternative zur konventionellen Gasaufbereitung betrieben werden kann, um das Biogas Bild 4: Konventioneller Betrieb einer Biogasanlage (oben) und Nachrüstung mit einer Methanisierungseinheit zur Erhöhung des Methananteils im Biogas (unten). Bild: Fraunhofer IWES 62 UmweltMagazin April-Mai 2012

Stellenangebot Interessante Karriereperspektive bei renommiertem Kalkproduzenten Außendienstmitarbeiter Vertrieb Umwelt (m|w) Unser Auftraggeber, die Walhalla Kalk GmbH & Co. KG, ist als mittelständische Tochtergesellschaft der HeidelbergCement AG seit Jahrzehnten überaus erfolgreich in der Produktion von Kalk- und Mischprodukten tätig. Sitz des Unternehmens ist Regensburg, eine der florierendsten und geschichtsträchtigsten Städte Bayerns. Um das weitere Wachstum im Marktsegment Umwelt, in dem Produktentwicklung und Vertrieb von Kalk- und Mischprodukten für Anwendungen in Umweltverfahren betrieben wird, sicherzustellen, suchen wir derzeit einen Außendienstmitarbeiter (m/w) Vertrieb Umwelt. Ihre Aufgabe wird es sein, bestehende und neue Kunden aus den Märkten Abgasreinigung – unter anderem bei Müllverbrennungsanlagen und Metallschmelzwerken – sowie Trinkwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung in Industrie und Kommunen zu betreuen. Zudem gilt es, die Kunden in anwendungstechnischer Hinsicht zu beraten, um vorhandene Rezepturen anzupassen und neue Produkte zu entwickeln. Ferner übernehmen Sie Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit und vertreten die Interessen unseres Auftraggebers z. B. in Ausschüssen des Bundesverbandes Kalk. Eine umfangreiche Einarbeitung in dieses interessante Aufgabengebiet stellt unser Auftraggeber selbstverständlich sicher. In dieser Funktion berichten Sie direkt an den Leiter Vertrieb. Wir wenden uns an Personen, die über ein abgeschlossenes technisches oder naturwissenschaftliches Studium – idealerweise Chemie, Chemieingenieurwesen oder Umwelttechnik – und über Berufserfahrung im Vertrieb, der Anwendungstechnik oder dem Produktmanagement in der anorganischen Chemie verfügen. Englischkenntnisse runden Ihr Profil ab. Wir bieten eine mit hoher Eigenverantwortung ausgestattete Aufgabe, die je nach spezifischer Vorerfahrung kurz- oder mittelfristig konkrete Karriereperspektiven im Hause bietet. Für eine erste vertrauliche Kontaktaufnahme stehen Ihnen unsere Berater Herr Dr. Peter Hannen und Frau Claudia Steinacker unter der Telefonnummer 0221/801401-23 gerne zur Verfügung. Diskretion wird Ihnen zugesichert. Ihre Bewerbungsunterlagen (tabellarischer Lebenslauf, Zeugniskopien, Gehaltsvorstellungen, Eintrittstermin) senden Sie bitte unter der Kennziffer 0935442 an sandra.flick@kienbaum.de oder per Post an Kienbaum Executive Consultants GmbH, KAP am Südkai, Agrippinawerft 30, 50678 Köln. http://kienbaum.bewerbung.de Literatur [1]VDE (2009): „Energiespeicher in Stromversorgungssystemen mit hohem Anteil erneuerbarer Energieträger“. http://www.vde.com/de/fg/ETG/ Arbeitsgebiete/V1/Aktuelles/Oeffentlich/Seiten/Energiespeicherstudie-Ergebnisse.aspx [2] Trost, T.,Jentsch, M., Holzhammer, U., Horn, S. (2012): „Die Biogasanalagen als zukünftige CO 2 -Produzenten für die Herstellung von erneuerbarem Methan“. gwf-Gas/Erdgas, 3/2012, 172–179 [3] Sterner, M. (2009): Bioenergy and renewable power methane in integrated 100% renewable energy systems. Kassel: Kassel University Press [4]Specht, M., Baumgart, F.,Feigl, B., Frick, V.,Stürmer, B., Zuberbühler, U., Sterner, M., Waldstein, G. (2009): „Speicherung von Bioenergie und erneuerbarem Strom im Erdgasnetz“. In: FVEE/AEE (2009): Themen 2009. Forschen für globale Märkte erneuerbarer Energien, 69–78 in hinreichend reines Methan, das ins Gasnetz einspeisbar ist, zu wandeln (siehe Bild 3). In Biogasanlagen zur Stromerzeugung kann die Methanisierungseinheit eingesetzt werden, um den Methangehalt im Biogasspeicher zu erhöhen, indem im SpeichervorhandenesKohlendioxid methanisiert wird (siehe Bild 4). Bei Stromüberangebot kann also Energie gespeichert werden, indem die Menge des Methans im Biogasspeicher und somit die im Speicher enthaltene Energie erhöht wird. In den beiden Fällen werden die mit Methanisierungseinheiten nachgerüsteten Biogasanlagen zu sehr wirkungsvollen Energiespeichern. Bei Stromüberangebotwandeln sie überschüssige elektrische Energie in leicht speicherbare chemische Energie desgenerierten Methans um. Im ersten Fall geben sie die gespeicherteEnergie durch Methaneinspeisung in das Gasnetz wieder ab. Im zweiten Fall geschieht dies durch Einspeisung von elektrischer Energie ins Stromnetz, sodass in diesem Fall die nachgerüstete Biogasanlage sowohl durch die Entnahme von überschüssi- gem Strom als auch durch Einspeisung von elektrischer Energie zu Bedarfszeiten zur Netzstabilisierung beitragen kann. Am Eichhof, dem Standort des Hessischen Biogas-Forschungszentrums (HBFZ) in Bad Hersfeld, werden Fraunhofer IWES und die Landesregierungen von Hessen und Thüringen eine vom ZSW errichtete Pilotanlage von Solar- Fuel zur Methanisierung betreiben, um die Potenziale des kombinierten Betriebs von Biogasanlage und Methanisierungseinheit genauer zu untersuchen. Prof. Dr. Jürgen Schmid, Dr. Matthias Günther, Mareike Jentsch, Fraunhofer IWES ,Kassel; Dr. Michael Specht, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart; Gregor Waldstein, SolarFuel GmbH, Stuttgart; Reinhard Otten, Audi AG, Ingolstadt UmweltMagazin April-Mai 2012 63

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