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4/5 | 2012

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Branche Messbar

Branche Messbar abgedichtet Die ehemalige Deponie Aschen in Diepholz war eine klassische Mülldeponie. Bis vor etwa 20 Jahren wurden in der ehemaligen Sandgrube Siedlungsabfälle und bis vor wenigen Jahren Bauschutt eingelagert. In fünf Monaten realisierte die Köster GmbH dort ein Oberflächenabdichtungssystem, das Boden und Grundwasser auf Dauer vor Emissionen schützt, und modernisierte den vorhandenen Wertstoffhof. Hierbei wurde eine bestehende Planung des Ingenieurbüros IFAH aus Garbsen umgesetzt. Im Vordergrund stand vor allem die Sicherheit für die Umwelt. Die Deponie Aschen:Eine bis zu 13 Meter mächtige Schicht aus Hausmüll, Gartenabfällen und Bauschutt lagert in der ehemaligen Sandabbaustätte auf einer Fläche von fünf Hektar nordwestlich von Diepholz. Bis zum Jahr 2010 gab es weder eine Basis- noch eine Oberflächenabdichtung. Die Osnabrücker Köster GmbH realisierte für die AbfallWirtschafts- Gesellschaft mbH (AWG), Bassum, ein 42 000 Quadratmeter (m 2 )großes Oberflächenabdichtungssystem. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes wurden das Deponieareal und die angrenzenden Flächen als artenreiches Extensivgrünland bepflanzt. Ebenfalls zum Auftrag der Köster GmbH gehörten der Umbau und die Erweiterung eines angrenzenden Wertstoffhofes bei laufendemBetrieb, der Abriss einer Containerumschlaganlage, die Kanalisation des Oberflächenwassers sowie die Erweiterung der Zwischenlagerfläche um 4500 m 2 .Zudem baute die Köster GmbH rund 2200 Tonnen Schwarzdecke ein. Die von Lkw besondersstark frequentierten Abschnitte des Wertstoffhofes stabilisierte sie zusätzlich mit einer auf Geogitter angelegten Schottertragschicht. Wie bei einer Bewehrung verteilen diese Geogitter Lasten großflächig auf den Untergrund.Auf dieseWeise können Setzungen minimiert werden, ohne dass kostspielig und zeitaufwendig der vorhandene eingelagerte Boden komplett durch tragfähigeres Material ausgetauschtwerden muss. Versieglung durch Kunststoffbahnen Kernstück des Auftrages war die Oberflächenabdichtung der Deponie. Die Köster GmbH trug hierfür zunächst im Bereich des Wertstoffhofes 6000 Kubikmeter des Bauschutt-Müllgemisches ab und profilierte damit den nördlichen und südlichen Teil der Deponie, um dort ein Mindestgefälle herzustellen. Insgesamt 220 Winkelstützen mit einer Länge von bis zu2,50 Metern(m) bautesie ein, dieals Bewehrungskörper die Höhenversprünge abfangen. „Das Mindestgefälle garantiert, dass Oberflächenwassergar nichterst Die Köster GmbH realisierte für die Deponie Aschen ein Oberflächenabdichtungssystem (KDB), das Boden und Grundwasser auf Dauer vor Emissionen schützt. Im westlichen Bereich der Deponie verläuft der Entwässerungsgraben zwischen Wertstoffhof und Deponie (im Bild links). in Richtung Deponie versickert, sondern außerhalb des Deponiekörpers abgeführt wird“, erklärt Dipl.-Ing. Thorsten Cramer, zuständiger Projektleiter der Köster GmbH. Im nächsten Bauabschnitt versiegelte sie die Deponie mit einer Oberflächenabdichtung aus Kunststoffdichtungsbahnen und verlegte darüber eineDränmatte zur Ableitung des Niederschlagswassers. Cramer: „Dieses System ist wie ein Deckel, der über die Seiten der Deponie herausragt undsie komplett vom Oberflächenwasser abschirmt.“ Die Köster GmbH realisierte das polymere Abdichtungssystem aus Kunststoffdichtungsbahnen (KDB), die in einer einzigen Schicht verlegt werden. Anders als bei einer mineralischen Abdichtung, bei der bindiger, wasserundurchlässiger Bodeninzwei oder mehr Lageneingebaut wird. „Mit diesen Kunststoffabdichtungsbahnen lassen sich technisch hochwertige Großflächenabdichtungen fürdie 88 UmweltMagazin April-Mai 2012

Abdichtung von Deponien und Altlasten herstellen. Sie sind wirtschaftlich und zeichnen sich durch eine außerordentlich lange Funktionsdauer aus“, erläutert Cramer. Die Bahnen bestehen aus PE-HD (PE – Polyethylen; HD –hohe Dichte), die extrem resistentgegen Chemikalien, Mikroorganismen, Pflanzen sowie Nagetieren sind und weder Wasser noch Gas durchlassen. Mit einem Stemmbagger brachen die Bauspezialisten die alte Containerstation ab. Messsystem zeigt Leckagen an Nach dem Auslegen verschweißte die Köster GmbH die einzelnen Bahnen, wobei sie die Nähte nach einem dreistufigen Sicherheitssystem auf ihre Dichtigkeit überprüfte .„Wichtig ist, dass mögliche Leckagen auf Dauer ausfindig gemacht werden können. Um dies zu erreichen, haben wir ein Dichtungskontrollsystem installiert“, erläutert Cramer. Dazu baute die Köster GmbH in einem flächendeckenden Raster von 8x8m unterhalb der KDB und 25 x25 moberhalb der polymeren Abdichtung Elektroden als Messsensoren ein, die Undichtigkeiten melden und auf wenige Zentimeter genau orten können. Dieses System, das aufgebaut ist wie ein Schachbrett, nutzt das Verhalten des elektrischen Stroms. Er folgt dem Weg der Feuchtigkeit, die durch ein Leck in der Abdichtungdringt.„Selbst einLoch miteinemDurchmesser von 3mmkann mit diesem System genau ermittelt und an einem Computer dargestellt werden“, betont Cramer. Bilder (2): Köster GmbH Für die Entsorgung des methanhaltigen Deponiegases, das durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen in den verdichteten Reststoffen automatisch auf einer Deponie entsteht, realisierte Köster einen Methanoxidations-Biofilter am Höhepunkt der Oberflächenabdichtung. Erst dann verbaute sie über den Drainagerohren RAL-zertifizierten Blähton und verteilte ein Gemisch aus Mulch und Kompost, dasein sogenanntes Oxidationsfenster bildet. Bei dieser Methode zerlegen Mikroorganismen das Deponiegas in Kohlendioxid und Wasser. Der Blähton vergrößert dabei die zur Verfügung stehende Oberfläche des durchströmten Filters. Methan selbst wird in Verbindung mit Sauerstoff zu einem zündfähigen Gasgemisch und ist Mitverursacher der Zerstörung der Ozonschicht und somit der Erderwärmung. Außerdem ist in Deponiegas eine Vielzahl an Stoffen enthalten, die bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein können. Die verfüllten Bereiche derDeponieoberfläche deckte die Köster GmbH zunächst mit regionalem Oberboden ab, umzum Abschluss der Baumaßnahme die eigentliche Rekultivierung fertigzustellen, denn dann sind Sackungen infolge derbiologischen Abbautätigkeiten im Deponiekörper weitgehend abgeschlossen. Diese bis zu 1,2 mmächtige Rekultivierungsschicht stellt einen Magerstandort dar, auf dem eine entsprechende Rasenmischung ausgesät wurde. www.koester-bau.de Gratistest – 2 Ausgaben kostenlos •Bauingenieur • BWK Das Energie-Fachmagazin • Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft •HLH Lüftung/Klima, Heizung/Sanitär, Gebäudetechnik • Konstruktion •Lärmbekämpfung •Logistik für Unternehmen • Technische Sicherheit • UmweltMagazin •VDI-Z Integrierte Produktion • wt Werkstattstechnik-online www.springer-vdi-verlag.de UmweltMagazin April-Mai 2012 89

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