Aufrufe
vor 3 Jahren

4/5 | 2012

  • Text
  • Unternehmen
  • Umweltmagazin
  • Ifat
  • Entsorga
  • Energie
  • Wasser
  • Halle
  • Technik
  • Anlagen
  • Umwelt

Service Umweltmärkte

Service Umweltmärkte Wasserknappheit im Maghreb Bild: SXC Die drei Maghreb-Staaten haben durch ihre geografische Lage viel miteinander gemein: Sie sind Mittelmeer-Anrainer und werden vom Atlas-Gebirge durchzogen, nördlich davon herrscht ein feucht-warmes Klima; südlich liegt die extrem trockene Sahara-Wüste. Die Menschen in Nordafrika, hier vor allem in der Maghreb-Region Marokko, Tunesien, und Algerien sind von den Auswirkungen des globalen Klimawandels besonders betroffen. Politische sowie auch klimatische Rahmenbedingungen stellen große Herausforderung für die Wasserwirtschaft dar. Daher heißt es, die Gesellschaft für dieses Problem zusensibilisieren und nachhaltige Lösungen zu finden. German Water Partnership koordiniert Akteure im Wasserbereich, treibt Innovationen voran und bündelt Informationen. In diesem Jahr beteiligt sich das Netzwerk am Länder-Special „Afrika-Maghreb-Region“ auf der IFAT Entsorga. Matthias Wollers IFAT Entsorga Das Länder-Special „Afrika- Maghreb-Region“ findet im Forum/Halle A5 statt. Umder deutschen Wasserwirtschaft den Zugang zu Auslandsmärkten zu erleichtern und Kompetenzen zu bündeln, gründeteGerman WaterPartnership (GWP) imJahr 2009 15länderspezifische Arbeitsgruppen. Diese konzentrieren ihre Aktivitäten auf bestimmte Länder oder Regionen. Sie beteiligen sich anMessen und Konferenzen, organisieren Delegationsreisen und Informationsveranstaltungen –alles mit dem Ziel, das Netzwerk im Zielland oder der -region weiter auszubauen. Mittlerweile gibt es in der GWP 17solcher Länderforen mit Zielmärkten auf der ganzen Welt. Eines davon ist „Maghreb“, das sich mit verschiedenen Projekten für die Verbesserung der Wasserwirtschaft der drei nordafrikanischen Staaten Marokko, Tunesien und Algerien einsetzt. Politische und klimatische Rahmenbedingungen Die Märkte in den maghrebinischen Ländern sindungesättigt, bei gleichzeitig hohem Investitions- wie Innovationsbedarf imWassersektor. Durch den arabischen Frühling haben sich auch die Rahmenbedingungen in dieser Region verändert. Auch die klimatischen Gegebenheiten inder Region sind äußerst inhomogen. Von den schmalen humiden Küstenregionen im Norden bis zuden ausgedehnten hyperariden WüstenimSüden sinddie unterschiedlichsten Klimazonen anzutreffen. Dies alles hat auch Auswirkungen auf das verfügbare Wasserangebot, das hohen Schwankungen unterworfen ist. Bedingt durch den Klimawandel hat die RegionimmerhäufigerStarkregenereignisse zu verzeichnen, die zu Erosion und Infrastrukturschädenführen. Insgesamt steht die Wasserwirtschaft im Maghreb vor großen Herausforderungen wie etwa: 7 abnehmende Wasserressourcen, 7 Bevölkerungs-/Wirtschaftswachstum und damit einhergehende Zunahme des Trink-, Bewässerungs- und Prozesswasserbedarfs, 7 fortschreitende Urbanisierung und dadurch bedingte Zunahme desAbwasseraufkommens, 7 hohe Trink- und Abwasserverlusten durch überalterte und schlecht unterhaltene Ver- und -entsorgungsnetze, 7 Verunreinigung und Versalzung des Grundwassersowie 7 Verpflichtungendurch UN-Millenniumsziele und -Konventionen zuKlima, Desertifikation und Biodiversität. Capacity Development im Wassersektor Vor dem Hintergrund dieser großen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen haben die GWP und das Office National de l’Eau Potable (ONEP), das Netzleit- und Fernwirksystem in 92 UmweltMagazin April-Mai 2012

Service Die Flaggen der drei Maghreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien (v.l.n.r.) Bild: GWP Marokko, im Januar2010ein Kooperationsabkommen geschlossen. Gleichzeitig wurdemit demnationalenNetzwerk Pôle de Competence Eau &Environnement (PC2E) eine Kooperation unterzeichnet und ein deutscher Ansprechpartner innerhalb der GWP hierfür benannt. Diese Abkommen werden mittlerweile durch verschiedene Projekte mit Leben gefüllt, wobei hier zunächst das Capacity Development und weniger kommerzielle Projekte im Vordergrund stehen. Ein Beispiel dafür ist die Kooperationsvereinbarung zwischen dem nationalen Studien- und Forschungsinstitut German WaterPartnership German Water Partnership e.V. (GWP) hat sich in den vier Jahren ihres Bestehens zu einem weit verzweigten Netzwerk entwickelt. Als Botschafter der deutschen Wasserbranche fungiert GWP als zentrale Anlaufstelle für Anfragen aus der ganzen Welt. Die über 330 Mitglieder decken den gesamten Bereich der Wasserwirtschaft und -forschung ab und ermöglichen es, gemeinsam Lösungen für alle Problemstellungen zu erarbeiten. Ein wichtiges Anliegen ist für Wasserund ErneuerbareEnergienan der Universität Marrakesch und GWP- Mitgliedern wie der Fachhochschule Köln, dem Beratungsunternehmen Com.E Partner, Eichenberg, und der von dieser gegründeten studentischen Unternehmensberatung für Umwelt „JECA“ an der Universität Cadi Ayyad/ Marrakesch. Gegenstand sind hierbei Aufbau und Durchführung vonoffenen Weiterbildungsangeboten für den Wassersektor. Mittlerweile werden die drei Ausbildungsgänge Betriebsführer Kläranlage,Wartungstechniker undBetrieb Abwassernetze angeboten, die an das deutsche duale System angelehnt sind. und war von Anfang an die Unterstützung des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Millennium-Entwicklungsziels: den Anteil der Weltbevölkerung, der keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen hat, bis 2015 um die Hälfte zu senken. Anfang März dieses Jahres teilten Unicef und WHO mit, dass der erste Teil dieses Ziels bereits erreicht sei. Ein großer Erfolg, an dem auch die deutsche Wasserbranche ihren Anteil hat. Moderne Kläranlagen, wie diese inMarrakesch/ Marokko, die unter der Beteiligung der GWP-Mitglieder IGIP und Pöyry Environment gebaut wurde, sind im Maghreb ein seltener Anblick. Hinzukommen Studienreisen, in deren RahmenEntscheideraus Marokkodeutsche GWP-Unternehmenbesuchen, um sich zum Beispiel über grabenlose Kanalsanierung oderandereszuinformieren. Des Weiterenhat German WaterPartnership zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Teilnahme marokkanischer Partner ander vergangenen IFAT Entsorgaunterstütztund hat selber an internationalen Konferenzen, wie der WATEIC 2011 oder der AfWA2012in Marokkoteilgenommen. In diesem Jahr findet, inZusammenarbeit mit den Deutschen Außenhandelskammern, eine Delegationsreise deutscher Entscheider nach Marokko statt, bei deresumdie ländliche Wasserversorgung geht. Hinzu kommen wissenschaftliche Vorhaben,bei denendie Behandlung vonAbwässernaus OlivenmühlenThema ist. Undauchjetzt beteiligt sich GWP wieder an der IFAT Entsorga – mit ihrem Länder-Special „Afrika-Maghreb-Region“. Matthias Wollers, stellv. Leiter Länderforum Maghreb, German Water Partnership e.V., Berlin, www.germanwaterpartnership.de UmweltMagazin April-Mai 2012 93

Ausgabenübersicht