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01-02 | 2017

Nachrichten Destatis In

Nachrichten Destatis In 2015 wurden 64 Prozent des Klärschlamms verbrannt Wie das Statistische Bundesamt (Destatis), Wiesbaden, mitteilt, wurden im Jahr 2015 deutschlandweit mit mehr als 1,1 Mio. t Klärschlamm (Trockenmasse) der überwiegende Teil des Klärschlamms von öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen verbrannt. Dies entspricht einer Steigerung um 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden damit gut 64 % der Gesamtmenge des direkt entsorgten Klärschlamms von rund 1,8 Mio. t thermisch entsorgt. Von diesem gingen gut 432 500 t in die Monoverbrennung und knapp 446 900 t in die Mitverbrennung. Für die übrigen knapp 269 300 t liegen keine Informationen zur Art der Verbrennung vor. Über die vergangenen Jahre zeigte sich ein Trend hin zur thermischen Entsorgung von Klärschlamm. Der entsprechende Anteil stieg von 2012 bis 2015 um 9 %. Der Anteil des in der Landwirtschaft, beim Landschaftsbau sowie bei sonstiger stofflicher Verwertung verwerteten Klärschlamms verringerte sich von 40 % im Jahr 2014 auf 36 % im Jahr 2015. So wurden noch rund 24 % des Klärschlamms in Klärschlamm mit Trockenrissen. der Landwirtschaft und gut 11 % im Landschaftsbau eingesetzt. Die übrigen Mengen wurden einer sonstigen stofflichen Verwertung zugeführt. www.destatis.de Bild: Hannes Grobe/Wikipedia PwC-Studie Zusätzliche Jobs durch Klimaschutzpaket Die von der Bundesregierung 2014 beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen schaffen zusätzliches Wirtschaftswachstum und neue Jobs. Der volkswirtschaftliche Nutzen übersteigt die Kosten der Maßnahmen deutlich. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC), das vom Bundesumweltministerium mit einer wirtschaftlichen Bewertung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 beauftragt wurde. Bewertet wurden 79 der insgesamt 107 Einzelmaßnahmen des Aktionsprogramms; betrachtet wurden die Be- und Entlastungen über die gesamte Lebensdauer der Maßnahmen sowie makroökonomische Effekte. Insgesamt bewirken die beschlossenen Maßnahmen laut Studie ein zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von etwa 1 % generieren. Die Beschäftigungswirkung beziffert die Untersuchung mit knapp 430 000 zusätzlichen Beschäftigten im Jahr 2020. In der Kosten-Nutzen-Analyse übersteigen die Einsparungen die Kosten bei weitem. Allein für die privaten Haushalte führt die Umsetzung der Maßnahmen des Aktionsprogramms in der Summe zu einer Nettoentlastung in Höhe von insgesamt 26 Mrd. € durch eingesparte Energiekosten. www.bmub.bund.de Bild: Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio.de Europa – kurz notiert >>> Am 31. Dezember 2016 ist die Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) in Kraft getreten. Damit gelten striktere verbindliche Emissionshöchstmengen für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Ammoniak, flüchtige organische Verbindungen (außer Methan) und Feinstaub ab 2030. Für 2025 wird es für jeden Mitgliedstaat einen Emissionsrichtwert geben, auf ein verbindliches Ziel – wie von der EU-Kommission ursprünglich vorgeschlagen – konnten sich Rat und EU-Parlament nicht einigen. >>>Ende Dezember letzten Jahres hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes für eine Reform des europäischen Emissionshandelssystems für den Zeitraum bis 2030 gestimmt. Die geplanten Änderungen gehen über die Vorschläge der EU-Kommission hinaus, aber vielen Umweltschutzorganisationen nicht weit genug. Erstens soll die Marktstabilitätsreserve gestärkt werden, um das Überangebot von momentan über zwei Milliarden Emissionszertifikaten in den Griff zu bekommen. Die Ausschussmitglieder haben sich darauf verständigt, dass die zu versteigernde Anzahl von Zertifikaten pro Jahr nicht mehr um 12 sondern um 24 % der jährlichen Überschüsse verringert wird, wenn die jährliche Überschussmenge 800 Millionen Zertifikate überschreitet. Somit sollen mehr in die Reserve gehen, damit letztlich der Preis wieder steigt. Der Preis für eine Tonne CO 2 betrug in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016 durchschnittlich nur rund 5,30 €. 10 UmweltMagazin Januar - Februar 2017

Nachrichten Duale Systeme Nachhaltige Sicherung der privatwirtschaftlichen Verpackungsentsorgung Die dualen Systeme BellandVision, Der Grüne Punkt, Interseroh und Veolia Dual haben eine weitere Initiative gestartet, um die privatwirtschaftliche Lösung zur haushaltsnahen Verpackungsentsorgung nachhaltig zu sichern und damit eine noch bestehende Lücke der derzeitigen Vereinbarungen geschlossen. Konkret vereinbaren die teilnehmenden Systeme, dass die vom Kunden gemeldeten Verpackungen nicht eigenmächtig anderen – nicht am dualen System teilnehmenden – Verpackungsarten ohne ausdrückliches Wissen beziehungsweise Auftrag des Kunden zugewiesen werden, und dass dies im Rahmen der ohnehin stattfindenden Prüfung durch die System-Wirtschaftsprüfer explizit geprüft wird. Dies ist für die verpackenden Unternehmen nicht nur deshalb wichtig, weil sie nach VerpackV für die richtige Zuweisung in der Verantwortung stehen, sondern insbesondere auch weil mit Umsetzung der Vereinbarung und Prüfung die Vergleichbarkeit der Angebote gesichert ist. Die Vereinbarung ist bewusst so konzipiert, dass sich dieser alle dualen Systeme anschließen können, um gemeinsam eine valide Basis für eine gesicherte privatwirtschaftliche Verpackungsentsorgung zu schaffen. Mögliche Fehlverhalten gegen diese Vereinbarung werden im Kreise der teilnehmenden dualen Systeme bilateral mit entsprechenden Strafaufschlägen sanktioniert. www.albagroup.de Bild: Alba Group IE expo China Erweitertes Ausstellungsspektrum Von 4. bis zum 6. Mai 2017 vereint die IE expo China die gesamte asiatische Umweltbranche im Shanghai New International Expo Centre. Die Teilnehmer der Fachmesse erwartet zukünftig ein größeres Ausstellungsspektrum. Mit den Themen Sponge City- Technologien sowie Straßenreinigung und -instandhaltung werden zwei zusätzliche Segmente in das Angebot aufgenommen. Damit berücksichtigt die IE expo China aktuelle und zukünftige Bedürfnisse des asiatischen Umweltmarktes. Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche Key Player aus der Branche vertreten. Neu ist auch ein Länderpavillon der EU-Staaten. Weitere Gemeinschaftsbeteiligungen aus Dänemark, Deutschland, Italien, Japan, den Niederlanden, Südkorea, der Schweiz, Tschechischen Republik sowie den Vereinigten Staaten sind geplant. www.ie-expo.com Die IE expo China berücksichtigt die derzeitigen und künftigen Bedürfnisse im asiatischen Umweltmarkt. Bild: Messe München A.T. Kearney-Studie Verpackungsgesetz wird für Fortschritt sorgen Durch das geplante Verpackungsgesetz (VerpackG) kommen keine oder nur geringe Zusatzkosten auf die deutsche Wirtschaft zu. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney im Auftrag des Grünen Punkts. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem deutlich höhere Recyclingziele vor – sowohl für die einzelnen Materialarten als auch für die gesammelten Abfälle insgesamt. Durch diese Anpassungen erwartet A.T. Kearney keine Kostensteigerungen: Es müsse in die Sortieranlagen investiert werden, dem gegenüber stehe aber ein Produktivitätsgewinn sowie Einsparungen für die thermische Entsorgung, sodass in Summe der Mehraufwand ausgeglichen werde. Zu höheren Kosten könnten allenfalls Änderungen in der Sammelinfrastruktur führen, denn die Kommunen sollen durch das VerpackG größere Mitspracherechte bei der Ausgestaltung der Sammlung erhalten. Erwartet wird, dass sich die Entsorgungsrhythmen für die Gelbe Tonne verkürzen. Dadurch könne es zu höheren Sammelmengen und mehr Fehlwürfen kommen und in der Folge zu höheren Transport- und Sortierkosten. Diese Kosten könnten maximal rund 45 Mio. € betragen. Insgesamt sieht A.T. Kearney durch Änderungen in der Sammelinfrastruktur, höhere Verwertungsmengen und höhere Quotenvorgaben Kostensteigerungen in Höhe von maximal 107 Mio. € in 2020. www.gruener-punkt.de UmweltMagazin Januar - Februar 2017 11

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