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01-02 | 2017

Management Software für

Management Software für die Unternehmensplanung Das Unternehmen Gustav Scherrieble nutzt eine Business-Intelligence-Software für die Monats- und Jahresplanung des Recycling-Unternehmens. Für die Monats- oder Jahresplanung stehen Unternehmen verschiedene Business-Intelligence (BI)-Lösungen zur Verfügung. Im Jahr 1998, als sich die Gustav Scherrieble GmbH & Co. KG, Esslingen, für BPS-ONE der Denzhorn Geschäftsführungs-Systeme GmbH aus Ulm-Jungingen entschied, gab es auf dem Markt noch keine große Auswahl. Bis heute wurde die Software immer wieder den individuellen Anforderungen des Anwenders angepasst. Das ermöglicht, dass die BI-Lösung mit dem Unternehmen wächst. Die Gustav Scherrieble GmbH & Co. KG ist im Bereich Entsorgung, Recycling und Sekundärrohstoffe tätig. Das Unternehmen beschäftigt 280 Mitarbeiter in zehn Gesellschaften und kommt auf ein Gesamtaufkommen von über 120 000 t/a. Vor 20 Jahren hielt Scherrieble alle wichtigen betriebswirtschaftlichen Unternehmensdaten der Denzhorn Geschäftsführungs-Systeme GmbH Gruppe zentral vor, war allerdings mit den Anwendungs- und Auswertungsmöglichkeiten der damaligen Software nicht zufrieden. Daher suchten die Verantwortlichen nach einer ausgereiften BI, die den eigenen Anforderungen entsprach. Die Entscheidung viel auf BPS- ONE von Denzhorn. Zunächst setzte der Entsorger die Lösung nur für das Die im Jahr 1994 gegründete Denzhorn Geschäftsführungs-Systeme GmbH ist in den Bereichen Planung, Controlling, Konsolidierung und strategische Unternehmensführung tätig. Die Grundlage ihrer Leistungen ist das BusinessPlanSystem (BPS-ONE). Es ermöglicht den Aufbau einer betriebswirtschaftlichen Planung, durchgängig vom Ergebnis und Cashflow bis zur Bilanz und Liquidität. Die Umsetzung der Planung wird durch einen Controlling-Prozess mit Soll-Ist-Vergleich, Prognose und Simulation kontrolliert. BPS-KONS ist eine BPS-ONE ergänzende Software zur legalen Konsolidierung. Damit können Ist- und Planwerte sowie Prognosen in die Konsolidierung einbezogen werden. Beide Lösungen sind modular in verschiedene Softwareumgebungen integrierbar, an die jeweilige Unternehmensgröße und Branche anpassbar und bei Bedarf jeweils erweiterungsfähig. Mutterunternehmen ein. Mit der Zeit expandierte die Gruppe jedoch, so dass auch die neuen Tochtergesellschaften in das System integriert wurden. Die BI-Software wird darüber hinaus für die Jahresplanung der Unternehmensgruppe und den jeweiligen Gesellschaften sowie für die monatlichen Soll-Ist-Vergleiche eingesetzt. „Die Stärke von BPS-ONE sind die umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten“, sagt Scherrieble-Geschäftsführer Wolfgang Geiselmann und nennt neben den monatlichen Auswertungen auch die Vergleichsmöglichkeit wichtiger Kennzahlen mit denen des Vorjahres sowie die Prognosefunktionen als Beispiele. „Damit erstellen wir nicht nur Kosten- sondern auch Liquiditätspläne.“ Dadurch soll das Unternehmen jederzeit den Überblick über laufende und zukünftige Kostenentwicklungen wie zum Beispiel Steuern oder Sonderzahlungen behalten und aufgrund der Prognoserechnungen seine Liquidität planen können. Kennzahlen und Simulation Das ist nur ein Bereich, in dem die Anwendung zum Einsatz kommt. Die Gruppe errechnet mit der Software Kennzahlen wie beispielsweise Lagerbestände, Cashflow, Liquiditätsgrade oder durchschnittliche Forderungsbestände, Abschreibungen und Rentabilität. Auf dieser Basis erstellt der Entsorger seine Planung. „Dank des BI verfügen wir über ein Frühwarnsystem, falls die Kennzahlen von der Planung abweichen“, so Geiselmann. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen auch die Simulationsfunktionen. Wissen die Verantwortlichen beispielsweise zu Beginn des Jahres, dass sie im Juni einen großen Sonderauftrag erhalten werden, für den sie weitere Mitarbeiter benötigen, lassen sich mit der Software unter anderem die zu erwartenden Umsätze und Personalkosten bis zum Jahresende vorberechnen. Hilfreich soll dies auch bei Fremdfinanzierungen sein, vor allem wenn es sich um größere Volumina handelt, für die Banken neben dem Jahresbericht auch die Vorlage von Reports fordern. Diese erstellt Scherrieble mit der BI und verschickt sie quartalsweise. „Das hat frü- 38 UmweltMagazin Januar - Februar 2017

Management Mit der Software können die Mitarbeiter die Finanzplanung des Unternehmens verwalten. Bidler: Scherrieble her sehr lange gedauert und Arbeitskraft gebunden“, so Geiselmann. Heute wäre die manuelle Erstellung solcher Reports angesichts immer neuer rechtlicher Anforderungen noch aufwendiger. Durch das Programm sollen sie auch revisionssicher sein. „Wir haben für uns die richtige Lösung gefunden“, sagt Geiselmann. SAP wäre für die Gruppe beispielsweise zu umfangreich. Auch BPS-ONE ist über die Jahre gewachsen und heute nicht mehr mit der Version von vor 18 Jahren vergleichbar. „Denzhorn erweiterte die Lösung durch neue Versionen und Jahres- Updates, so dass sie stets unsere Anforderungen erfüllt“, so Geiselmann. Zudem ist er mit dem Support zufrieden. Bei größeren Veränderungen greift das Recycling-Unternehmen auch auf die persönliche Betreuung durch einen Consultant des Software-Entwicklers zurück. Bernd S. Kirschner, Denzhorn Geschäftsführungs-Systeme GmbH, Ulm, b.kirschner@denzhorn.de Management von globalen Beschaffungsketten Moderne Plattformlösungen ermöglichen die Einbindung der Lieferkette in das Nachhaltigkeitsmanagement. Ein modernes Nachhaltigkeitsmanagement kann zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Besondere Bedeutung hat dabei die Einbindung und Bewertung der eigenen Lieferkette. Was früher mit individuellen Fragebögen und teuren Vor-Ort-Audits sichergestellt wurde, können heute moderne Plattformlösungen leisten – zum Nutzen aller Parteien. EcoVadis bündelt Anfragen und bietet über 20 000 Unternehmen mehr Transparenz. Die DFGE – Institute for Energy – Ecology – Economy, Greifenberg / München, unterstützt teilnehmende Unternehmen für ein einfacheres Daten- und Risikomanagement. Durch gesellschaftliche Effekte wie die Globalisierung oder die digitale Transformation ist heute bereits fast jedes Unternehmen Teil einer globalen Lieferkette. Daher sollte sich auch die Bewertung und Analyse von Nachhaltigkeitsaspekten über das Kerngeschäft hinaus erstrecken und die Umwelt- und Bild: unsplash.com Sozialrisiken in der Beschaffungskette mit berücksichtigen. Aktuell werden diese vor allem von großen Unternehmen analysiert und bewertet. Immer öfter finden die Ergebnisse auch Einzug in die Einkaufsabteilungen oder die Lieferantenbewertung für laufende und neue Kundenaufträge. Somit ist die Monetarisierung von Leistungen im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) direkt im Geschäftsleben angekommen. Immer mehr setzen bei dieser Bewertung nicht mehr auf individuelle Lösungen und kostspielige Audits. Softwarelösungen wie EcoVadis ermöglichen eine globale, einheitliche und vergleichbare Befragung und Bewertung der eigenen Zulieferkette. Ein Vorteil liegt dabei auf den entstehenden Skaleneffekten: So ist es möglich, die Informationen über die Lieferkette allen Interessenten zur Verfügung zu stellen. Damit spart es Zeit und Ressourcen ein, indem die Beantwortung nur einmalig erfolgt, jedoch mehrfach genutzt werden kann. Die Plattformen speisen sich zumeist aus bereits verfügbaren oder verwandten Bereichen wie dem Umweltmanagement, Zertifizierungen, Human Resources oder Arbeitssicherheit. Lieferantenbefragung online EcoVadis stellt seine Frage- und Bewertungsmethodik als Online-Plattform zur Verfügung. Dabei können die Einkäufer – die Anfragenden, meist multi- UmweltMagazin Januar - Februar 2017 39

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