Aufrufe
vor 2 Jahren

01-02 | 2017

Management Umwelt

Management Umwelt Soziales Ethik Beschaffungskette Energieverbrauch Gesundheit und Sicherheit Korruption und Bestechung Umwelt Wasser Arbeitsbedingungen Wettbewerbswidrige Praktiken Arbeitspraktiken Biologische Vielfalt Arbeits- und Karrieremanagement Faires Marketing Menschenrechte Luftverschmutzung Kinder und Zwangsarbeit Materialien, Chemikalien und Abfälle Vereinigungsfreiheit Luftemissionen Nichtdiskriminierung Treibhausgase Grundlegende Menschenrechte Nutzung und Verwertung / Lebensende von Produkten Gesundheit und Sicherheit der Kunden Strukturierung der Themenblöcke in den Fragebögen. nationale Unternehmen – standardisierte Fragenblöcke an eine Auswahl der eigenen Lieferanten stellen. Die Fragen aus den Kernbereichen Umwelt, Soziales, Ethik und Beschaffungskette sind dabei einheitlich und von Branche, Standort und Größe des Angefragten abhängig. So soll sichergestellt sein, dass auch weitere Einkäufer mit der gleichen Bewertung arbeiten können und das angefragte Unternehmen nur einen Fragebogen beantworten muss. Die Bewertung und Einstufung in ein Punktesystem erfolgen dabei durch EcoVadis-Analysten. Durch diesen Filter soll sichergestellt werden, dass die Daten und Dokumente auf Wunsch auch nur von dem Software-Entwickler als zentrale Stelle gesichtet und bewertet werden können. Ob der Anfragende die hinterlegten Antworten und Dokumente auch sehen darf, obliegt dem jeweiligen antwortenden Unternehmen. Die Fragebögen sind nach Themenblöcken strukturiert. Gerade bei Unternehmen, die nur in Deutschland aktiv sind, können Fragen nach hierzulande selbstverständlichen Themen wie Menschenrechte, Kinderarbeit oder Vereinigungsfreiheit auf Skepsis stoßen. Die Methode ist jedoch global ausgelegt und muss auch der Prüfung durch Experten standhalten. Zudem geht es auch immer um ein klares Signal, diese Bereiche auch transparent in der eigenen Lieferkette umzusetzen. Der Assessment-Prozess Sobald sich ein Unternehmen entscheidet, Informationen zum Nachhaltigkeitsmanagement von einem Lieferanten anzufragen, bekommt dieser eine Einladung, um sich online auf der Plattform zu registrieren. Danach wird für ihn sowohl ein Fragebogen sichtbar als auch die anfragenden Unternehmen. Innerhalb eines gegebenen Zeitraums können dann die Antworten gegeben werden. Dies wird dabei durch die Bereitstellung von relevanten Dokumente oder Verweise ergänzt, die dem Prüfer eine valide Bewertung ermöglichen. Die hochgeladenen Belege lassen sich dabei mehrfach referenzieren. So können die vorhandenen Themen wie Umwelt- und Energiemanagement, Zertifikate, Umweltberichte, Emissionsbilanzen, Policies sowie Kennzahlen den jeweiligen Themenblöcken zugeordnet werden. Von besonderer Bedeutung sind dabei folgende drei Themen, die somit auch zu einer höheren Bewertung führen: einschlägige Policies wie eine Umwelt-Policy, Social Governance sowie eine klare, vom Management bestätigte, Umwelt- und CSR-Strategie sowie die damit verbundenen Ziele, die valide Erfassung und die Berichterstattung von Key Performance Indicators, die sich auf die jeweiligen Themenblöcke beziehen, eine transparente interne und externe Berichterstattung. Neben der unternehmenseigenen Antwort erstellt EcoVadis selbst über einen 360-Grad- Check eine Übersicht der öffentlichen Meldungen und gleicht die Ergebnisse mit dem Fragebogen ab. Dabei kann der Lieferant festlegen, welche Inhalte mit den anfragenden Unternehmen geteilt werden. Der Check geht jedoch in jedem Fall in die Bewertung mit ein. Nach der Beantwortung erfolgt eine Analyse durch Experten, die eine Bewertung in einem Punktesystem von 0 bis 100 vornehmen und im Anschluss eine Score Card erstellen. Diese beinhaltet sowohl eine jeweilige Bewertung der Teilbereiche Umwelt, Soziales, Ethik und Lieferkette als auch priorisierte Handlungsfelder von offenen oder zu verbessernden Aspekten. Viele der anfragenden Unternehmen setzen zudem auf eine Mindestpunktzahl. Sollte diese nicht erfüllt sein, kann dies zu spürbaren Konsequenzen bei der Auftragsvergabe oder der Lieferantenbewertung führen. Erfolgreiches CSR-Management Informationen über Lieferketten nehmen eine zentrale Rolle für Unternehmen ein. Um jedoch einen nachhaltigen Effekt zu generieren und nicht nur Anforderungen aus Bewertungssystemen zu erfüllen, empfiehlt es sich, Standardmodule zu erarbeiten, die für die verschiedenen Bewertungsplattformen verwendet werden können. Neben der einheitlichen Darstellung der vorhandenen Umwelt- und Energiedaten, etwa in Form von ISO-Zertifizierungen, bilden eine unternehmensweite Emissionsbilanz, ein Corporate Carbon Footprint, eine Darstellung der gesamten CSR-Bemühungen in einem internationalen Standard und eine vernünftige Umweltpolicy in Verbindung mit der Integration aller Themen in die eigenen Einkaufs- und Lieferantenbewertungen eine solide Grundlage, um aktuelle und zukünftige Anforderungen zu erfüllen. Nicht nur in Bezug auf externe Bewertungen ist diese Standardisierung interessant. Sie hilft Unternehmen, die eigenen Aktivitäten zu strukturieren und zu steuern und so ein langfristiges, erfolgreiches CSR-Management zu erarbeiten. Stefanie Augustine und Wolfgang Berger, DFGE – Institut für Energie, Ökologie und Ökonomie, Greifenberg / München, augustine@dfge.de, berger@dfge.de Tabelle: EcoVadis 40 UmweltMagazin Januar - Februar 2017

Wasser Rinnenelemente entwässern den Verladebereich am Hafenbecken. Fertigelemente schaffen dichten Untergrund Unternehmen, die mit Umwelt gefährdenden Stoffen arbeiten, müssen gewährleisten, dass diese nicht in Boden und Grundwasser gelangen. Die Spedition M. Zietzschmann GmbH & Co. KG, Neuss, nutzt ein System der Mall GmbH aus Donaueschingen, um ihre Betriebsflächen abzudichten. Die Versiegelung ist modular und bereits kurz nach dem Verbau befahrbar. Im Jahr 2011 wurde eine Lagerhalle der Spedition M. Zietzschmann bei einem Großbrand im Neusser Hafen zerstört. Deren Wiederaufbau zog sich über zwei Jahre hin. Es galt, Genehmigungsverfahren zu durchlaufen sowie eine ausführliche Planung und komplexe Bauweisen zu bewältigen. Die Halle einschließlich ihres Umfeldes sollte den neuesten technischen Standards entsprechen – nicht nur in betrieblicher Hinsicht, sondern auch in Sachen Umweltschutz. Ein Ziel des Unternehmens ist es, den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Die Spedition sieht ihre Zukunft auch als zugelassener Entsorgungsfachbetrieb im Recyclingbereich. Umwelt verantwortliche Logistik Stück- und Schüttgutlogistik weltweit sind die Standbeine von Zietzschmann. Vor allem die Schüttgutsparte ist mit umwelttechnischen Herausforderungen verbunden. Das Betriebsgelände im Neusser Hafen ist Lager- und Umschlagplatz für eine Vielzahl von Gütern mit ebenso unterschiedlichen Bestandteilen, die nicht in den Boden und das Grundwasser gelangen dürfen. Mit Stoffen aus den Branchen Düngemittel, Mineralien, Chemie, Baustoffe und Biomasse arbeitet das Logistik-Unternehmen seit langem. Vermehrt kommen Stoffströme aus dem Recycling von Roh- und Wertstoffen hinzu sowie aus der Verwertung von Ersatzbrennstoffen und Abfällen. Eine entsprechende BImSchG-Genehmigung liegt seit Mai 2015 vor. Voraussetzung für diese genehmigungsrechtliche Erweiterung war ein umwelttechnischer Ausbau, der im Zuge der Hallenneuerrichtung erfolgte. Eine der Herausforderungen bestand darin, Boden und Grundwasser durch sichere Barrieren zu schützen. Dem Risiko, dass Niederschläge aus den gelagerten Gütern Schadstoffe auswaschen und in den Boden eintragen, musste mit Systemen zum Rückhalt, Sammeln und Behandeln solcher wassergefährdender Flüssigkeitsströme begegnet werden. Hierfür wurde die Mall GmbH hinzugezogen. Das Unternehmen mit Stammsitz in Donaueschingen bietet Komplettlösungen auf dem Gebiet an, und im Ergebnis von Beratung und Planung erteilte Zietzschmann den Auftrag zum Bau von zwölf Behälterbauwerken unterschiedlicher Zweckbestimmung sowie des Ableitflächensystems NeutraDens. Versiegelte Flächen NeutraDens ist für die flüssigkeitsdichte Versiegelung von Flächen konzipiert, auf denen wassergefährdende Stoffe anfallen können. Die Schadstoffe dürfen weder in Boden und Grundwasser abgeschwemmt werden noch durch die Kanalisation in Kläranlagen gelangen. Dieser Vorgabe des Gesetzgebers entspricht die Versiegelung ebenso, wie den Anforderungen, die ein solches System aus Sicht des Anwenders erfüllen muss. Denn neben der Dichtheit gegenüber Flüssigkeiten, der Chemikalienund der Treibstoffbeständigkeit hält es mit der Lastklasse SLW 60 nach DIN 1072 in Verbindung mit den horizontalen Bremslasten aus der DIN EN 1991–1–1 sowie den Temperatureinwirkungen gemäß DAfStb-Richtlinie 400 zugleich den dynamischen Beanspruchungen durch Schwerlastfahrzeuge stand. Auch den berufsgenossenschaftlich geforderten Rutschsicherheitswert R11 gemäß DIN 51130 erfüllen die Bodenelemente durch entsprechend strukturierte Oberflächen. Für variantenreiche Geometrien von Flächen und für die Flüssigkeitsleitung stehen serienmäßig über 20 Platten-, UmweltMagazin Januar - Februar 2017 41

Ausgabenübersicht