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01-02 | 2017

Wasser Rinnen-, Ablauf-

Wasser Rinnen-, Ablauf- sowie Bordsteinelemente zur Verfügung. Mall produziert sie in Fertigteilbauweise aus FD/FDE Gießbeton C35/45 in Anlehnung an die EN 206–1 und die DIN 1045–2. Eine umlaufende Fuge im oberen Teil der Platten vergrößert zusammen mit der Seitenprofilierung im Flankenbereich die Kontaktflächen. So kann sich das Fugenmaterial verzahnen. Die Ausformung entspricht der Vorgabe des Deutschen Instituts für Bautechnik. Zwei Tage nach dem Verlegen können die Betonelemente befahren werden. Unterschiedliche Anwendungsbereiche In Verbindung mit einer kostengünstigen Montage soll sich für den Anwender eine wirtschaftliche und betriebssichere Lösung ergeben. In der Funktion als Flächenabdichtung hat das System vielfache Anwendungsbereiche: Tankund Waschanlagen für Kraftfahrzeuge, Entsorgungsfachbetriebe und Recyclinghöfe, kommunale Betriebshöfe und Straßenmeistereien, Anlagen in Industrie und Agrarwirtschaft sowie Flächen, die mit Materialien wie beispielsweise Die strukturierte Oberfläche der Systemelemente verbessert die Rutschsicherheit. Bau eines versiegelten Waschplatzes. Altmetallen oder Schüttgütern beaufschlagt werden. Im Anwendungsfall der Spedition Zietzschmann erhielt der schon vorab flüssigkeitsdicht gestaltete Verladebereich entlang des Hafenbeckens einen 135 m langen Abschluss durch Bordstein-, Rinnen- und Ablaufelemente. Sie leiten anfallende Flüssigkeiten einem Sicherheitsauffangbecken vom Typ NeutraSab zu. Zudem wurde die Randgestaltung eines neuen Tankplatzes mit den System-Elementen ausgeführt. Auf der 10 x 5 m großen Fläche werden nach Fertigstellung die betriebseigenen Lkw betankt. Tom Kionka, Büro für umwelTKommunikation, Sulzdorf an der Lederhecke, tom.kionka@t-online.de Unternehmenskontakt: Mall GmbH, Donaueschingen info@mall.info Bilder: Mall Mess- & Leittechnik Überflutung mittels Radarmessung erkennen Wenn Autos in einer überfluteten Unterführung aufgrund verstopfter Sinkkästen feststecken, kann ein hoher Sachschaden entstehen. Die Elo-consult Elektrofachplanungs-GmbH, Nürnberg, entwickelte auf Basis des Vegaplus WL 61 der Vega Grieshaber KG, Schiltach, eine Überwachungslösung. Diese meldet, wenn sich Wasser aufstaut, und wird dabei nicht durch den Autoverkehr irritiert. Im Winter verstopft Schnee regelmäßig die Abflüsse der Unterführung in Schwandorf, und es kommt zu Überflutungen der Fahrbahn. Im Winter kam es in zwei Unterführungen der südöstlichen Ortsumgehung von Schwandorf immer wieder zu kritischen Überflutungen. Auslöser war Schnee, der vom Räumdienst zusam- 42 UmweltMagazin Januar - Februar 2017

Mess- & Leittechnik Radarsensoren geben bei Überschwemmung eine Warnmeldung an die Stadt aus, die dann die Sinkkästen wieder freilegen lässt. Bilder: Vega men geschoben wurde und so die Sinkkästen blockierte. Dadurch sammelte sich Schmelzwasser in der Unterführung. Eine Meldung darüber geschah meist per Zufall, wenn ein Autofahrer die Gefahr erkannte und es der Stadt meldete. Dennoch kam es in der Vergangenheit zwei bis drei Mal pro Jahr zu der Situation, dass tatsächlich Fahrzeuge im Wasser festsaßen und durch die Feuerwehr gerettet werden mussten. Bei normalen Witterungsverhältnissen läuft das Oberflächenwasser der Unterführungen über die Sinkkästen zu einem gemeinsamen Pumpensumpf. Von dort aus wird es über ein redundantes Pumpenpaar in das Kanalnetz der Stadt Schwandorf gefördert. Zwar wird das System überwacht, doch insbesondere bei viel Schnee funktioniert das System nicht einwandfrei, da das Wasser den Pumpensumpf gar nicht erst erreicht. Die Stadt musste deshalb reagieren. Eine Möglichkeit bestand darin, Druckaufnehmer in die Fahrbahn zu integrieren. Allerdings wäre diese Lösung sehr aufwendig in der Montage gewesen, da der Asphalt hätte aufgeschnitten werden müssen und es zu langen Sperrungen gekommen wäre. Zudem hätten Streusalz, Reifenabrieb und die starke mechanische Belastung durch Lkw die Sensoren schnell beschädigt. Den Druckaufnehmer am Rand der Fahrbahn zu installieren, wäre ebenfalls nicht sinnvoll gewesen, da auch dieser bei entsprechender Wetterlage vom Räumfahrzeug zugeschoben werden würde. „Uns blieb somit nur noch der Blick von oben“, sagt Christian Laubmann von Elo-consult. Das Unternehmen plant für die Stadt Schwandorf schon seit längerem die elektrotechnische Sanierung und Anbindung an die Leittechnik der Sonderbauwerke, also Pumpwerke und Regenwasserbehandlungsanlagen im Abwassernetz. Für das Jahr 2015 standen unter anderem die beiden Pumpwerke an der Hoher-Bogen-Straße „Unterführung Bahnlinie“ und „Unterführung Staatsstraße“ auf der Agenda. „Irgendwann kam das Thema Überflutung zur Sprache, und wir haben die Aufgabenstellung ohne konkreten Lösungsansatz mit nach Hause genommen“, so Laubmann. „Aber damals war bereits klar, dass bei Messungen von oben die Autos irgendwie ausgeblendet werden müssen.“ Elo-consult kannte Vega und deren Sensoren von anderen Projekten aus der Abwasserbranche, so dass sie zunächst unverbindlich bei dem Unternehmen anfragte. Nachdem die Messstelle projektiert und die Rahmenbedingungen wie beispielsweise Höhe, Parameter der vorbeifahrenden Fahrzeuge und Lage des Tiefpunkts ermittelt wurden, befasste sich Vega intensiver mit der Situation und kam zu dem Schluss, dass die Messung machbar sei. Auch Tiefbauamt und Kanalbetrieb der Stadt Schwandorf stimmten zu. Der Radarsensor Vegaplus WL 61 wurde in etwa einer Stunde mit einem stadteigenen Steiger der beab GmbH, Pentling, montiert. Dieser Sensor eignet sich vor allem zur Füllstandmessung in der Wasseraufbereitung, in Pumpstationen sowie Regenüberlaufbecken, zur Durchflussmessung in offenen Gerinnen und der Pegel - überwachung. Für die Messaufgabe in der Unterführung musste eine entsprechende Parametrierung und eine Grenzwertüberwachung in der Speicher programmierbaren Steuerung vorgenommen werden. „Durch den einfachen Messstellenaufbau konnte auf eine aufwendige Vollsperrung verzichtet werden“, so Laubmann zu einem der Vorteile. Im Herbst 2015 ging die erste Probemessung in Betrieb und konnte im Winter ihre Funktion beweisen. Pragmatische Festlegung des Messbereichs Der Messbereich des Sensors wurde auf 0 bis 0,5 m festgelegt. Wichtig für die Messung ist der schmale Öffnungswinkel, um präzise auf den tiefsten Punkt messen zu können. Die hohe Auflösung für den Wasserstand muss nicht ausgenutzt werden. Eine Genauigkeit im Bereich von 0,5 bis 1 cm reicht aus. Wichtig ist die Auslegung des Messbereichs: Für vorbeifahrende Fahrzeuge wurde als Worst-Case-Betrachtung für die Dauer des Störsignals ein Sattelzug mit 25 km/h angenommen. Um einen Alarm durch stehende Fahrzeuge, etwa bei einer Panne oder bei einem Stau, zu vermeiden, wurde der Messbereich auf 0,5 m begrenzt. „Ein Ferrari hat eine Höhe von ungefähr 1,2 m“, so der Ansatz von Laubmann. Dadurch lässt sich zwischen einer Störung der Messeinrichtung und der Meldung einer Überflutung klar unterscheiden. Die Folge ist, dass zum Beispiel im Sommer bei einer Meldung „Störung Messeinrichtung“ auf einen Einsatz verzichtet werden kann. Die Messdaten werden vor Ort ausgewertet und über die zentrale Prozessleittechnik des Kanalbetriebs der Stadt Schwandorf an die Bereitschaft geschickt. Als Reaktion auf den Alarm wird der Schnee an den Sinkkästen weggeschaufelt, und das Wasser kann wieder abfließen. So lässt sich die Situation in kurzer Zeit bereinigen, ohne dass es zu Sach- oder Personenschäden kommt. Da die Lösung funktionierte, wurde für die zweite Messstelle an der Umgehungsstraße, die unter einer Gleisstrecke entlangführt, im Frühjahr die Freigabe zur Montage der Sonde bei der Bahn beantragt. Obwohl diese Lösung in der Form zum ersten Mal installiert wurde, sieht Laubmann sie als Vorbild für andere Unterführungen. „Die Kosten amortisieren sich volkswirtschaftlich gesehen schon bei zwei Autos, die nicht im Wasser stehen bleiben. Ganz abgesehen von weiteren Schäden, wie eine unpassierbare Straße“, so Laubmann. Nadine Deck, Vega Grieshaber KG, Schiltach, n.deck@vega.com UmweltMagazin Januar - Februar 2017 43

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