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01-02 | 2017

Organschaften

Organschaften Stellungnahme Grünbuch Energieeffizienz Der VDI e.V. begrüßt das Grünbuch Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und bestärkt dessen Aussage, dass Energieeffizienz eine wesentliche Voraussetzung zur Umsetzung der Energiewende ist. Die ambitionierten Ziele der Klimakonferenz von Paris sind zu volkswirtschaftlich minimalen Kosten nur zu erreichen, wenn die jeweils wirtschaftlichsten Maßnahmen auf der Angebotsund auf der Nachfrageseite sowie den dazwischenliegenden Infrastruktursystemen umgesetzt werden. Die Optimierung nur eines Teilsystems führt laut VDI zu einem suboptimalen Gesamtsystem. Insofern sei es richtig, den Bereich der Energieeffizienz stärker in den Fokus zu nehmen, gleichzeitig aber die anderen Bereiche weiterhin auszubauen. Da meist mehrere Hemmnisse die Umsetzung behindern, ist ein an die jeweilige Zielgruppe angepasstes Bündel von Maßnahmen erforderlich. Der VDI empfiehlt darüber hinaus generelle Handlungsweisen: Die Bevölkerung sollte für das Thema stärker als bisher sensibilisiert und dessen Rolle zur Erreichung der langfristigen Klimaziele herausgestellt werden. Für die Umsetzung gewünschter Energieeffizienzmaßnahmen sind verlässliche energiepolitische Strategien die Voraussetzung. Extreme Ausschläge der Energiepreise nach unten wie oben behindern Investitionen in eine nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz und Versorgungssicher- Bild: BMWi / Herr Müller, upperorange.com heit. Finanzprogramme, die den volatilen Preisen stabilisierend entgegenwirken, sollten Investoren das Vertrauen zurückgeben, entsprechende Maßnahmen als lohnende Investition in die Zukunft zu verstehen. Die Ausweitung von aussagekräftigen Energieverbrauchslabeln für Weiße Ware, Fahrzeuge, Gebäude sowie Querschnitttechniken im industriellen Bereich können wichtige Beiträge bringen. Informative und marktwirtschaftliche Vorgaben alleine reichen nicht aus, die Hemmnisse und Transaktionskosten zu überwinden. Ordnungsrechtliche Maßnahmen wie beispielsweise die Vorgabe von Kennwerten wären hilfreich und könnten auch betriebswirtschaftlich deutliche Vorteile bieten. Im Bereich der Industrie hat das Energieaudit den Unternehmen Hinweise auf ihre Effizienzpotenziale gegeben. Erste Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Qualität dieser Audits oftmals noch zu verbessern ist, und dass nur wenige Betriebe daraus tatsächlich Umsetzungsmaßnahmen ableiten. Eine bessere Ausbildung der zugelassenen Auditoren sowie Anreize zur Umsetzung rentabler Maßnahmen erscheinen aus Sicht des VDI notwendig. Energieeffizienznetzwerke könnten jedoch schneller und kosteneffizienter die rentablen Potenziale heben. Um mehr Unternehmen als bisher dafür zu gewinnen, könnten Erleichterungen bei Energiesteuern für die Teilnahme und Umsetzung ehrgeiziger Ziele erforderlich sein. Starke Impulse für die Investition in Maßnahmen bei Unternehmen und einkommensstarken Bevölkerungsgruppen kann deren verstärkte steuerliche Absetzbarkeit setzen. Hierbei kann die psychologische Wirkung einen größeren Einfluss haben, als die monetäre. Auch wenn für eine erfolgreiche Energiewende bereits heute genügend Technologien zur Verfügung stehen, müssen deren Kosten durch Forschung und Entwicklung weiter gesenkt und parallel neue Technologien entwickelt werden. Dies wäre im Bereich der Elektromobilität nicht nur im Pkw- und Kleintransporter-Bereich möglich, sondern auch für den Schwerlastverkehr. Aber auch die Digitalisierung bietet in dem Bereich große Potenziale. Die vollständige Stellungnahme des VDI ist als PDF-Datei abrufbar unter www.tinyurl.com/z4bguk4 Luftreinhaltung Quecksilberemissionen von Kraftwerken Am 13. Dezember vergangenen Jahres fand im VDI-Haus in Düsseldorf eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Quecksilberemissionen von Kraftwerken“ statt. Mitglieder des Fachausschusses Kraftwerks technik informierten über den Stand, die Maßnahmen und die Perspektiven bei der Minderung von Quecksilberemissionen aus Kraftwerken. Kohlekraftwerke spielen auch im Rahmen der Energiewende eine wichtige Rolle zur Unterstützung der Versorgungssicherheit bei fluktuierender Einspeisung von Sonne und Wind. Sie können erst dann abgelöst werden, wenn Langzeitspeicher für erneuerbaren Strom kommerziell zur Verfügung gestellt werden. Beim Betrieb von Braun- und Steinkohlekraftwerken ist die Abscheidung von Quecksilber eine wichtige Anforderung an den umweltgerechten Betrieb, so dass dazu in der Vergangenheit bereits unterschiedliche Untersuchungen und Maßnahmen durchgeführt wurden. Dies führte dazu, dass etwa 60 % des Quecksilbers der Kohle abgeschieden werden kann. Dadurch erreicht rund die Hälfte der Kohlekraftwerke in NRW inzwischen die strengeren US-Grenzwerte. Eine Einführung von Höchstmengen, die deutlich darunterliegen, würde jedoch den Weiterbetrieb der deutschen Anlagen gefährden. Die Vortragsfolien der Referenten stehen unter www.tinyurl.com/h555bl7 zum Download zur Verfügung. Bild: Lupo / pixelio.de 46 UmweltMagazin Januar - Februar 2017

Organschaften Ressourceneffizienz Bionische Wölbstrukturen Kontakt VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) Dirk Franz Franzen Postfach 101139 40002 Düsseldorf Tel.: 0211/6214-415 Fax: 0211/6214-177 geu@vdi.de www.vdi.de/geu Die bionische Form wölbstrukturierten Materials bietet neben technischen Vorteilen auch Potenzial für Material- und Energieeffizienz. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz, Berlin, stellt innovative Wölbstrukturierungstechnologie sowie erfolgreiche Praxisbeispiele in einem Kurzfilm vor. Viele Funktionsprinzipien aus der Natur sind beispielhaft und lassen sich für die Lösung technischer Fragestellungen heranziehen. Sechseckige Formen, die beispielsweise Bild: VDI ZRE bei Schildkröten oder Bienenwaben zu finden sind, können die Stabilität von Materialien verbessern. Die Dr. Mirtsch Wölbstrukturierung GmbH in Berlin hat dafür ein neues Herstellungsverfahren entwickelt. Um die Form auf Metall aufzubringen, wird ein Blech über eine Walze gerollt, die mit linienförmigen Stützen versehen ist. Aufgrund einer Druckdifferenz bildet sich die gewünschten Struktur von selbst aus. Im Vergleich zu konventionellen Verfahren zum Einbringen von versteifenden Formen wird hierbei nur ein Zehntel der Umformenergie benötigt. Zudem lassen sich die Bleche einfacher weiter verformen und verarbeiten. Dadurch ist beispielsweise in der Automobilindustrie dünnes Aluminium einsetzbar und somit eine Reduzierung des Gewichts möglich. Die Werkstoffe haben daher das Potenzial, den Material- und Energieverbrauch von Produkten deutlich zu reduzieren. Sie kommen bereits bei Produkten, wie Katalysatoren, Waschmaschinen oder in der Architektur zum Einsatz. Der Kurzfilm „Bionische Wölbstrukturen – Die Natur als Vorbild für Ressourceneffizienz“ ist auf der Website www.ressource-deutschland.tv zu sehen. Fachtagung Gerüche in der Umwelt Bei der 7. VDI-Fachtagung „Gerüche in der Umwelt“ am 16. und 17. November 2017 in Nürnberg soll die Vielzahl der praktischen Erfahrungen für die Ermittlung und Bewertung von Geruchsemissionen und -immissionen einem breiten Fachpublikum zur Verfügung gestellt werden. Veranstalter ist das VDI-Wissensforum mit fachlicher Unterstützung der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN – Normenausschuss KRdL. Die Tagung bietet eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und für Diskussionen. Ein hoher Praxisbezug steht dabei im Fokus. Experten auf dem Gebiet sind eingeladen, sich mit einem eigenen Beitrag an der Tagung zu beteiligen. Themenvorschläge können bis zum 17. März 2017 zu folgenden Schwerpunkten eingereicht werden: Emissions- und Immissionsmessungen, Immissionsprognose von Gerüchen, Vergleich Rastermessung – Immissionsprognose, aktuelle Bewertungsfragen zu Geruchsimmissionen, Abluftreinigung und Minderung von Geruchsemissionen mit Schwerpunkt Einzelraumfeuerungs- und Kleinfeuerungsanlagen sowie Gaststätten- und Restaurantabluft, aktuelle Rechtsprechung und deren Auswirkungen auf die Praxis, Entwicklungen bei der Standardisierung sowie Praxisbeispiele aus Fallstudien und Projekten. Sonderthema sind die Mess ergebnisse an nicht durchströmten Flächenquellen und deren Verwendung als Eingangsdaten für die Ausbreitungsrechnung und die Fragestellung, welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, damit sachgerechte Geruchshäufigkeiten berechnet werden können. Über die Annahme der Beiträge entscheidet der Programmausschuss der Tagung, der sich aus Fachleuten zusammensetzt. Die Veranstaltung wendet sich an Betreiber von geruchsemittierenden industriellen Anlagen, Vertreter von Behörden, die sich im Rahmen von Genehmigungsverfahren oder Beschwerden mit komplexen Fragestellungen im Bereich Geruchsemissionen und -immissionen beschäftigen, Ingenieure, Messtechniker und Gutachter, die sich mit der Erfassung und Ausbreitung von Gerüchen befassen, Entwicklungs- und Vertriebsingenieure, die für Hersteller und Lieferanten von Minderungstechniken arbeiten sowie an Mitarbeiter von Hochschulen und Forschungsinstituten. Weitere Informationen zu der Veranstaltungen sind über die Website www.vdi.de/gerueche erhältlich. Bild: Volker Lannert UmweltMagazin Januar - Februar 2017 47

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