Aufrufe
vor 10 Monaten

01-02 | 2018

Special Messtechnik &

Special Messtechnik & Analyse jeweilige Einbausituation an. So kann zum Beispiel ein Temperatursensor komplett in eine Kunststoff-Rohrleitung integriert werden. Oder er ist rund, spiralförmig und hat einen Winkel – hier gibt es nahezu keine Grenzen. Kunststoff bietet aber noch weitere Vorteile: Das sind zum einen das geringe Gewicht und die Reproduzierbarkeit. Zum anderen besitzt er eine außergewöhnliche Isolationsfestigkeit. Das bedeutet, dass der Einsatz in Umgebungen mit sehr hohen Stromstärken und -spannungen, wie zum Beispiel Elektromotoren oder Transformatoren, jetzt leichter möglich ist. Neues Denken bei der Konstruktion Abhängig von der Kunststoffmischung können die Temperaturfühler in einem Bereich von -50 °C bis zu +200 °C problemlos werden. Der Herstellungsprozess macht jedoch ein gewisses Umdenken im Vergleich zu herkömmlichen Temperaturfühlern nötig. Die Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt. Der Prozess startet mit einer Machbarkeitsprüfung und einem De- signvorschlag und führt über die Konstruktion und Simulation der Temperaturfühler zum Bau der Spritzguss- Werkzeuge. Nach einer Bemusterungsphase starten die Prüfungen, an deren Ende ein funktionsfähiger Prototyp und die Serienproduktion stehen. Mit Hilfe einer modernen Simulationssoftware kann bereits sehr früh im Entwicklungsprozess das Ansprechverhalten und die Wärmeableitfähigkeit des geplanten Temperaturfühlers simuliert werden. Erste Entwicklungen Ein Transformator ist ein denkbar schlechter Ort für einen Temperaturfühler aus Metall. Die Isolationsfestigkeit von maximal 2,5 kV reicht oft nicht aus, um den dort herrschenden Spannungsverhältnissen erfolgreich widerstehen zu können. Jumo hat deshalb einen Kunststoff-Fühler entwickelt, der eine Isolationsfestigkeit von 5 kV ausweist und bei einer Dauergebrauchstemperatur von +200 °C verwendbar ist. Solche Fühler können beispielsweise auch in Elektromotoren oder anderen Hochspannungs- Umgebungen eingesetzt werden. Besonders raue Umgebungsbedingungen herrschen auch in Motoren von Fahrzeugen oder Maschinen. Das größte Problem ist hier die Vibration. Bei herkömmlichen Fühlern ist es oft aufwendig, den Temperatursensor so im Fühlerrohr zu positionieren, dass er wirklich fest sitzt. Bei plastoSENS T wird der Sensor komplett in Kunststoff eingebettet. Für einen Kunden wird derzeit ein vibrationsfester Einsteckfühler für das Medium Öl entwickelt. Erste Tests haben gezeigt, dass das Produkt Kräften von bis zu 20 g problemlos widerstehen kann. In Sterilisationsanwendungen sorgt die Kombination aus hohen Temperaturen, Feuchtigkeit und Druck für Sensorstress. Das Problem bei herkömmlichen Fühlern ist oft die Dichtigkeit. Auch hier kann plastoSENS T die Lösung sein. Denn beim Spritzgussverfahren gehen die verwendeten Spezialkunststoffe eine unlösbare Verbindung ein. Das ist besonders bei der kritischen Stelle des Kabelaustritts aus dem Fühler ein Vorteil. Michael Brosig, Jumo GmbH, Fulda, michael.brosig@jumo.net Umweltmarkt Produkte ULT Absaug- und Filteranlage für leicht entflammbare Staub-/Luftgemische Die ULT AG hat ihre Geräteserie LAS 260 um eine leitfähige Version erweitert. Damit eignet sich die Anlage insbesondere für Absaug- und Filteraufgaben bei der Bearbeitung von Materialien, die leicht entflammbar sind beziehungsweise ein explosionsfähiges Staub-/Luftgemisch bilden können, beispielsweise Titan. Leicht entflammbare Luftgemische stellen für die Erfassung und Filtration eine besondere Herausforderung dar. Ein spezielles Geräte- und Filterkonzept sollte daher gewährleisten, dass in der Filteranlage keine zusätzliche Zündquelle entstehen kann. In der neuen Ausführung des Produktes sind die beiden Filterstufen (F9, H14) geerdet ausgeführt. Zusätzlich sind die elektronischen Komponenten in Spezialausführungen verbaut. Das Absaugund Filtergerät LAS 260 wurde zur Beseitigung luftgetragener Schadstoffe bei Materialbearbeitungsprozessen, etwa mittels Laser- oder Schweißverfahren, entwickelt. Aufgrund des eigens konfigurierten Anlagenkonzepts für lange Filterstandzeiten erhalten Anwender eine ökonomische Lösung für langfristige Kosteneinsparungen in punkto Filterwechsel und Energiemanagement. Aufgrund seiner Mobilität kann das Produkt flexibel an wechselnden Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Es eignet sich aber ebenso für Anwendungen in Fertigungslinien. www.ult.de Bild: ULT Die Geräteserie LAS 260 wurde um eine leitfähige Version erweitert. 26 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Produkte Umweltmarkt Freudenberg Filtration Technologie Filtereffizienzbewertung wird jetzt digital Electronic Freudenberg Filter Effi-ciency Calculation Tool (e.FFECT) – so heißt das neue Software-Tool, mit dem Freudenberg Filtration Technologies seinen Kunden maßgefertigte Zuluft-Filtrationssysteme jetzt noch passgenauer schneidert. Je spezifischer ein Filtersystem auf die jeweiligen Anlagenanforderungen und Umgebungsbedingungen abgestimmt ist, desto leistungsfähiger und sicherer, desto effizienter und wirtschaftlicher lässt es sich betreiben. Anthropogene Feinstäube aus Verkehr und Industrie in urbanen Ballungsräumen, Pollen und natürliche Stäube in ländlichen Regionen, Stürme voller Sandstaub in trockenen Wüstengebieten oder luftgetragene Bioaerosole – der Standort einer Lackier- oder Getränkefabrik, einer Molkerei, eines Kraftwerks oder eines Krankenhauses hat erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Zuluft-Filtersysteme. Außerdem bestimmen Prozessanforderungen und Anlagenspezifika wie Betriebszeiten und Volumenströme das Anforderungsprofil an die Filtration. Mit e.FFECT verfügt Freudenberg Filtration Technologies jetzt über eine Software, die alle wesentlichen Umwelt- und Anlagenvorgaben berücksichtigt und auf dieser Basis die effizienteste Filterlösung für jeden Einzelfall kalkuliert. Diese Berechnungen legen den Stand der Technik und insbesondere die Vorgaben der neuen Filterprüfnorm ISO 16890 zugrunde. Die Experten ermitteln im Kundengespräch die jeweiligen Prozessanforderungen. Die Daten der örtlichen Feinstaubkonzentration in der Umgebungs- e.FFECT ermöglicht den Vergleich von Abscheidegraden und eingelagerten Staubmengen für hintereinander geschaltete Filterstufen. luft stammen aus den laufen- den Messungen nationaler Umweltbehörden. Dabei handelt es sich um die jährliche Durchschnittsbelastung von PM2,5- und PM10-Staubkonzentrationen, die eine Vielzahl von Prozessen kritisch beeinflussen können. Bei Bedarf ermittelt Freudenberg die Partikelkonzentration in der unmittelbaren Umgebung des Standorts mittels Langzeitmessung auch selbst. Für eine effektive Filtration kommen in den meisten Fällen mehrstufige Filtersysteme zum Einsatz: aufeinander abgestimmte, hintereinander geschaltete Kombinationen aus Taschen- und Kassettenfiltern beziehungsweise Filterpatronen. Das Produkt berechnet die individuellen Abscheidegrade jeder Filterstufe und deren eingelagerte Staubmengen. So lassen sich unterschiedliche Filtersysteme fundiert miteinander vergleichen und die bestmögliche Filterauswahl oder -kombination treffen – sei es bei der Auslegung einer neuen Lüftungsanlage oder bei der Optimierung einer bestehenden. www.freudenberg-filter.com Bild: Freudenberg Bürkert Miniaturisierung im Bereich der Prozesstechnik Verfahrenstechnik im Hygienebereich setzt hohe Maßstäbe hinsichtlich Zuverlässigkeit und Reinigung der Anlagen voraus. Diese Anforderungen sind besonders hoch bei Separationsprozessen, oder wenn die Reinheit der Medien durch die Aufrechterhaltung steriler Prozessbedingungen gewährleistet werden muss. Viele Probleme an Tankinstallationen in pharma- und biotechnischen Anlagen lassen sich durch Multiportventile und komplexe, multiportbasierte Verteiler wie die Robolux-Ventillösung von Bürkert Fluid Control Systems in den Griff bekommen. Robolux-Multiportventile zeichnen sich durch kompakte Fluidik, sehr gute Reinigungseigenschaften und hohe Prozesszuverlässigkeit aus. Basierend auf der Membranventiltechnologie verbinden die Ventile unabhängige Umschaltfunktionen für zwei Prozesse in einem Gehäuse mit nur einer Membran und nur einem Stellantrieb. Das kompakte Multiportventil benötigt, nach Unternehmensangaben, rund 40 % weniger Platz als herkömmliche Ventilverteiler und lässt sich besser sterilisieren. Das geringe Innenvolumen und die Eliminierung von Totraum beschleunigen die Reinigung und stehen somit für erhöhte Prozesseffizienz und mehr Produktausbeute. Durch die kompakte Bauweise wird der Installationsund Wartungsbedarf deutlich reduziert. Im Rahmen eines neuen Stellantriebkonzepts können Robolux-Ventile nun auch mit den Steuerköpfen der Serie „Element“ kombiniert werden. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten für die dezentrale Automatisierung von Produktionsabläufen im Hygienebereich. Durch die Integration aller erforderlichen Automatisierungsfunktionen im eigentlichen Steuerkopf können die Ventile direkt am Montageort mit allen erforderlichen Automatisierungskomponenten ausgestattet werden. Bei Verwendung eines AS-Interface als Feldbus-Schnittstelle lassen sich alle Vorteile dieses Ansatzes Das kompakte Robolux-Multiportventil benötigt etwa 40 % weniger Platz als herkömmliche Ventilverteiler und lässt sich besser sterilisieren. in die Praxis umsetzen. Für die Stromversorgung, Signalrückmeldung und Kommunikation wird lediglich eine Doppelader benötigt, die die SPS mit bis zu 62 Ventilen verbindet. Der Steuerkopf übernimmt als Zentralelement alle pneumatischen Stell-, Feedback- und Diagnosefunktionen sowie die Buskommunikation für die Prozessventile. www.buerkert.de Bild: Bürkert UmweltMagazin Januar - Februar 2018 27

Ausgabenübersicht