Aufrufe
vor 10 Monaten

01-02 | 2018

Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Amiantit Bessere Wasserqualität für Neunkirchen Vier neue Stauraumkanäle tragen in Neunkirchen dazu bei, dass der Fluss Blies in Zukunft sauberer bleibt. Gemäß den wasserrechtlichen Vorgaben musste die Regenwasserbehandlung in der saarländischen Kreisstadt auf den neuesten Stand gebracht werden. Dabei kam mit dem Amiscreen Stauraumsystem eine Technik zum Einsatz, die von der Amiantit Germany GmbH als Alternative zu herkömmlichen Rechensystemen entwickelt wurde und der Rückhaltung von Grobstoffen dient. Das Flowtite GFK-Stauraumsystem erwies sich als die wirtschaftlichste und bautechnisch geeignetste Variante. Eine Herstellung entsprechender Bauwerke beispielsweise aus Ortbeton oder aus Betonfertigteilen wäre wesentlich aufwendiger gewesen. Für die GFK-Rohre sprach unter anderen auch ihr vergleichsweise geringes Gewicht, wodurch die Handhabung auf der Baustelle erleichtert wird. Die Rohre sind zudem korrosionsbeständig und verfügen über sehr gute hydraulische Eigenschaften. In diese integriert ist das mechanische Schmutzrückhaltesystem Amiscreen. Insgesamt besteht das Regenüberlaufbauwerk aus zwei Stauraumspeichern mit insgesamt 300 m 3 Stauvolumen, einem Entlastungsbauwerk und einem Drosselsystem. Die beiden 15 m beziehungsweise 57 m langen Stauraumspeicher DN 2400 sind über vier Inspektionsschächte zugänglich. Die Stauraumspeicher sind mit Amiscreen ausgerüstet, das heißt in jedem der Speicher befinden sich zwei ganzflächig perforierte Rohre in der Nennweite DN 500. Die beiden kürzeren Rohre sind 10 m, die längeren 40 m lang. Das Grobstoffrückhaltesystem Amiscreen befindet sich im Stauraumkanal und besteht aus perforierten Röhren, die ein Siebsystem bilden. Darüber hinaus ist das Stauraumsystem mit einem GFK-Drosselschacht DN 2400 und DN 3400 mit einem Kelch in DN 2000 für eine Entlastungsmenge von 3 360 l/s ausgestattet. Der Stauraum selbst ist begehbar und zeigt das für GFK-Rohre übliche sehr gute Ausspülverhalten. Der klassische Rechen zur Grobstoffrückhaltung wurde von der Überlauschwelle weg in den Stauraumspeicher verlegt. Damit konnte ein Vielfaches an Rechenfläche geschaffen werden, die in etwa dem 25-fachen eines klassischen Rechens auf oder an einer Entlastungsschwelle entspricht. Das System ist so konstruiert, dass die Durchflussgeschwindigkeit unter 0,05 m/s und damit unter der maximalen Fließgeschwindigkeit für Regenklärbecken bleibt. Die größeren Partikel gleiten dadurch an der Wandung ab und werden nicht in die Perforation gepresst, wodurch sie nicht verklumpen und den Rechen in kurzer Zeit zusetzen. Das System erlaubt individuelle Perforationen zur Rückhaltung der Grobstoffe. Die positive Folge: die Reinigungszyklen werden geringer. Zudem arbeitet das System arbeitet ohne mechanische Reinigungselemente oder sonstige bewegliche Teile und benötigt keine Fremdenergie. www.amiantit.eu/de Bild: Amiantit Germany Universität Kassel Zwischen Wasserbedarf zur Energieerzeugung Ob und wie das global zur Verfügung stehende Wasser die Nutzung erneuerbarer Energien begünstigt und fossile Energieträger ausbremst, untersucht ein Verbund aus neun deutschen Forschungseinrichtungen und kleinen und mittleren Unternehmen. Das Projekt „Wandel“ wird hierzu unter Koordination des Center for Environmental Systems Research der Universität Kassel in den nächsten drei Jahren eine fundierte Wissensgrundlage und praxisorientierte Lösungsansätze erarbeiten. Es wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 2,5 Mio. € gefördert. Im Mittelpunkt des Verbundprojektes steht die wissenschaftliche Fragestellung, ob eine Einschränkung der Wasserverfügbarkeit den Einsatz konventioneller Energiesysteme begrenzt oder sogar begünstigt. Es wird untersucht, inwiefern die verfügbaren erneuerbaren Wasserressourcen die Energiewende beschleunigen oder die Umsetzung einer weltweiten Energiewende negativ beeinflussen. Maßgebend für diese Untersuchungen wird der Wasserfußabdruck sein. Dieser gibt an, wie viel Wasser aus welcher Region der Welt ein Konsument oder Produzent direkt und indirekt über die Herstellung eines Produktes konsumiert. Dies gilt auch für den Wasserbedarf zur Energiebereitstellung und -nutzung. Daher werden mit dem Forschungsvorhaben erstmalig die Auswirkungen der Energieerzeugung nicht nur lokal und regional im jeweiligen Wassereinzugsgebiet, sondern auch die Fernauswirkungen auf andere Regionen weltweit unter Berücksichtigung der Wasserverfügbarkeit betrachtet. Die Analyse umfasst die Ermittlung von Brennpunkten hoher Wassernutzung unter aktuellen und zukünftigen Bedingungen sowohl entlang der globalen Produktions- und Versorgungsketten verschiedener Energiesysteme als auch zwischen Wasserbedarf zur Energieerzeugung und Wasserverfügbarkeit in räumlicher Auflösung. „Wandel“ wird Lösungsansätze entwickeln. Mit diesem Ziel vor Augen wird die Verbundforschung regulatorische und technische Lösungen zur Reduzierung der Auswirkungen von Energiesystemen auf Wasserressourcen aufzeigen. Lösungen werden Fallstudien-spezifisch ausgearbeitet und vermittelt. Neben einem Konsortium aus Wissenschaft und Praxis sind regionale und internationale Praxispartner aktiv in das Vorhaben eingebunden. Die Analysen werden in vier Fallstudien unter Einbeziehung regionaler Akteure durchgeführt. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „GRoW – Globale Ressource Wasser“ im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 2,5 Mio. € gefördert. Davon gehen rund 780 000 € an die Uni Kassel. www.uni-kassel.de 30 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Projekte Umweltmarkt Weltec Biopower Biogasanlage eines Milchpulver-Produzenten erweitert Der deutsche Anlagenbauer Weltec Biopower hat den Zuschlag für eine Biogasanlagenerweiterung von dem Milchpulver-Produzenten Estancias del Lago (EDL) aus Uruguay erhalten. Ab Ende 2018 wird die Anlage mit acht Fermentern auf der Basis von Rindergülle und Futterresten eine Feuerungswärmeleistung von über 6 MW erzeugen. Das Biogas wird im Produktionsprozess zur Trocknung und Dampferzeugung eingesetzt. Gegründet im Jahr 2007, bewirtschaftet das Agrarunternehmen heute eine Fläche von 37 000 ha. Darauf bauen die Südamerikaner Mais, Sorghum und Soja als Futtermittel für ihre rund 14 000 Milchkühe an. Zeitgleich mit der Firmengründung wurde dafür nördlich der Hauptstadt Montevideo in Durazno ein Standort mit großen Ausmaßen geschaffen. Neben den Rinderställen mit Melkzentren und Futtersilos sowie der Biogasanlage stehen auf dem Areal mittlerweile eine eigene Molkerei und eine Getreidemühle. EDL produziert in Durazno jährlich rund 20 000 t Milchpulver für den Export. Ein Großteil der Milchtrockenmasse wird nach China, Brasilien und in den Mittleren Os- ten verkauft. Bereits im Jahr 2013 hatte Weltec die erste 800-kW-Biogasanlage für EDL errichtet. Planungen zur Erweiterung gab es schon zum damaligen Zeitpunkt. Zunächst musste jedoch die Aufstockung des Rinderbestandes vollzogen werden: Um über ausreichend Rohstoffe zu verfügen, wurde die Anzahl von damals 8 000 auf 14 000 Kühe aufgestockt. Nun stehen täglich 1 365 t Rindergülle und zusätzlich 8,4 t Futterreste für die Energiegewinnung zur Verfügung. Es werden derzeit sechs neue 5 000 m 3 großen Edelstahl-Fermenter und zwei 1 050 m 3 große Güllevorlager montiert. Mit dem eigens von Weltec entwickelten Prozessleitsystem „CeMOS“ wird die gesamte Biogasanlage ab Ende 2018 vollautomatisch laufen. Mit einem Teil der täglich produzierten 30 000 Nm³ Biogas wird in zwei Gasboilern Wärme für den Biogasprozess generiert. Ein Großteil des Biogases gelangt allerdings über eine Pipeline in die nahegelegene Milchpulverproduktion. Dort werden damit bis zu 35 % des Wärmebedarfs für den Trocknungsprozess gedeckt. Der benötigte Dampf wird zu 100 % aus Biogas erzeugt. Der gesamte Der deutsche Anlagenbauer Weltec Biopower hat den Zuschlag für eine Biogasanlagenerweiterung von dem Milchpulver-Produzenten EDL aus Uruguay erhalten. Standort wird in allen Betriebsteilen nachhaltig betrieben. Dazu trägt EDL mit dem eigenen Futtermittelanbau bei. Für die Düngung wird der Gärrest der Biogasanlage genutzt. Der Kreislauf wird aber auch bei den Milchkühen durch eine eigene Nachzucht und bei der Milchverarbeitung geschlossen. Überdies erzielt EDL noch bei der Herstellung seines eigenen Treibstoffes Synergien mit den anderen Betriebsteilen: In einer Ölmühle fällt neben Sojaöl, das in die Biodieselanlage geht, zusätzlich Presskuchen ab, mit dem die Tiere gefüttert werden. www.weltec-biopower.de Bild: Weltec Forschung Effiziente Kreislaufführung von Kühlwässern Wehrle beteiligt sich als Industriepartner an Forschungsprojekt „Weiss“ zur effizienten Kreislaufführung von Kühlwässern Die Fördermaßnahme WavE, die durch das das Ministerium für Bildung und Forschung als Teil des Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ gefördert wird, befasst sich mit zukunftsfähigen Technologien und Konzepten zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung. Ziel des Schema Wasserkreislauf. Bild: Wehrle Projektes ist die Effizienzsteigerung des Kühlwassereinsatzes am Beispiel der Stahlindustrie. Mit der Verbesserung der Effizienz der Wasserkreisläufe werden folgende Ziele erreicht: die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von gekühlten Prozessen, der Schutz der natürlichen Wasserquellen vor Verunreinigung durch Zusätze und Salze und die geringere Abhängigkeit der Produktion von der Wasserverfügbarkeit. Dies soll durch einen verminderten Salzeintrag durch bedarfsgerechte Dosierung von Kühlwasserchemikalien einerseits und durch die Entwicklung innovativer Verfahrenskonzepte zur Salzabtrennung aus Zulauf-, Kreislauf- und Absalzwasser andererseits erreicht werden. Wehrle entwickelt im Rahmen des Projektes eine flexible Hochdruck-Umkehrosmose, die eine weitest gehende Reduzierung der Konzentratmengen aus der Behandlung und dem Recycling des Absalzwassers der Kühlprozesse gewährleistet. Hierdurch kann eine wirtschaftlich sinnvolle Anwendung von Zero-Liquid-Discharge -Konzepten auch in wasserintensiven Kühlprozessen ermöglicht werden. Bei dem Projekt arbeitet das Unternehmen zusammen mit dem VDEh-Betriebsforschungsinstitut, der Deutsche Edelstahlwerke GmbH, der SMS group GmbH, der Universität Duisburg-Essen, Technischen Universität Berlin und dem ifak Magdeburg, Institut für Automation und Kommunikation e.V.. Die Projektlaufzeit beträgt etwa drei Jahre. www.bmbf-wave.de UmweltMagazin Januar - Februar 2018 31

Ausgabenübersicht