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01-02 | 2018

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Wasser Bild: GettyImages/GEA Der Ganges ist der über 2 600 km lange zweitgrößte Fluss von Indien und Bangladesch. Kläranlagenprojekt in Indien soll extrem verschmutzte Gewässer retten Weltweit schreitet die Urbanisierung voran: Mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung lebt bereits heute in städtischen Ballungsräumen; bis 2050 werden es mindestens 70 % sein. Die Folgen sind schon heute spürbar und vor allem der wachsende Wasserbedarf inklusive der flächendeckenden, nachhaltigen Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung stellt die Verantwortlichen vor große Aufgaben. Aktuell gelangen annähernd 90 Prozent der globalen Abwässer ungereinigt oder nicht ausreichend gereinigt in die Gewässer. Fast drei Milliarden Menschen leben heute ohne einen Anschluss an eine ausreichende Abwasserreinigung. Auch Indien sieht sich mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Knapp ein Drittel der indischen Bevölkerung, rund 430 Mio. der insgesamt 1,3 Mrd. Menschen, leben in Städten. Laut Schätzungen der UN werden bis 2050 noch einmal über 400 Mio. städtische Bewohner hinzukommen. Das Central Pollution Control Board hat berechnet, dass Indiens Städte täglich ungefähr 38 Mrd. l Abwässer produzieren – aus privaten Haushalten sowie landwirtschaftlicher und industrieller Produktion. Zur Aufbereitung stehen jedoch nur Klärwerkkapazitäten von 12 Mrd. l, also weniger als ein Drittel, zur Verfügung. Seit Mitte der 1980-iger Jahre versucht die indische Zentralregierung, mit verschiedenen Initiativen und Programmen, der immer stärkeren Verschmutzung der indischen Flüsse und Seen Einhalt zu gebieten. Insbesondere der Ganges und seine Nebenflüsse standen und stehen dabei im Fokus der Bemühungen. Denn täglich fließen mindestens 300 Mio. l kommunale und industrielle Abwässer in 38 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Wasser Bild: GetttyImages/GEA Abwasserkanal in Indien. den Ganges. Der rund 2 500 km lange Strom, der von seiner 3 048 m hoch gelegenen Gletscherquelle im Himalaja bis zu seiner Mündung im Golf von Bengalen an 100 Städten vorbeifließt, konkurriert mit dem chinesischen Jangtse und dem argentinischen Riachuelo um Platz eins auf der Liste der weltweit schmutzigsten Flüsse. Das soll sich nach dem Willen des jetzigen indischen Premierministers Narendra Modi schnell ändern: Er hat den für Hindus heiligen Fluss zu einem Symbol seiner Amtszeit gemacht. „Ich fühle, dass Ma Ganga (Mutter Ganges) mich gerufen hat“, verkündete Modi nach seinem Wahlsieg in Varanasi. „Sie braucht jemand, der sie von ihrem Dreck befreit. Ma Ganges hat mich ausgewählt.“ Spätestens zum GEA Separation Technology 150. Geburtstag von Mohandas „Mahatma“ Gandhi im Jahr 2019 soll laut dem Plan von Modi der Fluss wieder sauber sein. Nationale Leuchtturmprojekte Nicht zuletzt dafür wurden verschiedene staatliche Großprojekte wie „Smart Cities“, „Atal Mission für Rejuvenation and Urban Transformation“ und „Namami Gange“ ins Leben gerufen. Letzteres ist Teil einer landesweiten Mission zur Säuberung des Ganges und umfasst 47 Städte und zwölf Flüsse in acht indischen Bundesstaaten. Zu diesem nationalen Leuchtturmprojekt gehört auch der Bau von 100 neuen Kläranlagen entlang des Ganges. Die nötige Unterstützung und das Know-how in punkto Umwelttechnik - Hohe G-Zahlen für Leistung und Trennschärfe - Hohe Durchflussraten bei geringem Platzbedarf - Konstanter Austrag auch bei Produktschwankungen - Maximale Verfügbarkeit - Einfache Bedienung - Einsatz hochwertiger Edelstähle und Verschleißschutz - Robuste und wartungsarme Maschinen - Niedriger Energieverbrauch und Umweltschutz holt Indien sich auch aus anderen Ländern, unter anderem Deutschland, das erfolgreich die Säuberung des Rheins, dem ehemals schmutzigsten Fluss Europas, umgesetzt hat. Dazu haben im Oktober 2015 in Neu Delhi die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der indische Premierminister Narendra Modi eine weitere Vertiefung der Kooperation beim Abfall- und Wassermanagement vereinbart. Die gesetzlichen Regelungen zum Umweltschutz in Indien mit den darin festgelegten Grenzwerten werden im internationalen Vergleich als recht hoch bewertet. Die Umsetzung und Einhaltung der Auflagen organisatorisch und personell durchzusetzen, ist eine Aufgabe, die von den Pollution Control Boards zeitnah gestemmt werden muss. Bei der technischen Planung und Realisierung der Kläranlagen sollen modernste Umwelttechnologien eingesetzt werden. Moderne deutsche Qualität „Made in India“ Im Zuge der Verbesserung der Abwasserinfrastruktur in Indien werden immer mehr Kläranlagen von renommierten indischen Unternehmen er- UmweltMagazin Januar - Februar 2018 39

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