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01-02 | 2018

Service Umweltmärkte

Service Umweltmärkte Bild: Helga Ewert/ pixelio.de Kiew – die Hauptstadt der Ukraine. Ukraine verabschiedet Abfallwirtschaftsstrategie Beim Aufbau einer modernen Abfallwirtschaft besteht in der Ukraine großer Nachholbedarf. Anfang November hat die Regierung nun eine neue Strategie für den Sektor verabschiedet. Konkrete Umsetzungspläne müssen aber noch erarbeitet werden. Für mehr Fortschritte ist das Land auf ausländische Geber und private Investoren angewiesen. Angesichts niedriger Tarife, großer Bürokratie und Mängeln im Rechtsrahmen sind die Bedingungen aber noch schwierig. Die moderne Abfallwirtschaft steckt in der Ukraine noch in den Kinderschuhen. Nachdem sich in dem Sektor über viele Jahre kaum etwas bewegt hat, rückt die Branche nun verstärkt in den Fokus von Regierung und Öffentlichkeit. Gründe hierfür liegen in dem Brand der Deponie Hrybowytschi bei Lwiw/Lemberg mit drei toten Feuerwehrmännern im Mai 2016, der katastrophalen Situation vieler Müllkippen und dem verstärktem Handlungsdruck seitens der EU im Rahmen des Assoziierungsabkommens. Um die Situation zu verbessern, hat die ukrainische Regierung am 8. November 2017 eine Nationale Abfallwirtschaftsstrategie bis 2030 verabschiedet. Bei der Erstellung hatten sie unter anderem die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) und der Verband Ukrekoaljans unterstützt. Im Anschluss an die Verabschiedung der Strategie wird das Ministerium für Umwelt und Naturresourcen mit der Erarbeitung konkreter Pläne auf nationaler und regionaler Ebene zur Umsetzung der Ziele beginnen, so Ressortchef Ostap Semerak. Laut Angaben des Portals Ecodevelop von Sommer 2017 belaufen sich die Kosten für die Umsetzung der Abfallwirtschaftsstrategie auf knapp 3,5 Mrd. €. Dabei bezieht sich Ecodevelop auf eine ursprüngliche Version des Programms. Schwierige Rahmenbedingungen für private Investoren Offen ist bislang die Finanzierung der in der Strategie geplanten Maßnahmen. Angesichts knapper öffentlicher Kassen ist die Ukraine bei Investitionen in die Abfallwirtschaft auf das Engagement ausländischer Geber und Investitionen privater Unternehmen angewiesen. Die Bedingungen für letztere sind bislang aber noch unzureichend. Einen Hemmschuh bilden niedrige Tarife und damit einhergehend eine geringe Rentabilität. Hinzu kommt, laut Aussage von Marktkennern, die große Bürokratie bei der Festsetzung beziehungsweise der Anpassung der Tarife, das Fehlen langfristiger Verträge und 56 UmweltMagazin Januar - Februar 2018

Umweltmärkte Service die politische Instabilität. Weiteres Hemmnis sind Lücken im gesetzgeberischen Rahmen, etwa bei der Festsetzung von Tarifen für die Weiterverarbeitung von Haushaltsmüll. Allerdings gebe es hierzu im Moment eine Reihe von Gesetzesinitiativen. Germany Trade & Invest Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte. EBWE unterstützt Abfallwirtschaftsprojekt in Lwiw Aktuell bedeutendstes Projekt in der Abfallwirtschaft der Ukraine ist die Wiederherstellung der Hrybowytschi-Deponie und der Bau von Sortier- und Kompostieranlagen in Lwiw. Durchführer des Projekts sind die Stadtverwaltung und das kommunale Unternehmen Green City. Finanzielle Unterstützung erhalten sie von der EBWE. Das Gesamtvolumen des Projekts umfasst bis zu 35 Mio. €. Erste Ausschreibungen laufen bereits. Interessierte Unternehmen können sich an Green City wenden. Deutsche Hilfe bei Überholung der Mülldeponie in Kiew Unterstützung bei der Modernisierung der Abfallwirtschaft erhält die Ukraine auch vom Bundesumweltministerium. Aus Mitteln der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ wird eine Machbarkeitsstudie zur Sicherung der Deponie Nr. 5 in Kiew finanziert. Das Projekt soll als Pilot für weitere Vorhaben dienen. Verhindert werden soll der Austritt von Methan und belastetem Sickerwasser. In den vergangenen Jahren hat sich in der Abfallwirtschaft kaum etwas getan. Von mehreren seit 2010 angekündigten Projekten zum Bau von Müllverarbeitungswerken wurde laut Angaben der Wirtschaftszeitung delo.ua nur ein einziges umgesetzt: Der Bau einer Anlage in Riwne, doch auch diese habe ein halbes Jahr nach Fertigstellung im Januar 2014 den Betrieb eingestellt. Laut Angaben von delo.ua fallen in der Ukraine pro Jahr 14 Mio. t Haushaltsmüll an. Davon landen 93 % unsortiert auf Deponien. Nur 5,6 % werden weiterverarbeitet. Von den landesweit einst fünf Müllverbrennungsanlagen ist derzeit nur die Anlage in Kiew in Betrieb, in die 1,4 % des landesweiten Aufkommens an Haushaltsmüll verbracht werden. Betreiber der Anlage ist das Unternehmen Kyivenergo. Die wichtigsten in der ukrainischen Abfallwirtschaft tätigen Firmen haben sich 2011 in dem Verband Ukrekoaljans zusammengeschlossen. Zu den Firmen mit deutschen Wurzeln zählen die Unternehmen Umwelt Ukraina, das aus einem Management-Buy-Out aus Remondis Ukraine hervorgegangen ist, und Veolia (ehemals Altvater). Fabian Nemitz, GTAI Ukraine, www.gtai.de/Ukraine Sonderdrucke – ein werbewirksames Marketing- und PR-Instrument Ist in einer unserer Fachzeitschriften ein Beitrag von Ihrem Unternehmen erschienen? Dann nutzen Sie doch die Möglichkeit, von diesem Beitrag einen attraktiven Sonderdruck erstellen zu lassen. Sonderdruck aus UmweltMagazin 4/5-2012 Der nachhaltige Umgang mit Re sourcen gewinnt in a len Wirtschaftszweigen immer mehr an Bedeutung. In Bund und Ländern gibt es zunehmend Aktivitäten rund um das Thema ressourceneffizientes, also material- und energiesparendes Wirtschaften, dessen Kern der Produktionsintegrierte Umweltschutz (PIUS) ist. Um a len Beteiligten den gleichen Wissensstand zum Themenbereich zu vermitteln, Doppelungen zu vermeiden und Synergien zu nutzen, ist der kontinuierliche Austausch über die Ländergrenzen hinweg eine Grundvoraussetzung. Henning H. Si tel I PIUS: Wissen über Ressourceneffizienz PIUS-Länderkonferenzen: Austausch zum Erfolg das Thema mittlerweile geworden ist. mittlung über das Internet werden über Einzelaktivitäten wie beispielsweise das das Angebot der PIUS-Länderkonferenzen, des PIUS-Internet-Portals und der durch das BMU init ierte Netzwerk Ressourcene fizienz sowie die steigende PIUS-Netzwerke unterstützt. Anzahl von Unterstützungsangeboten in diesem Bereich sind ein weiterer Ausdruck dafür, dass dieses Thema ganz oben auf der politischen Agend angekommen ist. und Ressourcene fizienz“ – das ist das „Gemeinsam zu mehr Innovation Mo to der vierten PIUS-Länderkonferenz, die am 15. und 16. Ma in Mainz sta tfinden wird. Mit der Veranstaltung wird der kontinuierliche Dialog über die Ländergrenzen hinweg fortgesetzt, der mit der ersten Konferenz im Dezember 2002 in Duisburg gestartet und 2006 sowie 2009 in Bonn erfolgreich fortgesetzt Ziel a ler Aktivitäten ist die Wirtschaft. Die produzierenden Unterneh- wurde. Der Kreis der Veranstalter hat n Politik und Wirtschaft sowie in Wissenschaft und Forschung wird dem men in Deutschland, insbesondere die sich seit 2002 kontinuierlich vergrößert. In Mainz wird eine Plattform ge- Thema Ressourceneffizienz ein immer kleinen und mi tleren, müssen kontinuierlich für das Thema Ressourcenscha fen, auf der Unternehmen, Berater größerer Ste lenwert eingeräumt. Die Gründung der Deutschen Materiale fizienzagentur (demea; 2006) durch das möglichst schne l und aktue fizienz sensibilisiert und Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) e l mit Infos und Unterstützungsangeboten versorgt und der VDI-Zentrum für Ressourcene fizienz GmbH (VDI ZRE; 2009) durch werden, damit in der Praxis das Bundesumweltministerium (BMU) die Chancen für eine gesteigerte We tbewerbsfähigkeit genutzt und Vertreter von Ministerien aus Bund sowie die vielfältigen Aktivitäten auf EU-Ebene zum „Ressourcenschonenden Europa“ sind auf politischer Seite eine Kombination aus der Internet-Nut- von Institutionen die Chance zum per- werden können. Dabei zeigt sich, dass und Ländern, aus der Verwaltung und Beispiele für die große Bedeutung des zung un dem regelmäßigen persönlichen Austausch die besten Chancen ceneffizientes Wirtschaften mit Blick sönlichen Austausch haben. Ressour- Themas. Auch die Gründung der „Deutschen Rohsto fagentur“ im Oktober bietet. Sowohl der persönliche Austausch als auch die Informationsver- sende Themenfelder steht dabe im auf Innovationen und zukunftswei- 2010 durch das BMWi zeigt, wie sensibel Mit- • Sonderdrucke werden individuell nach Ihren Wünschen gestaltet • Ihr Logo und Ihre Kontaktdaten können eingefügt werden • Fremdanzeigen und Fremdtexte werden entfernt • Sonderdrucke sind kostengünstig und lassen sich vielseitig einsetzen (z. B. auf Ihrem Messestand, für Kunden und Mitarbeiter etc.) Profitieren Sie vom Imagetransfer und dem hohen Renommee unserer Fachzeitschriften. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein unverbindliches Angebot. 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