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01-02 | 2019

Markt Projekte BMBF

Markt Projekte BMBF Wertstoffrückgewinnung aus Klärschlamm Klärschlamm enthält viele wichtige Wertstoffe, die bislang nicht optimal verwertet werden. Ein neuartiges Ultraschallverfahren soll es ermöglichen, die Inhaltsstoffe des Klärschlamms besser aufzuschließen und anschließend voneinander abzutrennen. Die so zurückgewonnenen Wertstoffe lassen sich im Sinne einer nachhaltigen, umweltschonenden und wirtschaftlichen Kreislaufführung wiederverwerten. Im BMBF-Verbundprojekt „UltraSep“ soll das Verfahren unter Realbedingungen auf einer Kläranlage des Wupperverbands getestet und optimiert werden. Im Mittelpunkt steht ein neues Ultraschallverfahren der Aquattro GmbH aus Halver, das im Verbundprojekt in Kooperation mit Fraunhofer Umsicht und der Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft WiW erprobt und optimiert wird. Kern ist hierbei eine Ultraschall-Kavitations-Einheit: Ein spezieller Ultraschallgeber bewirkt, dass durch den ständigen Druckwechsel im Klärschlamm unzählige winzige Blasen entstehen – ein Effekt, der auch als Kavitation bezeichnet wird. Die mit einem Gemisch aus Wasserdampf und anderen Gasen gefüllten Mikrobläschen wachsen binnen Sekun- Separation des Klärschlamms in Faser-, Gel- und Flüssigkeitsfraktion. denbruchteilen auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe und implodieren schließlich. Dies führt zu verschiedenen physikalischen und chemischen Effekten, die den Klärschlamm aufschließen, der dann in Folgeschritten in verschiedene Wertstofffraktionen abgetrennt werden kann. Im Ergebnis soll das neue Verfahren cellulosereiche Fasern, ein nährstoffreiches Gel sowie eine leicht vergärbare Flüssigkeit liefern, die jeweils für weitere Nutzungen verwendet werden können. Bild: Aquattro GmbH Insbesondere die Rückgewinnung von Phosphor, der seitens der EU-Kommission als kritischer Rohstoff eingestuft wird, spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Projektteilnehmer wollen das neue Verfahren in einer mobilen Pilotanlage testen. Im anschließenden Einsatz auf der kommunalen Kläranlage des Wupperverbands in Hückeswagen soll daraufhin die schrittweise Überführung in den Dauerbetrieb sowie eine Verfahrensoptimierung erfolgen. www.umsicht.fraunhofer.de Brawoliner Individuell ausgebautes Sanierungsfahrzeug zur Kanalsanierung Der Systemanbieter Brawoliner hat dem isländischen Sanierungsunternehmen AVAL ehf einen individuell ausgebauten VW Crafter übergeben. Dieser soll einen flexiblen und mobilen Einsatz auf unterschiedlichen Baustellen ermöglichen. Nachdem AVAL ehf im Jahr 2017 bereits einen ausgebauten Anhänger von dem Systemanbieter erhalten hat und von der Qualität, dem Ausbau und der persönlichen Betreuung vor und nach der Übergabe überzeugt war, setzt das Unternehmen erneut auf ein von diesem ausgebautem Sanierungsfahrzeug. Mit dem individuell und auf die Kundenwünsche angepassten 3,5 Tonner will AVAL ehf eine qualitativ hochwertige, schnelle und effiziente Sanierung vor Ort durchführen. Die gute Manövrierfähigkeit des Crafters ist dabei ein Vorteil in den teils sehr engen Straßen in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Um dem Kunden einen möglichst großen Spielraum bezüglich der Zuladung bei Einsätzen zu bieten, ist das Fahrzeug mit einer Leichtbau-Imprägnieranlage ausgestattet. Diese wurde zum Einbau in den Kastenwagen gekürzt und besteht größtenteils aus Aluminium. Das Gewicht konnte dadurch auf etwa 70 kg mehr als halbiert werden. Vollständig ausgebaut bleiben dem Kunden noch rund 350 kg Zuladung. Beim Ausbau des VW Crafters wurde darauf Wert gelegt, möglichst viel Stauraum und Platz zu bieten: Im extra angefertigten Sockel für den Hochdruckspüler befinden sich mehrere Schwerlastschubladen, weiterer Stauraum sowie eine Werkbank mit Schraubstock befindet sich gegenüber der Imprägnieranlage. Die Arbeitssicherheit auf den Baustellen wird durch zwei LED-Strahler, die den Außenbereich ausleichten, erhöht. www.brawoliner.com Der Fahrzeug-Innenausbau des Sanierungsfahrzeuges. Bild: Brawoliner 24 UmweltMagazin Januar - Februar 2019

Projekte Markt Strautmann Vollautomatischen Ballenpresse spart Zeit und Kosten Die Firma Ingram Micro Distribution GmbH in Straubing zieht Resümee: Seit nunmehr zwei Jahren entsorgt der ITK Distributor jedes Jahr 840 Tonnen Kartonage mit dem BaleTainer – einer vollautomatischen Ballenpresse der Strautmann Umwelttechnik GmbH. Seit dem Einsatz der Ballenpresse haben sich die Entsorgungsprozesse deutlich verschlankt, und es werden tagtäglich sieben Arbeitsstunden eingespart. Aus zwei Lagerbereichen verdichtet die Presse die anfallende Kartonage. Zentral positioniert ermöglicht sie eine Befüllung vom unteren und oberen Lagerbereich. Die Mitarbeiter werfen die Umverpackungen von zum Beispiel Kameras oder Mobiltelefonen in Sammelbehälter, die direkt am Anfallort aufgestellt sind. Im unteren Lagerbereich fährt ein Angestellter die vollen Behälter zum BaleTainer, wo sie per Hubkippvorrichtung in nur 25 Sekunden in die Presse gekippt werden. Vom oberen Bereich fallen die Kartons über einen Schacht direkt in den BaleTainer. Wartezeiten werden durch die gleichzeitige Befüllungsmöglichkeit von unten und oben also vermieden. Der BaleTainer verdichtet die Kartonage mit 60kN Presskraft in 450kg schwere Der BaleTainer bei der Ingram Micro Distribution GmbH im Einsatz. Ballen. Neben der vollautomatischen Verdichtung erfolgen auch die Drahtabbindung und der Ballenausschub vollautomatisch. Die Entsorgung jetzt ist, nach Unternehmensangaben, wesentlich schneller: Vorher hat die manuelle Entleerung eines Behälters zwei bis drei Minuten gedauert, der BaleTainer schafft das in 25 Sekunden. Darüber hinaus werden auch Transportkosten durch die hohe Verdichtung der Kartonage eingespart. In der Vergangenheit wurden alle Umverpackungen in Behältern gesammelt. www.strautmann-umwelt.de Bild: Strautmann UDI Biomethananlagen rundum erneuerbar Die UDI-Unternehmensgruppe, Roth/Nürnberg, setzt auf Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Das Unternehmen suchte erfolgreich nach Lösungen, den Betriebsstrom und den Wärmebedarf dieser Anlagen mit erneuerbaren Energien zu decken. Das Beispiel der UDI-Biomethananlage Torgelow zeigt, das Konzept „Rundum erneuerbar“ funktioniert: Mit einem Gesamtvolumen von achtzehn Millionen Euro errichtete UDI letztes Jahr die Anlage in der gleichnamigen Kleinstadt, im Landkreis Vorpommern-Greifswald, südlich der Insel Usedom. Umgerechnet auf den Stromverbrauch kann sie rein rechnerisch 15 000 deutsche Durchschnittshaushalte mit sauberem Strom versorgen. Sie zählt zu den modernsten Einspeiseanlagen Deutschlands. Wir erzeugen hier rund 6,2 Millionen Kubikmeter Biomethan im Jahr und speisen direkt ins Erdgasnetz ein. Somit kann ohne den Neubau von Leitungen das erzeugte Biomethan überall aus dem Erdgasnetz entnommen werden, wo es benötigt wird. Die nun installierte und in Betrieb gegangene Photovoltaikanlage ergänzt die bereits getätigten Investitionen und schafft eine 360-Grad-Lösung vor Ort. Auf dem Gelände wurden 1 944 Solarmodule verbaut und der erzeugte Wechselstrom wird in den Stromkreislauf der Biogasanlage eingespeist. Die Solaran- Bild: UDI Das Beispiel der UDI-Biomethananlage Torgelow zeigt, das Konzept „Rundum erneuerbar“ funktioniert. lage ist so konzipiert, dass sie bis zu 100 Prozent Strom für die Biogaserzeugung und -aufbereitung liefert. Das spart im Jahresdurchschnitt etwa achtzehn Prozent des Zukaufs von Strom. Die Wärme für die Anlage in Torgelow erzeugt UDI ebenfalls vor Ort. Neben der Biomethananlage steht eine eigene Holzhackschnitzelheizung. www.udi.de UmweltMagazin Januar - Februar 2019 25

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