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01-02 | 2019

Wasser Ausgerüstet mit

Wasser Ausgerüstet mit einem Haken können so zwei Personen in zwei Stunden bis zu 200 m AquaWand aufbauen und dieses ohne LKW, Stapler und weitere Hilfsmittel. Bei der autarken mobilen Schutzwand „Die AquaWand“ handelt es sich um ein geschlossenes System, immer im Bereitschaftsmodus. Die Installation der AquaWand Die AquaWand wird aus baugleichen, serienmäßig vorgefertigten Stahlwannen hergestellt. Die Wannen sind einfach und schnell in einen etwa 80 cm tiefen Graben einzubauen und werden danach mit Beton im Graben fest vergossen. Rohrquerungen können rund 40 cm tief sein. Diese patentierte Konstruktion bietet einen zuverlässigen Durchsickerungs- und Unterspülschutz und schafft eine zuverlässige Lastübertragung der Kräfte in den Boden. Bilder: Aquaburg Die AquaWand geprüft und testiert In Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasserbau der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TU-HH) und dem TuTech –Zentrum für Klimafolgenforschung (KLIFF) ist die AquaWand unter nahezu realen Bedingungen umfangreich wissenschaftlich geprüft und testiert worden. Da die umfangreichen Tests der Aquaburg-Wand nichts anhaben konnten, wurden Extremtests durchgeführt und das System mit schweren Winden an prägnanten Punkten extrem belastet. Für den Laien ist lediglich eine Linien-Entwässerung zu sehen. Tatsächlich verbergen sich alle Aqua- Wand-Elemente unter dem überfahrbaren Deckel. In Dänemark ist die AquaWand an einem Privathaus in der Nähe von Helsingør direkt an der Ostsee eingebaut. Für den Nutzer war es wichtig, schnell und alleine bei Sturm die Wand aufzubauen. Es sollten keine starren blickdichten Wände dort stehen, sondern ein Hochwasserschutz, der nicht die Sicht auf die Ostsee versperrt, dennoch den Sturmfluten und dem Wind trotzt, wie auch von einem Nachbarn in kurzer Zeit aufgestellt werden kann und dieses alles ohne Lagerraum und Logistik. Diese Vorgaben erfüllt die AquaWand. Hierzu steht ein Auf- und Abbau Video unter: https://www.youtube.com/ watch?v=llc4YN6MRzc zur Verfügung. In Hildesheim, Kirchheim unter Teck und in Zürich sind die Argumente der schnellen, autarken Lösung, ohne dass die Sicht versperrt wird auch wichtige Vorteile gewesen, die für die AquaWand gesprochen haben. An einem Denkmalgeschützen Gebäude in Weilheim i. OB. ist ein wichtiges Argumente die hohe ästhetische Optik. Hier ist die AquaWand mit einem Deckel aus Cortenstahl vor dem Gebäude eingebaut worden. Die 75 Meter lange und 1,0 Meter hohe Aqua- Wand kann mit 2 Personen in einer Stunde aufgebaut werden. Die AquaWand in Rosswein (Sachsen) ist 1,6 m hoch und in 3 Teilabschnitten 30 m lang. Die Anwohner der Stadt haben nach Alternativen zu blickdichten Flutmauern gesucht. Sie sollten das Stadtbild unberührt lassen und trotzdem schnell zu errichten und sicher sein. Genau diese Möglichkeit bietet die AquaWand mit einer Schutzhöhe von 160 cm. Für den Laien ist lediglich eine Linien- Entwässerung zu sehen. Tatsächlich verbergen sich alle AquaWand-Elemente unter dem überfahrbaren Deckel. Die Praxistauglichkeit Die hohe Praxistauglichkeit der Aqua- Wand hat Ihren Ursprung aus dem Designe. Sie hat keine Schrauben, keine losen Teile, Stahlteile sind feuerverzinkt, Edelstahl-Netz, reißfeste Plane, alles ist ineinander steck bar und wird verbolzt. Die AquaWand hat zwar noch kein Hochwasser an den Standorten erlebt, ist aber an der Technischen Universität Hamburg wie auch an der RWTH Aachen umfangreich getestet worden. Fazit Warn-Apps, Hochwasserschutzpläne und die AquaWand zusammen ist ein ganzheitlicher Hochwasserschutz und liefert nicht nur Informationen, er bietet Schutz und erzeugt bei den Nutzern ein Bewusstsein, mit dem Hochwasserrisiko planvoll umgehen zu können. Dieses geht nur mit einem vollkommen vorinstallierten Hochwasserschutzsystem. Hartmut Wibbeler, Aquaburg Hochwasserschutz GmbH, Münster, www.aquaburg.com 32 UmweltMagazin Januar - Februar 2019

Wasser Wasserrecycling auf hohem Niveau Bild: Ikea Deutschland Einrichtungshaus mit Ressourcen schonender Technik und hoher Energieeffizienz. Das Regen- und Grauwasser wird recycelt. Pilotprojekt in Kaarst am Niederrhein: Beim Neubau eines Einrichtungshauses wurden nachhaltige Stoffkreisläufe installiert. Insbesondere das zukunftsfähige Wasserrecycling ist technisch anspruchsvoll und gewann bereits einen Award. Der Neubau in Kaarst, einer Stadt im linken Niederrheingebiet, ist das weltweit nachhaltigste IKEA Einrichtungshaus. Unter anderem nutzt es das Wasser, das nach dem Händewaschen anfällt, ein zweites Mal. Als sogenanntes Grauwasser wird es gesammelt, im Gebäude mit einfachen Mitteln aufbereitet und zusammen mit Regenwasser für die Toilettenspülung verwendet. Diese Art von Wasserrecycling vermeidet Abwasser, spart Ressourcen und Kosten. Ein Pilotprojekt zukunftsfähiger Stoffkreisläufe, das im Mai 2018 anlässlich der Berliner Energietage mit dem Deutschen TGA-Award ausgezeichnet wurde. Mehr als 100 Mio. € hat IKEA in den neuen Vorzeigebau investiert. „More Sustainable Store“ nennt die Bauherrschaft ihr Flaggschiff. Es ist mit 25.000 m2 fast dreimal so groß wie das bisherige Haus in Kaarst, das mit rund 9.000 m2 Verkaufsfläche das kleinste IKEA Einrichtungshaus in Deutschland war. „In der Produktausstellung legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf unsere nachhaltigen Produkte, denn wir möchten auch unsere Kunden zu einem nachhaltigeren Leben zuhause inspirieren“, sagte Einrichtungshauschef Stephan Laufenberg bei der Eröffnung am 12. Oktober 2017. Das Ziel sei, bei diesem internationalen Pilotprojekt die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales bestmöglich in Einklang zu bringen. Zum ganzheitlichen Ansatz des Einrichtungshauses zählt ein spezielles Architekturkonzept: die einzelnen Gebäudeteile sind durch begrünte Terrassen miteinander verbunden, große Fensterflächen lassen viel Tageslicht ins Haus. Die Holzfassade sowie die Gestaltung der Außenbereiche sorgen für ein Wohlfühlklima. Zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten sind ein Angebot an Kunden, Mitarbeiter und an die Bevölkerung von Kaarst – auch außerhalb der Öffnungszeiten. In Kooperation mit dem NABU wurde außerdem ein Outdoor-Konzept mit vielen Grünflächen entwickelt. Beim Energiekonzept für das neue Einrichtungshaus setzt IKEA auf eine Kombination aus effizienten und Ressourcen schonenden Technologien – vom Blockheizkraftwerk über ei- UmweltMagazin Januar - Februar 2019 33

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