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03| 2016

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Nachrichten Fraunhofer

Nachrichten Fraunhofer ISI Ressourceneffiziente Produktion dank organisatorischer Maßnahmen In Industriebetrieben schlummert ein großes Kosteneinsparpotenzial: Laut der Erhebung „Modernisierung der Produktion“ des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe könnten die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe nach eigener Einschätzung noch durchschnittlich 14 % des Energiebedarfs und 6 % des Materialverbrauchs in der Produktion einsparen, wenn sie alle technischen Möglichkeiten optimal nutzen würden. Bei der Ausschöpfung dieser Effizienzpotenziale und bei der langfristigen Verankerung von Energieund Ressourceneffizienz im Betrieb spielen neben technischen Lösungen auch Managementinstrumente eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Kosten sind diese nicht-technischen Maßnahmen insbesondere für kleine und mittlere Betriebe ein niedrigschwelliger, aber wirkungsvoller Einstieg in eine ressourceneffiziente Produktion. Für die Studie „Ressourceneffiziente Produktion jenseits technischer Lösungen“ wertete das Fraunhofer ISI die Angaben von 1 594 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, die im Jahr 2012 an der regelmäßig durchgeführten Erhebung „Modernisierung der Produktion“ teilgenommen hatten. Die Analysen zeigen, dass fast 40 % der Betriebe Energieeffizienzmaßnahmen und 73 % Materialeffizienzmaßnahmen in ihrer Produktion einsetzen. Befragt nach zusätzlichen Einsparmöglichkeiten schätzen die Betriebe, dass sie durchschnittlich 14 % ihres Energiebedarfs einsparen könnten, wenn sie die heute verfügbaren technischen Möglichkeiten optimal nutzen würden. Hinsichtlich der Materialnutzung vermuten sie durch die Umsetzung entsprechender Maßnahmen ein Einsparpotenzial von etwa 6 %. Dabei zeigt sich, dass Betriebe unterschiedlicher Größe dieses sehr unterschiedlich einschätzen: Fast ein Viertel mit weniger als 50 Beschäftigten gab an, im Bereich Energie kein weiteres Einsparpotenzial zu haben, während dieser Wert bei Betrieben mit mehr Beschäftigten bei 11 % (bis 249 Beschäftigte) beziehungsweise 7 % (ab 250 Beschäftigte) liegt. Auch bei der Frage nach Materialeinsparungen ist der Anteil der mittleren und großen Betriebe, die noch Einsparpotenziale in ihrer Produktion sehen, deutlich höher als bei kleinen Betrieben. Damit Unternehmen die eigenen Möglichkeiten erkennen und gezielt Effizienzmaßnahmen in der Produktion umsetzen können, brauchen sie die richtigen organisatorischen Rahmenbedingungen: Managementinstrumente wie Total-Cost-of-Ownership-Ansätze, Qualitätsmanagementkonzepte sowie Energiemanagement- und Umweltkennzahlensysteme verbessern die Kenntnis der eigenen Prozesse, decken Einsparpotenziale systematisch auf und sind somit eine gute Entscheidungsgrundlage für einen Einsatz von Ressourceneffizienzmaßnahmen in der Produktion. Um mit wenig Aufwand Energieeinsparpotenziale zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen umzusetzen, bietet sich beispielsweise die Teilnahme an Lernenden Energieeffizienz-Netzwerken an. Hier tauschen sich 10 bis 15 Unternehmen über ihre Potenziale aus, lernen voneinander und steigern so ihre Energieeffizienz doppelt so schnell wie der Durchschnitt der Industrie. Das Fraunhofer ISI unterstützt solche Netzwerke im Rahmen des Projekts „LEEN100plus“. Die hier erstellten Berichte entsprechen unter anderem der Norm ISO 50001 und sind beispielsweise für Anträge zum Spitzenausgleich nutzbar. www.isi.fraunhofer.de Europa – kurz notiert >>> Die EU-Kommission hat eine öffentliche Konsultation zum Governance-Mechanismus gestartet. Hiermit sollen die EU-Ziele für das Jahr 2030 durch nationale Energiepläne erreicht werden. Der Fokus liegt vor allem auf dem Erneuerbare-Energien-Ziel und auf der Steigerung der Energieeffizienz um jeweils 27 % bis 2030. Die EU-Kommission schlägt vor, dass die Pläne von den nationalen Regierungen anerkannt werden müssen, oder dass sie in nationalen Rechtsakten verankert werden. Eine der zentralen Fragen der Konsultation, die noch bis zum 8. April 2016 läuft, ist welcher Ansatz eine größere Wirkung erzielen würde – legislativ oder nicht-bindend. >>>Die Mitgliedstaaten der EU stimmten dem Vorschlag der Kommission zu, 217 Mio. € in Projekte der transeuropäischen Energieinfrastruktur zu investieren. Es wurden insgesamt 15 Projekte ausgewählt. Sie sollen die Energieversorgungssicherheit verbessern und bisher isolierte Mitgliedstaaten im Energiebereich in die EUweiten Energienetze einbinden. Zudem unterstützen sie die Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Ein Großteil der Fördersumme, insgesamt 207 Mio. €, geht hierbei in den Gassektor. 10 Mio. € sind für den Stromsektor vorgesehen. >>> Mehr als die Hälfte der Energie, die die Europäer im Jahr 2014 verbraucht haben, musste importiert werden: Die Importabhängigkeit der EU belief sich auf 53,4 % der insgesamt verbrauchten Energie. Diese Zahlen hat das statistische Amt der EU kürzlich veröffentlicht. Im Jahr 2014 war die Energieabhängigkeit in der EU damit höher als 1990 und lag knapp unter dem im Jahr 2008 verzeichneten Höchstwert. Deutschland, importierte 61,4 % seiner Energie. Die niedrigsten Werte verzeichneten Estland (8,9 %), Dänemark (12,8 %) und Rumänien (17 %). Am stärksten von Energieeinfuhren abhängig waren Malta (97,7 %), Luxemburg (96,6 %) und Zypern (93,4 %). >>>Das Institut für Europäische Umweltpolitik hat kürzlich eine Studie zu den potenziellen Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU auf die Umwelt veröffentlicht. Sie gibt einen Überblick über die derzeitige EU-Umweltgesetzgebung und zeigt anhand von zwei Szenarien die Konsequenzen inklusive der Risiken für Großbritannien im Falle eines Brexits auf. Dabei geht die Studie sowohl auf die Gemeinsame Agrar- und Fischereipolitik als auch auf den EU-Binnenmarkt sowie auch auf die potenziellen Einflüsse möglicher Entscheidungen zukünftiger Regierungen und internationaler Beschlüsse ein. 10 UmweltMagazin März 2016

Nachrichten China EQT verkauft Müllverbrenner EEW China sorgt mit einem Zukauf im niedersächsischen Helmstedt für einen neuen Investitionsrekord. Die Holding Beijing Enterprises übernimmt den Müllverbrennungsspezialisten EEW Energy from Waste für 1,438 Mrd. €. Darauf einigten sich die Chinesen mit der bisherigen EEW-Mutter, dem schwedischen Investor EQT. Die Transaktion ist die bislang größte Direktinvestition aus China in ein deutsches Unternehmen. Beijing Enterprise gehört der Stadtregierung von Peking. Das Unternehmen betreibt das Müllmanagement der Stadt und ist zugleich Wasser- und Gasversorger. EEW selbst machte in 2014 539 Mio. € Umsatz, hat 1 050 Mitarbeiter und wandelt mit seinen 18 Anlagen jährlich rund 4,7 Mio. t Abfall zu Energie um. Die Fabriken erzeugen Bild: EEW Abfallverbrennungsanlage der EEW in Hannover. News – Online Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch im Internet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Branchen-News). Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700 000 Haushalte. Auch der Abfall des verbrannten Abfalls – größtenteils Schlacke – wird später vor allem beim Straßenbau weiter verwendet. www.eqt.se/de Innovativ. Weltweit. Zukunftsorientiert. Umwelttechnologien erleben. Jetzt online registrieren! www.ifat.de/tickets 30. Mai–3. Juni 2016 Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft Entdecken Sie die Möglichkeiten zukunftsweisender Strategien, Produkte und Dienstleistungen. Seien Sie mit dabei, wenn die Weltleitmesse für Umwelttechnologien in spektakulären Live-Demonstrationen komplexe Prozesse sowie Anwendungen von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen anschaulich und praxisnah im Einsatz präsentiert. IFAT weltweit – Besuchen Sie auch die Auslandsmessen der IFAT: Herzlich willkommen auf der IFAT 2016. 5.–7. Mai 2016 www.ie-expo.com 28.–30. September 2016 www.ifat-india.com Frühling 2017 www.ifat-eurasia.com September 2017 www.ifat-africa.com Folgen Sie uns: MESSE MÜNCHEN | www.ifat.de info@ifat.de | Tel. +49 89 949-11358

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