Aufrufe
vor 3 Jahren

03| 2016

  • Text
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Energie
  • Wasser
  • Einsatz
  • Anlagen
  • Umwelt
  • Deutlich
  • Messtechnik
  • Betrieb

Special Messtechnik &

Special Messtechnik & Analyse Zwei Sitrans FM-Durchflussmesser (links), Einschraub-Widerstandsthermometer (Mitte) und Sitrans P DS III-Druckmessumformer (unten rechts) für eine zuverlässige Prozessüberwachung. Entsorgungstrio für Kliniken Weltweit sorgt ein zukunftsweisendes Entsorgungsmodell für medizinische Großeinrichtungen für großes Interesse. Die Besonderheit: Es kombiniert Abwasseraufbereitung mit Abfallentsorgung und biogasbasierter Energieerzeugung. Erstmals wurde es am Reinier de Graaf Krankenhaus in Delft/Niederlande erprobt. Ergebnis sind reduzierte Abfälle, schadstofffreies Abwasser, gestiegene Hygiene und weniger Logistikaufwand. Hochpräzise Messtechnik spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Aufbereitung von Krankenhausabwasser ist eine Herausforderung: Kommunale Kläranlagen sind im Wesentlichen auf die Beseitigung von biologisch abbaubaren Materialien und die Entfernung von Nährstoffen wie Phosphor- und Stickstoffverbindungen ausgelegt. Auch modernste Aufbereitungsmethoden können hohe Konzentrationen von Arzneimittelrückständen, Röntgenkontrastmitteln oder pathogenen Keimen nicht ausreichend entfernen. Selbst wenn bislang keine direkte Gefahr für Menschen durch diese Reststoffe nachgewiesen werden konnte, besteht kein Zweifel an Auswirkungen auf den Gewässerlebensraum, beispielsweise durch wassergebundene hormonell wirksame Substanzen. Um den Eintrag solcher Rückstände in das Wassersystem grundsätzlich zu unterbinden, stellen dezentrale Wasseraufbereitungsanlagen direkt auf dem Klinikgelände den sinnvollsten Lösungsansatz dar. Das EU- Projekt „PILLS“ (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources), bei dem das Erforschen von Lösungen für pharmazeutisch verunreinigtes Abwasser an hoch konzentrierten Punktquellen im Mittelpunkt steht, verfolgt diesen Ansatz und meldet entsprechende Erfolge. Das umweltbewusste Konzept des niederländischen Unternehmens Pharmafilter, das im Reinier de Graaf Krankenhaus in Delft erprobt wurde und mittlerweile in großem Maßstab einsetzbar ist, geht noch einen Schritt weiter: Es beruht in erster Linie auf der Zusammenlegung von Abfall- und Abwasserströmen, deren kombinierten Aufbereitung sowie dem Einsatz von Einwegprodukten. Das Prinzip folgt dem Motto „Recycling statt Mehrweg“ und lohnt sich, da hierdurch das Pflegepersonal entlastet, die Patientensicherheit erhöht und die Umwelt geschont wird. Die Nachhaltigkeit beruht neben der Säuberung des Wassers auch auf der Verwendung von Abfallstoffen als Energieträger. Die Erzeugung und anschließende Verstromung von Biogas aus biologischen Reststoffen deckt die energetische Eigenversorgung der Anlage beinahe vollständig und sorgt für eine sehr gute CO 2 -Bilanz. 18 UmweltMagazin März 2016

RessourceneffizMesstechnik & AnalysenSpecial Intelligentes System für dauerhafte Nachhaltigkeit Benutztes Essgeschirr und Bettpfannen legen im herkömmlichen Krankenhausbetrieb beachtliche Wege zurück: In hygienebedingt streng getrennten Kreisläufen werden sie eingesammelt und wandern von den einzelnen Stationen zu zentralen Spülstellen, wo sie gereinigt, sterilisiert und für die weitere Verwendung wieder zur Ausgabe transportiert werden. In Delft gilt dagegen mittlerweile das Prinzip der kurzen Wege: Sowohl Essgeschirr als auch Steckbecken und Urinflaschen sind Einwegprodukte aus Biokunststoff. Dieser wird auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen erzeugt und lässt sich vollkommen biologisch abbauen. Die Biopolymere auf Stärke- beziehungsweise Zuckerbasis haben dieselben Eigenschaften wie herkömmliches Plastik, basieren aber nicht auf Mineralölen. Abwasserreinigung, Biogaserzeugung und Energiegewinnung auf knapp 400 m²: im Bild die kompakte Anlage auf dem Gelände des Reinier de Graaf Krankenhauses in Delft. Anstatt Geschirr oder Bettpfannen einem langen Mehrwegkreislauf zu unterziehen, landet auf den Stationen des Krankenhauses alles ohne Entleerung, Säuberung oder sonstige Schritte direkt in speziellen Schreddern. Diese sind an das bestehende Wasser-/Abwassersystem des Krankenhauses angeschlossen, zermahlen den Abfall und spülen alles zur Kläranlage auf dem Gelände. Energiegewinnung aus Biogas und Wasseraufbereitung Nachdem ein mehrmonatiger Probelauf im Versuchsmaßstab bewiesen hatte, dass das Entsorgungskonzept wie gewünscht funktioniert und die erwarteten Reinigungsergebnisse sogar übertrifft, wurde vor einigen Jahren eine kompakte Anlage zur Reinigung des gesamten Krankenhausabwassers errich- DIE NEUE SMART CONVEYING TECHNOLOGY SEEPEX ist ein weltweit führender Spezialist im Bereich innovativer Pumpentechnologie mit Exzenterschneckenpumpen, Maceratoren und Steuerungssystemen. Unsere Smart Conveying Technology (SCT) steht für die intelligente Spitzentechnologie unserer Exzenterschneckenpumpen. Druck: bis zu 8 bar Wartung: einfach und schnell Stillstandzeit: drastisch reduziert Lebensdauer von Rotor und Stator: um bis zu 200 % verlängert Produktivität und Effizienz: deutlich erhöht Energiebedarf: deutlich reduziert Lebenszykluskosten: erheblich gesenkt SEEPEX GmbH T +49 2041 996-0 www.seepex.com

Ausgabenübersicht