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03| 2016

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Umweltmarkt Produkte

Umweltmarkt Produkte Wasseraufbereitung Platzsparende Alternative zur Muldenrigole Aufbau der Kombination aus Substratfilter und Regenwassernutzung. Bild: Otto Graf Mit der Komplettlösung der Otto Graf GmbH aus Teningen können bis zu 150 m² Dach- und private Hofflächen mit dem Carat Regenwassertank, dem Substratfilter Intern 400 sowie den nachgeschalteten Versickerungsmodulen vom Typ EcoBloc Inspect entwässert werden. Sichtbar ist nur eine Abdeckung, die als begehbare oder als Pkw-befahrbare Variante angeboten wird. Für Anschlussflächen von mehr als 150 m 2 bietet das Unternehmen den Filter Extern 400 an. Dieser ist im Schacht der Größe DN 400 integriert. Herkömmliche Muldenrigolen haben einen hohen Flächenverbrauch. Diese Art der offenen Versickerung beansprucht bis zu 20 % des angeschlossenen Areals und reduziert dadurch den Nutzen und den Wert der Garten- und Grünbereiche. Der nach den Zulassungskriterien des Deutschen Instituts für Bautechnik geprüfte Substratfilter unterschreitet die geforderten Grenzwerte bei der Reinigungswirkung von Öl- und Benzinrückständen sowie Schwermetallkonzentrationen wie Zink, Kupfer, Blei, Cadmium und Nickel. In der ersten Reinigungsstufe, der Filtration, hält der herausnehmbare Einsatz mit einer Maschenweite von 0,35 mm grobe Verschmutzungen zurück. In der zweiten Stufe werden gelöste Schadstoffe durch Adsorption an die Filterelemente gebunden. Das regelmäßige Trockenfallen des Substrates erlaubt einen konstant hohen Wasserdurchsatz. Bei maximaler hydraulischer Belastung durch Starkregen wird automatisch ein Bypass für die zweite Reinigungsstufe aktiviert. Die Filterelemente werden entsprechend ihrer Anwendung und Schadstoffkonzentration etwa alle zwei bis fünf Jahre ausgetauscht. Im dritten Abschnitt wird über einen beruhigten Zulauf das Wasser in den Tank eingeleitet. Die Feinstoffe sedimentieren im Speicher. Nicht entnommenes Regenwasser wird über einen Überlauf mit zusätzlicher Ablaufschikane in die Eco- Bloc-Inspect-Versickerungsmodule geleitet. www.graf-online.de Biomasseheizkessel Heizungspumpengruppe hält Ablagerungen fern Die Heizungspumpengruppe PrimoTherm 180–3 der Afriso Euro-Index GmbH aus Güglingen ist bei Biomasseheizkesseln als Kesselpumpengruppe einsetzbar. Die Pumpe transportiert die im Kessel entstandene Energie zum Pufferspeicher. Zusätzlich verfügt die Pumpengruppe über ein thermisches Mischventil zur Rücklauftemperaturhochhaltung. Dieses sorgt dafür, dass unabhängig vom Betriebszustand des Kessels und der Temperatur des Speicherrücklaufs die Kesseltemperatur nicht unter die fest gewählte Temperatur sinkt beziehungsweise stets oberhalb des Kondensationspunktes gehalten wird. Durch diese Funktion werden Ablagerungen und Korrosionsschäden im Heizkessel sowie im Rauchabzug und in der Folge Schornsteinbrände durch Versottung verhindert. Daher ist in der Regel der Einsatz einer Rücklauftemperaturanhebung vom Kesselhersteller zwingend vorgeschrieben. Die modular aufgebaute Baugruppe ist mit unterschiedlichen Öffnungstemperaturen (45, 55 oder 60 °C), mit oder ohne Umwälzpumpe (Energieeffizienzklasse A) erhältlich sowie in den zwei Baugrößen DN 25 bis 32 kW und DN 32 bis 93 kW Kesselnennleistung lieferbar. Fest vormontiert und dichtheitsgeprüft verfügt sie über alle erforderlichen Funktionsbauteile inklusive formschlüssiger Polypropylen- Isolation und Wandbefestigung, wobei die Montage waagerecht oder senkrecht möglich ist. Durch die im Kugelhahn des Kesselvorlaufes integrierte Schwerkraftbremse werden Fehlzirkulationen verhindert. Eine gute Platzierbarkeit mehrerer Pumpengruppen nebeneinander auf einem Kesselverteiler ist aufgrund der schlanken Bauform gewährleistet. Für Erstausrüster kann PrimoTherm 180–3 auch nach spe- Die Heizungspumpengruppe ist beispielsweise bei Pelletkesseln oder Holzvergasern einsetzbar. Bild: Afriso zifischen Angaben, zum Beispiel mit anderen Öffnungstemperaturen oder Umwälzpumpen, angefertigt werden. www.afriso.de 34 UmweltMagazin März 2016

Projekte Umweltmarkt Prozessabwasser Wiederverwendung in der Kunststoffproduktion Natriumchlorid-Aufbereitungsanlage der Covestro AG am Standort Krefeld-Uerdingen. Der Werkstoffhersteller Covestro testet im Bereich der Kunststoffproduktion ein umweltfreundliches Verfahren zur Wiederverwendung von salzhaltigem Prozessabwasser. Eine entsprechende Pilotanlage am Standort Krefeld-Uerdingen wurde Anfang des Jahres durch Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks in Betrieb genommen. Die neue Technologie verringert den Salzgehalt in Gewässern wie dem Rhein und schont die Trinkwasser-Ressourcen. Sie wird bei der Herstellung des Hochleistungskunststoffs Polycarbonat verwendet, der in vielen Bereichen wie dem Automobilbau, der Elektronikbranche und der Medizintechnik benötigt wird. Das Bundesumweltministerium hat das Projekt als hervorragendes Beispiel für die Umsetzung des Kreislaufgedankens in der Industrie mit rund 740 000 € gefördert. Bild: Covestro Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf etwa 3,7 Mio. €. Bei Covestro wird nun erstmalig in Deutschland salzhaltiges Industrieabwasser im Rahmen einer industriellen Pilotanlage wiederverwertet. Solches vorgereinigtes Salzwasser wird üblicherweise in Gewässer eingeleitet, im konkreten Fall in den Rhein, der unmittelbar am Werk verläuft. Mit Hilfe der neuen Anlage kann jetzt ein Teil des Abwassers zur Produktion von Chlor in der Elektrolyse wiederverwendet werden. Chlor wiederum ist einer der wesentlichen Rohstoffe bei der Herstellung von Polycarbonat und anderen Kunststoffen. Dank dieses Verfahrens lassen sich, nach Unternehmensangaben, bei der Chloralkali-Elektrolyse pro Jahr bis zu 30 000 t Salz und 400 000 t vollständig entsalztes Wasser einsparen. Das entspricht der Vermeidung von 6 200 t CO 2 -Äquivalenten jährlich. Pro Stunde kann die Einleitung von bis zu 70 m 3 salzhaltigen Abwassers in den Rhein vermieden werden. Covestro hat die Chloralkali-Elektrolyse bereits durch energiesparende Verfahren optimiert. So kann der Strombedarf durch den Einsatz der vom Unternehmen mitentwickelten Sauerstoffverzehrkathoden- Technologie gegenüber dem Standardprozess um weitere 30 % gesenkt werden. www.covestro.com Energiespeicher Batterien aus biologischen Abfällen Dem Helmholtz-Institut Ulm des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist bei der Entwicklung von Aktivmaterialien für Energiespeichersysteme, die auf Natrium basieren, ein bedeutender Schritt gelungen. Für die negative Elektrode wurde ein kohlenstoffbasiertes Material entwickelt, das aus Apfelabfällen gewonnen werden kann und gute elektrochemische Eigenschaften besitzt. Über 1 000 Lade- und Entladezyklen mit hoher Stabilität und Kapazität konnten bisher demonstriert werden. Diese Entdeckung stellt einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Nutzung und Verwertung von Ressourcen dar. Natrium- Ionen-Batterien sind leistungsstärker als Systeme mit Nickel-Metallhydrid- oder Bleisäure-Akkumulatoren und repräsentieren eine Alternative zur Lithium-Ionen- Technologie, da ihre Ausgangsrohstoffe Aus Apfelresten wird ein kohlenstoffbasiertes Aktivmaterial. weit verbreitet, leicht zugänglich und kostengünstig sind. Daher sind Natrium- Ionen-Batterien eine vielversprechende Bild: KIT Technologie für stationäre Energiespeicher, die eine zentrale Rolle in der Energiewende einnehmen. www.kit.edu UmweltMagazin März 2016 35

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