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03| 2016

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Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Erneuerbare Energien Biogas flexibler und schneller produzieren Im Rahmen des Projektes ReBi 2.0 (Regelung der Gasproduktion von Biogasanlagen für eine am Bedarf orientierte, gesteuerte Biogasverstromung) entwickeln Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel sowie der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Göttingen, ein neues Anlagenkonzept für eine gezielte und bedarfsorientierte Verstromung von Biogas. In herkömmlichen Biogasanlagen finden alle Prozessschritte in einem oder maximal zwei Fermentern statt. Dadurch ist es nicht möglich, optimale Bedingungen für alle am Prozess beteiligten Mikroorganismen zu schaffen. Das organische Material muss zudem für mehr als 100 Tage in den Behältern verbleiben. In dem neuen System wird die Produktion auf drei Fermenter verteilt. Im ersten wird die zugeführte Organik durch Hydrolyse für Mikroorganismen leichter zugänglich gemacht, verbleibt dort aber nur wenige Tage. Danach erfolgt eine Trennung in festes und flüssiges Material. Die feste Masse kommt in einen konventionellen Fermenter und wird dort kontinuierlich zu Biogas vergoren. Das flüssige Material wird in einem Pufferspeicher zwischengespeichert, bis es zur gezielten Gasproduktion einem Hochleistungs-Fermenter zugeführt wird. Dort kann es innerhalb von Stunden zu Gas umgesetzt werden. Dabei können rund zwei Drittel durch die flexible Vergärung der Flüssigphase bereitgestellt werden. Das Anlagenkonzept bietet zudem den Vorteil, dass nun auch schwerer abbaubare Substrate wie ligninhaltiges Stroh und – aufgrund der kurzen Verweilzeiten Bild: Fraunhofer IWES Versuchs- Biogasanlage mit drei Fermentern. im ersten Prozessschritt – auch schnell wechselnde Substrat-Typen verarbeitet werden können. Dies bietet die Möglichkeit, das Spektrum für die Biogasproduktion zu erhöhen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. www.energiesystemtechnik. iwes.fraunhofer.de Entwässerungstechnik Ablaufrinnen für das Deutsche Fußballmuseum Die Entwässerungsrinnen fügen sich unauffällig in die Gestaltung des Außenbereichs ein. Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund bietet seit dem Jahr 2015 Raum für eine historische Darstellung des Sports. Für die Wasserableitung im Außenbereich rund um das Museum wurden Entwässerungsrinnen der Hauraton GmbH & Co. KG, Rastatt, eingesetzt. Das Gesamtkonzept des Architekturbüros HPP Hentrich- Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG aus Düsseldorf stellte schon im Vorfeld hohe Ansprüche an die einzelnen Komponenten – so auch an die verbaute Entwässerungs- Bild: Hauraton technik. Für diesen Bereich wurden Schlitzrinnen verwendet, die unterirdisch verlaufen und sich damit dem visuellen Gesamteindruck unterordnen. An der Oberfläche selbst sind sie nur als schmale Streifen sichtbar. Zugleich machte das innerstädtische, dicht bebaute Gebiet eine hohe hydraulische Leistung notwendig. Die Planer entschieden sich daher für Faserfix Standard 150 mit Schlitzabdeckungen. Für die Fassadenentwässerung wurden zusätzlich Faserfix-KS-Rinnen mit hohen Rinnenausführungen und engmaschigen Gitterrost-Abdeckungen gewählt. Die bauliche Voraussetzung für die Verwendung von Schlitzrinnen ist eine ausreichende Aufbauhöhe, da durch die Halshöhe des Aufsatzes die eigentliche Rinne tiefer als üblich unter der Oberfläche liegt. Aufgrund der schrägen Fassaden war der Einsatz einer Sonderausfertigung mit abgeknicktem Hals nötig. Dieser besteht aus stückverzinktem Stahl und weist dadurch, im Gegensatz zum Bandverzinkungsverfahren, eine größere Zinkdicke auf. Das Ergebnis ist ein anhaltend hoher Korrosionsschutz. Bei der Entwässerung von Fassaden ist ein Aspekt besonders wichtig: Viel Wasser strömt mit relativ hoher Geschwindigkeit auf die Entwässerungsrinne zu, umso mehr bei einer großen Fassadenfläche wie im Fall des Deutschen Fußballmuseums. Die Rinnen sind daher mit Gitterrosten mit besonders großem Einlaufquerschnitt ausgestattet. So wird ein Überschießen von Wasser verhindert und Spritzwasser vermieden. www.hauraton.com 36 UmweltMagazin März 2016

Wasser Dauerhafter Schutz gegen chemische Belastungen Schächte und Abwasserleitungen müssen dicht und sicher sein. Vor allem, wenn Industrieabwässer in das Kanalsystem eingeleitet werden. Dann legen die verantwortlichen Behörden besonderes Augenmerk auf Prävention und vorbeugende Sanierungsmaßnahmen. Die Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG, Oberstdorf, übernahm die Sanierung von mehreren Kanalschächten, um diese für das Ableiten von chemischen Abwässern auszurüsten. Über insgesamt sieben öffentliche Betonschächte fließt zukünftig das Industrieabwasser eines in Dietzenbach bei Frankfurt ansässigen Unternehmens, bevor es ab einem Schacht mit zwei einmündenden Haltungen ausreichend verdünnt und damit unschädlich für die in Fließrichtung liegenden Bauwerke weiter in Richtung Kläranlage geleitet wird. Durch die teilweise stark sulfidhaltigen Abwässer kann es zu einer biogenen Schwefelsäurekorrosion an den Betonflächen der Abwasserschächte kommen. Betroffen davon ist nicht nur der benetzte Fließquerschnitt im Schachtunterteil, sondern das gesamte Schachtbauwerk. Die Stadtwerke Dietzenbach GmbH beauftragte das Darmstädter Ingenieurbüro Brandt- Gerdes-Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH mit der Ausschreibung zur vorsorglichen Sanierung dieser Schächte. Die Aschaffenburger Niederlassung der Geiger Kanaltechnik wurde mit der Ausführung beauftragt. Als Verfahren hatten die Ingenieure eine Sanierung mit Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK) gewählt. Da die aufwendige Methode bestimmte Qualifikationen und Erfahrungen erfordert, erfolgte die Ausschreibung im beschränkten Verfahren. Die Arbeiten wurden schichtweise und in exakt aufeinander abgestimmten Prozessabläufen durchgeführt. Sie erstreckten sich mit den notwendigen Unterbrechungen für das Aushärten und Trocknen über mehrere Wochen und waren im Sommer 2015 abgeschlossen. Viele Einzelarbeitsschritte Zunächst wurden die Schächte mit Wasserhochdruck gereinigt. Anschließend versah die Handsanierungskolonne des Unternehmens die jeweilige Betonoberfläche mit Feinspachtel, um alle Poren sauber zu verschließen. Vorgefertigte GFK- Platten mit 3 mm Wandstärke wurden über die Schachtöffnung in die bis zu 5 m tiefen Bauwerke eingebracht und mit Edelstahlschrauben an Die GFK-Platten werden verschraubt. der Wand befestigt. Die Plattenstöße und Schraubenköpfe erhielten einen Überzug aus Handlaminat. Oben schließt die Verkleidung an der Schachtabdeckung ab, unten an den angebundenen Rohren. Zusätzlich wurde der jeweilige Schachtkörper mit einer weiteren Schicht Handlaminat aus Polyesterharz und sehr korrosionsbeständigen ECR-Glasfasermatten im Handlegeverfahren versiegelt. Die Schachtunterteile mit Berme und Sohle wurden in mehreren Lagen mit insgesamt 5 mm Laminat ausgekleidet. Abschließend erhielten die Oberflächen als ergänzenden Schutz eine dün- Der Betonschacht des Abwasserkanals wird mit GFK-Platten ausgekleidet. Ein vollständig sanierter Abwasserschacht samt Steigeinrichtung. ne Reinharzschicht. Die Schächte sind damit vollständig vor der Schwefelsäurekorrosion geschützt. Ebenfalls hervorzuheben ist die gewählte Steigeinrichtung mit einer minimalen Anzahl an Bohrlöchern. Mit dieser Sanierung haben sich die Stadtwerke Dietzenbach nachhaltig gegen mögliche Umweltgefahren abgesichert. Ein Aufwand, der sich im Sinne der Ökologie und der Langfristigkeit bezahlt macht. Marion Bader, Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG, Oberstdorf, marion.bader@geigergruppe.de Bilder: Geiger Kanaltechnik UmweltMagazin März 2016 37

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