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03| 2016

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Wasser Ein Großteil des

Wasser Ein Großteil des festgestellten Sanierungsbedarfs betraf die Bautechnik. Die „Integrale Sanierungs-Strategie“ orientiert sich am DWA-Merkblatt M149-3. Maßnahmenkatalog und Finanzierungsbedarf Durch die vorhandene Schadensliste und die vorgegebene, zu erreichende Objektklasse soll sich die anschließende Entwicklung des Maßnahmenkatalogs zur Schadensbehebung einfach gestalten. „Der Betreiber gibt eine zu erreichende Objektklasse an. Daraufhin wird bei jeder Pumpstation in der Schadensliste geprüft, welche Schäden zu beheben sind, damit die Pumpstation die avisierte Klasse erreicht“, so Mits - doerffer. Mittels Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen soll die ISS das Abschätzen des Finanzierungsbedarfs vereinfachen: Da durch den Einsatz der Datenbank die Bestandsdaten kontinuierlich gepflegt werden können, soll sich der Zustand der Untersuchungsgegenstände nach der ersten Studie mit relativ geringem Aufwand überprüfen lassen. So kann sich der Finanzierungsbedarf Bilder: GFM Nach Abschluss des ISS-Projekts besteht genaue Kenntnis über die derzeitige Qualität des Bestandes. auch für die folgenden Jahre ohne das Erstellen einer neuen Studie abschätzen lassen. Zusätzlich ist es möglich, regelmäßig auftretende Schäden zu erkennen, so dass die Ursache dafür analysiert und beseitigt werden kann. Nach der Untersuchung sind die Ammerseewerke genau über den Zustand ihres Bestandes informiert: „Vor allem in Hinblick auf den Energieverbrauch wurde bei einigen Pumpstationen Handlungsbedarf erkannt, der so im laufenden Betrieb nicht deutlich geworden wäre“, sagt Pachernigg. Außerdem seien Probleme im Bereich des Arbeitsschutzes aufgedeckt worden, die durch den jahrelangen Betrieb und die Gewöhnung an die Situation nicht aufgefallen waren. Andere Probleme, die als gravierend betrachtet wurden, konnten durch das Projekt relativiert werden. Der aufwendigste festgestellte Sanierungsbedarf war der komplette Neubau einer Pumpstation; hier stellte sich eine Sanierung als deutlich unwirtschaftlicher heraus. Die meisten Schäden lagen im Bereich der Bautechnik vor, wobei es sich aber um leichte Mängel handelte. Umsetzung der Sanierungsempfehlungen Die größten Optimierungspotenziale wurden jedoch in den Bereichen Arbeitssicherheit und Energieverbrauch festgestellt. Laut Pachernigg wurden die Sanierungsempfehlungen zum Energieverbrauch im Rahmen der Erneuerung der Fernwirkanlage umgesetzt. Als Beispiel nennt er den Einbau von Frequenz umformern neuster Bauart. Kleinere Sanierungen habe das Personal der Ammerseewerke nach Abschluss der Bestandsaufnahme durchgeführt. Es führte Verbesserungen der Lüftung, Zusatzmaßnahmen im Bereich der Arbeitssicherheit und kleinere Ausbesserungen an den Gebäuden und den Maschinen durch. Zukünftig ist geplant, eine Pumpstation zu erneuern und eine weitere umfassend zu sanieren. GFM strebt nach diesem Projekt eine Weiterentwicklung der „Integralen Sanierungs-Strategie“ an: Um die Nachhaltigkeit von der ISS zu gewährleisten, möchte das Unternehmen zusammen mit Kooperationspartnern die Entwicklung einer Software sowie die Differenzierung des Schadenskataloges in die Wege leiten. Dr-Ing. Ralf Mittsdoerffer, GFM Beratende Ingenieure GmbH, München,mits@gfm.com 40 UmweltMagazin März 2016

Wasser Instandsetzung eines Hochbehälters Bilder: Sika Nach 25 Jahren erhielt der Hochbehälter Giersberg eine Sanierung der Innenbeschichtung. Die spritzraue Oberfläche der Deckenbeschichtung leitet auftretendes Kondenswasser schnell ab. Für Trinkwasserspeicher gelten strenge Regeln in Bezug auf die eingesetzten Materialien. Daher konnte die Sanierung der Speicherkammern des Hochbehälters in Kirchzarten nur unter Verwendung spezieller Baustoffe durchgeführt werden. Lieferant dafür war die Sika Deutschland GmbH aus Stuttgart. Durch die Verwendung der aufeinander abgestimmten Beschichtungen wurden die Bestimmungen für den Umgang mit Trinkwasser eingehalten. Die Schwarzwaldgemeinde Kirchzarten liegt inmitten des Dreisamtals in der Nähe von Freiburg. Aus den natürlichen Wasservorräten des Zastertals am Feldberg wird die Trinkwasserversorgung gespeist, die zu 60 % aus reinem Quellwasser und zu 40 % aus Tiefbrunnen gewonnen wird. Da das Wasser eine natürliche Säure enthält, wird es über eine Jura-Kalkanlage zu Trinkwasser aufbereitet. Über ein Leitungssystem von Stollenbach aus sammelt es sich im Hochbehälter Giersberg. Betrieben wird dieser Hochbehälter der Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH von der bnNetze GmbH, Freiburg. Zwei Behälterkammern mit einem Fassungsvermögen von je 1 625 m 3 versorgen die Haushalte in Kirchzarten und der näheren Umgebung. Rund 25 Jahre nach der Erbauung des Hochbehälters benötigten beide Kammern eine grundlegende Sanierung der Innenbeschichtung. Darüber hinaus waren der Ausbau alter Rohre und die Installation eines neuen Rohrleitungssystems mit wandmontierten Konsolen sowie die Installation neuer LED- Scheinwerfer erforderlich. Zusätzlich sollten der Fenster- und der Einstiegsbereich umgebaut werden. Für die Planung wurde neben bnNetze die in Freiburg ansässige Unger Ingenieure Inge- nieurgesellschaft mbH beauftragt. Das Betonsanierungsunternehmen GSB Haungs GmbH aus Lahr war für die praktische Durchführung der Arbeiten in Kirchzarten verantwortlich. Dazu zählten auch die Umbaumaßnahmen an Hydraulik, Fenstern, Rohren, Drucktüren, Eingangspodesten und Treppen. Klares Anforderungsprofil Die anforderungsgerechte und nachhaltige Innenbeschichtung auf Beton erforderte den Einsatz von geeigneten Produkten, die für den Trinkwasserbereich zugelassen sind. Die Beschichtungsstoffe sollten eine möglichst geringe Gesamtporosität aufweisen und damit verbunden auch den technischen und hygienischen Anforderungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) entsprechen. Sika verfügt in diesem Bereich über verschiedene leistungsfähige und aufeinander abgestimmte Produkte, die sich beim Schutz von Trinkwasseranlagen bereits bewährt haben. Der Erfolg dieser Instandsetzungsmaßnahme wurde durch die individuelle, maßgeschneiderte Kombination von Materialien des Unternehmens, dem Erfahrungsschatz des Planungsbüros und dem qualifizierten Verarbeitungsunternehmen sichergestellt. Umsichtige Instandsetzung Im ersten Arbeitsschritt wurde die 5 bis 10 mm starke Altbeschichtung auf allen Betonflächen sorgfältig abgetragen. Der hydraulische 2-Komponenten- PCC-Mörtel SikaTop TW schützt die Bewehrung vor Korrosion, bevor die Schadstellen anschließend mit Sika-130 HD verschlossen wurden. Wände und Decken erhielten im nächsten Schritt eine 15 bis 20 mm starke Beschichtung mit dem mineralischen Spritzmörtel Sika-130 HD. Das Produkt erfüllt die DVGW-Anforderungen und zeichnet sich durch eine geringe Gesamtporosität aus. Die Beschichtung der Decke erfolgte in zwei Lagen mit spritzrauer Oberfläche. Dadurch wird auftretendes Kondenswasser rasch abgeleitet. Mit dem gleichen Material wurden an Wänden und Säulen geglättete Oberflächen hergestellt. Die flügelgeglätteten Estrich- Bodenflächen erhielten zunächst eine Haftbrücke aus SikaTop TW. Die nachfolgende Beschichtung wurde im Estrichverfahren nass in nass in die Haftbrücke mit dem Werktrockenmörtel Sikacrete-104 TW aufgebracht und über Lehren abgezogen. Durch Bearbeitung des Materials mit einer Rüttelbohle und einem Flügelglätter konnte eine dichte und glatte Oberfläche hergestellt werden. Dank der grundlegenden Hochbehältersanierung mit trinkwassergeeigneten Beschichtungssystemen wurden für die kommenden Jahrzehnte optimale Bedingungen für die Wasserbevorratung in den beiden Kammern sichergestellt. Mario Wettengel, Sika Deutschland GmbH, Stuttgart, wettengel.mario@de.sika.com UmweltMagazin März 2016 41

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