Aufrufe
vor 4 Monaten

03 | 2019

  • Text
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Anlagen
  • Energie
  • Einsatz
  • Deutschland
  • Strom
  • Umwelt
  • Pumpen
  • Wasserstoff

Special Alternative

Special Alternative Antriebe zur Luftreinhaltung zündung von einer Zelle über die gesamte Batterie nennen Fachleute „Thermal Runaway“. Die Entsorgung und der damit verbundene Transport erfordern daher einen fachgerechten Umgang mit hohen Sicherheitsstandards. So geben unter anderem internationale Regularien einen Rahmen für diese Transporte: Da ist einmal das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße ADR – die Abkürzung steht für Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route – und die internationale Beförderungsvorschrift für gefährliche Güter auf Meeren IMDG (International Maritime Code for Dangerous Goods). Die Anforderungen aus diesen Regeln müssen künftig auch Autohändler und auch Fahrradwerkstätten einhalten, die zur Rücknahme der Batterien verpflichtet sind. Da kommt ein erfahrener und spezialisierter Partner recht. Um die Rücknahme zu vereinfachen, bündelt SIMPLi Return alle wichtigen Schritte rund um die Entsorgung der Industriebatterien von der Beratung über die Abholung und den Transport bis zum tatsächlichen Recycling. Dabei werden sämtliche nationalen wie internationalen Regelungen berücksichtigt. Damit endete die Zusammenarbeit nicht. SIMPLi Return greift für den Transport der Batterien auf ein internationales Partnernetzwerk zurück, das auf die Beförderung gefährlicher Güter spezialisiert ist. Diese Partner fahren die Batterien in eine der wenigen Recyclinganlagen weltweit, die eine Wiederaufbereitung leisten können. Die fortschrittlichsten Anlagen befinden sich aktuell in Deutschland, Belgien und Frankreich. Insgesamt gibt es weltweit weniger als 15 solcher Anlagen. Rohstoffe im Kreislauf halten Der effiziente Recyclingprozess des Joint Venture Partners Saubermacher findet in fünf Stufen statt: Erst werden die Lithium-Ion Batterien entladen um SIMPLi RETRUN lässt viele gebrauchte Li-Ionen-Batterien mit Lkw transportieren. Verdrahtung auf Li-Ionen-Batterien. den verbleibenden Energiegehalt zu reduzieren und die Restenergie in das Stromnetz einzuspeisen. Dann werden sie demontiert, schließlich sind manche der Batterien so groß wie ein Esstisch und wiegen mehrere Hundert Kilogramm. Dabei lassen sich gleich zu Beginn teilweise fast die Hälfte des Gewichts bereits sortenrein entnehmen und einem separaten Recyclingkreislauf zuführen – wie etwa Metallgehäuse aus Aluminium, Kunststoffe und Elektronikbauteile des Batteriemanagementsystems. Im dritten Schritt werden die Batterien mit vergleichsweise geringer Temperatur in einem geschlossenen Ofen thermisch vorbehandelt, so dass das enthaltene Elektrolyt - also das Trägermedium für die Wanderung der Lithium-Ionen zwischen Anode und Kathode - entweicht und sich die Trägerfolie des Aktivmaterials auflöst. Danach werden die unversehrten Zellgehäuse der Batterien mechanisch zerkleinert. Dabei entweicht kein Staubkorn aus dem Zerkleinerungsaggregat, alles wird sauber aufgefangen. Zu guter Letzt werden die verschiedenen Metalle, die Kunststoffe und vor allem auch das Kathodenmaterial – ein schwarzes Pulver – über eine besondere Sortiertechnik separiert und kommen nach entsprechender Aufbereitung wieder zurück in den Kreislauf. Die wertvollsten Bestandteile des Aktivmaterials sind dabei Kobalt, Mangan, Nickel und einige weitere, herstellerspezifische Bestandteile. Und Lithium? Grundsätzlich könnten Recycler auch viele andere Rohstoffe wie auch Lithium aus den Batterien herausholen. Doch bei Lithium rechtfertigt der Rohstoffmarktpreis den hohen technischen Aufwand nicht – noch nicht. SIMPLi Return hält es für möglich, dass sich dies bei steigender Nachfrage in den kommenden Jahren ändern kann. Wassilij Weber, Leiter des operativen Geschäfts des Joint Venture SIMPLi Return, wassilij.weber@interseroh.com Fotomontage: SIMPLi Return Bild: SIMPLi Return 20 UmweltMagazin März 2019

Alternative Antriebe zur Luftreinhaltung Special Flüssigerdgas (LNG) etabliert sich Das Tankstellennetz für die Gas- Alternative zum Diesel wird Schritt für Schritt ausgebaut. Vornean sind zwei Hafenstädte: Hamburg und Duisburg. LNG auch in Duisburg Tanklaster tankt im Hamburger Stadtteil Veddel -161 Grad Celsius kaltes LNG. Im September 2018 hat Shell Deutschland Oil seine erste Lkw-Tankstelle für Flüssigkraftstoff LNG (liquefied natural gas) in Hamburg eingeweiht. Die Station am Georgswerder Bogen im Stadtteil Veddel nah den Autobahnkreuzen in Hamburgs Süden ist ein wichtiger Tankspot für den Güterverkehr im, vom und zum Hamburger Hafen. Es war die erste öffentliche Tankstelle für Flüssigerdgas in Deutschland. Das LNG kommt vom Rotterdamer Hafen. Shell will so einen Beitrag leisten, dieser Antriebstechnologie zum Durchbruch zu verhelfen und das Klima und die Umwelt trotz weiter steigenden Güterverkehrs auf den Straßen zu entlasten. Die Tankstelle des Partners Autogrill wurde dafür saniert, ausgebaut und um ein Fast Food Restaurant erweitert. Sie bietet zwei brandneue Spuren zur Betankung mit LNG, vier Spuren zur Betankung mit Truck-Diesel und AdBlue sowie weitere für andere gängige Kraftstoffe. Bei einer Kapazität von fast 30 Tonnen können täglich bis zu 200 Lkw mit LNG betankt werden. Damit setzt Shell den Ausbau seines europäischen Netzwerks fort, denn Hamburg ist die zehnte Station in Nordwest-Europa. Sieben bestehen bereits in den Niederlanden sowie zwei in Belgien. Weitere sollen folgen; so zum Beispiel bis zu vier zusätzliche Stationen in Deutschland bis Anfang 2020. In Deutschland entfällt rund ein Fünftel der energiebezogenen CO 2 -Emissionen auf den Transportsektor. Während die Elektromobilität im Bereich der Pkw und Kleintransporter helfen kann, die Emissionen zu verringern, benötigt der Schwerlastverkehr leistungsfähigere Nicht nur im Hamburger Hafen etabliert sich LNG. Auch duisport, Betreiber des Duisburger Hafens, will diesen Kraftstoff im Hafen verfügbar machen. Zurzeit wird ein LNG-Logistikkonzept entwickelt und unter Praxisbedingungen im Hafen getestet. Dies LeanDeR- Projekt ist ein Verbundvorhaben zwischen duisport, RWE Supply & Trading und der Universität Duisburg-Essen. Es wird mit 740.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. LeanDeR soll den Grundstein für nachhaltige Mobilität am Standort Duisburger Hafen legen. Projektkern ist der Betrieb einer multimodal nutzbaren mobilen LNG-Anlage sowie die Umrüstung zweier Fahrzeuge. Seit Oktober 2018 fahren ein Reachstacker – ein Greifstapler, der etwa Container von Waggons zu Wechselbrücken bringt – im Dual Fuel-Betrieb sowie ein Terminaltraktor im reinen LNG- Betrieb. Beide werden von der Universität mit Messgeräten im Betrieb überwacht. Die Ergebnisse werden ausgewertet. Außerdem soll RWE Supply & Trading zwei Praxisleitfäden entwickeln: einen zum Betrieb und zur Betankung von Hafenfahrzeugen durch eine mobile LNG-Anlage, einen zum LNG-Betrieb dieser Fahrzeuge. Denn die Erkenntnisse aus dem LeanDeR-Projekt sollen auch andere Häfen nutzen können. www.duisport.de Verbrennungsmotoren mit großer Reichweite. Hier bietet der LNG-Einsatz deutliche Vorteile hinsichtlich CO 2 -Ausstoß und Luftschadstoffen gegenüber Diesel. Es entsteht praktisch kein Feinstaub. Ein weiterer Vorteil für Spediteure: geringere Kraftstoffkosten. Zudem sind LNG-betriebene Lkw je nach Motor deutlich leiser. Bereits heute sind in Europa mehr als 5.000 Lkw der Hersteller Iveco, Scania und Volvo unterwegs, die mit LNG betrieben werden. Bis 2030 wird mit einer deutlichen Zunahme gerechnet, die nicht zuletzt durch Förderung seitens der Bundesregierung beflügelt werden soll. „Wir freuen uns deshalb, dass Shell sich beim Aufbau der Tankinfrastruktur engagiert“, sagte Guido Beermann, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bei der Einweihung in Hamburg. Auch die Stadt freut sich: „LNG kann ein Baustein für weniger Abgase und bessere Luft in Hamburg sein“, betont Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie der Hansestadt. Ein Potenzial für LNG gebe es auch bei Schiffen. Cornelia Wolber, Deutsche Shell Holding GmbH, cornelia.wolber@shell.com Bild: Shell UmweltMagazin März 2019 21

Ausgabenübersicht