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03 | 2019

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Titelthema Mehr Trockensubstanz, weniger Fällungsmittel Bild: Stadt Rosenheim Das Klärwerk in Rosenheim, in dem Flottweg die neue Dekanterzentrifuge getestet hat Moderne horizontale Zentrifuge für kommunale und industrielle Kläranlagen senkt Betriebskosten. Die Schlammentwässerung spielt in kommunalen Kläranlagen eine Schlüsselrolle bei der Abwasseraufbereitung. Die Kosten für Transport und Entsorgung des entwässerten Klärschlamms machen häufig 80 % der Betriebskosten aus. Sinnvoll ist daher, die Entwässerung zu optimieren. Je nach Kapazität der Anlage kann bereits ein Prozent mehr Trockensubstanz im entwässerten Klärschlamm pro Jahr Kosten im fünf- bis sechsstelligen Bereich einsparen. Der Schlamm ist daher möglichst effizient zu verarbeiten. Je trockner er aus der Anlage tritt, desto weniger Klärschlamm fällt an. Dies spart Entsorgungskosten. Preiswerter wird es auch, je weniger Energie benötigt wird und je weniger Flockungsmittel eingesetzt werden müssen. Hier haben viele Kläranlagen ein Einsparpotenzial. Das Entwässerungsergebnis hängt stark von den Eigenschaften des Schlamms ab. Ist etwa eine Molkerei oder Schlachterei in der Nähe, so ist der Schlamm fetthaltiger als bei anderen Zuläufen. Auch das Wetter spielt hier eine wichtige Rolle. Schon lange wird Schlamm mittels Dekanterzentrifuge vom Abwasser abgetrennt. Bewährt haben sich hier Dekanter von der Firma Flottweg mit Hauptsitz im oberbayrischen Vilsbiburg. Dies sind horizontale Zentrifugen, die mittels eines mechanischen Trennverfahrens und der Zuhilfenahme von Fliehkräften kleinste Feststoffteilchen aus Flüssigkeiten abscheiden. Im Mai 2018 konnte der Trenntechnikspezialist Flottweg auf der Leitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft (IFAT) einen neuen Dekanter vorstellen, der nach Firmenangaben in puncto Entwässungsleistung sowie Einsparung an Energie und Flockungsmittel neue Maßstäbe setzt. Sein Name: Xelletor. Hohes Trennniveau Mit dem Dekanter wird der Schlamm deutlich trockener. Nassschlamm enthält in der Regel rund drei Prozent Trockensubstanz. Mit modernen Zentrifugen steigt dieser Anteil auf rund 25 Prozent. Mit dem Xelletor werden bis 27 % Trockensubstanz erreicht. Das sind bis zu zehn Prozent mehr. Dies senkt die Schlammmenge entsprechend und spart entsprechend bis zu zehn Prozent bei den Entsorgungskosten ein. Und die Abscheideraten bleiben konstant über 99 Prozent. Das heißt, es sind wie üblich nahezu keine Feststoffe mehr in der abgetrennten Flüssigkeit zu sehen. Unter Versuchsbedingungen in der Kläranlage Rosenheim stieg mit der neuen horizontalen Zentrifuge der Anteil an Trockensubstanz sogar um mehr als zwei Prozentpunkte gegenüber der Entwässerung mit einem konventionel- 24 UmweltMagazin März 2019

Titelthema len Hochleistungs-Dekanter von Flottweg. Und dies spart Kosten. Ein Rechenbeispiel: In der Kläranlage einer Großstadt entstehen jährlich rund 500.000 Kubikmeter Nassschlamm. Erhöht sich der Anteil der Trockensubstanz im Klärschlamm von 25 auf 27 Prozent, müssen jährlich rund 4.400 Tonnen Schlamm weniger entsorgt werden. Bei Entsorgungskosten von rund 70 Euro pro Tonne spart der Betreiber 308.000 Euro im Jahr! Wenig Flocken Mit dem neuen Dekanter lassen sich auch Flockungsmitteln – meist synthetische lineare oder quervernetzte Polymere – einsparen. Diese Zusatzstoffe vergrößern die Feststoffpartikel und sorgen so für eine effektivere Entwässerung. Der Xelletor senkt den Polymerbedarf deutlich, weil er die Schlammsuspension schonend beschleunigt und eine optimal designte Förderschnecke einsetzt. Die Schnecke benötigt deutlich Prozent weniger Platz, so dass das Nutzvolumen der Zentrifuge bei gleichen Außenmaßen um etwa zehn Prozent zunimmt. Bislang war es aufgrund der Konstruktion nicht möglich, die Zentrifugentrommel in dem Maße zu Der horizontale Dekanter Xelletor entwässert Klärschlamm effizient. befüllen, wie es jetzt beim Xelletor möglich ist. Erste Erfahrungsberichte in mehreren Klärwerken zeigen, dass bis zu einem Fünftel an Flockungsmittel eingespart wird. Nicht nur das: Der neue Dekanter muss selten gewartet werden und senkt den Stromverbrauch. Ein Beispiel: Da diese Zentrifugen durch ihren robusten Aufbau „Dauerläufer“ sind, sind nach wie vor viele Zentrifugen aus den 80er Jahren im Einsatz. Im Vergleich zu diesen benötigen Zentrifugen der Xelletor-Baureihe nur die Hälfte an Strom. Die Xelletor-Baureihe des Unternehmens Flottweg wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet – dies Jahr etwa mit dem Deutschen Exzellenz-Preis 2019. Das Unternehmen erhielt den Preis in der Kategorie „Produkte B2B“ und zeichnet somit die Baureihe als innovatives Konzept aus. Nils Engelke, Marketingabteilung Flottweg SE, enge@flottweg.com Bild: Flottweg SE Druckluft 4.0 – vernetzt, vorausschauend und noch effizienter SIGMA AIR MANAGER ® 4.0 Effizienz spielt eine immer bedeutendere Rolle. Deshalb hat KAESER ein patentiertes simulationsbasierendes Optimierungsverfahren entwickelt, das durch das Beobachten des Druckluftverbrauchsverlaufs und des Anlagen- und Systemverhaltens im Zusammenspiel mit den technischen Gegebenheiten die effizientesten Schalthandlungen vorausschauend trifft. Entscheidend ist nicht mehr länger ein enges Druckband, sondern das Erreichen der geringsten Kosten für die Drucklufterzeugung durch intelligente energiesparende Schaltstrategien. Druckflexibilität advanced 3D Regelung Schalteffizienz Regeleffizienz 01.– 05.04.2019 Halle 26 Stand C51 Besuchen Sie uns auf der Hannover Messe 2019, vom 1. bis 5. April in Halle 26, Stand C51 Regeleffizienz Druckflexibilität Regelung 3D advanced Schalteffizienz www.kaeser.com

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