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03 | 2019

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Abfall

Abfall Müllverbrennungsanlage auf der Norwegian Escape, Baujahr 2015. Müllsortieren vor der Schredderanlage, Ovation of the Seas, Baujahr 2016. Bilder: MeyerWerft Trockenmüllschredder auf der Ovation of the Seas, Baujahr 2016. Presse zum Verdichten von Metalldosen auf der Ovation of the Seas. nach dem Verbrennungsprozess gut 1.000 kg Asche über. Diese Asche wird in speziellen Behältnissen gesammelt und an Land fachgerecht entsorgt – oder sogar ebenfalls recycelt und beispielsweise im Straßenbau eingesetzt. Energie aus Abfall Um die im Abfall enthaltene Energie noch besser nutzen zu können, arbeitet die Werft seit 2014 im EU-Forschungsprojekt „LeanShips“ mit.. Ziel des Projektes ist. Schiffe zu entwickeln, die wenig Energie benötigen und wenig CO 2 emittieren. Dazu zählt auch, alternative thermische Verwertungsmöglichkeiten zu finden. „Abfälle sollen an Bord so aufbereitet werden, dass sie gut gelagert und transportiert werden können“, erklärt Benjamins. Die eigentliche Verwertung würde dann an Land stattfinden. Die Herausforderungen bleiben dabei die Gleichen: begrenzte Platzverhältnisse an Bord, große Abfallmengen und strenge Richtlinien, die die Werft auch weiterhin übertreffen möchte. So wurde im Rahmen von LeanShips bereits das Abfallbehandlungssystem entwickelt, „COW“ genannt. Mit dessen Hilfe – die Abkürzung steht für „Conditioning of Waste“ – lassen sich an Bord von Passagierschiffen in mehreren Schritten aus Abfallstoffen gut förderbare, hygienisch unbedenkliche und wertvolle Ressource gewinnen. Die einzelnen Abfallfraktionen sollen getrennt weiterverarbeitet werden. Sie werden teilweise entwässert, zu einer oder mehreren vordefinierten Stoffströmen vermischt, zerkleinert und homogenisiert. Danach wird der vorbereitete Stoffstrom biologisch getrocknet und gleichzeitig durch die vorherrschenden Prozessbedingungen hygienisiert. Im dritten Verfahrensschritt folgt die Agglomeration, um stabiles, lager- und förderfähiges Produkt zu erhalten, das für die energetische Verwendung optimiert ist. Durch die Lagerung in geeigneten Lagertanks wird die Zeit überbrückt, bis das Agglomerat durch ein hoch automatisiertes Verfahren angelandet werden kann. Aufgrund des Einsatzes einfacher Komponenten wie Trockner und Extruder, einer intelligenten Kombination dieser miteinander, sowie durch einen hohen Automatisierungsgrad, soll dieses System benutzerfreundlicher und praktischer als das Bisherige sein. Darüber hinaus wird angestrebt, aus Abfällen wertvolle Produkt wie Energie-Pellets zu erzeugen, welche als Energieträger an Land genutzt werden können. Dies würde die Energieeffizienz erhöhen und gleichzeitig Emissionen senken – also insgesamt zu einer deutlich nachhaltigeren Abfallbehandlung führen. Günther Kolbe, Meyer Werft GmbH & Co KG, guenther.kolbe@meyerwerft.de 38 UmweltMagazin März 2019

Wasser Heiliger Berg mit neuen Wasserpumpen Der Mont-Saint-Michel gehört seit 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe. Doch das Gebiet um den Klosterberg hatte sich in eine Salzmarsch verwandelt – bis ein Renaturierungsprojekt das Wahrzeichen der Normandie 2015 wieder zur Insel machte. Die Besucherabwässer werden heute mit einer ausgeklügelten deutsch-französischen Pumptechnik an Land transportiert. Der Mont Saint-Michel, auch liebevoll „La Merveille“ (das Wunder) genannt, gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Erbaut wurde die über 1000-jährige Klosteranlage auf einem etwa einen Kilometer vor der Küste gelegenen Felsen zwischen der Mündung des Flusses Couesnon und dem Ärmelkanal. Von dort aus überblicken Besucher eine der schönsten Buchten Frankreichs, deren Gezeitenhub einer der größten Europas ist. Doch zwischenzeitlich war der maritime Charakter der Umgebung verloren gegangen: Die gewaltige Ebbe und Flut mit bis zu 14 Metern Unterschied wurde von dem alten Damm zwischen Küste und Klosterberg behindert und bewirkte eine Versandung der Bucht. Schließlich wurde das Meer so zurückgedrängt, dass sich das Kloster in einer Salzmarsch befand. Erst ein in den 90er Jahren begonnenes Renaturierungsprojekt brachte dem Mont-Saint-Michel das Meer zurück und macht ihn zumindest mehrmals im Jahr wieder zur Insel. Ein Meilenstein des groß angelegten Projekts war der neue Dammbau zwischen 2005 und 2015 in der Nähe des Mündungsgebiets des Couesnon. Eine Fußgängerbrücke ersetze den 130 Jahre alten Damm zwischen Festland und Kloster, der das Gezeitenspiel verhindert hatte. Dem folgte eine Reihe von Maßnahmen, um das natürliche Spülvermögen des Meeres wieder zu erhöhen. Das Kloster Mont St. Michel im Wattenmeer der Normandie an Frankreichs Atlantikküste. Energiesparender Abwassertransport Nicht nur die neue Fußgängerbrücke, zahlreiche Infrastrukturprojekte wurden umgesetzt. So wurde auch eine energieeffiziente Pumpenanlage geplant, um den steigenden Besucherzahlen gerecht zu werden. Vorgabe: Die Abwässer sollten vom engen Klosterberg zu einer drei Kilometer entfernten Aufbereitungsanlage an Land transportiert werden, wo mehr Platz ist. Dazu hatte der Pumpenhersteller KSB 2013 in einer vergleichenden Studie den Energieverbrauch einer drehzahlgeregelten Pumpe gegenüber einer klassischen, ungeregelten Pumpe untersucht – und ein Energieeinsparungspotenzial von 30 Prozent ermittelt. „Damit Pumpenanlagen auch absoluten Spitzenbelastungen gerecht werden können, werden sie oft für so außergewöhnliche Mengen ausgelegt, wie sie nur alle 10 bis 20 Jahre einmal vorkommen“, erklärt Stéphane Quertain, Produktmanager Pumpenanlagen bei KSB Frankreich. „Im normalen Betrieb sind sie also überdimensioniert und verursachen dadurch hohe Energiekosten.“ Da ungeregelte Pumpen mit einer konstanten Drehzahl laufen, sind auch die hydraulischen Verluste konstant. Drehzahlgeregelte Pumpen passen sich der jeweiligen Fördermenge an. Das führt nicht nur zu einem deutlich reduzierten Stromverbrauch, sondern mindert auch den Verschleiß der Anlage. „Eine besondere Herausforderung für die Planung der Pumpenanlage waren die beträchtlichen Schwankungen der Abwassermengen. Diese werden durch die jahreszeitlich wechselnden Besucherzahlen und die Wetterlage verursacht“, sagt Quertain. Deshalb messen Strömungswächter in den Abwassersammelleitungen die ankommenden Flüssigkeitsmengen. Sobald der eingestellte Maximalwert erreicht ist, schaltet die elektronische Regeleinheit die erforderliche Anzahl an Pumpen zu und legt deren Drehzahl fest. Die insgesamt vier Pumpen sind mit Frequenzumrichtern ver- UmweltMagazin März 2019 39

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