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03 | 2019

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Wasser Bilder: KSB Die

Wasser Bilder: KSB Die kompakte Anordnung der Pumpen senkt den Platzbedarf. Zugang zur Pumpenanlage durch ein Mannloch vor dem Kloster. bunden. So passt die Anlage die Drehzahl jeder einzelnen Pumpe an die anfallende Abwassermenge an. Das reduziert die Energiekosten wesentlich, sodass Einsparungen von bis zu 30 Prozent gegenüber ungeregelten Pumpen möglich sind. Sauber und geruchsfrei „Die Planung, die wir den Behörden vorlegt haben, umfasste den Einbau von vier Amarex KRT-Pumpen in einer Drei-plus-eins-Anordnung“, berichtet Stéphane Quertain. „Die Amarex KRT ist eine reine Abwasserpumpe. Sie eignet sich für sogenannte feststoffbeladene Fördermedien, also alles, was an Abwasser in Toiletten, Küchen und sonstigen Einrichtungen entsorgt wird.“ Neben den Abwässern, die von Touristen und Einwohnern verursacht werden, musste auch die Entsorgung des Regenwassers auf der Insel berücksichtigt werden. Denn das fließt über die Kanalisation auch mit in die unterirdische Anlage. Das Besondere an der 2015 installierten KSB-Pumpanlage ist, dass die die Abwässer mit den darin enthaltenen Feststoffen ohne einen vorgeschalteten Sammelbehälter direkt zu der drei Kilometer entfernten Aufbereitungsanlage an Land pumpt. So entfallen die aufwändigen Servicearbeiten, die bei Abwassersammeltanks durch Ablagerungen und Anhaftungen regelmäßig durchgeführt werden müssen, ebenso wie die Instandhaltung von Aktivkohlefiltern von Sammeltankentlüftungen. Außerdem ist eine Anlage ohne Sammelbehälter auch wesentlich platzsparender. Ein entscheidender Vorteil besteht auch darin, dass Gerüche und Gase in den Abwasserrohrleitungen und nicht in der Pumpenanlage hängen bleiben. Dadurch werden Besucher und Bewohner nicht belästigt und das Wartungspersonal muss nicht in schmutzigem Wasser arbeiten. Die Pumpenanlage befindet sich in einer speziell konstruierten, unterirdischen Kammer, die über ein Mannloch gut zugänglich ist. Diese Kammer ist den derzeitigen Anforderungen angepasst, kann bei Bedarf aber auch erweitert werden. Vierfache Pumpleistung Auch die Technologie ist auf dem neuesten Stand: Jede Pumpe hat ihre eigene Steuereinheit mit einem bedienerfreundlichen Touchscreen in einem robusten, wasserdichten Gehäuse. Zu saisonbedingten und tagesabhängigen Schwachlastzeiten werden die Pumpen automatisch an den geringen Bedarf angepasst. Außerdem sorgt die Steuereinheit für eine gleichmäßige und wechselnde Auslastung aller Aggregate, um zu verhindern, dass sich eine Pumpe festfrisst. Eine spezielle Software erlaubt bei Bedarf auch die manuelle Steuerung der Pumpen. Außerdem meldet sie Probleme oder einen unzulässigen Betrieb, der durch eine Fehlbedienung verursacht werden kann. Alle Vorkommnisse können aufgezeichnet und ausgelesen werden. Außerdem werden der aktuelle Zustand der Pumpen sowie deren Auslastungsgrad angezeigt. Bei Spitzenbelastungen kann die Pumpanlage bis zum Vierfachen des Normalbetriebs leisten: In Mont-Saint- Michel fällt über 84 Prozent der Zeit, in der die Pumpen laufen, eine tatsächliche Fördermenge von weniger als 50 m3/h an. Jede der Amarex-KRT-Pumpen wird von einem sparsamen Elektromotor angetrieben und kann Fördermengen von bis zu 80 m3/h bei Drücken von 10 bar bewältigen. Ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung der Projektleiter zugunsten der Amarex-KRT-Pumpe von KSB war, dass sie die Anforderungen der Schutzart IP68 erfüllt. Dies bedeutet, dass man sie vollkommen getaucht betreiben kann. Diese Anforderung von Seiten des Betreibers ergibt sich daraus, dass die Pumpenanlage in Zeiten außergewöhnlich hoher Flut vom Meerwasser überspült werden kann. Ergebnis der vielen technischen, umwelt- und sicherheitsrelevanten Anforderungen an die neue Pumpstation: Der Mont Saint-Michel, das Wunder der Normandie, hat nun auch einen Abwassertransport, der sowohl in der sommerlichen Touristenhochsaison als auch im ruhigeren Winterbetrieb alle zivilisatorischen Nebenerscheinungen diskret, unsichtbar und zuverlässig unterhalb des Meeresspiegels abtransportiert. Und das freut nicht nur die Besucher, sondern auch die Bewohner. Bryan Orchard, christoph.pauly@ksb.com 40 UmweltMagazin März 2019

Wasser Winterbetrieb in Kläranlagen Pumpen im Sandfang von Kläranlagen sind vor allem im Winter schnell überfordert: Neben den Schmutzfrachten setzen ihnen Minustemperaturen zu. Es besteht die Gefahr, dass sie einfrieren. Beispiel Kläranlage Manbach in Freudenstadt im Schwarzwald. Regelmäßig fror jene Pumpe im Winter ein, die im Sandfangbecken Sand und anderen Schmutz abpumpt. Der Grund: Der Betreiber vergaß rechtzeitig vor dem Frost, diese vollständig zu entleeren. Das letzte Mal geschah dies im November 2017. Die damals hinzugerufene Wartungsfirma Münchinger aus Bretten, rund 50 km entfernt, tauschte nicht einfach die Pumpe aus. Dies hätte nur kurzfristig Zeit gewonnen. Die alte Kreiselpumpe aus dem Jahr 1996 ist grundsätzlich nicht leistungsstark genug gewesen, die Sand- und Schmutzfracht abzupumpen. Die Firma schlug stattdessen vor, eine Sandpumpe der japanischen Firma Tsurumi mit deutschem Firmensitz in Düsseldorf einzubauen. Solche Pumpen sind dafür gemacht, Schlamm, Schlick und andere Schmutzfracht zu fördern. Ein starker vierpolige Motor treibt diese an. Dabei erzeugt ein Rührwerkspropeller, der auf der Förderwelle befestigt ist, einen Gegenstrom, der das Wasser vor der Einsaugöffnung aufwirbelt. Der Effekt ist, dass so Wasser mit hohem Feststoffanteil förderfähig wird. Münchingers Wahl fiel auf die schwere Baupumpe KRS2, die Tsurumi auch mit langen Standzeiten bei schwierigen Fördermedien einsetzt. Das massive Gehäuse besteht aus widerstandsfähigem Grauguss. Die für den Sommerbetrieb kühlungsgünstige Konzeption mit seitlichem Durchfluss und Auslass oben ist erkennbar. Birch verweist noch auf eine Besonderheit: Münchinger baute am Rand der Sandbeckens eine Hebevorrichtung, damit sich die Sandpumpe per Seilwinde aus dem Becken ziehen lässt. Die in die Jahre gekommene Kreiselpumpe. Die neue installierte Baupumpe mit Rückwerkspropeller inklusive Seilwinde. „Damit lassen sich kritische Zustände einfach umgehen.“ Ein zweiter Vorteil: Der Betreiber kann jederzeit den Zustand der Pumpe überprüfen. Und täglich setzt das Klärwerk die Seilwinde ein: Doch nur selten zur Wartung, sondern meist, um den Sand und Schmutz mit unterschiedlichen Tiefgang der Pumpe abzupumpen. Danny Birch, Technischer Leiter von J. Münchinger GmbH birch@muenchinger.info Bilder: J. Münchinger GmbH UmweltMagazin März 2019 41

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