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03 | 2019

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Nachrichten BASF

Nachrichten BASF Weltweite Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt BASF hat eine weltweite Allianz von rund 30 Firmen mitgegründet, um Lösungen voranzubringen, die die Entsorgung von Plastikmüll in die Umwelt, insbesondere in die Weltmeere, verringern und vermeiden. Mit Hilfe der „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ (Alliance to End Plastic Waste, AEPW) sollen neue Lösungen zur Minimierung und zum Management von Plastikabfällen entwickelt und im Industriemaßstab auf den Markt gebracht werden. Hierzu gehören auch solche zur Wiederverwendung bereits genutzter Kunststoffe, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Von zentraler Bedeutung ist die Ermittlung der Herkunft des Plastikmülls. Forschungsergebnisse der Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy zeigen, dass das Plastik in den Meeren überwiegend von Abfällen stammt, die an Land entstehen. Ein Großteil des Plastikmülls wird über Flüsse verbreitet und kann zu zehn großen Strömen, überwiegend in Asien und Afrika, zurückverfolgt werden. Viele dieser Flüsse verlaufen durch dicht besiedelte Gegenden, in denen es an geeigneter Infrastruktur zur Abfallsammlung und zum Recycling mangelt. Dadurch kommt es zu einem unkontrollierten Eintrag der Abfälle in die Gewässer. Die AEPW wird dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist. Lösungsorientierte Projekte konzentrieren sich auf vier Handlungsfelder: Infrastrukturentwicklung für Abfallsammlung, Abfallmanagement und Steigerung des Recyclings; Innovation zur Förderung und Skalierung neuer Technologien, die das Recycling und die Rückgewinnung von Kunststoffen erleichtern und einen Nutzen für gebrauchte Kunststoffe schaffen; Aufklärung und Einbindung von Regierungen, Unternehmen und Gemeinden; sowie Säuberung von Gebieten, die bereits stark durch Plastikabfälle belastet sind, insbesondere von Flüssen, die Plastikmüll vom Land ins Meer transportieren. Die Mitwirkung von BASF in der Allianz bekräftigt das Engagement des Unternehmens für einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik. Eine wichtige Maßnahme, um den unkontrollierten Eintrag von Plastik in die Umwelt zu beenden, ist nach Auffassung des Unternehmens der Aufbau von Prozessen, die bereits genutzten Kunststoff als Rohstoff wiederverwenden können. Die chemische Industrie nimmt hier eine bedeutende Rolle in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Prozesse im Großmaßstab ein, um die Weiterverarbeitung von Plastikmüll in neue Produkte zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür, wie BASF an innovativen Technologien zur Förderung der Wiederverwendung und des Recyclings von Kunststoffen arbeitet, ist das kürzlich ins Leben gerufene Projekt ChemCycling. Gemeinsam mit ihren Kunden und Partnern hat BASF die ersten Pilotprodukte auf Basis chemisch recycelter Kunststoffabfälle entwickelt und hergestellt. BASF setzt darüber hinaus das internationale Programm Operation Clean Sweep global an allen ihren Produktionsstandorten, an denen Kunststoff-Pellets hergestellt werden, aktiv um. Das Ziel des Programms ist es, dem Verlust von Kunststoffgranulaten während der Produktion, beim Transport zum Kunden oder bei der Weiterverarbeitung zum Endprodukt durch Schulungen, organisatorische und technische Maßnahmen vorzubeugen und dadurch sicherzustellen, dass diese Materialien nicht in die Umwelt gelangen. Darüber hinaus engagiert sich BASF in verschiedenen Kooperationen und Gemeinschaftsprojekten zu Abfallmanagement und Aufklärung. www.basf.com Bild: Pixabay Destatis 70 Prozent des kommunalen Klärschlamms in 2017 verbrannt Die Menge des entsorgten Klärschlamms aus kommunalen Kläranlagen in Deutschland ist von 2007 bis 2017 von knapp 2,1 Millionen Tonnen Trockenmasse auf 1,7 Millionen Tonnen gesunken (-17 %). Ursache für den Rückgang sind unter anderem verbesserte Verfahren bei der Abwasser- und Klärschlammbehandlung in den Kläranlagen, durch die die Menge des zu entsorgenden Klärschlamms vermindert wurde. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist im selben Zeitraum der Anteil der verbrannten Klärschlammmenge (thermische Entsorgung) um 20 Prozentpunkte von 50 % auf 70 % gestiegen. Die stoffliche Verwertung von kommunalem Klärschlamm zum Beispiel in der Landwirtschaft oder beim Landschaftsbau hat sich in den letzten zehn Jahren von gut 1,0 Millionen (2007) Tonnen auf rund 0,5 Millionen (2017) Tonnen nahezu halbiert. Dabei sank der Anteil der in der Landwirtschaft ausgebrachten Menge von 29 % auf 18 %. Für landschaftsbauliche Maßnahmen wurden 2017 noch 10 % des Klärschlamms verwendet (2007: 18 %). Sonstige direkte Entsorgungswege wurden selten genutzt. Im Jahr 2017 wurden darüber 0,4 % der Klärschlammmenge entsorgt. Zehn Jahre zuvor waren es 0,2 % gewesen. www.destatis.de 6 UmweltMagazin März 2019

Nachrichten trend:research Massiver Zubau von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen erwartet Bereits heutzutage wird die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen für die landwirtschaftliche Nutzung durch die Festlegung verschärfter Grenzwerte in der Klärschlammverordnung stark eingeschränkt. So werden besonders die in den kommenden Jahren in Kraft tretenden Verpflichtungen zur Phosphorrückgewinnung die Verwertungswege weiter in Richtung der thermischen Verwertung, insbesondere der Monoverbrennung, verschieben. Vier mögliche Szenarien zur Marktentwicklung bei der Klärschlammentsorgung bis 2030 stellt die aktuell erstellte trend:research-Studie dar. Zurzeit sind in Deutschland 23 Monoverbrennungsanlagen zur Klärschlammverwertung mit einer Gesamtkapazität von rund 620.000 t TS (Trockensubstanz) in Betrieb. Es ist jedoch ein massiver Zubau geplant: 33 Neubauprojekte für Monoverbrennungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von über 1,0 Mio. t TS sollen gebaut werden. Der überwiegende Teil befindet sich noch in der Planungs- beziehungsweise Genehmigungsphase, bei den ersten Projekten hat der Bau bereits begonnen. Die meisten Kapazitäten werden derzeit in Nordrhein- Westfalen, Niedersachsen und Bayern geplant, wobei insbesondere in Niedersachsen hohe Kapazitäten von Nöten sind, da dort derzeit noch ein sehr hoher Anteil der Klärschlämme in der Landwirtschaft verwertet wird. Das kommunale Klärschlammaufkommen wird bis 2030 weiterhin leicht sinken. Im Jahr 2016 waren es 1,77 Mio. t TS; bis 2030 wird sich diese Menge auf ca. 1,71 Mio. t TS reduzieren. Im Gegensatz zu den geringen Veränderungen des Aufkommens werden sich bis 2030 vor Allem die Verwertungswege neu ausrichten. Welchen Anteil die Monoverbrennungsanlagen dann schließlich an der zukünftigen Klärschlammentsorgung haben, hängt einerseits von der Entwicklung der Phosphorrückgewinnung und andererseits von einer möglichen weiteren Einschränkung der stofflichen Verwertung ab. Insgesamt ist die weitere Nutzung der Mitverbrennung und auch der landwirtschaftlichen Verwertung als wahrscheinlich einzustufen. Diese Verwertungswege sind kostengünstiger als die Monoverbrennung und somit bekundeten die befragten Kläranlagenbetreiber Interesse, diese Wege weiterhin zu nutzen. Die vielen Neubauprojekte lassen die Angst vor einem „Schweinezyklus“ aufkommen, getrieben unter anderem auch von den Dienstleistern und Planern, die mit Strategien, Konzepten und Planungen für Neubauprojekte Geld verdienen, aber auch von den Anlagenbauern, deren Durststrecke in Deutschland inzwischen so groß ist, dass dann notwendige Ressourcen teilweise gar nicht mehr vorhanden sind. Neben den 33 offiziellen Neubauprojekten für Monoverbrennungsanlagen ist im Markt von 5 weiteren potenziellen Projekten die Rede. Falls diese Projekte weiterverfolgt werden, steigert sich – bei Annahme einer durchschnittlichen Neubaukapazität – die Gesamtkapazität der Monoverbrennungsanlagen um weitere 150.000 t TS – was fast 10% des Gesamtmarktes oder 15 % des bisherigen Neubauvolumens entspricht. Konsequenzen können dann – wie in der Mitte des vorigen Jahrzehnts im Bereich der Ersatzbrennstoffkraftwerke, als Mengen plötzlich stark zurück gingen und Projekte nicht mehr rechtzeitig aufgehalten werden konnten – fallende Preise und unausgelastete Anlagen sein. Dies hatte den gesamten Markt für thermische Verwertung nachhaltig beeinflusst. Die vierte Auflage der Studie zur Klärschlammentsorgung beschreibt, auf Basis von Recherchen und Analysen sowie über 30 telefonischen Tiefeninterviews mit Experten aktuelle Rahmenbedingungen, den Status Quo der Klärschlammverwertung, den Neubau von Monoverbrennungsanlagen und die Entwicklung der Verwertungswege bis 2030. Im Fokus stehen, neben der qualitativen Beschreibung der Wirkungen von aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Analyse der Marktentwicklungen und der Veränderungen bei den Verwertungswegen für Klärschlamm bis 2030 – differenziert in vier Szenarien mit unterschiedlichen Prämissen. www.trendresearch.de Destatis Indikatorenbericht zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung des Indikatorenberichtes 2018 zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie mitteilt, ist die Zielerreichung bei einem Teil der Indikatoren noch nicht sichergestellt. Eine schnelle Einschätzung der Entwicklung wird durch Wettersymbole ermöglicht. Über ein Drittel der Indikatoren (24 der 65 Indikatoren) haben die von der Bundesregierung angestrebten Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bereits erreicht oder könnten sie bei gleichbleibender Entwicklung erreichen. Hingegen würde das jeweilige Ziel bei 28 Indikatoren wie zum Beispiel Treibhausgasemissionen oder dem Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern nach jetzigem Stand verfehlt, da sie sich zwar in die gewünschte Richtung entwickeln, jedoch nicht mit der erforderlichen Geschwindigkeit. Dagegen entfernen sich insgesamt 8 Indikatoren vom angestrebten Ziel der Bundesregierung, darunter der Primärenergieverbrauch und die Adipositasquote. Der zweijährliche, fachlich unabhängige Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamtes, der im Auftrag der Bundesregierung erstellt wird, dient dem konsistenten Monitoring der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Bereits seit dem Jahr 2006 analysiert das Statistische Bundesamt ein Set von Indikatoren, das von der Bundesregierung entwickelt und beschlossen wurde, um die Zielerreichung in den verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit zu messen. Dies reicht von Nachhaltigkeit in Deutschland bis hin zum nachhaltigen deutschen Handeln in der Welt. Im diesjährigen Indikatorenbericht wurden zwei neue Indikatoren aufgenommen: Unterstützung guter Regierungsführung bei der Erreichung einer angemessenen Ernährung weltweit und nachhaltige öffentliche Beschaffung. www.destatis.de UmweltMagazin März 2019 7

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