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03 | 2019

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Nachrichten ecoprog

Nachrichten ecoprog Waste-to-Energy – Globalisierung gewinnt weiter an Fahrt Prognose zum Wachstum der thermischen Abfallverwertung. Laut der Untersuchung „Waste to Energy“ der Kölner ecoprog GmbH sind im Jahr 2017 mehr als 80 neue Müllverbrennungsanlagen (MVA) mit einer Kapazität von rund 25 Millionen Jahrestonnen in Betrieb gegangen. Etwa 90 Prozent dieser Kapazitäten wurden in Asien errichtet. Dort bleibt China der stärkste Markt. Weltweit waren Ende 2017 knapp 2 440 MVA in Betrieb. Diese verfügten über eine Behandlungskapazität von über 360 Millionen Jahrestonnen. Der Großteil dieser Anlagen setzt dabei auf Rostfeuerung. Nur rund 15 Prozent des weltweiten Anlagenbestands arbeitet mit einer Wirbelschichtfeuerung. Der Einsatz von alternativen Verfahren wie der Vergasung oder Pyrolyse von Siedlungsabfällen spielt weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Auch in den nächsten Jahren bleibt der Zubau dynamisch: Bis 2027 werden jährlich knapp 70 Neuanlagen mit einer durchschnittlichen thermischen Behandlungskapazität von insgesamt rund 20 Millionen Jahrestonnen errichtet. Hierbei wird Asien auch in den kommenden Jahren den MVA- Markt dominieren: In China wird in den kommenden Jahren ein kontinuierlich hohen Zubau erwartet, bis die Zielvorgaben des aktuellen 13. Fünfjahresplans erreicht sind. Hierfür ist das Jahr 2020 angesetzt. Durchschnittlich ergibt sich ein jährlicher Zubau von Müllverbrennungskapazitäten in Höhe von knapp 12 Millionen Jahrestonnen. Hinzu kommt ein kontinuierlicher Zubau von jährlich schätzungsweise rund 1,5 Millionen Jahrestonnen Müllverbrennungskapazitäten in Indien – ebenfalls bis 2027. Neben einem stetig wachsenden asiatischen Markt steigt die Dynamik der bislang weniger relevanten neuen MVA- Märkte in Südamerika, Afrika sowie der Region Australien und Pazifik. Der südamerikanische Abfallmarkt wurde durch die Großprojekte in Mexiko und Brasilien belebt. Wie auch in Asien gibt es hier zahlreiche Metropolregionen mit steigenden Müllmengen und zunehmender Flächenknappheit. In der Region Australien und Pazifik hat vor allem das Anfang 2018 eingeführte chinesische Importverbot für 24 ausgewählte Abfallströme zu einem Anstieg der Müllverbrennungsprojekte geführt. In Europa ist nach wie vor die Abfallpolitik der EU der wichtigste Marktfaktor für die Errichtung von MVA-Kapazitäten. Ein weiterer ist der alternde Anlagenbestand, der in Bestandsmärkten wie beispielsweise Deutschland und Dänemark für Modernisierungsbedarf sorgt. Durchschnittlich werden hierdurch in Europa Kapazitäten in Höhe von rund 3 Millionen Jahrestonnen neu installiert und ersetzt. Große Tristesse herrscht hingegen weiterhin in Nordamerika, vor allem in den USA. www.ecoprog.de Grafik: ecoprog Mall Jahr 2018 mit acht Prozent Umsatzwachstum abgeschlossen Die Mall-Unternehmensgruppe bestätigt die Erfolge der letzten Jahre und hat ihren Umsatz 2018 erneut um diesmal acht Prozent auf insgesamt 80 Millionen Euro gesteigert. Der Umweltspezialist mit seinen 480 Mitarbeitern kann erneut eine sehr gute Geschäftsentwicklung in den Unternehmensbereichen Regenwasserbewirtschaftung, Abscheider, Pumpen- und Anlagentechnik sowie Neue Energien verzeichnen. In allen deutschen Mall-Werken konnten 2018 Umsatzzuwächse realisiert werden; und auch die Auslandsmärkte haben durchweg dazu beigetragen. So wurde im österreichischen Werk in Asten schon im zweiten vollen Produktionsjahr ein Umsatz von fünf Millionen Euro erreicht, aber auch in Frankreich hat das vergangene Jahr gezeigt, wieviel Potenzial für Mall in diesem Markt steckt. Die Gründe für das starke Wachstum sieht Geschäftsführer Markus Grimm zum einen im konsequenten Ausbau des technischen Vorverkaufs, bei dem Mall ganz gezielt die ausschreibenden Stellen, also Planungsbüros und kommunale Entscheidungsträger, anspricht. Zum anderen trägt die klare Fokussierung auf den qualifizierten Baustofffachhandel und die ausführenden Bauunternehmen zum Erfolg des Unternehmens bei. Das Unternehmen kann weiter aus eigener Kraft in die Zukunft investieren: Für die nächsten drei Jahre sind Investitionen in einer Gesamthöhe von 16 bis 17 Millionen Euro geplant. Größte Einzelinvestition ist dabei die Errichtung eines neuen Produktionsstandortes im westfälischen Coesfeld. Mit einem neuen Bemessungsprogramm für die Regenwasserbewirtschaftung arbeitet Mall weiter am kontinuierlichen Ausbau seiner digitalen Planerunterstützung, und für 2019 steht der Relaunch der Unternehmens-Website unter www.mall.info an. Ein weiterer Schwerpunkt ist der qualifizierte Ausbau der Außendienstorganisation durch Ingenieure und Techniker, um den technischen Vorverkauf zu fördern. Die aktuelle Auftragslage und eine weiterhin gute Baukonjunktur lassen Geschäftsführer Grimm optimistisch ins neue Geschäftsjahr 2019 blicken. www.mall.info 8 UmweltMagazin März 2019

Nachrichten UBA Entsorgung von Verpackungen wird umweltfreundlicher Am 1. Januar 2019 ist das neue Verpackungsgesetz in Kraft getreten. Es löst die bisherige Verpackungsverordnung ab. Die Registrierung bei der neuen „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ soll für mehr Fairness und Transparenz auf dem Markt der Verpackungsentsorgung sorgen und sicherstellen, dass alle Hersteller ihren Pflichten bei der Sammlung und Verwertung der Verpackungsabfälle nachkommen. Hersteller von mit Waren befüllten Verkaufs- und Umverpackungen, die typischerweise beim privaten Endverbraucher anfallen, müssen sich dazu im neu geschaffenen Verpackungsregister LUCID registrieren, sonst dürfen sie keine Verpackungen mehr in Verkehr bringen. Die neue Registrierungspflicht tritt neben die Pflicht, an einem dualen System beteiligt zu sein. Besonders wichtig ist, dass die Hersteller stärker darauf achten, unnötige Verpackungen möglichst ganz zu vermeiden oder durch wiederverwendbare Mehrwegverpackungen ersetzen. Wenn es Einwegverpackungen sein müssen, sollten diese gut recyclingfähig sein und – wenn möglich – Rezyklate enthalten. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister und das Umweltbundesamt haben eine Orientierungshilfe veröffentlicht, mit der Hersteller die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen besser beurteilen können. Die Recyclingquoten werden durch das neue Verpackungsgesetz im Vergleich zur bisher geltenden Verpackungsverordnung deutlich erhöht. So steigt beispielsweise die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen von heute 36 Masseprozent auf 58,5 Masseprozent und in einem zweiten Schritt ab 2022 auf 63 Masseprozent (werkstoffliche Verwertung). Mehr Recycling ist notwendig, um wertvolle Ressourcen zu schonen. Bereits bei der Planung und dem Design neuer Verpackungen sollte der Einsatz von Rezyklaten geplant und auf unnötig materialintensive Verpackungen verzichtet werden, um Abfall zu vermeiden. Die dualen Systeme sind künftig verpflichtet, für besser recyclingfähige Verpackungen und den Einsatz von Rezyklaten finanzielle Anreize zu setzen. Doch auch Verbraucher können Verantwortung übernehmen. Wer mehr für die Umwelt tun möchte, sollte unterschiedliche Verpackungsmaterialien voneinander trennen und die Verpackungsabfälle nicht ineinander stopfen. Wird zum Beispiel der Aluminiumdeckel vom Joghurtbecher getrennt und werden diese Teile einzeln in die gelbe Tonne oder den gelben Sack gelegt, können sie in der Sortieranlage besser erkannt und sortiert werden. Bleiben verschiedene Materialien hingegen verbunden, kann oftmals nur ein Material zurückgewonnen werden. www.uba.de Bild: Pixabay Studie Klimawandel im Ausland trifft auch die deutsche Wirtschaft Deutschland hat eine starke Rolle im internationalen Handel. Dadurch ist unsere Wirtschaft anfällig gegenüber Klimafolgen in anderen Weltregionen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat nun erstmals Klimarisiken im Rahmen der internationalen Handelsverflechtungen untersucht. Demnach werden die Risiken aus Klimafolgen im Ausland für die deutsche Wirtschaft mindestens so groß sein wie aus jenen im Inland. Deutsche Unternehmen tätigen jährlich Ein- und Ausfuhren in der Größenordnung von einer Billion Euro. Der Bericht zeigt, welcher Anteil unseres Handels von den Folgen des Klimawandels im Ausland betroffen sein könnte. Allein sechs Prozent (55 Mrd. Euro) der deutschen Importe und vier Prozent (knapp 50 Mrd. Euro) der Exporte verteilen sich auf zwölf Länder oder Regionen, die als besonders vulnerabel (verwundbar) gegenüber dem Klimawandel gelten. Bei den Importen überwiegen die Risiken der Folgen des Klimawandels: Extreme Wettereignisse können Gebäude, Produktionsanlagen und Warenlager im Ausland beschädigen; andauernde Hitzeperioden, Starkregenereignisse oder schwere Stürme können die landwirtschaftliche Produktion massiv beeinträchtigen und gegebenenfalls auch ganze Ernten vernichten; häufigere Extremwetterereignisse und der Meeresspiegelanstieg werden Hafenanlagen und Containerterminals weltweit zu schaffen machen. Bei den Exporten ergibt sich ein gemischtes Bild: Wenn Länder mehr Geld zur Bewältigung von Schäden ausgeben, sinkt die Kaufkraft und damit auch die Nachfrage nach deutschen Exportprodukten. Allerdings bestehen auch Chancen durch die wachsende globale Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu Klimaanpassung und Klimaschutz. Doch um diese Chancen zu nutzen, ist sowohl vorausschauendes Handeln der deutschen Unternehmen als auch eine ambitionierte Klimapolitik gefragt. Entscheidungsträger in der Wirtschaft wie in der Verwaltung sollten Risiken, die sich durch den Klimawandel weltweit ergeben, kennen. www.uba.de UmweltMagazin März 2019 9

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