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04-05 | 2017

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Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Energiespeicher Energie lokal speichern und einsetzen Die Erzeugung von Wind- und Solarenergie ist unregelmäßig – mal liefert die Natur zu viel Energie, die nicht komplett in Strom umgewandelt werden kann, mal gar keine. In diese Lücke will das Projekt EnerPrax der FH Münster stoßen. Dabei werden unterschiedliche Speichertechnologien, die überschüssige Energie auffangen und wieder zur Verfügung stellen, getestet. Außerdem sollen diese Speiche,r je nach Wettersituation, flexibel und optimal einsetzt werden. Das Team testet zum Beispiel Lithium-Ionen-, Blei-Gel- oder Redox-Flow- Batterien, aber auch mechanische Lösungen wie Schwungradmassenspeicher. Ebenso kommt eine Power-to-Gas-Technologie zum Einsatz. Sie wandelt Strom in Wasserstoff und schließlich – über einen biologischen Prozess – zu Methan um, das bei entsprechender Qualität in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Den Verantwortlichen geht es dabei auch um den Nachhaltigkeitsaspekt. So soll gezeigt werden, dass Überschüsse aus regional produzierten erneuerbaren Energien lokal gespeichert und weiterverwendet werden Bild: FH Münster/Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt Der in der Mitte verbaute Elektrolyseur wandelt Strom per Elektrolyse in Wasserstoff um. können. Dabei muss sie nicht zwangsläufig mit aufwendiger Infrastruktur zu einer zentralen Speicherung transportiert werden. Umgesetzt wird das Projekt im Bioenergiepark Saerbeck. Den Untersuchungen liegt dabei der Lastgang der Gemeinde zugrunde. Dies ist ein Profil mit detaillierten Daten zu Stromerzeugung und -verbrauch. Die Projektergebnisse sollen sich auf ländlich strukturierte Städte und Gemeinden NRW-weit übertragen lassen. Im Fokus stehen kurze bis mittelfristige Speicherbedarfe – Energie für wenige Sekunden bis einige Stunden. Auch Privatpersonen sollen von dem Projekt profitieren. Unter anderem sind Workshops und Führungen geplant, bei denen die Besucher die Speicherfunktionen per Tablet-Computer selbstständig kennenlernen können. Das Projekt läuft bis November 2019. Die Europäische Union und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz unterstützen EnerPrax mit insgesamt 1,7 Mio. €. Projektpartner neben der FH Münster sind das Gas- und Wärme-Institut Essen, die Gelsenwasser AG, die Gemeinde Saerbeck sowie die Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft. www.energiespeicher.nrw Erneuerbare Energien Analyseverfahren für Biogas-Substrate Seit Dezember 2016 beteiligt sich die Weltec Biopower GmbH aus Vechta an einem Forschungsprojekt, um ein neues Verfahren für die Identifikation von Hemmstoffen in Biogas-Substraten zu etablieren. Das Projekt wird über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. und durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Konkret entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit der HAWK, der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, ein Schnellverfahren, um Hemmstoffe in Inputstoffen schnell, sicher und preisgünstig zu identifizieren. Dafür werden zunächst im Labor in Vechta und parallel in Göttingen verschiedene Substrate mit Hilfe des Ankom Systems untersucht und so ein genaues Abbild der Gasproduktion erstellt. Des Weiteren wird unter der bewussten Zugabe von Hemmstoffen die Veränderung des Säurespektrums beobachtet. Daraus werden Soll-Kurven gebildet, die in Zukunft mit den Gasproduktions-Kurven von Substraten abgeglichen werden. Der Vergleich soll Auskunft darüber geben, ob in dem Substrat hemmende Stoffe enthalten Die biologische Abteilung von Weltec arbeitet an der Entwicklung eines Schnelltests zur Identifikation von Hemmstoffen in Biogas-Substraten. sind. Bislang wird dafür auf den aeroben Vier-Platten-Hemmstofftest zurückgegriffen. Dieser ist eigentlich für die Milchwirtschaft gedacht und entspricht nicht den Bedingungen im Fermenter. Die Aussagekraft der Ergebnisse wird dadurch beeinträchtigt. Durch das neue anaerobe Verfahren sollen die Ergebnisse zukünftig Bild: Weltec nach drei Tagen vorliegen. Dadurch können die Betreiber von Biogasanlagen die Qualität ihrer Substrate exakt, schnell und günstig bestimmen lassen. Laut Sabine Lampe, Diplom Biologin und Verantwortliche für das Forschungsprojekt bei Weltec, sind der Bedarf und die Nachfrage dafür vorhanden. Aktuell existiere keine schnelle und zugleich sichere Identifizierung möglicher Prozessstörungen; obwohl sie für die Vermeidung ungeplanter Stillstände von Biogasanlagen erforderlich wären. Dieser Umstand gab für die Beteiligten den Ausschlag das Projekt zu initiieren, an dem auch das Fraunhofer UMSICHT Institut aus Oberhausen und der Berliner Analytik- Spezialist aokin AG beteiligt sind. Auf der Basis des Verfahrens sollen sich Biogasanlagenbetreiber zukünftig schneller entscheiden können, ob sie angebotene Silage oder Gülle kaufen sollten, oder ob sie eine bestimmte Charge ihrer eigenen Gülle verwenden können. Nach Einschätzung Lampes ist es überdies denkbar, dass Substrat-Anbieter den Schnellnachweis nutzen werden, um die Qualität ihres Angebotes zu belegen. www.weltec-biopower.de 24 UmweltMagazin April - Mai 2017

Produkte Umweltmarkt Messtechnik Grenzwertgeber prüfen Das Prüfgerät GPG 01 der Afriso-Euro-Index GmbH, Güglingen, eignet sich zur Prüfung von Grenzwertgebern, die nicht in Exgefährdeten Bereichen eingesetzt sind. Sowohl eine elektrische Funktionsprüfung im eingebauten Zustand als auch eine Nassprüfung bei einem ausgebauten Grenzwertgeber sind durchführbar. Der GPG 01 besteht aus einem Handgerät mit einem 1,2 m langen, fest montierten Anschlusskabel und Kupplungsdose 903 zum Einstecken des Grenzwertgebers. Im Gehäuse sind ein TFT-Farbdisplay, vier Bedientasten sowie eine Ein-Aus-Taste integriert. Das Fußteil ist mit einem Mini-USB-Anschluss für das Netzteil zum Aufladen des Akkus ausgestattet. Bei der elektrischen Funktionsprüfung wird die Aufheizzeit in Mit dem Grenzwertgeberprüfgerät sind elektrische Funktionsprüfungen von Grenzwertgebern im eingebauten und Nassprüfungen im ausgebauten Zustand möglich. Bild: Afriso Sekunden und die Freigabe der Befüllung angezeigt. Bei der Nassprüfung wird nach dem Eintauchen in Flüssigkeit die Abschaltzeit in Sekunden angezeigt. Das komplette Prüfergebnis wird am Ende als Zusammenfassung ausgegeben, bei Fehlermeldungen und Störungen wird das Display rot, und es erfolgt eine Textausgabe. Das Gerät schaltet sich bei Nichtgebrauch selbsttätig ab. Im Lieferumfang sind ein USB-Netzteil, ein Mini-USB-Kabel, eine Schutzhülle mit Magnet, ein Gerätekoffer und eine Betriebsanleitung enthalten. Das GPG 01 eignet sich zur Prüfung von Grenzwertgebern nach EN 13616 Bauart B1 oder nach TRbF 511 in Anlagen für Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt >55 °C, beispielsweise für Heizöl, Diesel und andere flüssige Brenn- und Kraftstoffe oder Öle. www.afriso.de Wasser Neue Generation von GFK-Rohrsystemen Bei dem Top Performance Rohr handelt es sich um eine Neuentwicklung der Hobas Rohre GmbH aus Trollenhagen. Das Rohrsystem aus Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK) mit PU-Inliner soll unter anderem Abrieb und Korrosion besonders gut standhalten und Betreibern eine lange und weitgehend wartungsfreie Betriebszeit ermöglichen. Ausgestattet mit einer beständigen inneren Schutzschicht aus Polyurethan sind die Rohre für anspruchsvolle Anwendungen mit hohen mechanischen und chemischen Belastungen ausgelegt. Umfassende Prüfungen im hauseigenen, international anerkannten TechCenter bestäti- gen die Eigenschaften unter anderem im Rahmen von Langzeit-Spannungs- und Dehnungskorrosionstests. Die GFK-Schleuderrohre ermöglichen in der Schweiz bereits den sicheren Transport von Regenwasser mit scharfkantigem Material und hochabrasivem Geröll. Fast zeitgleich zur Markteinführung wurde auch das drucklose GFK-Rohr des Unternehmens weiterentwickelt: Der strukturelle Aufbau der Rohrwand wurde neu konzipiert und damit ein besseres Verhalten der Rohre unter konstanter Last realisiert. Zudem wurden die Belastbarkeit und Schlagbeständigkeit der Rohre gesteigert. www.hobas.de Gut zu erkennen: Die Polyurethan-Innenbeschichtung des GFK-Rohrs. Bild: Hobas Abwasser Schraubengebläse für Kläranlagen Im Vergleich zu herkömmlichen Drehkolbengebläsen sind die neuen Schraubengebläse der Kaeser Kompressoren SE aus Coburg, nach Herstellerangaben, effizienter und sollen gegenüber vielen auf dem Markt befindlichen Anlagen hohe energetische Vorteile bieten. Diese werden unter anderem durch den Einsatz der Sigma-Rotoren-Technik und dem schlupffreien Direktantrieb mit in den Block integrierter Drehzahlübersetzung erzielt. Die Gebläse sind für den Einsatz in kommunalen und industriellen Kläranlagen geeignet. Zwei unterschiedliche Ausführungen sorgen da- Das Schraubengebläse DBS soll bei langen Laufzeiten zuverlässig und Energiekosten sparend für Druckluft sorgen. für, dass die Anlagen mit Bedarfen ab 400 oder 650 mbar versorgt werden. Die neuen Gebläse sind mit bis zu 72 db im Hauptanwendungsbereich genauso leise wie ein moderner Staubsauger. Sie sind für hohe Nutzungszeiten bis hin zum Dauerbetrieb ausgelegt, wartungsarm und können direkt nebeneinander sowie an der Wand aufgestellt werden. Je nach Wunsch werden sie mit integriertem Frequenzumrichter oder Stern-Dreieck-Schaltung geliefert. www.kaeser.de Bild: Kaeser UmweltMagazin April - Mai 2017 25

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