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04-05 | 2019

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Special Erneuerbare

Special Erneuerbare Energien Bild: Shutterstock Prozesswärme aus Holz Holz unterschiedlicher Qualität eignet sich dazu, Heißdampf, Sattdampf oder überhitzten Dampf herzustellen. Unternehmen können auf diese Weise kostengünstig Klimaschutz betreiben. Deutschland hat sich international verpflichtet, den Ausstoß von CO 2 bis 2050 um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. In den Sektorzielen des Klimaschutzplanes hat die Bundesregierung festgeschrieben, dass die Industrie bereits bis 2030 ihren Treibhausgasausstoß bezogen auf 1990 halbieren muss. Die Szenarien für die Industrie sehen vor, dass Biomasse fossile Wärme in beträchtlichen Umfang ersetzen soll. Momentan setzt die Industrie nur im einstelligen Prozentbereich Biomasse als Energieträger ein. Hier gibt es ein enormes CO 2 -Einsparund Steigerungspotenzial. Gerade in dem häufig von der Industrie benötigten Temperaturbereich von 100 bis 500 Grad Celsius eignet sich Holz als Brennstoff zur Bereitstellung von Heißwasser mit Temperaturen über 100 Grad Celsius, Sattdampf oder überhitzten Dampf bis 500 Grad Celsius für verschiedenste Prozesse. Holzhackschnitzel und Industriepellets können gut für die mittleren bis großen Kessel eingesetzt werden. So werden etwa Kesselleistungen in dem für mittelständische Unternehmen interessanten Leistungsbereich von 2.000 Kilowatt mit einer Dampfleistung von 3.000 Kilogramm pro Stunde schon heute problemlos realisiert. Die Brennstoffqualitäten unterscheiden sich dabei von denen, die im privaten Sektor verwendet werden. Aufgrund der Größe der Anlagen und der Rauchgasreinigung, können auch Brennstoffe von minderer Qualität eingesetzt werden. Dies können biogene Nebenprodukte aus dem eigenen Betrieb oder Landschaftspflegematerial, Gebrauchthölzer sowie Siebüberläufe aus der Kompostierung sein. Dies ermöglicht eine kostengünstige und ressourcenschonende Versorgung mit Brennstoff. Vor allem die gezielte Nutzung von Rest- und Abfallstoffen zur Bereitstellung von Prozesswärme, stellt eine vorzügliche Möglichkeit dar, Treibhausgasemissionen zu minimieren. In der Prozesswärme sind aufwendige Anlagen zur Rauchgasreinigung Standard und durch die Anlagengröße sowie den hohen Auslastungsgrad wirtschaftlich gut darstellbar. Prozesswärmeanlagen mit mehr als ein Megawatt Feuerungswärmeleistung sind heute grundsätzlich mit Filter und Additivdosierung wie zur Eindüsung von Kalkgesteinsmehl ausgerüstet und unterschreiten die Grenzwerte der neuen Verordnung über mittelgroße Feuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen, die 44. Bundesimmissionsschutzverordnung (44. BImSchV), zumeist deutlich. Gebrauchtholz verwenden Prozesswärmeanlagen stellen auch eine hervorragende Verwertungsmöglichkeit für Gebrauchtholz der Kategorien A I – naturbelassenes Holz, das mechanisch bearbeitet wurde – und A II – verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz, das weder halogenorganische 26 UmweltMagazin April - Mai 2019

Förderprogramm 295 Förderprogramm 295 für Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft des Bundeswirtschaftsministeriums Modul 2: Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien Fördergegenstand ist der Ersatz oder die Neuanschaffung von Anlagen zur Bereitstellung von Wärme aus Solarkollektoranlagen, Wärmepumpen oder Biomasse-Anlagen, deren Wärme zu über 50 Prozent für Prozesse, d. h. zur Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten oder zur Erbringung von Dienstleistungen verwendet wird. Die Maximale Höhe der Förderung beträgt 10 Mio. Euro bei einer Förderquote von bis zu 55%. Dieser wird in Form von einem Tilgungszuschuss zu einem Kredit von der KFW oder als Investitionskostenzuschuss von der BAFA gewährt. Förderfähige Investitionskosten sind geltend zu machen für: Planung und Installation, Wärmeerzeuger, Wärmespeicher für beantragte Wärmeerzeuger, Anbindung der beantragten Wärmeerzeuger an die Wärmesenke(n), Mess- und Datenerfassungseinrichtungen zur Ertragsüberwachung und Fehlererkennung Aufstellung, Montage und Anschluss 50th anniversary 1969-2019 Effi zient. Kompakt. Herausragend. Verbindungen in der Beschichtung enthält noch Holzschutzmittel – dar. Diese Anlagen sind in der Errichtung zwar kostspieliger als herkömmliche Anlagen für fossile Energieträger und auch teurer als Anlagen für naturbelassenes Holz – unter anderem aufgrund aufwendigerer Lager- und Fördertechnik, Aschebehandlung und Rauchgasreinigung sowie gekühlter Brennräume zur Begrenzung der Verbrennungstemperaturen, um eine Verschlackung der Asche zu verhindern. Jedoch stellen Gebrauchthölzer einen attraktiven und kostengünstigen Brennstoff dar, so dass sich die höheren Investitionen schnell wieder amortisieren lassen. Die Anlagen in der Leistungsklasse 1 bis 50 Megawatt können neben der Bereitstellung üblicher Wärme zum Heizen auch überhitzten Dampf. Dies zeigt das enorme Potenzial der Anwendungsmöglichkeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten gehen von der Beheizung von Gewächshäusern, der Wärmeversorgung von Reaktoren bis hin zur Trocknung und Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Große Biomassekraftwerke können Prozesswärme von mehr als 500°C und mehr als 100 bar bereitstellen. Diese stellen zumeist großen Industriebetrieben wie aus dem lebensmittelverarbeitenden Gewerbe oder der chemischen Industrie diese Wärme bereit. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen kann die Bereitstellung von Prozesswärme aus Biomasse attraktiv sein, kostengünstig und klimaschonend für den eigenen Betrieb, mit einem hohen Grad an Versorgungssicherheit, den benötigten Dampf oder Heißwasser selbst zu erzeugen. Hierfür gibt es bereits gut funktionierende Praxisbeispiele, die auch die Wirtschaftlichkeit darstellen können. Diese Anlagen können in Containern in Modulbauweise einfach auf dem Betriebsgelände aufgebaut oder auch in Betriebsgebäude integriert werden (s. Infokasten). Auch der Kältebedarf der Unternehmen kann über Adsorptionskältemaschinen in Kombination mit Biomassefeuerungen, bereitgestellt werden. Dies zeigt das breite Spektrum des Einsatzes von Biomasse. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zum Jahresanfang ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt: das Förderprogramm 295 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Förderung der Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft (siehe Kasten). Dies unterstützt Maßnahmen zur Energieeinsparung und Senkung der CO 2 -Emissionen in Deutschland durch zinsgünstige Kredite der KfW in Verbindung mit attraktiven Tilgungszuschüssen aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums. Auch stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) anstelle von Tilgungszuschüssen direkte Investitionszuschüsse in gleicher Höhe bereit (siehe Infokasten). Dies zeigt, dass auch die Bundesregierung die Potenziale der Bereitstellung von Prozesswärme aus Biomasse erkannt hat und mit einem attraktiven Förderprogramm diese unterstützt. Der Bundesverband Bioenergie e.V. begrüßt eine zunehmende Nutzung von Holzenergie zur Bereitstellung von industrieller Prozesswärme. Malte Trumpa, Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie,, trumpa@bioenergie.de Zerkleinern – Fördern – Separieren Aufbereitungstechnologien für beste Output-Ergebnisse: Produktionsreste Abfälle Sonstige Reststoffe Vecoplan AG | Vor der Bitz 10 56470 Bad Marienberg | Germany Phone: +49 2661 62 67-0 welcome@vecoplan.com | www.vecoplan.com UmweltMagazin April - Mai 2019

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