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06 | 2017

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Nachrichten Kreislaufwirtschaft Neues Verpackungsgesetz passiert den Bundesrat Das Verpackungsgesetz hat kürzlich im Bundesrat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen haben die Länder den Kompromiss akzeptiert, den das Bundesumweltministerium erarbeitet hatte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks begrüßte die Entscheidung des Bundesrats als einen Sieg der Vernunft. Mit dem neuen Gesetz wird die bestehende Verpackungsverordnung weiterentwickelt. Ziel ist es, das Recycling – aber auch die Vermeidung – von Verpackungsabfällen noch stärker zu fördern. Die von Industrie und Handel finanzierten dualen Systeme müssen zukünftig deutlich höhere Recycling-Quoten für die bei ihnen lizenzierten und von ihnen erfassten Verpackungen erreichen. So steigt zum Beispiel die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen von bisher 36 bis zum Jahr 2022 auf 63 %. Auch bei anderen Verpackungsmaterialien werden die Recycling-Quoten deutlich erhöht, bei Metallen, Glas und Papier auf 90 %. Außerdem sind bei den Lizenzentgelten der dualen Systeme ökologische Aspekte stärker zu berücksichtigen. Hersteller sollen somit Anreize erhalten, bei der Gestaltung von Verpackungen das Recycling zu berücksichtigen. Von den hohen Anforderungen werden auch spürbare Impulse zur Abfallvermeidung ausgehen. Zudem werden Mehrwegverpackungen besonders gefördert. Bei Getränkeverpackungen wird ein Mehrweganteil von 70 % angestrebt. Dazu sollen eine Hinweispflicht an den Getränkeregalen sowie die Ausweitung der Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen, zum Beispiel auf Fruchtschorlen, beitragen. Die Entsorgung im Wettbewerb wird auch zukünftig für Effizienz und – im Interesse der Verbraucher – für niedrige Kosten sorgen. Um einen fairen Wettbewerb und einen konsequenten Vollzug zu gewährleisten, wird eine zentrale Stelle eingerichtet, die von den Produktverantwortlichen, das heißt von Handel Bei Getränkeverpackungen wird ein Mehrweganteil von 70 Prozent angestrebt. und Industrie, finanziert wird. Sie dient als Registrierungsund Standardisierungsstelle. Wie die Sammlung vor Ort durchgeführt wird, bestimmen die Kommunen. Sie entscheiden zum Beispiel darüber, ob in Tonnen gesammelt wird oder in Säcken. Sie bestimmen auch, wann und wie oft abgeholt wird. So lassen sich Restmüll- und Wertstoffsammlung optimal aufeinander abstimmen. Die Kommunen können auch entscheiden, ob sie weitere Abfälle aus Kunststoff und Metall gemeinsam mit den dualen Systemen in einer Wertstofftonne sammeln wollen. Eine Verständigung auf ein Wertstoffgesetz, das bundesweit die verpflichtende Einführung von Wertstofftonnen vorsah, war nicht möglich. Wenn die Kommunen das aber wollen, können die Bürger auf der Grundlage des Verpackungsgesetzes flächendeckend Wertstofftonnen bekommen. Das Verpackungsgesetz wird am 1. Januar 2019 in Kraft treten. www.bmub.bund.de Bild: Wolfgang Floedl / Pixelio.de Europa – kurz notiert >>> Einer aktuellen Umfrage des Eurobarometers zufolge sprechen sich drei Viertel aller Europäer für eine aktivere Rolle der EU im Umweltschutz aus. Auch bei der Energieversorgung und -sicherheit sowie bei der Landwirtschaft fordern sie ein stärkeres Vorgehen der EU. 53 % der Befragten beurteilen ihr umweltpolitisches Handeln als unzureichend. Darüber hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: Menschen in Schweden, Spanien und Frankreich monieren überdurchschnittlich häufig, dass die EU zu wenig für den Umweltschutz tue. Dagegen lehnen sehr viele Menschen in Polen, Lettland und Estland ein stärkeres Eingreifen der EU ab. Deutschland liegt jeweils knapp unter dem EU- Mittelwert. Insgesamt sind die Zustimmungswerte zur Europäischen Union im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Laut der Umfrageergebnisse findet eine Mehrheit von 57 % der EU-Bürger es gut, Mitglied der EU zu sein. In Deutschland liegt die Zustimmung mit 79 % deutlich höher. >>>Der Haushaltsausschuss sowie der Wirtschafts- und Währungsausschuss im EU-Parlament haben dafür gestimmt, dass künftig mindestens 40 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) für Maßnahmen des Klimaschutzes verwendet werden sollen. Damit folgten die Abgeordneten der beiden federführenden Ausschüsse der Stellungnahme des mitberatenden Industrieausschusses vom April dieses Jahres. Die EU-Kommission zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung, den EFSI, auch bekannt als Juncker-Plan, um zwei Jahre bis Ende 2020 zu verlängern. Das Ziel, bis 2018 315 Mrd. € für Investitionen aufzubringen, kann auf mindestens 500 Mrd. € bis Ende 2020 angehoben werden. Die europäische Klimaschutzorganisation Climate Action Network (CAN) Europe begrüßte das 40-Prozent-Ausgabenziel sowie die Absicht, ein Kontrollverfahren zu entwickeln. Mit diesem sollen Projekte auf die Wirksamkeit ihrer Klimaschutzmaßnahmen hin überprüft werden, bevor sie EFSI- Gelder erhalten. Jedoch werden unter dem EFSI auch künftig Subventionen für fossile Energieträger gewährt. Laut einem Zwischenbericht sind rund ein Viertel aller geförderten EFSI-Projekte im Energiebereich angesiedelt. 10 UmweltMagazin Juni 2017

Nachrichten Deutsche Wasser- und Abwassertechnik 2016 Exporte auf hohem Niveau behauptet Die deutschen Hersteller von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung, Abwasser- und Schlammbehandlung konnten, laut VDMA, Frankfurt am Main, ihre Ausfuhren im Jahr 2016 auf dem hohen Vorjahresniveau nahezu unverändert behaupten. In einem auch von politischen Unsicherheiten beeinflussten Marktumfeld mit deutlichen Schwankungen in einzelnen Märkten hielten die deutschen Anbieter von Wasser- und Abwassertechnik ihr hohes Exportniveau vor allem durch Zuwächse im Kernmarkt EU-28 und in Russland. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Exporte insgesamt minimal auf 967,7 Mio. € (2016) gegenüber rund 977,2 Mio. € (2015). In der Rangfolge der weltweit stärksten Exportmärkte steht China trotz eines Rückganges auf 88,5 Mio. € (- 10,7 %) weiter auf Rang 1, gefolgt von Russland, das durch einen deutlichen Zuwachs von 63 % auf Deutsche Exporte nach Regionen 2016. 69,4 Mio. € den zweiten Rang belegt, und Frankreich mit 61,9 Mio. € (+0,7 %). Die USA fielen vom 2. auf den vierten Rang zurück (54,5 Mio. €; –18,1 %). Trotz teilweise deutlicher Veränderungen in einzelnen Märkten bleibt die EU-28 nach wie vor die wichtigste Abnehmerregion für die deutschen Hersteller von Wasserund Abwassertechnik. Die Exporte in diese Staaten stiegen deutlich um 3,5 % auf 412,0 Mio. €. Mit 201,9 Mio. € (- 5,2 %) entfielen wesentliche Exportanteile zudem auf den asiatischen Markt, gefolgt von den Nicht- EU-28-Staaten in Europa mit 141,6 Mio. € (+12,2 %), Nordamerika mit 67,7 Mio. € (- 8,5 %). Die Regionen Nahen/Mittleren Osten mit 45,7 Mio. € (- 29,2 %) und Afrika mit 45 Mio. € (+16,6 %) liegen nun nahezu gleichauf. Den deutschen Anbietern von Wasser- und Abwassertechnik ist 2016 auch gelungen, teilweise signifikante Rückgänge in einzelnen wichtigen Märkten, wie China oder USA, durch ebenso deutliche Zuwächse in anderen Märkten – etwa Russland, Indien oder Kanada – zu kompensieren. www.vdma.org Bild: VDMA Wago Verantwortungsvolle Unternehmensführung Langfristiger Erfolg kann nur durch eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden. Gemäß dieser Überzeugung setzt sich Wago aktiv mit aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen auseinander. Ziel ist die Förderung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung durch unterstützende Maßnahmen für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umweltschutz. Dabei soll die Durchsetzung von Menschenrechten, Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards auch entlang der Lieferkette betrachtet werden. Um Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung im Unternehmen weiterzuentwickeln, hat Wago einen ausführlichen Corporate Social Responsibility-Bericht als Status Quo erarbeitet und auf seiner Website veröffentlicht, der jährlich weiterentwickelt wird. Seit 2012 berichtet es, im Rahmen des UN Global Compacts, über bisherigen Entwicklungen und wird in diesem Jahr erstmalig auch eine Entsprechenserklärung für den Deutschen Nachhaltigkeitskodex des Rates für nachhaltige Entwicklung abgeben. Die Berichterstattung ist nicht nur ein Kommunikationsmittel für die Stakeholder des Unternehmens, sondern auch ein System, um die soziale und ökologische Performance von Wago fortlaufend zu entwickeln. Die Maßnahmen im Bereich Umwelt reichen von Zertifizierungen, wie der ISO 14000 oder der Energiemanagement-Norm ISO 50001, bis hin zum Kunststoff-Recycling und der Nutzung von Recyclingpapier. Der Ressourcenschonung wird auch durch eine effiziente Produktion und ökologisch verträgliche Bauprojekte mit intelligenter Gebäudeautomatisierung, Erdsonden und Wärmepumpen Rechnung getragen. Selbst im 2016 eingeweihten Betriebsrestaurant stehen Regionalität und Nachhaltigkeit klar im Fokus. Ein Pfandbechersystem, ausschließlich ökologische Reinigungsmittel, eine energieeffiziente Pumpenanlage für den Geschirrspüler und eine spezielle Nassmüllentsorgungsanlage sind einige Beispiele, die hier für Ressourceneffizienz sorgen. Im Handlungsfeld Lieferkette geht es beispielsweise um Verhaltensnormen für ein faires Miteinander, den Qualitätsanspruch sowie um Befragungen der Lieferanten zu Umwelt- und Sozialstandards. In Zukunft werden die Maßnahmen für mehr Verantwortung in der Lieferkette stärker ausgebaut. www.wago.com UmweltMagazin Juni 2017 11

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