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06 | 2017

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Wasser

Wasser Wartungsintervalle für Kleinkläranlagen. tem Algenwachstum und im Grundwasser zu einer Verunreinigung. Gelangt zu viel der Substanz in das Trinkwasser, so kann der menschliche Körper daraus giftige Stoffe bilden. Nitrat kann durch die Denitrifikation in der Kläranlage entfernt werden – Ablaufklasse D. Phosphate Phosphate sind in der Natur ein wichtiger Nährstoff, der bei zu hohen Konzentrationen zu einem vermehrten Algen- und Pflanzenwachstum führt. Bereits seit dem Jahr 1986 sind keine phosphathaltigen Waschmittel mehr in Verwendung. Hierdurch ist die Belastung in den Gewässern stark zurückgegangen. In Kleinkläranlagen lässt sich der Stoff durch die Zugabe eines Fallmittels entfernen – Ablaufklasse +P. Abfiltrierbare Stoffe Abfiltrierbare Stoffe sind im Abwasser enthaltene Sink-, Schweb- und Schwimmstoffe. Sie ergeben meist eine sichtbare Trübung des Abwassers. Betrieb und Wartung Die Anzahl der Wartungen richtet sich nach den Vorgaben der Allgemeinen Bauaufsichtlichen Zulassung. Die Untere Wasserbehörde kann abweichende Anforderungen an die Häufigkeit der Wartung stellen. Bei den Ablaufklassen C, N und D ist sie alle sechs Monate erforderlich, bei den Ablaufklassen +P und +H drei Wartungen alle vier. Dabei sind folgende Arbeiten durchzuführen: > Einsichtnahme in das Betriebsbuch – der Soll-Ist-Vergleich, > Funktionskontrolle, > Einstellen optimaler Betriebswerte, > Feststellen der Schlammspiegelhöhe, > Wartung der maschinellen Einrichtungen, > Allgemeine Reinigungsarbeiten, > Überprüfung des baulichen Zustandes der Anlage, > Kontrolle der Be- und Entlüftung sowie > Vermerk durchgeführter Wartungen im Betriebsbuch. Das UV-Modul muss ebenfalls gereinigt werden. Dazu wird die Lampe demontiert 32 und die Schutzröhre mit einem säurehaltigen Reinigungsmittel geputzt. Bei jeder Wartung, beziehungsweise jeder zweiten Wartung bei den Ablaufklassen +P und +H, ist eine Probe zu entnehmen und auf diese Werte zu überprüfen: > Temperatur, > pH-Wert, > absetzbare Stoffe, > CSB, > NH 4 -N (bei Ablaufklasse N und D), > N anorg (bei Ablaufklasse D) sowie > P ges (nur bei Ablaufklasse +P). Zusätzlich ist der Betreiber verpflichtet, die notwendige Sachkunde zum Betrieb einer Kleinkläranlage zu erlangen oder eine sachkundige Person mit dem Betrieb zu beauftragen. Die Anlage muss täglich auf Störungen kontrolliert werden. Dabei ist es ausreichend, zu überprüfen, ob die Steuerung einen Alarm meldet. Einmal im Monat ist eine Sichtprüfung der Anlage vorgeschrieben und die Betriebsstunden müssen monatlich erfasst werden. Der SBR-Prozess. Schlammabfuhr Eine Schlammabfuhr ist in der Regel einmal jährlich erforderlich. Abhängig vom Wasserverbrauch und Nutzerverhalten können die Abfuhrintervalle auch variieren. Manche Gemeinden fordern eine regelmäßige Schlammabfuhr ein oder zwei Mal pro Jahr, andere eine bedarfsgerechte. Bei der bedarfsgerechten wird die Schlammhöhe durch das Wartungsunternehmen gemessen und die Abfuhr nur veranlasst, wenn dieses erforderlich ist. Dabei ist grundsätzlich die gesamte Vorklärung, die erste Kammer der Kleinkläranlage, zu entleeren und anschließend mit Klarwasser wieder aufzufüllen. Bereits bei der Bauplanung einer Anlage sollte beachtet werden, dass die Zufahrt zur Schlammabfuhr mit einem Saugfahrzeug möglich ist. Neuartige Klärverfahren, wie beispielsweise das der Graf Kleinkläranlage easyOne, reduzieren die Entstehung von Klärschlamm und damit die Kosten der Abfuhr. Die konsequente Vermeidung anaerober Prozesse im Klärprozess kann dies begünstigen. SBR-Klärtechnik Bei der Sequentiellen-Biologischen-Reinigungs (SBR)-Klärtechnik gibt es eine getrennte Vorklärung zur mechanischen Rückhaltung der Grobstoffe sowie ein biologisches Belebungs- und Nachklärbe- UmweltMagazin Juni 2017

Wasser cken – das SBR-Becken. Diese Anlagen reinigen das zufließende Abwasser in mehreren Zyklen. Die Reinigungsleistung beträgt, je nach Hersteller, bis zu 99 %. Damit unterschreiten Kleinkläranlagen wie Klaro Easy die vom Gesetzgeber geforderten Grenzwerte. Zulaufbedingungen Kleinkläranlagen sind für die Reinigung von häuslichem Abwasser oder für Abwässer, die nach Art und Zusammensetzung häuslichem Abwasser entsprechen, bestimmt. Das ist nach DIN EN 1085 Schmutzwasser aus Küchen, Waschräumen, Waschbecken, Badezimmern, Toiletten und ähnlichen Einrichtungen. Diese Anlagen sind für einen Schmutzwasserzufluss von maximal 150 l je Einwohner pro Tag bemessen. Auslegung für Wohngebäude und andere bauliche Anlagen Nach DIN 4261–1 ist je Wohneinheit mit einer Wohnfläche über 60 m 2 mit mindestens vier Einwohnern zu rechnen, darunter mit mindestens zwei. Bei mehr als drei Wohneinheiten oder Gebäuden kann für zusätzliche Wohneinheiten von den Mindestvorgaben abgewichen werden. Andere bauliche Anlagen sind nach Einwohnergleichwerten (EW) entsprechend DIN 4261–1 auszulegen. Be- und Entlüftung Die zulässigen Schmutzfrachten. Für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Kleinkläranlage ist eine funktionierende Be- und Entlüftung der Behälter wichtig. Funktioniert diese nicht richtig, kann es zu Geruchsbelästigungen kommen. Bei Anlagen, bei denen der Luftsauerstoff aus dem Behälter angesaugt wird, beispielsweise wenn Tauchmotorbelüfter eingesetzt werden, gelangt bei unzureichender Belüftung keine frische Luft hinein. In dem Fall wird die Biologie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ein vollständiges System besteht immer aus einer Belüftung, durch die die Luft hineinströmt, und einer Entlüftung, aus der die Luft wieder entweicht. Die Belüftung sollte immer ablaufseitig Der easyOne-Prozess. Bemessungsansätze für die Ermittlung der Einwohnergleichwerte (EW) für Kleinkläranlagen. oder direkt am Domschacht angeschlossen werden. Die Entlüftung erfolgt per Zulaufleitung über das Dach. So kann mittels des Kamineffekts ein ausreichender Luftstrom entstehen. Wichtig ist dabei, dass die Überdachentlüftung und die Zulaufleitung zur Kläranlage nicht im Querschnitt eingeschränkt sind, beispielsweise durch stehendes Wasser. Das System lässt sich durch das Wartungsunternehmen mit Hilfe eines Rauchtestes prüfen. Unterlastbetrieb In der Praxis sind viele Kleinkläranlagen nur teilweise ausgelastet, da sie nur von einer Person genutzt werden. Ebenso gibt es solche, bei denen der Abwasserzufluss fast ausschließlich am Wochenende erfolgt. Deshalb sind Ausführungen mit einer automatischen Unterlasterkennung zu empfehlen. Die Kleinkläranlagen Klaro Easy und easyOne von Graf messen vor jedem Reinigungszyklus den Füllstand der Vorklärung und schalten bei Bedarf automatisch in den Sparbetrieb. Dabei wird immer das Optimum an Energie eingespart und gleichzeitig die biologischen Prozesse aufrechterhalten. Gegenüber herkömmlichen Kläranlagen werden so bis zu 75 % Energiekosten eingespart. Kohlenstoffdosierung Bei Kläranlagen von Gebäuden, bei denen über einen Zeitraum ab sechs Wochen kein Abwasser zufließt, besteht die Möglichkeit, die Biologie durch die Zugabe einer Nährstoffquelle wie Kohlenstoff am Leben zu erhalten. Eine Kohlenstoffdosierung ist für Ferienhäuser, Gebäude mit saisonaler Nutzung und bei hohem Gelbwasseranteil, etwa bei Schulen, zu empfehlen. Die Zuführung der Lösung erfolgt durch die gleichen Dosierpumpen, die auch für die Phosphatentfernung verwendet werden. Sie startet automatisch, sobald die Steuerung misst, dass kein Abwasserzufluss mehr vorhanden ist. Versickerung von gereinigtem Abwasser Eine der Kläranlage nachgeschaltete Versickerung ist eine bewährte Entsorgungslösung für das gereinigte Abwasser. Erforderlich sind eine dafür geeignete Bodenbeschaffenheit und mindestens 1 m Abstand zum Grundwasser. Das System besteht aus mehreren Versickerungsmodulen, die sich beliebig dimensionieren lassen. Bodenbeschaffenheit Für eine funktionsfähige Versickerung muss der Untergrund dauerhaft in der Lage sein, das gereinigte Abwasser aufzu- UmweltMagazin Juni 2017 33

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