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06 | 2017

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Wasser Be- und

Wasser Be- und Entlüftung einer Kleinkläranlage. Versickerung von gereinigtem Abwasser. nehmen. Der kf-Wert beschreibt die Wasserdurchlässigkeit des Bodens. Er muss für eine Versickerung zwischen 5 x 10 –3 und 5 x 10 –6 liegen. Gegebenenfalls ist die Relevante Normen und Richtlinien Eignung des Untergrundes nach DIN 4261–5 „Versickerung von biologisch aerob behandeltem Schmutzwasser“ nachzuweisen. EN 12566–3: Vorgefertigte, beziehungsweise vor Ort montierte Anlagen zur Behandlung von häuslichem Schmutzwasser bis 50 EW. Die Europäische Norm beschreibt die praktische Prüfung der Reinigungsleistung der Kläranlage, Tests für Standsicherheit, Wasserdichtheit und Brandverhalten des Behälters sowie die Dauerhaftigkeit des verwendeten Werkstoffes. In der Norm ist das Verfahren der CE-Kennzeichnung definiert. DIN 4261–1: Anlagen zur Abwasservorbehandlung Die DIN-Norm beinhaltet die Bemessungsgrundlagen hinsichtlich der Auslegung von Kleinkläranlagen. Des Weiteren sind die allgemeinen Baugrundsätze für Ein- und Mehrkammergruben sowie deren Wartung definiert. DIN 4261–5: Versickerung von biologisch aerob behandeltem Schmutzwasser In der Norm ist die Versickerung von biologisch gereinigtem Wasser festgelegt. Sie definiert die Voraussetzung für eine Versickerung sowie die Bemessungsregeln und Ausführung von Versickerungsgräben, Gruben und Mulden. DIBt-Zulassungsgrundsätze für Allgemeine Bauaufsichtliche Zulassungen für Kleinkläranlagen bis 50 EW. Da in der EN 12566–3 keine Mindestanforderungen der Reinigungsleistung festgeschrieben sind, müssen Kleinkläranlagen, die in Deutschland betrieben werden, über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügen. In den Zulassungsgrundsätzen sind die klärtechnischen Bemessungsregeln für Kleinkläranlagen definiert. Bilder: Graf Abstände zu Grundwasser und Gebäuden Der Abstand vom höchsten Grundwasserstand zur Unterkante der Versickerung muss mindestens 1 m betragen. In diesem Bereich dürfen auch keine langfristigen Staunässen vorhanden sein. Ein ausreichender Abstand zu tief wurzelnden Pflanzen ist ebenfalls einzuhalten. Die Entfernung zu bestehendem oder geplantem Baumbestand muss mindestens dem zu erwartenden Kronendurchmesser entsprechen. Zu angrenzenden Tiefgeschossen und Kellern ist ebenfalls eine Distanz von mindestens 6 m einzuhalten. Auslegung für die Versickerung Die DIN 4261–5 schreibt die erforderliche Wandfläche einer Versickerungsanlage in Abhängigkeit der Bodenart vor. Die Bodenflächen des Versickerungssystems dürfen nicht angesetzt werden. Die Fläche dafür, ist in Abhängigkeit der Bodenart und der hydraulischen Spitzenbelastung zu berechnen. Die Berechnung wird exemplarisch für einen Einwohner und dem ungünstigsten Bodenwert von 5 x 10 –6 m/s durchgeführt: Der Sicker-Tunnel 300 hat eine Wandfläche von 2 x 1,22 m x 0,51m = 1,24 m 2 je Tunnel-Element. Es ergibt sich also eine Versickerungsrate von: 5 x 10 –6 m/s x 1 000 x 1,24 m 2 = 0,0062 l/s = 0,372 l/min. Hydraulisch ist das Versickerungssystem bei SBR-Kläranlagen so zu bemessen, dass die Abwassermenge eines SBR-Zyklus zwischengespeichert werden kann und bis zum nächsten Zyklus versickert wird. Pro Zyklus fallen maximal 150 l / 4 = 37,5 l pro EW an. Die Entleerungszeit beträgt demnach: 37,5 l / 0,372 l/min = 101 min. Sie ist damit für den ungünstigsten Fall kleiner als die Zykluszeit von 360 min. Ein Sicker-Tunnel 300 ist somit je EW ausreichend. Zur Erhöhung der Sicherheit werden bei wenig versickerungsfähigen Böden, beispielsweise Schluff und solchen mit Schluffanteilen sowie Stein-Lehmgemische, zwei Versickerungselemente je Einwohner bemessen. Die Konformität gemäß DIN 4261–5 ist unter Einhaltung der Einbaubedingungen erbracht, da die Leistung und Eigenschaft des Sicker-Tunnels 300 mit denen eines Vollsickerrohres vergleichbar ist. Christian Schomberg, Otto Graf GmbH, Teningen, mail@graf.info 34 UmweltMagazin Juni 2017

Wasser Sammler aus GFK-Sonderprofilen Bei der Renovierung des Holzmannkanals wurden Ei-Profile DN 950/1532 aus GFK eingebaut. Der Abwasserkanal der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH musste aufgrund von Rissbildung saniert werden. Bei dem Projekt stießen die Verantwortlichen auf mehrere Probleme: Das Baufeld war nicht offen zugänglich, und es lagen keine Daten zur Statik mehr vor. Die Verantwortlichen lösten das Problem, indem sie Ei-Profile aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) der Amiantit Deutschland GmbH, Döbeln, in die bestehenden Rohre einbauten. Diese gewährleisten nicht nur den Abfluss, sondern stützen auch die auf dem Bauwerk liegende Last. Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg sind auf die Produktion von Stahl und Vorprodukten für die verarbeitende Industrie spezialisiert. Viele Jahrzehnte floss das in Hochöfen, Sinteranlagen und einem Kraftwerk auf dem Werksgelände zur Kühlung genutzte Prozesswasser durch den Holzmannkanal in den Rhein zurück. Nachdem der alte Hauptsammleaus Ei-Profil-Betonrohren DN 1200/1800 im Laufe der Jahre zunehmend Rissbildungen aufwies und seine Standfestigkeit eingebüßt hatte, wurde letztes Jahr die Sanierung beschlossen. Eine Erneuerung in offener Bauweise war nicht möglich, da das Baufeld vollständig in Betrieb gehalten werden musste. Hinzu kam, dass der alte Kanal in 7 m Tiefe nur schwer zugänglich ist. Daher entschloss sich die für Kanalsanierungen zuständige Abteilung der HKM, die 350 m lange Strecke im Relining-Verfahren zu renovieren. Mit Ei- Profilen aus dem Rohrsystem Amiren verlegte die mit den Arbeiten beauftragte Tauber Rohrbau GmbH & Co. KG, Nürnberg, dabei Sonderprofile in der Nennweite DN 950/1532 von Amiantit. „Aufgrund der flexiblen, an die individuellen Erfordernisse angepassten Fertigung füllt das Profil des gewählten Rohres den Platz im alten Kanal optimal aus, dadurch wird die größtmögliche Durchflussmenge erzielt“, sagt Dipl.-Ing. Bernhard Wilke, Abteilung TI-M der HKM. Enges Zeitfenster Wilke unterstreicht die hohen Anforderungen an das Projekt: „Für die Baumaßnahme war betriebsbedingt nur ein sehr enger Zeitrahmen vorgesehen. Daher war allen Baupartnern klar, dass eine fach- und termingerechte Arbeit in dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster nur möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“ Das vorrangige Ziel war die Wiederherstellung der Standsicherheit des Holzmannkanals und die Sicherstellung der weiteren dauerhaften Nutzung. „Da der Kanal in seiner Standfestigkeit stark beeinträchtigt war, wurde eine Sanierung mit einem Schlauchliner frühzeitig verworfen und die Entscheidung für den Einbau von Kurzrohrprofilen getroffen, wobei die Wahl insbesondere aufgrund der Werkstoffeigenschaften auf das Airen-GFK-Rohrsystem fiel“, so Wilke weiter. Der Werkstoff bietet eine lange Haltbarkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion und besitzt darüber hinaus gute hydraulische Eigenschaften. UmweltMagazin Juni 2017 35

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