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06 | 2017

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Wasser metalle wie

Wasser metalle wie Kupfer oder Platin können gefiltert und dann wieder für andere Zwecke genutzt werden. Anwendungen im industriellen Bereich sind beispielsweise die Aufbereitung von Wasser für Prozesse in Kraftwerken. Dort werden große Mengen Kühl- und Prozesswasser gebraucht und müssen entmineralisiert werden, um die Anlagen beispielsweise vor Verkalkung zu bewahren. Wasser in sehr reiner Form ist in der Mikrochip- und Pharmaindustrie notwendig: Dafür lässt sich mit dem Verfahren ultrareines Wasser als zwingend erforderliches Produktionsmittel herstellen. Moderne Membran- Filtrationstechnologie Die Membranelemente der Produktfamilie Lewabrane bestehen aus spiralförmig gewickelten Dünnfilm-Verbundmembranen. In ihnen werden unerwünschte Stoffe wie Salze, Pestizide, Herbizide, Viren, Bakterien – aber auch Kleinstpartikel – aus dem Wasser gefiltert. Das Sortiment umfasst Elementtypen für alle wichtigen Umkehrosmose- Anwendungen. Dazu gehören die Entsalzung von Meerwasser, Brackwasser und schwach salzigen Wässern. Bedeutende Einsatzbereiche sind die Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser, aber auch die Behandlung von Prozess- und sonstigen Industriewässern sowie Abwasser. Zu den Hauptanwendungen von Umkehrosmose-Membranen gehören die Aufbereitung von Kesselspeisewasser für Kraftwerke sowie die Gewinnung von Reinstwasser in der Mikroelektronik-Branche. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Herstellung von Trinkwasser sowohl aus Brackwasser als auch aus Meerwasser. Dieses Verfahren kommt in großem Umfang in Städten und Gemeinden zum Einsatz und wird im Kleinmaßstab unter anderem in Restaurants, Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen genutzt. Die Membrane senken den Salz- und Partikelgehalt des Wassers und werden oft mit Ionenaustauschern kombiniert. Dadurch entsteht ein effizientes und sehr leistungsfähiges Entsalzungssystem. Membranelemente der Marke Lewabrane werden in einem modernen, vollautomatisierten Produktionsbetrieb in Bitterfeld hergestellt. Der Schwerpunkt der verwendeten Membranchemie liegt Ionenaustauscher filtern Schadstoffe aus dem Wasser. Lewatit FO 36 beispielsweise ermöglicht die selektive Entfernung von arsenhaltigen Anionen aus Trinkwasser. auf einer stark vernetzten Polyamidschicht, die eine hohe Beständigkeit gegenüber Reinigungschemikalien aufweist und einen höheren Rückhalt bei komplexen Salzmischungen sowie eine geringe Oberflächenladung hat. Das reduziert die Neigung zu Fouling. Seit der Markteinführung im Jahr 2012 wurden mehrere zehntausend Lewabrane-Filterelemente in mehr als 70 Ländern installiert. Unsichtbare Gefahr durch Arsen Die Verunreinigung mit Arsen zählt zu den gefährlichsten Belastungen des Trinkwassers. Es ist geschmack- und geruchlos, aber der toxische Stoff reichert sich im Körper an. In vielen Regionen der USA, Südamerikas und Asiens kommen im Grundwasser zum Teil sehr hohe Arsen-Konzentrationen vor. Auch in Europa, zum Beispiel in Großbritannien, treten überhöhte Werte auf. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit mehr als 100 Millionen Menschen Wasser mit Gehalten über 50 mg/l trinken. Die Europäische Union und die USA haben einen Grenzwert von 10 mg/l gesetzlich verankert, den auch die WHO als Wert zuvor empfohlen hat. Arsen ist ein Halbmetall und kommt in der Natur in Form von Mineralien vor. Unter bestimmten Bedingungen können hochgiftige Arsenverbindungen aus den Gesteinen ausgewaschen werden und so ins Grundwasser gelangen. Medizinische Studien belegen eine chronische Vergiftung bei Menschen, die über eine lange Zeit arsenbelastetes Wasser trinken. Dadurch können Hautveränderungen bis hin zu Karzinomen hervorgerufen werden. Der Hybrid-Adsorber Lewatit FO 36 sowie der Eisenoxid-Adsorber Bayoxide E33 sind speziell zur Entfernung von Arsen aus Trink- und Abwasser entwickelt worden. Kern des Bayoxide-Systems ist ein Festbett aus Eisenoxid-Granulat. Das Granulat besitzt fein strukturierte Oberflächen, die die Schadstoffe adsorbieren, wenn es vom belasteten Wasser durchströmt wird. Dieses Granulat ist sehr stabil im Wasser und zerfällt nicht. Es besteht aus kleinen Teilchen, die man unter hoch auflösenden Elektronenmikroskopen sichtbar machen kann. Jedes Gramm davon hat eine Oberfläche von etwa 150 m 2 , auf der Arsen selektiv adsorbiert wird. Bayoxide E33 hilft nicht nur bei der Trinkwasseraufbereitung. Weitere Einsatzbereiche sind die Behandlung von Abwässern etwa im Bergbau oder die Aufbereitung von kontaminiertem Grundwasser im Bereich stillgelegter Industrieanlagen. Manja Conzen, Lanxess AG, Köln, manja.conzen@lanxess Bilder: Lanxess 38 UmweltMagazin Juni 2017

Wasser Zitronensafthersteller baut nachhaltige Abwasserlösung Zwei neue Becken mit einer Kapazität von jeweils 2 500 m³ sparen Kosten ein. Zitronen gehören zu den bekanntesten Produkten Siziliens. Eurofood ist mit einer Produktionsmenge von 22 Tonnen pro Tag weltweit führend bei der Herstellung von Zitronensaft. Um sicherzustellen, dass das anfallende Abwasser vorschriftsmäßig entsorgt wird, setzt das Unternehmen eine nachhaltige Kläranlage ein, die mit energieeffizienter Technologie von Xylem Water Solutions Italia, Lainate / Italien, bestückt wurde. Aufgrund von Eurofoods hoher Produktionskapazität waren die Verantwortlichen auf der Suche nach einer intelligenten Lösung zum Reinigen von mehr als 3 000 m 3 Abwasser pro Tag. Dieses hat einen hohen Säuregrad, der im Klärwerk der Gemeinde Capo D’Orlando, dem Standort des Unternehmens, nicht behandelt werden kann. Da das öffentliche System für 30 000 Personen ausgelegt und durch die Sommersaison bereits sehr belastet ist, mussten die Verantwortlichen eine andere Lösung finden. Außerdem sollten bei den hohen Umweltschutzstandards keine Abstriche gemacht werden. Giuseppe Ingrillì, Vertriebsleiter und letzter Nachkomme der Gründerfamilie, erklärt: „Der Schutz der Umwelt ist Teil unserer Philosophie. Wir stammen von einer Familie von Obstbauern und Landwirten. Wir wissen, dass die Bäume nur dann die Zitrusfrüchte tragen, wenn wir uns um die Umwelt kümmern.“ Moderne Kläranlage Der Saftproduzent entschied, eine Kläranlage zu bauen, die während der Phasen geringerer Produktion weniger Energie benötigt und gleichzeitig sämtliche Umweltbestimmungen erfüllt. Das in der Fabrik anfallende Abwasser enthält Wasser, das zum Säubern der Zitronen, zum Reinigen der Ausrüstung sowie zum Spülen und Sterilisieren der Flaschen verwendet wird. Das italienische Unternehmen Manutambiente wurde mit dem Bau der neuen Kläranlage beauftragt. Die Anlage sollte mit modernen und zuverlässigen Technologien ausgestattet werden. „Dies wäre ohne den Einsatz der von Xylem entworfenen Lösungen nicht möglich gewesen“, so Ingrillì. „Xylem verfügt über ein komplettes Sortiment unterschiedlicher Technologien für die Aufbereitung von Abwasser, von denen einige bereits bei uns eingesetzt werden. Wir schätzen auch die technische Qualität und den Support vor Ort.“ Erste Reinigungsstufe: Senken des Säuregehalts In der ersten Reinigungsstufe gelangt das gesamte Abwasser in ein Becken, in dem der Säuregehalt ausgeglichen wird. Außerdem wird das Abwasser gefiltert, um mögliche Feststoffe zu entfernen. Dabei wird eine Tauchpumpe des Typs Flygt NP 3127 MT eingesetzt wird. Das UmweltMagazin Juni 2017 39

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