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06 | 2017

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Organschaften

Organschaften VNU-Arbeitskreis Nachhaltigkeit in Unternehmen Faire Betriebsund Geschäftspraktiken Konsumentenanliegen Die Teilnehmer des VNU Arbeitskreises Nachhaltigkeit, am 7. April in Nürnberg, diskutierten unter anderem darüber, dass bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie bei Gutachtern und Beratungsunternehmen Wissensbedarf hinsichtlich der praktischen Ausgestaltung von Nachhaltigkeitsthemen besteht. Seitens des Vorstands widmet sich Gisbert Braun dem Thema. Er hat langjährige Erfahrung – sowohl aus Sicht eines Konzernbeauftragten für Nachhaltigkeit wie auch als Trainer und Berater für Managementsysteme, Umweltgutachter und Auditor für Qualität, Umwelt und Forest Stewardship Council. Den sozialen und ethischen Nachhaltigkeitsthemen hat er sich vor allem über die praktische betriebliche Umsetzung der ISO-Norm CSR 26000 sowie internationaler Rahmenvereinbarungen mit Gewerkschaften genähert. Derzeit bestehen im Arbeitskreis zahlreiche Grundsatzdiskussionen – auch zur entsprechenden Berichterstattung. Nach Meinung des VNU sollte die Praxis einer nachhaltigen Unternehmensführung als eigentliches Kernthema im Fokus stehen. Gesprächsbedarf besteht aufgrund der aktuell erfolgten Umsetzung der europäischen CSR-Berichtsrichtlinie über nicht-finanzielle Berichterstattung in deutsches Recht sowie die Auswirkungen auf berichtspflichtige Unternehmen und solche, die in der Lieferkette dieser stehen. Die Berichte können in Form verschiedener Modelle erfüllt werden: Neben GRI stellt der Nachhaltigkeitskodex nach Ansicht des VNU eine praktikable Möglichkeit für klein- und mittelständische Unternehmen dar. Verantwortliche, die sich über die Sammlung von Daten und der Veröffentlichung eines Berichts dem Thema nähern, stellen fest, dass dies nur einen Aspekt ihrer nachhaltigen Ausrichtung darstellt. Sie benötigen praktische Werkzeuge und Systeme, wenn sie an einer langfristigen und nachhaltigen Optimierung arbeiten. Der Verband hat langjährige Erfahrungen im Bereich Managementsysteme; speziell Nachhaltig- Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft Organisationsführung Menschenrechte Umwelt Arbeitspraktiken Die sieben Kernthemen der Nachhaltigkeit – Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung – ISO 26000. Bilder: Gisbert Braun Gisbert Braun, VNU Vorstand, leitet den Arbeitskreis Nachhaltigkeit. keitsmanagement benötigt klassische Managementwerkzeuge der Organisation, der Datenerfassung, des Controllings und der Auditierung. Auch bei der Erhebung von Nachhaltigkeitsdaten müssen neben optimierten Systemen zur Datenerhebung und -auswertung primär Themen der Ableitung von Verbesserungspotenzialen, des KVP, diskutiert werden. Ebenfalls sollen Methoden der internen und externen Überprüfung, etabliert im Umweltmanagement bei EMAS und ISO 14001, neu betrachtet Termine 2017 Kontakt Verband für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de werden. Seitens der Arbeitskreismitglieder wurde zudem über die Rolle von EMAS im Rahmen von Nachhaltigkeitsmanagement gesprochen. Umwelterklärungen, von Umweltgutachtern geprüft, werden bereits in ganzheitliche Nachhaltigkeitsberichte integriert. EMAS-validierte Unternehmen wollen sich möglichst effizient dem Thema Nachhaltigkeitsmanagement widmen. Die Rolle von Umweltgutachtern in diesem Themengebiet wird besprochen. Der VNU möchte sich für seine Mitglieder mit diesem verstärkten Engagement mit einer praxisorientierten Rolle einbringen. Weitere Informationen zu kommenden Terminen finden sich auf der der Website des VNU. 7 27. Juni: EMAS Club Europe Regionalgruppe Rhein-Main, LUBW, Karlsruhe 7 29. Juni: Symposium Nachhaltigkeitsmanagement, Siemens Healthineers, Erlangen 7 13. Juli: EMAS Club Europe Regionalgruppe Südwest, Innovation Group AG, Stuttgart 7 18. Juli: EMAS Club Europe Regionalgruppe Südost, OmniCert Umweltgutachter GmbH, Bad Abbach 7 26. September: Umweltgutachter-Tag, IHK Rhein-Neckar, Mannheim 52 UmweltMagazin Juni 2017

Organschaften Zukunft sichern mit Umweltmanagement Kontakt Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) Claudia Nauta August-Schanz-Str. 21A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-209 Fax: 069/95424-133 nc@dgq.de www.dgq.de Viele Unternehmen mit hohen Umweltauswirkungen und -einflüssen werden sich weiterhin freiwillig zur Anwendung von ISO 14001:2015 verpflichten. Recht, Wirtschaftlichkeit, Zukunftssicherung, Werte oder gesellschaftliche Trends motivieren sie, systematisch Umweltauswirkungen und damit verbundene Risiken und Chancen zu managen. Es gibt aber auch für Unternehmen, die selbst wenig Umweltauswirkungen produzieren, strategische Gründe, sich mit dieser Managementsystematik auseinanderzusetzen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sie in Lieferketten mit stark umweltbeeinflussenden Unternehmen aktiv sind oder Einfluss auf Umweltaspekte nehmen können. Denn die zunehmenden Bestrebungen, Umweltauswirkungen zu vermeiden oder Produkte und Dienstleistungen umweltfreundlicher zu gestalten, können sich auf alle Beteiligten in den Lieferketten auswirken. Beispielsweise Ingenieurbüros, Software-Entwickler oder Lieferanten mit wenig Umweltrelevanz in den eigenen Prozessen können betroffen sein. Worst Case Im schlimmsten Fall ist das Unternehmen als Lieferant von Know-how und Leistungen nicht mehr geeignet oder gefragt. Das kann eintreten, wenn sich Kunden in der Kette für umweltfreundlichere Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse entscheiden oder von Wettbewerbern mit ebensolchen verdrängt Bild: Marko Greitschus / Pixelio.de werden. Neue Geschäftsmodelle, die Service und Leistung statt Eigentum bieten, können sich ebenfalls auswirken. Sharing-Modelle werden durch digitale und mobile Technologien stark gefördert. Eine umweltbezogene Optimierung von Abläufen kann dazu führen, Transportwege zu verkürzen und das Unternehmen kommt regional nicht mehr in Frage. Oder ein Kunde entwickelt aufgrund eines Stoffverbots ein neues Produktdesign. Dann ist es dem Unternehmen vielleicht nicht mehr möglich, qualitativ passend zu liefern. Handlungsoptionen Oft ergibt sich nur umweltbedingter Handlungsdruck in der Produktentwicklung oder in den Prozessen. Maßnahmen erhöhen dann kurzfristig immer die Kosten, aber langfristig kann ein Unternehmen wiederum profitieren und seine Zukunft absichern. Die Grünen fordern aktuell zum Beispiel eine Mindestlebensdauer für Industrieprodukte mit Haltbarkeitsangabe durch den Hersteller und Beweislastumkehr bei der Gewährleistung. Setzen sich solche politischen Forderungen auf gesetzlicher Ebene durch, ist gegebenenfalls eine höhere Produktqualität vom Zulieferer gefragt. Lebenszyklusverlängerungen von Produkten bieten wiederum Marktchancen, Dienstleistungen wie Wartung, Reparatur oder Wiederverkauf zu etablieren. Weitere Kundenforderungen können beispielsweise umweltfreundliche Verpackung, Elektromobilität, Wiederverwertung oder Rücknahmen umfassen. Eventuell muss Einfluss auf eigene Lieferanten und die Anpassung von Ausschreibungen und Pflichtenheften genommen werden. Neue Vereinbarungen innerhalb der Lieferkette können sein, in Bezug auf Umweltthemen auditiert zu werden, zu auditieren oder umweltbezogene Daten nach EU-Recht zu sammeln und zu liefern. Hilfestellung durch die Norm Unternehmen profitieren in zweierlei Hinsicht von ISO 14001:2015. Zum einen erkennen sie, wie ihre Partner mit Umweltmanagementsystemen agieren. Zum anderen können sie die Systematik der Norm, insbesondere die Betrachtung von umweltrelevanten Kontext, interessierten Parteien, Risiken, Chancen und Lebensweg, für eigene Zwecke einsetzen. Ein Einstieg ins Umweltmanagement hilft, solche Herausforderungen mitzugestalten. UmweltMagazin Juni 2017 53

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