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06 | 2017

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Nachrichten Rückblick

Nachrichten Rückblick IE expo China 2017 mit Rekordergebnissen Die Umweltmesse hat in allen Bereichen neue Bestmarken erreicht Von 4. bis zum 6. Mai 2017 hat die IE expo China ihren Leitcharakter für den asiatischen Raum erneut unter Beweis gestellt. Die diesjährige Ausgabe von Asiens führender Fachmesse für Umwelttechnologien hat in allen Bereichen neue Bestmarken erreicht: Über 55 000 Besucher aus 60 Ländern und Regionen kamen nach Shanghai. Das ist ein Plus von 28 % gegenüber dem Vorjahr. Auch bei Ausstellern und Fläche gab es neue Rekorde: 1 637 Aussteller bedeuten ein Plus von 26 % gegenüber der Vorveranstaltung und ein Flächenwachstum von 39 % auf dem Gelände des Shanghai New International Expo Centre. Die hohe Beteiligung aus Europa ist unter anderem auf die vielen Länderpavillons zurückzuführen. Erstmals gab es auch einen europäischen Gemeinschaftsstand, der als Teil des Die führende Umweltmesse Asiens zog 55 000 Besucher an - ein Plus von 28 %. SME Instrument’s Overseas Trade Fairs Programme von der Europäischen Kommission gefördert wurde. Das neu angebotene International Buyers‘ Business Matchmaking-Programm bot einen entsprechenden Rahmen für im Vorfeld der Messe organisierte Fachgespräche. Um besonders innovative, zukunftsträchtige Technologien zu fördern, erhielten ausgewählte Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produktneuheiten im Innovation Pavilion und dem dazugehörigen Forum einer Fachjury, bestehend aus internationalen Branchenexperten und Investoren, zu präsentieren. Zusätzlich zur Fachmesse bekamen die Teilnehmer bei über 300 Fachvorträgen, Seminaren und Workshops Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Anforderungen des Marktes. Die Programmvielfalt reichte vom Thema Luftreinhaltung über den aktuellen Planungs- und Umsetzungsstand von Sponge Cities bis hin zur Abfallentsorgung in diversen Branchen wie der Automobil-, Medizin- oder Nahrungsmittelindustrie. Die nächste Ausgabe der IE expo China findet von 3. bis zum 5. Mai 2018 im Shanghai New International Expo Centre statt. Noch im Herbst dieses Jahres, vom 20. bis zum 22. September 2017, zeigt die Tochtermesse IE expo Guangzhou im China Import and Export Fair Complex Produkte und Lösungen für den südchinesischen Markt. www.ie-expo.com Bild: Messe München BMBF Mehr Bioplastik weltweit Die Hersteller von Biokunststoffen sehen positiv in die Zukunft: Einer Marktanalyse der nova-Institut GmbH, Huerth, zufolge steigt die Jahresproduktion an Bioplastik von derzeit 4,2 auf 6,1 Mio. t im Jahr 2021 – auch wenn die derzeit niedrigen Erdölpreise eher die Herstellung von traditionellem Plastik unterstützen. Ein wichtiger Grund ist die steigende Nachfrage der Verbraucher nach Biokunststoffen. Eine der zentralen Forschungsaufgaben ist die Suche nach biologischen Ausgangsmaterialien. Dabei greifen Wissenschaftler auf die Hilfe von Pflanzen und Mikroorganismen zurück. Besonderes Augenmerk wird in den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn, geförderten Projekten darauf gelegt, dass keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung entsteht. Ein Beispiel dafür sind Dübel, die überwiegend auf Rizinusöl basieren. Auch in der Automobilindustrie kommen inzwischen bereits spritzgegossene Formteile – beispielsweise als Motorabdeckungen – zum Einsatz, die aus flüssigem Holz (Lignin) hergestellt werden. Dabei handelt es sich um ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Papier. Auch leichte, dünne Fahrradrohre lassen sich daraus produzieren – als Ersatz für Aluminium oder Carbon. Die Projekte wurden im Rah- Maisstärkechips als Kinderspielzeug. Bild: Achim Raschka/Wikimedia men der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 gefördert, mit der das BMBF unter anderem die Bildung strategischer Cluster unterstützt hat. Allein im Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe haben sich rund 150 Unternehmen und 40 Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe herzustellen. www.bmbf.de 6 UmweltMagazin Juni 2017

Nachrichten Aus dem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Trinkwasser besser vor mobilen Schadstoffen schützen Als „mobil“ bezeichnet das Umweltbundesamt (UBA) Chemikalien, die sich mit dem Wasserkreislauf bewegen, weil sie sich nicht an feste Stoffe wie Sand oder Aktivkohle binden. Deshalb durchbrechen sie natürliche Barrieren wie die Uferzonen von Flüssen und Seen und lassen sich auch nicht durch künstliche Filter in Wasserwerken entfernen. Schlimmstenfalls gelangen sie bis ins Trinkwasser. Daher sei es wichtig, dass solche Chemikalien auch vorsorglich stärker ins Visier genommen werden, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Das neue Kriterium für die Mobilität von Chemikalien unterstützt die Hersteller dabei, diese Stoffe zunächst zu identifizieren. Im zweiten Schritt können die Unternehmen die Emissionen in die Umwelt reduzieren oder auf weniger schädliche umsteigen. Eine noch zu erarbeitende Liste der Stoffe könnte zudem Wasserversorgern bei der Überwachung helfen. Der neue Vorschlag erfordert einen Paradigmenwechsel in der Chemikalienbewertung. Bislang werden Industriechemikalien nach der EU-Chemikalienverordnung REACH von den Unternehmen vor allem daraufhin beurteilt, ob sie persistent, bioakkumulierend und toxisch sind (PBT-Kriterien). Persistent sind dabei Stoffe, die sich sehr schlecht in der Umwelt abbauen (P), bioakkumulierend meint solche, die sich in Menschen, Tieren oder Pflanzen anreichern (B) und toxisch bezeichnet giftige Stoffe (T). Diese werden von den Behörden als besonders besorgniserregend beurteilt und können in Europa verboten werden. Das PBT-Kriterium stößt aber an konzeptionelle Grenzen: Es erfasst nur Chemikalien, die bioakkumulierend sind, und die wir über unsere Nahrung aufnehmen könnten. Solche, die mobil im Wasserkreislauf sind, und die daher unter Umständen in unser Trinkwasser gelangen könnten, werden nicht erfasst. Das UBA schlägt deshalb vor, Industriechemikalien künftig nicht nur auf PBT-Stoffeigenschaften zu beurteilen, sondern zusätzlich auf ihre Mobilität, das heißt auf ihre PMT- Stoffeigenschaften – das heißt frühzeitig solche Stoffe zu identifizieren, die persistent (P), mobil (M) und toxisch (T) sind. Mobilität und Persistenz ermöglichen es den Chemikalien, sich über große Distanzen und lange Zeiträume in Flüssen, Seen, Bächen und im Grundwasser zu bewegen. Sind diese Stoffe dann auch noch toxisch, wächst aus Sicht des UBA der Handlungsbedarf für Industrie, Regulierer und Wasserversorger. Vielfach liegen die Quellen unseres Trinkwassers in Schutzgebieten, in denen Industriechemikalien nicht oder nur mit strengen Auflagen verwendet werden. Sie sind aber nicht überall gleichermaßen wirksam geschützt. Vor allem dort, wo Trinkwasser aus Oberflächenwasser oder Uferfiltrat gewonnen wird, stellen persistente und mobile Stoffe die Trinkwasseraufbereitung vor erhebliche Herausforderungen: Sie abzubauen, beispielsweise durch UV-Bestrahlung oder Ozonierung, oder zu filtern – durch Aktivkohle oder Membranfiltration – erfordert einen hohen technischen und finanziellen Aufwand – und auch Energie. Laut Krautzberger ist es daher am besten, vorsorglich zu handeln, und eine Kontamination des Wasserkreislaufes bereits bei der Entwicklung und Verwendung von Industriechemikalien zu vermeiden. Internationales Kompetenzzentrum für nachhaltige Chemie eröffnet Das Bundesumweltministerium gab kürzlich in Berlin zusammen mit dem Umweltbundesamt den Startschuss für das neue International Sustainable Chemistry Collaborative Centre ISC3 mit Sitz am UN-Standort Bonn. Zur Eröffnung diskutierten rund 200 Experten auf der internationalen Konferenz „Mainstreaming Sustainable Chemistry – Launch of ISC3“ über eine nachhaltige und innovative Chemikalienpolitik. Das ISC3 wird als Kompetenzzentrum Triebfeder für die Erreichung der UN -Nachhaltigkeitsziele auch in Schwellen- und Entwicklungsländern sein. Mit zunächst 20 Mitarbeitern wird es auch eng mit UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, zusammenarbeiten. Es soll dazu beitragen, Nachhaltigkeit als grundlegende Leitstrategie in Politik und Industrie zu verankern. Für die Förderung des Kompetenzzentrums sind in diesem Jahr 1,7 Mio. € und ab 2018 pro Jahr 2,4 Mio. € jährlich in den Bundeshaushalt eingestellt. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger betonte, dass nachhaltige Chemie wichtig für eine saubere und sichere Umwelt sei. Sie folge dem Vorsorgeprinzip, gibt wo immer möglich sicheren Alternativen den Vorzug vor gefährlichen Stoffen und fördert innovative Verfahren sowie Recyclingkonzepte. www.uba.de Newsletter-Abonnement Das Wichtigste immer im Blick – mit unserem kostenlosen Newsletter halten wir Sie einmal wöchentlich auf dem Laufenden. Hier finden Sie die täglich erscheinenden News aus dem Bereich der Umwelttechnik kompakt zusammengefasst im Nachrichtenüberblick. Melden Sie sich jederzeit an unter www.ingenieur.de/UmweltMagazin/Newsletter. UmweltMagazin Juni 2017 7

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